Elternlos-Forum
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joet
Gast





BeitragVerfasst am: 17.01.2004, 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

liebe leute !!
ich freue mich sehr, dieses forum gefunden zu haben, auch wenn es hier ja noch recht ruhig ist. ich bin zwar schon dreissig, würde mich aber trotzdem noch eher zu den jüngeren rechnen, da ich nach dem tod meiner mutter vor mehr als 16 jahren sehr lange gebraucht habe, um wieder tritt zu fassen. von daher kann ich wohl getrost ein paar jahre abziehen Smilie . vielleicht wundert ihr euch, dass ich nach so langer zeit noch interesse daran habe, mich in einem foum über das erlebte auszutauschen. für mich ist es manchmal so, als wäre alles erst gestern passiert. meine mutter litt jahrelang an brustkrebs, allerdings hielten es meine eltern für besser, mich nicht in den prozess des lösens und abschiednehmens miteinzubeziehen. so stand ich plötzlich mit meinen 14 jahren alleine da, unfähig, mit meinem vater zu kommunizieren, der in meinen augen sein vertauen verspielt hatte. eigentlich ist dieser "schock" für mich auch heute noch ein zentrales thema, obwohl einem immer alle sagen, dass man nach so langer zeit nicht mehr so viel zurückschauen dürfe....naja, soviel erstmal, um mich euch vorzustellen. ich freue mich auf reaktionen und werde dieses forum gespannt weiterverfolgen
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Gast






BeitragVerfasst am: 18.01.2004, 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Joet,

ich finde nicht, daß man für so ein Forum zu alt sein kann...denn wir haben doch alle irgendwie das Gleiche erlebt und zwangsweise viele ähnliche Gefühle erfahren müssen.
Als meine Mutter starb war ich 26 und ich habe mir sehr oft gesagt, dass ich froh darüber bin, nicht mehr minderjährig zu sein. Erstens hätte ich dann vielleicht zu Verwandten gemusst (gruselige Vorstellung Mit den Augen rollen ) und zweitens ist man für sich selbst verantwortlich und kann Entscheidungen treffen, ohne jemanden deswegen fragen zu müssen. Das hilft auch beim Trauern, denn man sieht viele Dinge ganz anders, als wenn man mit 14 gerade mal anfängt, das Gefühlschaos irgendwie zu ordnen.
Das war mit Sicherheit sehr schwer für Dich und wenn der Kontakt zum Vater nicht gut war und Du das Gefühl haben musstest, von all dem ausgeschlossen zu sein, erleichtert das die Sache natürlich nicht.
Was mir sehr hilft ist die Tatsache, daß ich ganz alleine für meine Mutter da sein konnte und sie sich voll und ganz auf mich verlassen hat. Ich hab das immer als "meine Aufgabe" angesehen und kann eigentlich sehr zufrieden damit sein.
Das Gefühl, dabei "ausgeschlossen" zu werden, stelle ich mir schrecklich vor, weil sie doch so verhindert haben, daß Du Dir Zeit nehmen kannst, während Deine Mutter lebte, mit der Krankheit klar zu kommen. Vielleicht haben sie es getan, um Dich nicht zu sehr damit zu belasten. Ein Fehler, denn wie sollst Du jemals wirklich damit klar kommen, wenn Du nicht damit konfrontiert wirst? Ich finde, Du hast ein Recht darauf, auch jetzt noch daran zu arbeiten und mehr als darüber zu reden geht nicht...
Weisst Du, mich kotzt es wirklich an in unserer Gesellschaft, daß solche Sachen wie Krebs und anderer manchmal tödlich verlaufende Krankheiten immer noch so "versteckt" werden. Jedenfalls ist das zumindest in meiner Familie noch so und es hilft keinem. Meine Oma hätte meine Mutter am liebsten den ganzen Tag im Bett gesehen, aber das haben wir ihr nicht gegönnt. Wir sind in den Urlaub gefahren, als es noch ging, waren so oft wie möglich draussen spazieren und haben nie einen Hehl aus dem Krebs gemacht. Ich hoffe, daß es meiner Mutter geholfen hat.
Anscheinend wird das Ganze immer noch tabuisiert und viele merken erst, wenn sie selbst betroffen sind, daß so ein "Wegschauen und Nicht Belasten wollen" der falsche Weg ist, um damit wirklich klar zu kommen.

Also Herzlich Willkommen hier, ich hoffe auch, daß es hier nicht mehr so ruhig bleibt Winken

Ich hab immer noch Probleme beim Einloggen, wünsche Euch aber trotz allem viel Kraft und einen schönen Rest-Sonntag,
Sandra Sehr glücklich
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Anja73



Anmeldedatum: 07.10.2004
Beiträge: 24
Wohnort: Nienburg/W.

BeitragVerfasst am: 07.10.2004, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich habe über einen Internet-Bekannten Eure Seite gefunden und bin sehr froh darüber.

Ich bin 31 Jahre alt und meine Mum ist Ende Januar diesen Jahres an einer Lungenkrankheit verstorben. Ihre Lunge war durch ihr starkes Rauchen total zerstört. Zuletzt brauchte sie Tag und Nacht Sauerstoff.

Wir haben alle, auch sie selbst, bis zuletzt ihre Krankheit heruntergespielt und gedacht: "Es wird schon irgendwie weitergehen". Im November 2003 lag sie in einer Lungenfachklinik und der Oberarzt gab meiner Mutter noch 5 Monate. Dass es dann so schnell gehen würde, hat niemand von uns vermutet.

Langsam löst sich dieser Schockzustand in mir. Manchmal kann ich nicht aufhören zu weinen und es tut so unglaublich weh!

Ich habe sehr große Angst vor Heilig Abend. Es ist das erste Weihnachten ohne meine Mum und ich habe das Gefühl, Weihnachten kann einfach nicht stattfinden, weil sie nicht mehr da ist. Ich habe noch nie ohne meine Mum Weihnachten gefeiert.
Ich hoffe sehr, dass es hier jemanden gibt, der mich versteht.

Anja
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Eske



Anmeldedatum: 06.10.2004
Beiträge: 8
Wohnort: Leer/ Ostfriesland

BeitragVerfasst am: 08.10.2004, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,
ich kann Dich gut verstehen. Mein Vater ist Anfang März 2004 an Krebs gestorben, ich bin zwar "schon" 27, aber trotzdem noch zu jung. Ich weiss auch noch nicht, wie es Weihnachten bei uns aussehen wird. Meine Schwester muss arbeiten, sodass mein Freund und ich mit meiner Mutter alleine sind. Ich würde am liebsten irgendwie bei mir feiern und nicht bei meinen Eltern zu Hause, da ich den Gedanken an ein Weihnachten ohne meinen Vater zu Hause ganz besonders erschreckend finde. Aber wie das alles läuft weiss ich auch noch nicht.

Groetjes
Eske
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Marietta



Anmeldedatum: 10.10.2004
Beiträge: 2
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 10.10.2004, 13:28    Titel: Das erste Weihnachten ohne Mutter Antworten mit Zitat

Hallo Anja, hallo Eske,

ich bin neu hier und kann Euch sehr gut verstehen: Zwar bin ich "schon" 29, aber doch zu jung, um die Mutter zu verlieren - sie starb im Juli an Brustkrebs und lässt mich, meinen Papi und meine 3 Brüder (17, 24 und 32 Jahre) in tiefer Trauer zurück.
Für mich als einzige Tochter war meine Mami etwas ganz Besonderes, sie war mehr als meine beste Freundin und Vertraute - man kann es nicht in Worten beschreiben.
Nun sehen wir alle auch voller Angst dem ersten Weihnachten ohne Mami entgegen - am liebsten würden wir verreisen oder es ganz ausfallen lassen. Aber daheim mit Christbaum und Geschenken - nein, das wäre alles zu traurig.
Ich würde mich sehr über Eure Antwort freuen, es ist doch schön, dass wir ähnliche Gefühle durchleben und vielleicht können wir uns gegenseitig eine Unterstützung sein.

Eure Marietta
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Emma



Anmeldedatum: 08.05.2004
Beiträge: 66
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 10.10.2004, 14:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wißt ihr worum euch "beneide", wenn es um das Thema Weihnachten geht. Ihr habt alle scheinbar noch eine Restfamilie. Als Vollwaise ist niemand mehr da. Für mich und meine Schwester (sie ist 19, ich 23) stellt jedes Jahr die Frage: "Wo gehen wir hin?" Für uns gibt es keine Familie mehr.

Bei euch fehlt ein Teil, aber der Verbund ist noch da. Ich finde das das ein schönes Geschenk ist. Sicherlich könnt ihr nicht total fröhlich und unbeschwert sein, aber ihr habt doch euch noch. Setzt euch zusammen, redet über den Verstorbenen oder lasst es bleiben, aber macht keinen Krampf aus der Geschichte. Gesteht euch doch ein, dass es nicht mehr das schöne und besinnliche Fest ist, dass allgemein suggiert wird. Macht es zu eurem Fest, so wie ihr es haben wollt. ... Es zwingt euch keiner zu irgendetwas, es sei denn ihr lasst euch zwingen.

Gruß
Emma
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Eske



Anmeldedatum: 06.10.2004
Beiträge: 8
Wohnort: Leer/ Ostfriesland

BeitragVerfasst am: 10.10.2004, 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emma,
natürlich hast Du mit Deiner Anmerkung recht, dass wir es eigentlich noch richtig gut haben. Ich habe erst durch das Lesen dieser Foren begriffen, wie wenig ich mich beklagen darf. Natürlich ist es für Euch eine völlig andere Situation, aber ungewohnt ist es eben auch für uns, wenn auf einmal einer fehlt. ABer Du hast recht, dass man das Beste daraus machen sollte. Ich werde rechtzeitig vor Weihnachten einmal mit meiner Mutter darüber sprechen und dann gemeinsam irgendwie das Beste überlegen.
Es tut mir leid, wenn ich Dir oder anderen in Deiner Situation durch meine vielleicht nicht ganz durchdachten Äußerungen im letzten Posting wehgetan habe, das war nicht meine Absicht, sorry.

Groetjes
Eske
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Emma



Anmeldedatum: 08.05.2004
Beiträge: 66
Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 10.10.2004, 18:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Eske,

ich glaube wir haben uns da missverstanden, du hast mir mit deinem Anliegen nicht weh getan. Überhaupt nicht.
ich dachte nur es hilft vielleicht ein wenig, wenn man erfährt dass es anderen Menschen anders geht - damit meine ich nicht unbedingt noch schlechter, einfach anders. Für jeden seine Situation eine vollkommen eigene, mit der jeder auch anders und unterschiedlich umgeht.
Ich wollte vielleicht eher eine weitere Schicht/Seite der Medialle aufzeigen.

Ich wünsch dir für das Gespräch mit deiner Mutter alles Gute und hoffe, dass ihr Weihnachten nach euren Wünschen gestaltet.

Gruß
Emma
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Eske



Anmeldedatum: 06.10.2004
Beiträge: 8
Wohnort: Leer/ Ostfriesland

BeitragVerfasst am: 10.10.2004, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Emma,
ich muss erstmal lernen, meine Gedanken sozusagen kurz und präzise aufzuschreiben, hatte vorher mit Foren etc. nicht so viel zu tun. Von daher habe ich momentan relativ häufig das Gefühl mich falsch auszudrücken.
Wie auch immer, ich hoffe, dass wir alle hier den Umständen und den eigenen Wünschen entsprechende schöne Weihnachten oder auch einfach nur schöne freie Tage haben werden.

Groetjes

Eske
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Anja73



Anmeldedatum: 07.10.2004
Beiträge: 24
Wohnort: Nienburg/W.

BeitragVerfasst am: 11.10.2004, 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Es stimmt wohl: jeder von uns hat jmd verloren, aber jeder ist in einer anderen Situation. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich 5 J. alt war. Beide sind zum 2. Mal verheiratet. Mein Stiefvater ist kurz nach dem Tod meiner Mum aus meinem Elternhaus ausgezogen, er meldet sich nicht mehr bei mir oder meinem Bruder. Er hat über 20 jahre mit meiner Mutter zusammengelebt.
Mein leiblicher Vater hat sich mein Leben lang nicht um mich gekümmert. Ich habe ihn am 2. Weihnachtstag jedes Jahr gesehen, mehr nicht. Wir haben alle paar Monate mal telefoniert. Seit dem Tod meiner Mutter drängt er sich absolut in den Vordergrund. Damit komme ich nicht zurecht. Wir reden 3 Sätze miteinander, danach endet das Ganze immer in Streit. Er will mir seinen Willen aufzwingen, weil "er es ja besser weiß und ich hätte ja auch nur noch ihn". Ständig ruft er bei mir an und erzählt mir Dinge, die ich gar nicht wissen will.
Ich weiß, ich sollte mich mit meinem Dad aussöhnen, solange es noch geht, aber ich kann einfach nicht auf ihn zugehen. Er war nie präsent in meinem Leben, warum mischt er sich jetzt so sehr ein?
Ich werde Weihnachten garantiert nicht bei meinem Vater und seiner zweiten Frau verbringen. Niemals! Lieber sitze ich mit meinem Kater allein zuhause und starre den Weihnachtsbaum an.

Anja
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Sandra



Anmeldedatum: 12.12.2003
Beiträge: 15

BeitragVerfasst am: 11.10.2004, 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Anja,

mensch, wenn ich das so lese, würde ich aus Weihnachten lieber so etwas wie eine Party machen, an der man sich mit Freunden trifft und Spass hat...es tut mir sehr leid, dass sich Dein Vater jetzt so in Dein Leben drängt. Nein, ich finde nicht, dass Du Dich jetzt unbedingt mit ihm "aussöhnen" musst, schon gar nicht, weil er denkt, dass Du jetzt ja nur noch ihn hast. Du hast doch nie was von ihm gehabt, Dein Leben ohne ihn gelebt und nun, wo Deine Ma tot ist, will er plötzlich wieder "Vater" spielen? Ich glaube, kenn Dich ja kaum, dass Du ihn jetzt auch nicht brauchst. Schon gar nicht die klugen Ratschläge...Kann verstehen, dass Du lieber an Weihnachten alleine bleibst als bei Deinem Vater zu hocken. Ich hab mir mal überlegt, ob ich nicht an Weihnachten einfach so tun soll, als wäre das ein Abend wie jeder andere. Könnte fernsehen, mir was Gutes kochen....aber ich denke, das wird nicht funktionieren....ist doch zuviel Festliches um einen herum....
Weisst Du, ich kann solche "oberweisen" Ratschläge von Leuten auch nicht leiden. Meine Oma, mit der ich kaum Kontakt habe, ist auch mit so einem Besserwisser verheiratet. Der dachte auch, jetzt, wo ich keine Eltern mehr habe, bräuchte ich den Ratschlag einen älteren "Erwachsenen"...ich komm auch ohne ihn klar, viel besser sogar und meistens denke ich, habe ich sowieso mehr Erfahrungen mit meinen 28 gesammelt als er.
Jeder, der heute ankommt und meint, mir "helfen" zu müssen, kriegt von mir zu hören, dass sie oder er seine Hilfe lieber hätte anbieten sollen, als ich von morgens bis abends meine Mutter alleine gepflegt habe. Jetzt brauche ich die Hilfe auch nicht mehr, denn ich hab gute Freunde, die wirklich da sind, wenn ich sie brauche...

Ich hoffe, Du findest für Dich den richtigen Weg, um mit der Situation klar zu kommen. Freu mich, wenn ich wieder was von Dir höre und schicke Dir liebe Grüsse,
Sandra Sehr glücklich
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Ela



Anmeldedatum: 14.10.2004
Beiträge: 16
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 15.10.2004, 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo an Euch alle!!!

hab durch Zufall Eure Seite entdeckt und find es total klasse, dass Ihr sowas auf die Beine gestellt habt!!!

Ich bin jetzt 38, geschieden, Mutter einer 5jährigen ganz süssen Maus und habe meine Eltern beide durch Krebs verloren.

Mein Vater starb vor 10 Jahren an Darmkrebs und meine Mutter vor fast 2 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Verarbeitet hab ich das alles noch lange nicht. Ich glaube ich bin Weltmeister im Verdrängen! Immer wenn ich glaube es geht mir gut, kommt durch irgendeine Kleinigkeit alles wieder hoch und dann bin ich immer noch ziemlich am Boden.

In meinem Leben läuft vieles nicht so toll, wie man es sich vorstellt. Vorallem die Trennung und Scheidung zerrt ziemlich an den Nerven.

Meine Freunde haben es wohl langsam aufgegeben mich dann wieder aufrichten zu wollen. Ich muss allerdings auch zugeben, dass ich es ihnen dann nicht immer leicht mache.

Die einzigen Menschen, mit denen ich wirklich immer noch darüber reden kann sind die beste Freundin meiner Mama, meine jüngere Schwester und mein Lebenspartner, der auch vor 3 Jahren seinen Paps verloren hat.

Ich glaube, dass nur die Leute, die sowas auch erleben mussten, einen wirklich verstehen können.

Und deshalb freue ich mich auch so über Eure Seite.

Ich hoffe, dass ich vielleicht jemandem helfen kann, aber ich hoffe auch, dass ich eine Anlaufstelle habe, wenn es mir nicht gut geht.

In diesem Sinne
Gruss
Ela
_________________
Sage nie es geht nicht mehr!!!
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Marion



Anmeldedatum: 20.10.2004
Beiträge: 1
Wohnort: Rüdesheim a. Rhein

BeitragVerfasst am: 20.10.2004, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich habe auch beide Eltern in kürzester Zeit verloren, habe mich jahrelang um sie gekümmert, weil die Krankenhäuser immer dabei waren.

Mama kam im Sommer 03 mit Magendurchbruch ins Krankenhaus wo sie sich wie man das so kennt und auch gern vom Pflegepersonal verschwiegen wird mit dem Virus MRSA angesteckt hat. Diesen Virus bekommt man nur in Krankenhäuser oder Altenheimem mangels Hygiene. Sie ist abgemagert auf 45 kg. Sie hat sich nie mehr erholt von dieser "Schweinerei". Sie hat sich dann ein Tag vor Ihrem Tod mit einer Bronchitis angesteckt, wir haben tel. und habe ihr gesagt, ich komme vorbei und bringe Medis mit. Habe nicht lange verweilt bei ihr, weil ich nicht lange Zeit hatte. Am nächsten Tag ruft Papa an, der Dialysepatient ist und sagte fix und fertig, Mama ist kalt.


Wir schnell hingefahren und mussten feststellen, Mama ist verstorben.Wir haben noch am selben Tag, Papa mit zu uns genommen, wo er dann nachts einen psychischen Zusammenbruch erlitten hat. Die ganze Zeit habe ich hier meinen Vater gepflegt und versorgt und gegen meinen Mann gekämpft, der dies nicht wollte.

Die Psyche und die Krankheiten meines Vaters waren sehr schlimm, er wollte ihn als abschieben und sein Vater, in dessen Haus wir gelebt haben hat auch dagegen gewettert. Mann meinte nur: es geht was kaputt, in unserer Beziehung wenn das weiter fortbesteht. Etliche Male war Papa im Krankenhaus und ich war total verzweifelt was ich machen soll, einerseits will man ja seiner eigenen Familie zugehören, kann aber andererseits nicht seinen Vater im Stich lassen.

Naja im Endeffekt sollte ich dann meinen Vater überzeugen, ein Pflegeheim wäre besser für ihn. Wir haben dann Hilfe von seinem Hausarzt erwartet und der sollte bei der Abschiebung helfen, aber im Endeffekt war ich die Böse.

Er hatte dann zugestimmt, schweren Herzens. Erholen konnte er sich niemehr von dem schweren Verlust seiner Ehefrau und mir hat er es auch für Übel genommen.

Wo er wieder so einen schweren Zusammenbruch hatte, haben wir den Krankenwagen gerufen, der ihn direkt ins Dialysezentrum gebracht hat, und die wollten sich drum kümmern, dass er gleich nach Entlassung ins Pflegeheim kommt. Nur kommt montags aufeinmal ein Anruf, wir entlassen ihren Vater und er kommt heim, er konnte nicht mehr laufen noch sonst was. Ich ins Krankenhaus gefahren und alles organisiert, dass er in eine vorübergehende Station kommt, damit hatte er nicht gerechnet und seine Tochter hat ihn wieder enttäuscht, weil die Familie es nicht anders wollte.

Ich musste mir viele Vorwürfe von meinem Vater in dem verwirrten Verstand anhören, und das hat sehr weh getan, wenn man zwischen den Stühlen steht und einem geliebten Menschen vor den Kopf stossen soll, er hat nur noch eine Woche überlebt und dann kam er ins Krankenhaus und ich musste noch entscheiden darf er sterben. Das war im April 04.

Ich wünsche mir eigentlich es gäbe weniger egoistische Menschen und sie würden mehr zusammen halten. Ich mache mir heute noch Vorwürfe, aber ich würde trotzdem immer helfen, obwohl dies meine Ehe mehr gefährdet hat wie ihr gut tut, da sich mein Mann in dieser Zeit nach einer anderen Frau umgesehen hat.
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BaYbEe



Anmeldedatum: 24.10.2004
Beiträge: 2
Wohnort: die Hauptstadt

BeitragVerfasst am: 24.10.2004, 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

hab heut das forum hier entdeckt und finds ne gute idee, dass es sowas gibt.
nun gut, dann erzähl ich mal meine geschichte.
meine mum starb vor 2,5 jahren an einer lungenembolie, ausgelöst durch einen schweren schlaganfall.
das mit dem schlaganfall kam so plötzlich, ich war gar nicht zu hause. mein stiefvater hat dann überhaupt nicht reagiert, sondern sie nach dem schlaganfall in ihr bett gelegt, weil er dachte sie habe eine migräne. er hat sie sogar allein gelassen und ist weggefahren. 24 stunden später hat er dann einen notarzt gerufen und die diagnose war eindeutig.
weil sie so lang ohne medizinische hilfe dageglegen hat, ist ein großer teil ihres gehirns nicht mit sauerstoff versorgt worden, die rechte körperhälfte war komplett gelähmt, sie konnte nicht sprechen, die ärzte waren sich überhaupt nicht sicher,was sie konnte und was nicht!
ich war jeden tag bei ihr, stundenlang weilte ich an ihrem bett und konnte nicht begreifen,dass diese frau auf dem bett, so hilflos und einsam, meine mama sein sollte.
drei tage später bekam ich einen anruf vom krankenhaus, dass meine mama in die 60 km entfernte uniklinik geflogen wurde, da sich wasser in ihrem kopf gebildet hatte, was nun abgesaugt werden musste. sie trennten ihre schädeldecke auf, saugten das wasser ab und legten eine drainage.
vor der op hatten die ärzte die hoffnung bereits aufgegeben und mir gesagt, dass sie es wahrscheinlich nicht schaffen würde.
nach der op ging es ihr aber eigentlich ganz gut, sie begann zu lächeln, ich sprach mit ihr und hatte den eindruck, dass sie mich auch verstand.
allerdings bemerkte sie auch, dass mein stiefvater sie nicht mehr besuchte. telefonisch hatte er mir mitgeteilt, er wolle mit einer behinderten nichts mehr zu tun haben. meine eltern waren 15 jahre zusammen. ich denke das hat meine mum ganz schön runtergezogen, als sie dann in rehaklinik verlegt wurde( trotzdem noch auf eine intensivstation) lehnte sie die sprachtherapien der logopädin ab,gab sich so , als könne sie gar nichts. im nachhinein weiß ich, sie hatte sich zu diesem zeitpunkt bereits aufgegeben. wen hatte sie denn noch? nur mich, ich war die einzige, die sie besuchte. all ihre freunde hatten sie abgeschrieben,waren nicht einmal im krankenhaus. nicht einmal ihre geschwister.
einmal habe ich ihr einen brief geschrieben, die schwestern sagten mir, sie hätte ihn allein gelesen. wieder ein hoffnungsschimmer für mich.
ich konnte sie nur alle 14 tage besuchen, weil ich nun 250 km weit von ihr wohnte, das war das schlimmste für mich. ich wollte sie in meine nähe verlegen lassen, aber es war zu spät. meine mum starb an einem montagabend an einer lungenembolie, im alter von 48 jahren, ich war damals 19!!!
während ihrer krankheit befand ich mich gerade in den abschlussprüfungen meiner ausbildung und meisterte sie trotz allem mit 1... wenigstens etwas gutes!
_________________
Als meine Mum starb, starb auch meine Familie!
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tinachen



Anmeldedatum: 19.10.2004
Beiträge: 5
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 25.10.2004, 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Jede Mitteilung die ich hier lese, bringt mich zum Weinen. Ich kann so gut nachempfingen, wie es euch ergeht und ich vermisse meine Mama sehr.

Tina
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