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Meine Mutter - hat sich Gestern umgebracht
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der_marc



Anmeldedatum: 20.02.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 20.02.2006, 13:19    Titel: Meine Mutter - hat sich Gestern umgebracht Antworten mit Zitat

ich glaub so richtig kapiert hab ich es selbst noch nicht... meine mutter war jahrzehnte lang alkoholabhängig, mit allen psychischen wie physischen begleiterkrankungen und hat sich gestern abend mit einer überdosis tabletten das leben genommen. kein abschied - und unser letztes telefonat liegt zwei wochen zurück. gesehen habe ich sie in diesem jahr noch nicht, weil ich mich letztes jahr selbständig gemacht habe und einfach zu viel zu tun habe und dazu auch noch 150km von ihr weg wohne. ihr jetziger mann - nicht mein vater, meine eltern haben sich scheiden lassen, als ich noch sehr klein war - hat sie gefunden, den notarzt informiert, aber auf der intensivstation konnte niemand mehr was für sie tun.

ich kann eigentlich gar nicht so richtig zum ausdruck bringen, wie ich mich fühle. mir ist kotzübel, ich könnte permanent heulen und mache mir natürlich große selbstvorwürfe. und das wahrlich perverse daran ist, dass auch noch solche gedanken wie " eigentlich war es doch das beste " aufkommen. die mutter, dich ich geliebt habe und die auch wie eine mutter zu mir und meiner schwester war, ist glaube ich schon vor jahren "gestorben". meine mutter lebte in ihrer eigenen kleinen, vom alkoholmissbrauch geprägten welt und wusste eigentlich gar nicht so recht, was aus mir und meiner schwester für menschen geworden sind. sie hat das irgendwie gar nicht richtig verfolgt. sie hat uns immer nur vorgeworfen, dass wir uns so selten melden. schon vor zwanzig jahren, waren selbstmorddrohungen meiner mutter eine beliebt erpressungs- und demütigungsmethode, aber dass sie sich wirklich einmal das leben nimmt, hätte ich nie erwartet - gerade, weil sie einfach schon hunderte male damit gedroht hat.

so bleiben nun viele quälende fragen offen - war der selbstmord überhaupt gewollt oder wollte sie nur ein bisschen weiter über die drohung hinaus? war es eine geplante sache (sie hat bei unserem letzten telefonat - mal wieder von ihrer gewünschten beerdigungsmethode gesprochen und das sowas ja auch ganz schnell gehen kann) und hatte sie einen "lichten" moment und einfach erkannt, dass sie ihr leben niemals mehr in den griff bekommen wird? oder wollte sie ihren kindern noch einmal so richtig eins oben drauf geben und mit großen lettern an die wand schreiben "IHR SEID SCHULD"?

mir ist bewusst, dass ich auf diese fragen keine antworten erhalten werde...

auch wenn es sich so anhört, als hätte ich große wut auf meine mutter, ist/war sie doch meine mutter und ich liebe sie, wie man eine mutter nur lieben kann.

da ich selbst psychisch auch nicht unbedingt der stabilste bin, hoffe ich nur, dass mich das nicht wieder komplett aus der bahn wirft und dass ich genügend kraft aufbringen kann, diese letzte furchtbare aktion meiner mutter zu verarbeiten. obwohl ich doch "schon" 31 jahre alt bin, fühle ich mich dieser situation momentan absolut nicht gewachsen.

vielen dank fürs zuhören, falls sich jemand die mühe machte.

ansonsten wünsche ich allen anderen menschen, denen ein solcher schicksalsschlag widerfahren ist viel kraft!
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bellbottoms



Anmeldedatum: 12.12.2004
Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 20.02.2006, 15:32    Titel: hey Antworten mit Zitat

hey marc
erstmal ganz herzliches beileid für dich.deine mama hat sich gestern umgebracht,meine hätte 77 geb gefeiert....
ich denke du solltest dir gar keine vorwürfe machen weil du keine schuld hast.ich kenne dieses gefühl(es ist doch besser für sie-gefühl)
aber trotzdem ist es doch zum kotzen.
ich hoffe die anderen schreiben dir auch noch etwas weil mir fehlen im moment die richtigen worte
gruss beate
_________________
ich bin traurig
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Gast






BeitragVerfasst am: 20.02.2006, 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hey marc!

Wie schrecklich! ich kann sehr gut nachempfinden, wie es dir gerade geht. Mein vater ist erst vor 3 Wochen ganz überraschend gestorben undich weiss noch sehr gut, in welchem Zustand wir hinterbliebenen die ersten Tage zubrachten. Ich glaube Vorwürfe macht man sich wahrscheinlich immer, egal wie ein geliebter Mensch umkommt.
Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es bei einem suizid zu einer weitaus grösseren Belastung kommt. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass du weisst, dass du die Situation nicht alleine bewältigen musst, sondern im notfall auch auf professionelle Hilfe suchen kannst.

Für die schrecklichen Gedanken, die einem im Kopf herumschwirren, wenn man mit einer derartigen realität konfrontiert wird muss man sich nicht schämen. Ich habe meinen vater sehr geliebt, aber als wir mit dem krankenwagen ins krankenhaus fuhren und mir klar wurde, dass mein Vater starb, war das erste, was ich dachte: "Lieber mein Vater, als meine Mutter", etwas, was ich in einer normalen Situation niemals entschieden hätte, über das ich niemals hätte nachdenken wollen.

Ich möchte dir mein allerherzlichstes Beileid aussprechen. Ich bin sicher, du schaffst es, wenn du nur einen Schritt vor den anderen machst. Ich wünschte, ich könnte dir sagen, was noch alles auf dich zukommt, aber meine Situation ist wohl sehr anders als deine und ich weiss selber noch nicht genau, wie mir geschieht.

ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute!

Agbewonu
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iser



Anmeldedatum: 03.03.2005
Beiträge: 312

BeitragVerfasst am: 20.02.2006, 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo marc,

es ist bei Dir noch so frisch...meine Eltern haben auch beide den Suizid gewählt...Du hast es richtig erkannt, die Fragen bleiben und die Antworten bekommt man nie....wünsche Dir für die erste Zeit viel Kraft...auch ich hatte damals den Gedanken....Gott sei dank, es hat keiner überlebt...meine Mutter hat auch seit meinem 5. Lebensjahr Suizidversuche gemacht....und trotzdem habe auch ich mir Vorwürfe gemacht....dies konnte ich durch eine Therapie bewältigen....es war ähnlich wie bei Dir, meine Eltern lebten in ihrer Welt....sie waren krank und doch fehlen sie mir...

Depressionen sind nicht nur für den Kranken schrecklich, die Familie leidet auch und kann nicht helfen...dies war mir lange nicht klar...habe immer gedacht ich kann was ändern....ich weiß es hilft Dir wahrscheinlich nicht, doch Du hast wirklich keine Schuld....in diesem Sinne iser
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der_marc



Anmeldedatum: 20.02.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 20.02.2006, 18:32    Titel: ... Antworten mit Zitat

vielen dank für die lieben worte....

ich steh heute einfach völlig neben mir. die letzte nacht hab ich nicht geschlafen, heute nur geheult und versucht mich mit allem möglichem abzulenken... was natürlich nicht gelingen kann und ich glaube bzw. weiß, dass es nichts bringt, wenn ich mich versuche abzulenken. ich muss mich der situation stellen und muss da durch... es tut so weh gerade... alle paar minuten durchfährt es mich wie ein grausamer blitz: "marc, deine mutter ist tot!"

und doch hab ich es noch nicht realisiert.
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Gast






BeitragVerfasst am: 20.02.2006, 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo marc....es wie in einem Film und dies ist ein schlechter Film und das schlimme auf einmal spielst Du mit obwohl Du nicht gefragt wurdest...Deine Gefühle sind ganz normal....iser
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der_marc



Anmeldedatum: 20.02.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 21.02.2006, 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

ich dachte, ich schreib einfach mal hier weiter, wie es mir so geht und ergeht... in erster linie um es einfach mal aufzuschreiben und los zu werden.

er tag gestern war einfach von morgens bis abends furchtbar... ich habe die nacht davor wohl nur ein paar minuten geschlafen und stand den ganzen tag völlig neben mir, habe dauernd geheult und mir war permanent kotzübel. zur ablenkung bin ich irgendwann ins büro gefahren, aber konnte natürlich nicht arbeiten und bin dann nach zwei stunden wieder nach hause und bin irgendwann völlig fertig ins bett - und konnte dann auch fast durchschlafen bis heute morgen. wahrscheinlich fühlte ich mich heute auch deshalb wesentlich kräftiger...

aber irgendwie fühlte ich heute gar nichts. mir ging es nicht schlecht, mir ging es aber auch nicht gut... an meine mutter hab ich kaum gedacht. ich habe nicht geheult und mich zusätzlich mit arbeiten abgelenkt. vor einer stunde hat mich dann der mann meiner mutter angerufen und wir haben uns nochmal etwas detaillierter über den ablauf des selbstmordes meiner mutter unterhalten und das knallte dann doch irgendwie rein. seit dem ist mir jedenfalls wieder ziemlich schlecht. ich war dann ne halbe stunde spazieren und hoffte, dass mir die frische luft und etwas bewegung helfen könnten... aber mir wurde beim laufen eigentlich nur schwindlig und ich bin froh, wieder zu hause zu sein.

tja, am freitag ist die beerdigung und das wird sicher nochmal ein sehr schwerer tag. und bis freitag bin ich eigentlich so mit geschäftlichen terminen vollgestopft, dass ich angst habe, dass mir die zeit fehlt, dich ich eigentlich jetzt für mich brauchen könnte. und den kopf hab ich für diese termine eigentlich auch nicht frei - kann aber nicht absagen.

bei meinem spaziergang kamen mir übrigens gedanken über meinen eigenen selbstmord und ob ich dazu im stande wär - bzw, ob ich eben auch irgendwann an einem solchen punkt ankomm, an dem ich absolut nicht mehr weiter weiß und dem ganzen selbst ein ende setze. ein furchtbarer gedanke, aber ich war in meinem leben schon einmal relativ nahe dran, als es mir dauerhaft richtig schlecht ging und hoffe so sehr, dass es mir niemals mehr so schlecht geht.

der wesentliche unterschied bei mir wird wohl sein, dass ich erkenne, wann es mir schlecht geht und ich hilfe brauche und dies dann auch kommuniziere und hilfe in anspruch nehm. das hat meine mutter leider nicht getan. außerdem kamen mir dann auch gleich tausende von gründen, die das leben so unbedingt lebenswert machen...

sorry, dass der text etwas länger wurde.

der marc
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Hedwig



Anmeldedatum: 24.10.2005
Beiträge: 95

BeitragVerfasst am: 21.02.2006, 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marc,
auch mein Beileid zu dem Entschluss Deiner Mutter.
Ich weiss nicht genau, was ich schreiben kann, ich bin hilflos, ich
sehe seltener in diese Seite, weil ich einfach nichts Sinnvolles beitragen
kann und denke ich rede fuer die Betroffenen nur "platt".
Schreib, schreib, wenn Dir das möglich ist, hier rein, in die anderen Trauerforen .
Mein Vater war auch alkoholkrank, ich bin damit aufgewachsen und als
er der Vater wurde den ich mir als Kind gewünscht hatte ging er.
Merke gerade ich werde wütend.
Ich brauchte professionelle Hilfe fuer die Trauer. Vielleicht ist das auch
ein Weg fuer Dich.
Ganz viel, viel Kraft fuer die nächsten Stunden, Tage.
Ich denke daran.
Es gruesst Hedwig
_________________
..... so war es schon immer, dass die Liebe ihre eigene Tiefe nicht kennt - bis zur Stunde des Abschieds. (Khalil Gibran)
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desiree



Anmeldedatum: 23.03.2004
Beiträge: 662
Wohnort: Tief im Westen

BeitragVerfasst am: 22.02.2006, 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marc,
erstmal willkommen bei elternlos.de auch wenn es kein schöner Anlass ist sich hier Anzumelden. Es tut mir sehr leid das deine Ma sich das Leben genommen hat und so wirklich fehlen mir die Worte um hier irgendetwas zu schreiben. Aber ich möchte dich ermutigen das nieder zu schreiben was dich bewegt und wie du dich fühlst denn es kann wirklich helfen das ganze ein wenig zu verarbeiten. Niemand versteht dich besser als wir und wir sind wie eine Familie füreinander da!
Ich wünsch dir einen Lebbaren Tag
Désy
_________________
Ich bin am 09.06.2003 Halbwaise geworden,mein Vater starb an Magenkrebs.01.10.05 ist Cleo( 3,5),24.12.05 ist César(4,5),25.12.05 ist Lady(1),13.03.08 ist Flecki ( 2,8 ),19.07.2009 ist Tammy(3,5)gestorben.Im Himmel wieder vereint.Ich liebe euch alle sechs!
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der_marc



Anmeldedatum: 20.02.2006
Beiträge: 4
Wohnort: Karlsruhe

BeitragVerfasst am: 22.02.2006, 22:03    Titel: und weiter gehts.. Antworten mit Zitat

ich schreib jetzt einfach mal kommentarlos weiter und versuch mal all das, was mir momentan im kopf rumgeht loszuwerden...

der grund, warum es mir gestern abend so schlecht ging, war wohl, dass ich ihre letzten worte erfahren habe... "jetzt bin ich all meinen kummer und sorgen los"

ja, sie ist ihren kummer und sorgen los. sie hat sich so verdammt oft nur um ihre sorgen gekümmert und ihre sorgen auch immer sehr dominant platziert. wie gesagt - keine ahnung, ob es tatsächlich ihr wille war zu sterben oder ob sie nur mal wieder - und diesmal vielleicht noch etwas deutlicher - kommunizieren wollte, wie schlecht es ihr geht und vor allem wie schlecht es ihr geht, weil sich ja sonst niemand um sie kümmert und alle menschen auf der welt nur da sind um ihr das leben schwer zu machen.

richtig. das hört sich jetzt nach einer stinkwut an und ja, das ist auch eine stinkwut. ich habe vor ein paar jahren eine ziemlich schwere krise mit schweren depressionen und angststörungen durchlebt - dies war sicherlich die härteste zeit meines lebens, aber ich habs geschafft dort wieder rauszukommen und ich habe eine tolle freundin, die ich über alles liebe und habe mich beruflich sehr erfolgreich wieder in die selbständigkeit zurück gemeldet - und das alles soll ich mir jetzt wieder kaputt machen lassen? no way! ich lass mich nicht wieder in ein so tiefes, schwarzes emotionales loch ziehen. das hat meine mutter schon zu oft erreicht und egal ob es mit dem selbstmord ihre intension war mir/uns nochmal eins draufzusetzen oder nicht - diesmal nicht!

ich habe MEIN leben und vor allem war ich schon von kind an dafür verantwortlich mich und mein leben vollständig in den griff zu bekommen. sie hatte ihr leben. sie hat ihren weg gewählt zu leben und ihr leben zugrunde zu richten. sie hat getrunken und getrunken. sie hat mich und meine schwester jahrelang nahezu psychisch missbraucht und schon als wir kleine, unschuldige kinder waren, hat sie UNS für ihre probleme verantwortlich gemacht und ließ uns darunter schwer leiden. sie hat mit allem erdenkbaren gedroht und nicht selten mit selbstmord. und nicht selten hatte ich eher das gefühl von hass als das gefühl von liebe gegenüber meiner mutter.

vielleicht habe ich auch schon viel früher "abschied" von meiner wirklichen mutter genommen, die für mich sorgte, mich so behandelte, als wäre ich ihr auch etwas wert. vielleicht mache ich mir aber auch nur etwas vor um so schnell wie möglich wieder in den alltag zurück kehren zu können. und vielleicht hab ich noch immer nicht wirklich realisiert, was hier eigentlich gerade für ein film läuft.

ich bin so froh, wenn ich am freitag die beerdigung hinter mich gebracht habe. ich will abschließen. ich will, dass es wirklich endlich zu ende ist. nie wieder will ich ein schlechtes gewissen haben, dass ich mich nicht bei meiner mutter melde, weil ich einfach nicht damit klar gekommen bin, zu sehen, wie sie sich von mal zu mal mehr kaputt macht. ich will meinen frieden mit ihr, weiß aber noch nicht genau wie - und vor allem will ich meine ruhe.

was ich absolut gar nicht aufrecht erhalten will, ist der kontakt zu ihrem - ja ebenfalls alkohlkranken - mann. ich kann nicht auch noch die verantwortung für sein leben übernehmen und ich will mir auch gar nicht seine probleme anhören... und vor allem brauch ich erstmal viel, viel abstand zu ihm und zu allem, was mit dem leben und dem tod meiner mutter zu tun hat.

vielleicht denkt jetzt der ein oder andere, dass ich wohl kaum ein problem damit hätte, über den selbstmord meiner mutter hinweg zu kommen. aber der gegenteil ist sicher der fall. es wird mir immer etwas fehlen, nur fehlt mir das nicht erst mit dem zeitpunkt ihres selbstmordes. es fehlt mir schon wesentlich länger nur jetzt wird dies alles erst mal richtig bewusst und erst jetzt habe ich wohl die gelegenheit mich auch vollständig von meiner mutter zu verabschieden.

sie hat so entschieden. und ich entscheide mich für leben. für ein gutes, für ein besseres leben! ich werde daran wachsen, wie ich schon an so vielem gewachsen bin, wenn ich auch weiß, dass es mich wieder einmal viel kraft kosten wird. und vielleicht kann ich irgenwann mal einem anderen dabei helfen, wenn er in einer ähnlichen situation ist.

bis - morgen dann wohl.

der marc
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bellbottoms



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Beiträge: 171
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 23.02.2006, 05:46    Titel: hi Antworten mit Zitat

guten morgen marc
ich habe eben deinen bericht gelesen und kann deinen schmerz und deine wut vollkommen verstehen!ich denke du fühlst dich um deine kindheit betrogen,weil deine mama war ja nie richtig da.
versuche dich nicht unterkriegen zu lassen,nicht wieder in das loch zu fallen.deine freundin wird an deiner seite stehen und das nicht zulassen.
ich wünsche dir viel kraft für die beerdigung.
mein vater war auch alkoholiker aber er war nur bis zu meinem 7 lebensjahr zu hause.
ich drück dich-wenn ich darf?!
beate
_________________
ich bin traurig
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Brit



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Beiträge: 93
Wohnort: 29328 Fassberg

BeitragVerfasst am: 25.02.2006, 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marc,

ersteinmal möchte ich Dir mein tiefstes Mitgefühl aussprechen.
Es ist gut das Du dieses Forum gewählt hast, denn es gibt hier eine Menge Leute die genau das gleiche Denken und Fühlen wie Du.

Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachempfinden, auch ich habe nach dem Suidzid von meinen Papa so eine Art Erleichterung verspürt, für die ich mich ganz lange geschämt habe.
Die Gefühle in einem gehen jeden Tag von neuem Achterbahn fahren, aber das ist völlig normal.
Mach Dich nicht verrückt, sei Du selbst. Lebe jeden Tag, lebe ihn für Deine Mutter. Die Zeit arbeitet für Dich, Du wirst es sehen.

Ich wünsche Dir noch weiterhin viel Kraft und Stärke.

Alles liebe Brit.
_________________
Das Leben ist viel zu kurz, um sich um den Sinn des Lebens gedanken zu machen. Lebe einfach, jeden Tag intensiver als den vorigen.
Ich war 35 Jahre als mein Papa mit 57 Jahren freiwillig ging.
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Senem
Gast





BeitragVerfasst am: 14.07.2006, 01:21    Titel: Genau wie bei mir Antworten mit Zitat

Du hast das aufgeschrieben was ich mir die ganze Zeit denke , habe eben erfahren das meine Mutter sich erschossen hat , genau dasselbe , der Alkohol , kein Kontakt , Die Schuld ...... Mein Beileid
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alisha
Gast





BeitragVerfasst am: 04.10.2006, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marc,

ich habe gerade Deine Beiträge gelesen. Ich kann Deine Wut gut verstehen, ging mir genauso.
Bei meinen Eltern habe ich gemerkt, dass ich vieles im Traum verarbeitet habe. Was ich tagsüber verdrängt habe, wurde mir im Traum so schlagartig bewusst, dass ich schweißgebadet aufgewacht bin und dachte: oh nein, meine Mutter ist tot!
Wirlich kapiert habe ich es heute noch nicht, und das ist jetzt 3 Jahre her.
Wie geht es Dir heute?
Gruß
Alisha
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Amnesiana



Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 06.10.2006, 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marc,

ich habe gerade Deine Geschichte gelesen. Das tut mir alles wirklich unsagbar leid. Meine Eltern haben sich gemeinsam vor einem halben Jahr das Leben genommen. Meine Mutter war auch seit ich denken kann Alkoholikerin.. sie hatte auch immer soo viele Sorgen und war meines Erachtens auch ziemlich depressiv.. ist keine leichte Situation. Sie hat vor dem Selbstmord auch mehrere Male gesagt, sie bringt sich um ... da hab ich immer die totale Panik bekommen..... aber verhindern hätte ich es sowieso nicht können... das hab ich eingesehen..
Das zwiegespaltene Gefühl gegenüber der Mutter kann ich gut nachvollziehen. Ich habe meine Mutter gehasst, wenn sie wieder besoffen in der Ecke lag und einem das Leben zur Hölle gemacht hat, aber ich habe sie auch abgöttisch geliebt wenn sie meine liebe Mama war, die alles für mich getan hätte... dass zerreißt einen innerlich...
Mir ging es in der ersten Zeit nach dem Suicid auch körperlich wie psychisch so schlecht... ich bin morgens aufgewacht, sofort hatte ich den Klos im Hals und dann hat man dirket angefangen zu heulen... schrecklich.
Ich glaube, ich habe viel wohl auch verdrängt, weil ich mich einfach nicht damit befassen konnte. Heute ist es auch so, dass auf einmal so ein Schub kommt, dass man auf einmal Bilder im Kopf hat und alles wieder von jetzt auf gleich unerträglich schrecklich ist und man selber meint, das man dem ganzen nicht Stand halten kann. Ich würde dir gerne viele Tips und Hilfen geben, wie man in einer solchen Situation am besten mit sich selber umgeht, aber ich weiß es selber nicht. Ich falle dann in ein tiefes Loch und es dauert, bis ich mich da wieder rausgeholt habe....

Ich denke aber auch, dass es auch wichtig ist zu weinen und sich mit der ganzen Sache auseinander zu setzten... dass muss man sowieso irgendwann. Ich für meinen Teil denke, dass meine Eltern es so gewollt haben. Es war ihre Entscheidung und die muss ich akzeptieren. Ich habe keine Schuld und auch sonst niemand... auch wenn man oft an sowas denkt. Gerne würde ich noch ein paar schlaue Worte an dich richten, aber alles was ich sagen könnte, würde sich wohl nur banal anhören und ich möchte dich nicht kränken. Versuch den Weg so zu gehen, wie du am besten damit klar kommst. Lass dir von anderen nichts aufdrängen. Du musst den Schmerz durchleben.. dass kann dir keiner abnehmen. Ich würde es mir selber so wünschen, aber es waren meine Eltern. Nur ich kann das empfinden...

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Kraft und Willensstärke.
Liebe grüße
Amnesiana
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