Elternlos-Forum
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JETZT BIN ICH KEINE Tochter mehr...

 
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barbara-baba



Anmeldedatum: 27.07.2005
Beiträge: 17
Wohnort: regensburg

BeitragVerfasst am: 28.07.2005, 00:29    Titel: JETZT BIN ICH KEINE Tochter mehr... Antworten mit Zitat

ich bin gestern zufällig auf dieses Forum gestoßen und bin nur am weinen,wenn ich mich hier durchlese.Das Leben ist so ungerecht!Ich weiß nicht,ob ich hier noch ganz richtig bin,denn ich bin schon relativ "alt" -mitte 30 und ich muss feststellen,dass es vielen von Euch objektiv noch viel schlechter geht,weil ihr noch viel früher beide Eltern verloren haben.Trotzdem geht es mir auch schlecht,unerträglich im Moment.Ich war heute einkaufen in der Stadt und da ist mir 3mal aufgefallen,dass jemand "hallo Mama" sagte! Nur ich werde nie wieder "hallo Mama"sagen!Geht es Euch auch manchmal so,dass ihr schreien könntet,wenn ihr andere Mutter/Tochter-Paare seht?
Ich bin froh,dieses Forum gefunden zu haben und ich will mir mal meine Geschichte von der Seele schreiben,denn ich schreibe,bzw.rede gerne-merke,dass mir das gut tut,aber hier in meinem Umfeld kennt jeder meine Geschichte schon und niemand will sie mehr hören,wo doch jetzt mit meiner Tochter alles gut ging,soll ich doch froh und dankbar sein,so meinen die Leute...Aber ich fang mal vorne an...
Als ich gerade 16 war,starb mein Vater mit 60 Jahren. Zurück bliebenmeine mama-damals 42-und ich aber leider Keine Geschwister. Es war eine harte Zeit,aber ich hab irgendwie funktioniert,hatte auch das Gefühl,dass das so sein muss,schon meiner Ma wegen,die natürlich auch völlig fertig war!Hab seltsamerweise NIE geweint damals-zumindest nicht,wenn es jemand sehen konnte...wir haben uns viel gezofft meine Ma und ich damals-klar,so als Teeny...
Trotzdem,oder gerade deshalb,hatten wir ein super enges Verhältnis !

Irgendwann haben wir uns von dem Verlust so weit erholt,dass wir wieder leben konnten,ich habe jung-mit23- geheiratet,und meine Ma hatte 10 Jahre später wieder einen Freund,den sie zwar nicht so liebte wie meinen Vater,der aber scheinbar der richtige Mann zur richtigen Zeit für sie war. Meine Ma wohnte in derselben Stadt wie wir,und wir sahen uns täglich. Wir gingen shoppen,kaffeetrinken,zofften und immmer noch ab und zu und waren einfach einTeam.Zudem war es meine Mama,die mir ein wirklich schönes Leben ermöglichte:sie kümmerte sich um meinen "großen" Sohn(heute 9) als ich studiete,sie nahm ihn zu sich damit mein Mann u ich zweimal imJahr ein WE zu zweit verbringen konnten:London,Rom... und sie liebte meinen Sohn über alles-und umgekehrt!Sie war wirklich die beste Oma der Welt!Und das sag´ich nicht erst jetzt,das wusste ich schon immer-nur ihr habe ich es wohl viel zu selten gesagt-
Vor 2 Jahren bekam ich eine Tochter,und natürlich war Mama auch für sie da... Letztes Jahr wurde sie 60-wir feierten groß und ich hielt eine kleine Rede mit Dias aus ihrem Leben...und endete mit den Worten:Mehr dann zu ihrem 70.Geburtstag!
2 Wochen nach ihrem Geburtstag stelle man per Zufall Darmkrebs fest ,sie wurde sofort operiert und der Doc sagte noch zu uns,dass ihre Chance geheilt zu sein immerhin bei 60-70% läge,dass man aber nie wisse,ob nicht in einigen Jahren Metastasen auftreten.Es dauerte aber dann nur 2 Monate,bis man in der Leber die ersten fand...Vor diesem traurigen Fund aber erlitt mein kleines Mädchen mit 13 Monaten einen Schlaganfall!Es wurde eine sehr seltene Krankheit festgestellt und es schlossen sich einige,sehr schwierige(auf Leben und Tod) an.....Meine Mama kümmerte sich in dieser Zeit wieder mal um unseren Großen,ging zu ihere Chemo und es ging ihr eigentlich wie immer:gut.Obwohl der Onkologe an Weihnachten schon sehr pessimistisch war was ihre Lebebserwartung anging,wollten wir es nicht glauben,wir wollten allen das Gegenteil beweisen! Undleider redeten wir auch nie über den Tod!
Ende März waren wir noch alle gemeinsam in Spanien und es war alles GUT!!! Meine Ma freute sich auf ihr 3. Enkelkind,das Mitte Mai kommen sollte.Doch dann kam alles anders ...Muttertags fühlte sie sich plötzlich sehr schlecht,ging ins KKH,konnte nicht mehr essen,schlief sehr viel,aber wenn ich bei ihr war,konnten wie uns unterhalten wie immer...eine Woche lang,dann war sie übernacht nicht mehr sie selbst:Gitterbett,Windel...das volle Programm eben,ihr kennt das ja.Es war so grausam!Schlaganfall oder Hirnmatas. ,das wussten die Docs nicht sicher,hätte aber auch keine Rolle gespielt! In dieser Woche habe ich dann entbunden,bin 24 Stunden später wieder hein,sofort ins KKH zu Mama...sie konnte wohl noch seinen Namen sagen,aber ich bin nicht sicher,inwieweit sie das Baby noch wirklich wahrgenommen hat.Und noch mal 3 Tage später ist sie gestorben! Beerdigung mit Kinderwagen...hab alles gemacht wie im Trance,im falschen Film!Jetzt bin ich ganz alleine!
Dazu kam,dass wir 4 Wochen nach ihrem Tod die letzte schwere Op mit unserer Tochter durchzustehen hatten... Baby musste mit ins KKH,denn es ist ja niemand mehr da,der es nehmen könnte(die Mutter meines Mannes starb auch im letzten Jahr,war aber schon 80).Unsere Tochter geht es gut-sie ist jetzt gesund,und das ist wirklich alles andere als selbstverständlich,so sagte man uns auch im KKHimmer wieder:Den meisten Kindern mit ihrer Krankheit geht es viel schlechter! Ich bin natürlich sehr glücklich darüber-denn ein Kind zu verlieren wäre wohl noch schlimmer-(und ich hab in der Zeit im KinderKKH einige sterben sehen),aber seit klar ist,dass mit meiner kleinen Maus alles gut ist,hänge ich "Mamamäßig" so richtig durch,würde ihr so gerne sagen,dass mit der Kleinen alles gut ging,sie hat ja auch so Angst gehabt um ihr Enkelchen! Aber sie ist nicht da! Nie mehr!Ich bin elternlos und meine Kinder haben keine Großeltern!Es ist niemand mehr da,der uns lieb hat-klar,mein Mann-aber das ist etwas ganz anderes-nur Eltern sind bedingungslos!
Und wie ich anfangs schon sagte,meine Umwelt meint jetzt,dass ich mich vor allem über meine wieder gesunde Tochter freuen soll,und dass mir meine 3 Kinder doch über den Schmerz hinweghelfen!!!!???Klar,die viele Arbeit beschäftigt mich,ich funktioniere auch ,aber abends,so wie jetzt,muss ich nur noch weinen. Manchmal meine ich,es nichtmehr auszuhalten. NIE mehr"hallo Mama" sagen zu können...Ich weiß,dass ich es relativ gut hatte,noch so lang eine Mutter gehabt zu haben,auch dass sie trotz ihrer Krankheit so lange so fit war und kaum leiden musste,aber trotzden geht es mir so schlecht!
.Danke,dass Ihr Euch bishierher durch mein Gewirr durchgelesen habt. Ich werde mich noch öfters melden,denn ich hab noch viele Frgen,z.B. bzgl.eines Lebens nach dem Tod,aber auch,wie ich meinem "Großen" helfen kann,denn er leidet auch sehr..bin aber nicht fähig zu helfen... Für heute genug-bin müde! Euch allen einen lebbare Tag morgen LG barbara
_________________
Jetzt bin ich nur noch Mama,nicht mehr Tochter!
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Brit



Anmeldedatum: 24.10.2004
Beiträge: 93
Wohnort: 29328 Fassberg

BeitragVerfasst am: 29.07.2005, 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo meine liebe Barbara-baba,

herzlich willkommen in diesem Forum. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, das Du hier bei uns bestens aufgehoben bist.

Ich bin bereits 38 Jahre alt, aber trauern hat absolut nichts mit dem Alter zu tun.
Ich habe ebenfalls 2 Kinder, sie sind 4 und 7 Jahre alt, und viele meinen ebenfalls, das ich mal so langsam mit dem Trauern aufhalten soll, denn ich habe eine tolle Familie, ein eigenes Haus und und und.
Ich traue mich fast nicht mehr über meine Trauer, über meinen Papa zu sprechen.
Nur mit meiner besten Freundin und mit meiner Tante kann ich noch richtig reden, ganz ehrlich.... das reicht mir im Moment auch.

Aber Du hast recht, ablenkung alleine reicht nicht. Ich kann nur von mir sprechen, mein Papa ist nun fast 3 Jahre nicht bei mir, und es ist nicht mehr ganz so arg wie am Anfang.

Ich habe zwar noch eine Mutter, aber zu ihr habe ich nicht so ein ganz gutes Verhältnis, ich war immer ein Papa Kind bzw. die Tochter meines Papas. Und nun bin ich auch keine richtige Tochter mehr. Du hast mir wirklich aus der Seele gesprochen.
Leider gibt es kein Patentrezept, aber Du hast hier eine Menge Menschen, mit denen Du Dich austauchen kannst und die Dir zuhören.

Laß Dich ganz lieb drücken.

Alles liebe Brit.
_________________
Das Leben ist viel zu kurz, um sich um den Sinn des Lebens gedanken zu machen. Lebe einfach, jeden Tag intensiver als den vorigen.
Ich war 35 Jahre als mein Papa mit 57 Jahren freiwillig ging.
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barbara-baba



Anmeldedatum: 27.07.2005
Beiträge: 17
Wohnort: regensburg

BeitragVerfasst am: 29.07.2005, 14:41    Titel: an brit Antworten mit Zitat

Liebe Brit,
vielen Dank für Deine lieben Zeilen,ich freue mich,dass Du auch schon so"alt" bist und es tut mit gut,dass es auch andere gibt,die trotz eigener Familie noch so unter dem Verlust ihrer eltern leiden.Ich hatte fast schon das Gefühl,nicht normal zu sein^.
Gestern hatte ich einen ganz blöden Streit mit meinem Mann,er meinte,dass ich gar nicht mehr bei meiner Familie sei,sondern nur noch bei mir selbst und meiner Mama und(Zitat!) "nicht die Toten,sondern die Lebenden sind das Wichtigste!"!Ich dachte echt,ich hör nicht recht! Zumal ich hier wirklich erstaunlich gut alles im Griff habe haushaltsmäßig und so. Erstaunlich deshalb,weil 3 Kinder echt ne Menge Arbeit machen und weil ich ja nicht wirklich gegöhnt war,ALLES selber zu machen...bin z.B. immer einkaufengegangen,wenn meine Ma mal eben aufgepasst hat! Mit Kindern zum Supermarkt? BIs vor 3 Monaten undenkbar...Hätte mehr Chaos von mir erwartet bin stolz auf mich..und hoffe meine Ma ist es auch. Ich spiele auch mit den Kindern,klar,aber es stimmt schon,ich mach alles recht mechanisch und bin mit Gedanken bei meiner Mutter! NA UND?! Ist das nicht o.k.? Und meine einzige "Freude" ist es gerade,abends im Internet mit "Gleichgesinnten" zu "reden" und zu lesen-denn wer`s nicht selbst erlebt hat,hat einfach keine Ahnung! Ich erwarte nicht,dass er mit mir trauert,wirklich nicht,eine Schwiemu ist eben nur eine Schwiemu(auch wenn sie sich recht gut verstanden haben),aber er könnte doch meine Trauer akzptieren? Ich war so wütend und enttäuscht von ihm! Kennst Du das auch,dass auch der Partner es nicht versteht? Grundsätzlich trauern Männer wahrscheinlich anders...und von einer Mutter-Tochter-Beziehung haben sie sowieso keine Ahnung!
Sei froh,dass Du noch eine Tante hast,mit der du dich so gut verstehst...hab gar niemanden mehr! D.h. doch-meine Oma-die Mutter meiner Mutter...sie ist90! und für sie war (und ist) das alles auch sehr schwer,aber wir sind(blöderweise?!) beide bemüht,uns gegenseitig nichts "vorzujammertn" und tun so,als hätten wie alles im Griff... Meine Oma ist noch richtig"fit",hab sie auch lieb,gerade jetzt,aber-man soll sich nichts vormachen,wer 90 Jahre alt ist,ist halt ein "Auslaufmodell"...darf gar nicht daran denken..... bis bald vielleicht,ganz liebe Grüße Barbara-nicht eingelooggt
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heaven



Anmeldedatum: 01.06.2005
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 30.07.2005, 00:11    Titel: Bin auch nur noch Mama Antworten mit Zitat

Hallo Barbara!

Ich bin auch schon ein älteres "Modell".
Ich bin 36 und hab auch 3 Kinder.Meine Großen sind 16 und 13 Jahre alt.Mein Baby ist 1 Jahr. Sehr glücklich
Auch ich hab keine Eltern mehr.Meine Mutter ist 32 Jahre tod mein Vater 6 Jahre.Ich hab auch geglaubt ich pack das Leben nimmer.Bin in meiner Trauer versunken,hab mich von alles und jeden abgekapselt.Sogar von meinen Geschwistern.
Aber ich hab mich ganz langsam aus dem Loch rausgekämpft.Hat Jahre gedauert.Mir hat damals gehofen das ich schwanger wurde.Da musste ich wieder auf mich achten.Ich hab das als Gelegenheit gesehen,den Genen meines geliebten Papas noch eine Chance geben.
Ich war so glücklich als der Doc sagte es wird ein Junge!
Und mein Wunder wurde wahr.Er wurde geboren und es sah mich das Gesicht meines Vaters in klein an.
Meine Geschwister waren geschockt über diese Ähnlichkeit Auf den Arm nehmen
Ich weiß natürlich das mein Sohn ein vollkommen anderer Mensch ist als mein Papa,aber es ist so tröstlich in Augen zu blicken,die man glaubte nie mehr wieder zu sehen.
Ich glaube mein Vater hat mir den kleinen Kerl geschickt um mich aus meiner Trauer zu befreien und wieder "richtig" Leben zu können.
Der Verlust ist immer noch bitter,aber für mich nicht mehr untragbar Geschockt Ich bin wiederzurück im Leben!
Aber "dunkle Tage" habe ich selbst heute noch.

Liebgrüßt

heaven
_________________
Es wird besser,aber nie wieder gut.....
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Gast






BeitragVerfasst am: 05.09.2005, 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Barbara,

du hast recht, unsere Mütter waren sich wirklich sehr ähnlich (ich beziehe mich gerade auf deine Antwort auf meine Geschichte: "ich vermisse sie so sehr"). Meine Mutter war auch immer bedingungslos für mich da und dieses Gefühl der Sicherheit und des Schutzes bekommt man einfach nicht mehr wieder.
Die Trauer wird auch nicht vergehen. Ich glaube mittlerweile, dass das so sein muss, denn sonst könnte ich ja nicht sagen, dass ich sie geliebt hätte.
Mich macht es vor allem auch sehr betroffen, dass deine Kinder keine Großeltern mehr haben. Das ist traurig, denn liebevolle Großeltern gehören zum Groß- Werden dazu. Diesen Aspekt habe ich im Übrigen noch gar nicht bedacht, denn ich habe ja noch keine Kinder.

Das Gefühl der Ungerechtigkeit bleibt auch nach einem Jahr noch immer und die Fragen: "Warum musste ausgerechnet meine Ma Krebs bekommen?, "Warum wurde der so spät entdeckt?", Warum habe ich sie nicht dazu gedrängt, sich regelmäßiger untersuchen zu lassen?" Warum konnte nicht bei ihr eine Heilung eintreten, denn immerhin gibt es ja bei Krebs noch Heilungschancen?"... wirst du dir genau wie ich noch lange stellen.

Ich habe jetzt übrigens erst vor kurzem mit meinen engsten Freunden gesprochen und ihnen klar gesagt, dass mich diese ewige Fragerei, wie es mir geht u.s.w. nervt und ich habe ihnen auch gesagt, dass sie soweit nichts tun können, außer dass sie doch bitte endlich verstehen sollen, dass ich ein Recht habe, traurig zu sein. Und außerdem kenne ich diese "Vorhaltungen" auch, ich solle doch lieber froh über dies und das sein, anstelle immer noch über Trauer zu klagen.

Natürlich ist es wunderbar, dass es deinem Kind wieder gut geht, das steht ja außer Frage, aber man kann schlecht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Gesundheit deiner Kinder hat gar nichts damit zu tun, dass du deine Mutter vermisst. Ich wünsche dir vor allem, dass du es schaffst zu verarbeiten, was passierte.

Ich weiß jetzt nicht, ob es hierher passt, aber ich habe vor kurzem ein Zitat gelesen, dass mich irgendwie berührt hat. Es stammt aus "Dem 5. Stein" von Micha Pansi: "Die Währung der Götter heißt Schmerz und ihre Güter sind sehr teuer".
Wenn das wirklich stimmt, dann haben wir jetzt echt genug "bezahlt" und auch mal wirklich ein paar positive Wendungen im Leben verdient (wie z.B. der positive Genesungsverlauf bei deiner Tochter). Und dann müssen wir uns auch nicht sagen lassen: "Sei froh drüber und vergiss deine Mutter". Ich werde jedenfalls immer an sie denken, denn das hat sie wirklich verdient.

Ich wünsche dir alles Liebe und vor allem auch, dass du deinem Mann begreiflich machen kannst, was du fühlst. Das muss er einfach verstehen, vielleicht auch um euren Kindern zu helfen, denn gerade dein Sohn trauert ja auch sehr.

Ganz liebe Grüße, Anne
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winnie



Anmeldedatum: 07.04.2005
Beiträge: 2
Wohnort: Weil der Stadt

BeitragVerfasst am: 14.09.2005, 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Barbara,

ich glaube ich bin hier noch älter (41), habe meine Eltern letztes Jahr innerhalb 3 Wochen durch Krankheit verloren und kann Dir sagen " auch ich bin keiner Eltern Kind mehr und leide drunter.
Obwohl es bereits 1.5 Jahre her ist, kann ich keine Besserung meines Zustandes feststellen, sie fehlen mir an allen Ecken und Enden.
Mein Vatchen war pflegebedurftig seit 4 Jahren und wurde von meiner Mutter und uns (6 Geschwister) gepflegt und meine Mam bekam einen Schlaganfall von dem sie sich nicht mehr erholte, und starb plötzlich an einem geplatzen Aneurisma.
Meine Mam ist einfach davon geflogen, ihrem Mann hinterher und eigentlich sollte ich ach so dankbar sein ob des kurzen Leidensweges für sie und schmerzlosen Tod sein, ich kann es einfach nicht.
Ich bin bekennendes Weichei, Elternkind...weine eigentlich nur noch für mich allein, viele sagen, es müsste doch schon besser sein, also schwege ich, was mir gut tut, ist, ich erzähle von meinen Eltern, mein Sohn war ein Omakind, meine Eltern waren seine Freunde...
und so glaube ich bleiben sie in Erinnerung...
Dir kann ich nur raten gehe ich einen Gesprächskreis mit eben diesem Thema, da ist es ok wenn Du weinst..

Ich wünsche Dir Kraft
Winnie Sehr glücklich Sehr glücklich
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Nicky



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Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 26.09.2005, 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Ich bin neu hier,hab gerade euere Beiträge gelesen.Bin 40 Jahre also auch schon einwenig älter.Fühl mich aber gar nicht so, zumindest war es mir noch viel zu früh die Elern zu verlieren.Diesen Herbst jährt sich der Todestag von Vater und Mutter zum zweiten und dritten mal.Ist also nicht mehr ganz frisch das ganze.Es heißt immer die Zeit heilt alle Wunden,ich weiß nicht.Das ganze schmerzt noch immer sehr ,auch nach der Zeit noch,es ist nichts mehr wie es mal war.Meine Eltern waren zum Schluß Pflegefälle,für sie war es eine erlösung,nur für mich,na ja.
Ihr kennt ja sicher das Gefühl ohne die Eltern nicht leben zu können.Nun muß ich es schon beinah 2 Jahre,es ist sehr anstengend.Habe seither gesundheitliche Probleme.
Ich sebst bin auch Mutter,von 2 fast schon jugendlichen Jungen.Der Alltag geht weiter,durch die Familie bin ich schon einwenig abgelenkt,es kommen aber immer wieder Phasen wo ich gar nicht damit zurecht komme,auch nach der zeit noch immer nicht.
So das war es für erste,wünsch euch viel Kraft.
Liebe Grüße von Nicky
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Liebes



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Beiträge: 16
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BeitragVerfasst am: 02.04.2006, 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wollte nur sagen, dass Du immer Tochter bleiben wirst. Du kannst in Gedanken oder normal Hallo Mamma sagen, wenn Du möchtest. Ich weiss, es ist nicht das gleiche und anders wäre es 1000000mal schöner, aber niemand kann Dir dieses Recht nehmen, also nimm es Dir nicht selber.
Liebe Grüße, Caro
_________________
Meine Mama ist an Krebs gestorben als ich 1 1/2 war, mein Paps als ich 21 war... da habe ich mich hier angemeldet und ein Jahr Trost gefunden... und nun bin ich nach 6 Jahren wieder hier...
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Gast






BeitragVerfasst am: 02.04.2006, 22:20    Titel: ??? Antworten mit Zitat

Hallo!

jede einzelne geschichte...und ich habe immer wieder das gefühl irgendwie helfen zu wollen....aber wie kann man das???

habe selber keine eltern mehr seit ich 6Jahre und 11jahre alt bin....selber zwei kleinkinder, und nach deiner geschichte bleibt mir immer wieder dein sohn im kopf, dem du nicht helfen kannst??? was bräuchtest D U denn in den verschiedenen situationen??? ich denke als ich klein war hätte ich nur gerne jemanden gehabt wo ich mich hätte fallen lassen können...der mich einfach in den arm genommen hätte...mit mir über meine eltern in einer liebevollen weise gesprochen hätte...egal wie oft....

ich wünsche dir viel kraft für alle deine aufgaben und für deine familie das allerbeste.....eine eigene familie ersetzt aber nie die eigenen eltern....man kann sich nur selbst glücklich machen...und wenn man sich glaube ich selbst sehen kann, hat man auch wieder blick für andere/anderes...(krieg das selber auch immer nur streckenweise hin...) aber ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben???
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Kaline



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Beiträge: 26
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: 22.12.2006, 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Barbara-baba,

habe grade Deine Geschichte gelesen und ich kann das so gut nachvollziehen.Ich bin Vollwaise seit meinem 16.Lebensjahr und es vergeht kaum ein Tag,an dem ich es nicht vermisse,"Hallo Mama" zu sagen.
Der Schmerz darüber,keine Tochter mehr zu sein,ist riesen groß und ich habe viele Jahre versucht,in meiner Tante eine Art Ersatzmutter zu finden,weil mir das so gefehlt hat,das Gefühl von bedingungsloser Liebe,wie es einem nur Eltern geben können.
Was mir immer gut getan hat ist,über meine Eltern zu sprechen mit jemandem,der sie gut kannte,mit meinen Geschwistern,meiner Tante...so bleiben sie lebendig in meinem Herzen und ich weiß,sie werden immer ein Teil von mir sein und mich vom Himmel aus beschützen und beraten.
ich bete zu meinen Eltern in vielen Situationen,ich bitte sie um Hilfe,ich schimpfe mit ihnen,oder bedanke mich...ich spreche einfach mit ihnen...vielleicht ist das etwas,was auch Deinem Sohn gut tun würde,wenn ihr in der Familie viel über Deine Eltern redet,wenn ihr seine verstorbenen Großeltern in Euer Leben mit einbezieht,indem ihr Ihrer gedenkt.
Was mich oft sehr traurig macht ist es,dass ich so vieles noch gerne erfahren hätte,was ich einfach nie mehr erfahren kann,ich wüßte so gern,wie sich meine Eltern kennengelernt haben,ich würde so gern mit meiner Mama übers Kinderkriegen reden....aber ich habe gelernt,es zu akzeptieren,weil ich glaube,dass das der einzige Weg ist!
Die Zeit allein heilt vielleicht nicht alle Wunden,aber sie ist doch eine große Hilfe dabei,den Verlust annehmen zu lernen.

Als meine Mutter vor elf Jahren starb,dachte ich,es wäre Alles vorbei und als ein paar Jahre später eine sehr gute Freundin von mir strb,da hatte ich wieder dieses Gefühl von völliger Leere und Zukunftslosigkeit und da sagte eine Freundin einen sehr weisen Satz zu mir: DU HAST NOCH EIN LEBEN!
Da steckt viel Weisheit drin und ich habe mir das immer wieder gesagt,weil ich denke,so schwer der Tod eines geliebten Menschen auch sein mag,jeder hat seine Bestimmung und wir,die wir noch hier sind,haben hier unten auf der Erde unsere Aufgaben noch nicht erfüllt und wir sollten das Leben LEBEN, das wir noch haben und nicht vor kummer und Schmerz vergehn!

Inzwischen bin ich einfach dankbar für die zeit,die ich mit meinen Eltern hatte und für Alles,was sie mir mit auf meinen Weg gegeben haben.Ich bin nicht mehr wütend,habe keine Schuldgefühle mehr,bin nicht mehr verzweifelt und versuche, ein gutes Leben zu führen,damit sie stolz auf mich hinab schauen können!

Versuche,mit Deinen Kindern über Deine Eltern zu sprechen,erzähle ihnen Alles,was Dir nur einfällt,damit sie ein lebendiges Bild von ihren Großeltern in ihren Herzen tragen können.Irgendwann wird der Schmerz immer weniger,aber nur,wenn man sich der Trauer stellt.

Liebe Grüße,Kaline
_________________
Every day, in every way it's getting better and better!
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kalesuole



Anmeldedatum: 04.01.2007
Beiträge: 4
Wohnort: Quedlinburg

BeitragVerfasst am: 04.01.2007, 21:25    Titel: Ich verstehe dich!!! Antworten mit Zitat

Liebe Barbara,

ich hab gerade deine Geschichte gelesen und ich sitze hier und
heule wie ein Schlosshund. Ich bin auch mitte 30 und kann genau
nachvollziehen was du empfindest.

Ich bin ebenfalls keine Tochter mehr,
hab meine Eltern in Laufe der letzten vier Jahre verloren
und habe ähnliches erlebt und erlebe es eigentlich immer
wieder.
Mit den Kindern kommt man sich so hilflos vor
und alle erwarten von uns, das wir funktionieren, weil
wir doch erwachsen sind...aber wie gern war ich auch ein
Kind meiner Eltern und jede Faser meines Herzens schreit
nach ihrer Liebe und ihren Berührungen und ihren Ratschlägen
(auch wenn ich sie meißtens nie befolgt hab)

Es kann auch niemand nachvollziehen, wie es sich anfühlt,
wer noch nie ein Elternteil verloren hat....und wenn sie
sich auch noch so anstrengen dabei.

Im Moment bin ich noch nicht soweit,
aber ich werde meine Geschichte auch hier schreiben.

Ich wünsch dir Kraft und Mut
und freu mich für dich, das es deinen Kindern so gut geht,
sie sind der Rest unserer Familie!!!

liebe Grüße Susanne
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kalesuole



Anmeldedatum: 04.01.2007
Beiträge: 4
Wohnort: Quedlinburg

BeitragVerfasst am: 04.01.2007, 21:26    Titel: Ich verstehe dich!!! Antworten mit Zitat

Liebe Barbara,

ich hab gerade deine Geschichte gelesen und ich sitze hier und
heule wie ein Schlosshund. Ich bin auch mitte 30 und kann genau
nachvollziehen was du empfindest.

Ich bin ebenfalls keine Tochter mehr,
hab meine Eltern in Laufe der letzten vier Jahre verloren
und habe ähnliches erlebt und erlebe es eigentlich immer
wieder.
Mit den Kindern kommt man sich so hilflos vor
und alle erwarten von uns, das wir funktionieren, weil
wir doch erwachsen sind...aber wie gern war ich auch ein
Kind meiner Eltern und jede Faser meines Herzens schreit
nach ihrer Liebe und ihren Berührungen und ihren Ratschlägen
(auch wenn ich sie meißtens nie befolgt hab)

Es kann auch niemand nachvollziehen, wie es sich anfühlt,
wer noch nie ein Elternteil verloren hat....und wenn sie
sich auch noch so anstrengen dabei.

Im Moment bin ich noch nicht soweit,
aber ich werde meine Geschichte auch hier schreiben.

Ich wünsch dir Kraft und Mut
und freu mich für dich, das es deinen Kindern so gut geht,
sie sind der Rest unserer Familie!!!

liebe Grüße Susanne
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reni



Anmeldedatum: 26.01.2007
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 03.02.2007, 17:44    Titel: Antworten mit Zitat

hallo barbara baba
vielen dank für deine antwort. habe deinen bericht soeben gelesen, dass du keine eltern mehr hast. tut mir weh dies zu lesen. hoffe dir gehts gut.

ich habe noch einen sehr lieben papi und einen bruder, einen lieben mann und zwei süsse kinder die mich alle ein wenig aufstellen in dieser schweren schweren zeit.
obwohl mein papi macht mir ein wenig kummer. war heute bei ihm und habe sein bett frisch bezogen die fenster geputzt und ein wenig aufgräumt. er macht sehr viel selber mit putzen kochen usw. er will auf keinen fall abhängig sein von uns kinder, er will es selber hinkriegen. finde dies gut. aber als ich heute bei ihm war hatte er tränen in seinen augen. wenn er leidet, dann leide ich auch. wir hatten eine sehr sehr liebe mami ( frau). sie war eigentlich wie fast der boss von der gesamten familie. sie war auch eine wunderbare grossmutter. mein grosser sohn liebte seine grossi über alles. mein kleiner sohn hat sie leider nur einen kurzen monat kennenlernen dürfen. sie war sooooo stolz als sie nochmals grossmutter wurde. sie hat alles gemacht für ihre enkelkinder. sie war immer da für sie. konnte wie du einkaufen gehen und sie schaute zu ihnen. konnte stundenweise arbeiten gehen und sie schaute auf die kinder. sie war einfach immer da. leider hat mein mann keine mami so bin ich nun alleine und wir müssen uns neu organisieren. mein papi kann noch nicht schauen denn er trauerd auch noch zu fest, es ist ja auch erst knapp drei wochen her seit meine mami nicht mehr da ist.
eigentlich wollte ich dir danke sagen das du meine frage beantwortet hast. den namen doris forster habe ich gefunden im internet jedoch den namen werner brodesse habe ich niergends gefunden.
hatte schon das gefühl das meine mami bei mir war. habe sie gespürt. ich vermisse sie so fest. war heute bei ihr auf dem grab es tut einfach so weh wenn ich ihren namen im kreuz lese. wenn ich bei mir zuhause bin, dann habe ich das gefühl das sie lebt, aber wenn ich bei meinem papi zuhause bin oder auf den friedhof gehe weiss ich das sie nicht mehr da ist. am liebsten bin ich einfach nur noch bei mir zuhause denn da lebt sie.
auch ich habe probleme damit wenn ich mütter und töchter zusammen sehe muss dann immer wegsehen und habe tränen. denn ich weiss es wird nie nie mehr so sein. ich laufe nie mehr mit meiner mami durch die stadt nie mehr kann ich kaffee trinken mit ihr nie mehr gehen wir zusammen laufen nie mehr kann ich lachen mit ihr nie mehr......... ich weine muss aufhören zu schreiben.
hoffe so meiner mami geht es gut in der anderen welt
lieber gruss reni
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mutzel



Anmeldedatum: 28.05.2010
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 09.06.2010, 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Barbara,
ich kann dich so gut verstehen. Ich bin auch nur noch Mama - keine Tochter mehr. Ich bin schon 43 Jahre alt und habe auch meine Familie, mein Mann, meine zwei Mädels auch schon fast erwachsen. Aber trotzdem fühlt man sich leer und ausgelaugt.
Man hat keinen mehr der sagt, da könntest du nochmal putzen oder du hast dich schon lange nicht mehr gemeldet. Nichts von dem mehr was man früher so verflucht hat. Heute vermisse ich es sehr.
Ich habe zwar noch meine Schwiegereltern, die ich sehr gerne habe, die auch alles für mich tun, aber das sind halt nicht meine Eltern. Und vor allen Dingen sind sie nicht meine geliebte MAMA.

Das ganze Leben ist halt anders geworden. Man fühlt sich einfach nur alleine, obwohl man ja nicht alleine ist. Aber dieses Gefühl kann uns auch keiner nehmen.

Einfach nur schrecklich - ich sitze hier am PC und heule - ich kann kaum die Buchstaben lesen. Aber irgendwie tut es auch gut zu wissen, das
es Menschen gibt die genauso fühlen.

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.
_________________
In Erinnerung an
Mama 05.11.2007
Papa 02.08.2009
Der Himmel hat euch wieder vereint Smilie
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