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es ist doch schon so lange her....ich war erst 19

 
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cora 04
Gast





BeitragVerfasst am: 29.03.2006, 17:22    Titel: es ist doch schon so lange her....ich war erst 19 Antworten mit Zitat

hallo ihr da alle zusammen,
bin 23 jahre alt und mein vater starb 52- jährig im sommer 2001 an einem herzinfarkt.meine eltern waren damals schon geschieden und ich lebte allein mit ihm im haus.seine mutter, meine oma,war auch kurz zuvor gestorben.
dies war ein ein tag der mein leben verändert, total auf den kopf gestellt hat.
einen tag, den ich in meinem ganzen leben nie vergessen werde. ich habe meinen vater gefunden, wie er tot im wohnzimmer lag, jede hilfe kam zu spät.
ich war den ganzen tag weg, hatte mir einen schönen freien tag gemacht und komme nichtsahnend nach hause. ich dachte in dem moment ich müßte jetzt auch sterben...
manchmal mache ich mir heute noch vorwürfe daß ich nicht früher zu hause war, sondern noch länger mit meiner mutter bummeln war. aber das sind so gedanken die ich dann immmer ganz schnell verdränge, weil sowas einen nur fertig macht.
richtig reallisiert habe ich den tod meines vaters, die ganz einfache tatsache das er nie mehr wieder kommt, erst etwa 3 monate später.davor lebte ich nur wie in tranche, habe einfach nur funktioniert oder dinge getan, die ich heute nicht mehr machen würde.
jetzt sind 5 jahre vergangen.ich habe gelernt mit dem tod meines vaters zu leben ,es zu akzeptieren,daß der liebe gott oder wer auch immer da oben ihn zu sich holen wollte.
dies war ein langer schwerer weg. 5 jahre in denen ich sehr viel gelernt habe.gelernt habe zu kämpfen, zu beißen, sich durchzuschlagen.
gelernt habe für mich, mein leben, mein erbe- mein haus,die gräber-
für so vieles die verantwortung zu tragen. ich habe gelernt was wahre freundschaft bedeutet.heute kommen mir so viele menschen in der welt so furchtbar oberflächlich vor.andere jammern über dinge wo ich drüber lachen könnte,was ich aber nicht tu,da diese menschen mich sowieso nicht verstehen.es gab menschen, die haben mir 2 monate (!) nach dem tod meines vaters gesagt : " du mußt es vergessen - es ist doch schon solange her "...
alle diejenigen, die das gleich durchgemacht haben, wissen jetzt was ich meine!!
jetzt frage ich euch, all die jenige, die in meinem alter waren zum zeitpunkt des todes und alle die auch wie ich, dann relativ alleine da standen - wie habt habt ihr das verarbeitet und was fühlt ihr heute ?
ich freue mich auf eure geschichten und antworten,ich beantworte alles.
bis dahin, lieben gruß, cora
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desiree



Anmeldedatum: 23.03.2004
Beiträge: 662
Wohnort: Tief im Westen

BeitragVerfasst am: 29.03.2006, 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cora,
ich bin zwar nicht in deinem Alter schreibe dir aber trotzdem eine kurze Antwort.

Ich heiße dich im Namen aller hier Herzlich Willkommen und finde es gut das du dich auch angemeldet hast.
Ich wünsche dir das du hier regen Austausch findest,denn hier sind wirklich viele ähnliche oder gar gleiche Schicksale!

Alles Gute und einen Lieben Gruß Désy
_________________
Ich bin am 09.06.2003 Halbwaise geworden,mein Vater starb an Magenkrebs.01.10.05 ist Cleo( 3,5),24.12.05 ist César(4,5),25.12.05 ist Lady(1),13.03.08 ist Flecki ( 2,8 ),19.07.2009 ist Tammy(3,5)gestorben.Im Himmel wieder vereint.Ich liebe euch alle sechs!
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Katha



Anmeldedatum: 16.02.2006
Beiträge: 20
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 01.04.2006, 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cora,

ich kann sehr gut nachfühlen wie Du Dich fühlst. Ich bin heute 22, als meine Mutter starb war ich 16. Sie hatte eine endogene Psychose, die sie schon in der Pubertät zu Selbstmordversuchen veranlasst hat. Mit 49 hat sie sich dann das Leben genommen. Mein Vater ist letzten Dezember gestorben und so bin ich mit gerademal 21 zur Vollwaise geworden. Mein Vater ist an einem plötzlichen Hertod gestorben und auch ich habe ihn gefunden. Er lag im Schlafzimmer, ich habe sofort den Notarzt gerufen, aber es war schon alles zu spät.

Zum Glück habe ich 3 sehr gute Freunde, mit denen ich über alles reden kann. Mein Vater hat auch 6 Geschwister, die sich alle um mich kümmern und meine Großeltern natürlich auch. Leider habe ich zu der Familie meiner Mutter keinen Kontakt mehr (meine Großeltern sind vor zwei Jahren gestorben). Ich habe noch andere Bekannte und auch teilweise Freunde, mit denen ich mich gut verstehe, aber die meisten wissen einfach nicht, was es bedeutet, einen oder beide Elternteile zu verlieren. Ich befinde mich auch noch mitten in meinem Studium, was meine Situation (gerade auch fianziell) nicht gerade erleichtert. Die meisten Menschen wollen nichts über den Tod meiner Eltern hören, sie tun einfach so als wäre alles wie vorher. Als meine Mutter starb habe ich keinerlei Hilfe von meiner Schule bekommen. Kein Lehrer hat mich darauf angesprochen, obwohl es die meisten wußten. Ich bin froh, nicht mehr in dem Ort, in dem ich und mein Vater lebten, wohnen zu müssen. Ich möchte nicht mehr ständig Nachbarn und Bekannten begegnen, die mir erzählen, dass ich jetzt ganz alleine bin (das meinte meine ehemalige Nachbarin zu mir einen Tag nach dem mein vater gestorben ist).

Ich glaube manche Menschen können das einfach nicht verstehen. Ich weiß auch, dass ich durch meine Lebensgeschichte sicher anders bin als die meisten Leute in meinem Alter. Wenn die Leute über manche ihrer Probleme reden kann ich da auch nur drüber lächeln.

Ich wünsche Dir alle Gute und viel Kraft!
Katharina
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Gast






BeitragVerfasst am: 03.04.2006, 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

hi katha,

du hast ja echt ein hammer hartes schicksal hinter dir!vor so etwas habe ich eine riesen achtung!

mir ist die vorstellung ganz schlimm wenn ich zum jetzigen zeitpunkt gar keine eltern mehr hätte. was ich meine ist das ich mich irgenwie nach dem tod meines vaters viel mehr für unsere familie,vergangenheit,heimat,hausbau und solche dinge interessiere als vorher.ich schaue öfter in alte alben von meinen eltern,weil ich meinen vater sehen will wie er war in dem alter in dem ich jetzt bin,weil ich mich einfach viel mehr interessiere für frühere dinge, ja und auch weil ich mir manchmal alte zeiten zurück wünsche.dazu kann ich wenigstens meine mutter befragen.

du tust mir unendlich leid!
du kannst das nicht. sorry, ich weiß nicht ob du sowas " gerne" hörst, wenns ehrlich gemeint ist, dein vater ist ja auch noch nicht lang tot,aber mir jedenfalls hat das immer ein wenig gutgetan.

was die reaktionen deiner damaligen schule angeht,das kann man sich gar nicht vorstellen.ich meine oft, manche menschen sind einfach nur gefühlskalt! ich weiß nur das ich damals bewußt kühl mit dem thema umgegangen bin, um bloß keine schwäche zu zeigen.
ja, was es heißt allein zu sein das weiß ich.ich habe zwar noch meine mutter mit der ich mich recht gut verstehe, aber sie liebt ihren freund mehr als uns kinder und läßt sich auch immer wieder negativ von ihm beeinflussen.

ich war heute auf dem friedhof, mein vater wäre heut 57 geworden.
ich bin ein bißchen traurig.auch weil ich morgen wieder arbeiten muß,hatte urlaub.
alles geht einfach immer weiter, egal wie, dich fragt keiner.

wenn du lust hast mir zu antworten oder traurig bist oder was von deinen eltern erzählen möchtest dann schreib mir!
freu mich!

machs erst mal gut , weiterhin viel kraft

lieben gruß, cora
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Katha



Anmeldedatum: 16.02.2006
Beiträge: 20
Wohnort: Mainz

BeitragVerfasst am: 04.04.2006, 01:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cora,

vielen Dank für Deine Antwort! Es gibt ein Sprichwort, das ich mal auf irgendeiner Website gelesen habe (leider kann ich mich nicht mehr erinnern welche), das lautet: "Wer an den Tod denkt, fängt an zu leben" und ich denke das trifft es ganz gut. Durch den Tod meiner Eltern war ich natürlich oft mit dem Thema Tod konfrontiert und bin es noch, aber dadurch wurde mir auch bewußt wieviel mir mein eigenes Leben, das Leben meiner Familie und Freunde bedeutet. Ich habe auch angefangen mich mehr für die Vergangenheit meiner Eltern zu interessieren. Meine Großeltern und die sechs Geschwister meines Vaters erzählen mir oft Geschichten über meinen Vater oder über meine Mutter und meinen Vater. Das stimmt mich zwar auf der einen Seite traurig, aber auch glücklich, dass sie nicht vergessen werden und dass es soviel über sie zu erzählen gibt.

Ich bin dankbar für mein eigenes Leben; das ich die Möglichkeit habe frei zu denken und zu handeln; zu studieren und mich zu bilden; nicht hungern zu müssen und tolle Freunde, eine tolle Familie und einen tollen Freund zu haben. Viele Menschen auf dieser Welt haben dies nicht und diese Menschen benötigen wirklich Hilfe.

Als meine Mutter gestorben ist, wurde das in meiner Schule einfach tot geschwiegen und da ich auch mehr verdrängt habe, war mir das zu dem Zeitpunkt auch ganz recht. Aber Verdrängung ist keine Lösung und wenn Jugendliche oder Kinder einen nahestehenden Menschen verlieren, dann muss man mit ihnen reden, auch wenn es schwer ist. Meine Lehrer haben damals falsch reagiert und sie haben sich einfach ihrer pädagogischen Verantwortung entzogen meiner Meinung nach.

Mir fällt der Gang ans Grab auch schwer (im Moment studiere ich ein Jahr in England, daher kann ich sowieso nur ans Grab, wenn ich mal in Deutschland bin), aber mich beruhigt der Gedanke, dass meine Eltern wieder vereint sind.

Ich wünsche dir auch viel Kraft!
Katha
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Gast






BeitragVerfasst am: 12.06.2006, 01:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Ich bin gerade 19 und habe meine Mutter vor knapp einem Jahr verloren. Meine Vater strab schon als ich sechs Jahre alt war. Lebe jetzt alleine und meine Oma kommt mich oft besuchen und hilft mir in manchen Dingen. Ich bin unfreiwillig erwachsen geworden und ich kann noch nicht einmal nach einem Jahr sagen, dass es irgendwann "schon gut ist". ich verurteile die Leute um mich herum nicht, die mich oft nicht verstehn und teilweise auch garnicht verstehen wollen, weil es ihnen irgendwie zu viel ist. Es macht mich nur noch trauriger. genau in diesem Jahr habe ich gemerkt, dass ich garnicht so viele Freunde habe, wie ich dachte. Wahre Freunde würde ich jetzt nur sehr wenige nennen. Mit der Oberflächlichkeit der meisten Leute komme ich in manchen Momenten schwer zurecht. Die Leute haben ja so viele Probleme die mir so klein erscheinen. Aber dafür können sie nichts. Man hat es sich nicht ausgesucht und wenn ich diese Erfahrung nicht gemacht hätte, dann würde ich mich jetzt vielleicht genauso verhalten.
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Franziska21



Anmeldedatum: 12.06.2006
Beiträge: 7
Wohnort: Hildesheim

BeitragVerfasst am: 13.06.2006, 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Drei,
ich habe meine Mutter verloren als ich 14 war. In dieser Zeitbin ich natürlioch auch noch zur Schule gegangen. Alle haben gesagt ich muss da jetzt nicht hin aber ich wolte, einfach um der Situation zu entfliehen und damit nicht konfrontiert zu werden! Ich hatte auch mit niemanden darüber geredet (in der Schule worde ich auch nicht darauf angesprochen und bei mir wusste man es auch).... Ich bin auch nicht zur Beerdigung gegeangen, da ich dachte das ich es nicht schaffe...Das bereue ich bis heute. Zu Ihrem Grab gehe ich auch nicht oft. Glaube das kann ich an einer Hand abzählen, wann ich mal da war und es ist nun schon fast sieben Jahre her... Um ehrlich zu sein versuche ich noch alles um nicht damit konfrontiert zu werden. Habe als Lösung für meine Probleme gegessen, denn dann ging es mir gut.... Nun möchte ich auch nicht mehr mit Jemanden darüber sprechen, da sie mich betimmt für beklopt halten, wenn ich erst jetzt damit anfange..... Das kann einfach keiner mehr nachvollziehen, da sie an dem Moment getrauert haben als es passiert ist, dass habe ich aber nicht. ICh wollte einfach für die Anderen Stark sein, da sie sich doch solche Sorgen gemacht haben und ich sie nicht runter ziehen wollte, desshalb habe ich nur heimlich geweint. Einmal tat ich es vor meiner Verwandschaft (war so ca 3 MOnate her), da würde mir gesagt ich muss damit nun zurecht kommen, dass Andere über sie reden... Das leben geht weiter blablabla... Seitdem rede ich über all meine Probleme nicht mehr. Ich habe irgendwie in meiner Jugend immer zu spüren bekommen, das Andere vorgehen und zuzuhören.....
Ich finde es sehr schön wir ihr versucht Euer Leben zu meistern und das ihr Euch nicht unterkriegen lasst! Wünsche Euch weiterhim soviel Kraft! Ich bewundere Euch wirklich!
Liebe Grüße
Franziska
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