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Jetzt bin ich ganz allein...
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Liebes
Gast





BeitragVerfasst am: 25.05.2005, 01:42    Titel: Jetzt bin ich ganz allein... Antworten mit Zitat

Es fällt mir nicht leicht, hier zu schreiben, aber irgendwie hoffe ich, dass es mir dann besser geht... Wo ich auch schon beim Thema wäre: Ich glaube, mir wird es nie wieder in meinem Leben gut gehen-so richtig gut, meine ich...
Meine Mama ist gestorben als ich 1 Jahr alt war (an Krebs, sie war 38 ). Da ich sie nicht wirklich kannte, kann sie mir nicht soo fehlen, aber eine Mutter hat mir immer gefehlt, obwohl ich zwei Stiefmütter hatte. Ich stelle mir immer vor, wie verschiedene Lebenssituationen mit meiner Mutter gewesen wären oder heute noch wären.
Was aber, ehrlich gesagt, noch viel schlimmer für mich ist, dass mein Vater vor heute genau 3Monaten gestorben ist (er ist mit 60 Jahren einfach nicht mehr aufgewacht). Er war krank, hatte Diabetes und Herzprobleme. Seit 7 Jahren lebte ich mit ihm allein; meine Schwester, die 6 Jahre älter ist als ich, war im Streit mit ihm ausgezogen (sie hatten sich aber zum Glück vor 2 Jahren vertragen) und seine letzte Frau war auch weg. Nur mein Freund wohnte das letzte Jahr über mit uns zusammen. Dann 3 Monate vor seinem Tod bin ich ausgezogen-zum studieren in eine andere Stadt gezogen. Das war einer der größten Fehler meines Lebens, denn jetzt ziehe ich wieder zurück, weil das studieren mir überhaupt nicht liegt. Ich hätte sofort bei ihm bleiben können und jetzt ist es zu spät. Klar, an der Wochenenden war ich bei meinem Paps, aber selbst da hab ich nebenbei gearbeitet oder war so unterwegs. Mir war es auch zuviel. Es ging ihm nicht gut, er wollte sich aber auch nie helfen lassen. Es ist feige, mich so aus der Affäre zu ziehen. Ich hätte gegen seinen Willen etwas unternehmen müssen.
Warum ich hier eigentlich schreibe..weil mein Dad der wichtigste Mensch in meinem Leben war. Er hat sein ganzes Leben, was für ihn eh schon nur schwer war (er hat früh seine Eltern verloren und noch meine Mutter) nur gearbeitet. Er hat für seine Kinder oder besser gesagt für mich, seine Jüngste (ich bin jetzt 21) ein Haus mit Müh und Not gehalten und mir alles ermöglicht. Jetzt kann ich es ihm nicht mal mehr zurück geben. Wir hatten so eine tiefe Beziehung und es tut so weh, dass er weg ist. Ich weiss einfach nicht, was ich machen soll. Am liebsten würd man seinen Kopf den ganzen Tag gegen die Wand schlagen, um einfach nicht mehr zu denken, um den Schmerz zu betäuben. Mit meiner Schwester habe ich ein super Verhältnis, aber sie geht anders mit ihrer Trauer um-sie stürzt sich in ihre Arbeit. Mein Freund hat noch nie einen geliebten Menschen verloren-er war eine Woche intensiv für mich da, und jetzt scheint er nur noch dran zu denken, wenn wir auf dem Friedhof sind. Ich will ihn dafür nicht verurteilen, aber ich würd mir mehr wünschen. Meine besten Freundinnen haben auch noch kein Elternteil verloren, ich kann mit ihnen zwar reden, aber trotz allem fühl ich mich allein und vom Leben verarscht. Wahrscheinlich genau wie mein Papa. Ich sollte ihm gönnen, dass er nach 20 Jahren Tod meiner Mutter bei ihr ist, aber dazu fehlt er mir zu sehr, dafür hätte ich ihn noch zu sehr gebraucht... Und das traurige ist, ich hab es ihm 6 Tage vor seinem Tod noch gesagt...

Jetzt nennt mich keiner mehr "Liebes"
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Birgit1972



Anmeldedatum: 08.05.2005
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 27.05.2005, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liebes,

ich kann Deine Gefühle und Gedanken voll und ganz nachvollziehen. Mir geht es genauso wie Dir. Ich fühle mich auch vom Leben verarscht und sehe meine Freunde und Bekannten, die mind. noch 1 Elternteil haben oder meist sogar beide. Mein einziger Trost ist für mich, dass mein Vater jetzt bei meiner Mutter ist, und mit ihr wieder glücklich ist. Vielleicht kann Dir das etwas helfen. Du schreibst , Du hattest Stiefmütter: Ich glaube, die einzig richtige Liebe, ist die 1. Ehe. Bei meinem Vater (starb vor 6 Wochen) war es zumindest so. Er war über 40 Jahre mit meiner Mutter verheiratet. Als diese dann vor knapp 4 Jahren starb, ist für ihn eine Welt zusammengebrochen: Er hat 10 Kg abgenommen, viel geweint...... 1/2 Jahr später hatte er dann eine Lebensgefährtin. Für mich ein Schock....irgendwann habe ich dann akzeptiert, dass es für ihn das Beste sei. Jedoch glaube ich, dass Männer aus dieser Generation einfach nicht alleine leben können... sie schaffen es einfach nicht. Er hat die Lebensgefährtin auch lange nicht so geliebt wie meine Mutter. Ich kann auch gut verstehen, dass Dich Schuldgefühle plagen, weil Du die letzte Zeit , nicht so für ihn dawarst, wie es Dir jetzt richtig erscheint. Ich weiss auch nicht so recht. Ich glaube man hat, wenn ein so naher Angehöriger stirbt, immer Schuldgefühle. Mir geht es so. Mein Vater hat das letzte 1/2 Jahr die halbe Woche bei uns gewohnt und dann bei seiner Lebensgefährtin (er hatte Krebs und konnte nicht allein leben). Ich denke mir auch manchmal : hätte ich vielleicht manchmal nooooch mehr Geduld haben sollen..........aber jetzt ist es zu spät........
Ich wünsch Dir viel Kraft in dieser schweren Zeit

Birgit
__________________________

Schneller oder langsamer Tod.......
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iser



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BeitragVerfasst am: 28.05.2005, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liebes, hallo Birgit 1972,

das was mir Hoffnung macht ist die Liebe meiner Eltern zueinander. Sie haben sich sehr früh kennnengelernt und haben dann nach langer Zeit zusammen den Freitod gewählt. Habe oft darüber nachgedacht ob sie nun endlich zusammen ihren Frieden gefunden haben. Sie haben in ihrem Leben sich gehabt, meine Schwestern und ich gehörten nur als Status dazu. Ich wünsche Ihnen dass sie egal wo sie auch sind zusammen glücklich sind, habe hierfür aber sehr lange gebraucht...........................
Egal ein anderes Thema, bei mir ist es ja schon lange her und komme mal besser und mal schlechter mit der Situation klar. Doch manchmal frage ich meinen Vater ob er meiner Mutter sieht und umgekehrt...... Bin immer wieder traurig deswegen und zur Zeit hilft mir diese Seite.... Wünsche Euch Beiden alles Liebe Iser Winken
_________________
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eorie



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BeitragVerfasst am: 31.05.2005, 01:31    Titel: Re: Jetzt bin ich ganz allein... Antworten mit Zitat

hallo liebes,

wie schrecklich muss das sein, seine mutter nie kennengelernt zu haben. manchmal bin ich traurig, dass meine ma und ich "nur" zwölf jahre hatten. aber wieviel das sein kann, wird mir erst jetzt klar!


"Es ist feige, mich so aus der Affäre zu ziehen. Ich hätte gegen seinen Willen etwas unternehmen müssen.
Am liebsten würd man seinen Kopf den ganzen Tag gegen die Wand schlagen, um einfach nicht mehr zu denken, um den Schmerz zu betäuben."

Was du schreibst hat mich sehr berührt. so habe ich mich gefühlt, nachdem mein vater krank wurde und gestorben ist. diese hilflosigkeit....und das gefühl, man hätte doch irgendwas machen müssen/können.

es tut mir sehr leid,

eorie
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Liebes
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BeitragVerfasst am: 05.06.2005, 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,
es ist so schön, dass ihr mir geantwortet habt-danke erstmal dafür. Ich schreibe erst jetzt wieder, weil ich eine Woche weg war. Sorry!
@Birgit:
Ich glaube auch, dass der erste Ehepartner die wahre Liebe ist! Mein Papa hat ganz oft gesagt, dass er keine andere Frau je so geliebt hat, wie meine Mutter. Und das ist bestimmt bei jedem so, bei dem eine Beziehung durch den Tod getrennt wird und nicht durch den eigenen Willen. Ich glaube auch, dass die beiden jetzt wieder glücklich sind bzw. dass alle Menschen, die sich lieben nach dem Tod wieder zusammen sind, aber vielleicht bin ich zu egoistisch, um mich in den Hintergrund zu stellen. Ich meine, man sagt ja oft, Trauer ist Egoismus, denn man trauert, weil man selber jemanden verloren hat - nicht aber, weil dieser jemand sein Leben verloren hat. Kann man das so sagen? Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich in Selbstmitleid ertrinken könnte. Ständig fragt man sich "Warum gerade ich?".
Aus euren Antworten erkenne ich, dass es euch ähnlich geht und das tut echt gut. Nochmal zu den Schuldgefühlen: Es ist schon komisch, aber auch wenn man sich vornimmt, daraus zu lernen und das nächste Mal anders zu handeln - meint ihr, das tut man dann wirklich? Und was noch wichtiger ist, warum haben wir nicht gehandelt, als es wichtig gewesen wäre? War ich auch da vielleicht zu sehr mit mir selbst beschäftigt? Das tut noch mehr weh, wenn ich bedenke, wie viel Eltern für ihre Kinder tun bzw mein Papa für mich getan hat...
@iser:
Es ist schön, zu hören, dass Du Deinen Eltern jetzt ihr Zusammensein gönnen kannst. Ich würde schon sagen, dass ich das in gewisser Weise auch tue, aber nicht 100%ig. Dazu fühle ich mich zu sehr allein gelassen. Obwohl ich es mir bei Dir noch schlimmer vorstelle. Mein Vater hat sich gehen lassen und auf seinen Tod gewartet. Das fällt mir schwer zu akzeptieren, aber in gewisser Weise war es so und er hat auch früher oft gesagt "Am besten ich nehm mir nen Strick". (Auch da hab ich immer gedacht/gesagt "Wie kann er sowas nur zu mir sagen..?") Aber er hat sich ja nicht umgebracht. Deine Eltern haben den Freitod gewählt, was ich sehr schlimm finde. Zunächst einmal, wenn man Kinder hat, aber es ist auch so erschütternd, dass ein Mensch in seinem Leben keine Hoffnung mehr sieht, denn ansonsten entscheidet man sich nicht dafür. Dann wieder ist es so ergreifend, dass eine Liebe zwei Menschen so stark verbindet, dass sie zusammen von einem Leben in eine bessere Zukunft gehen. Versteh mich nicht falsch: Ich denke, es ist für Dich noch viel schlimmer als wenn Eltern durch eine Krankheit sterben, aber Du kannst sicher sein, dass Deine Eltern eine unsagbar große und starke Liebe verbindet - ich habe das ganz bewusst nicht in der Vergangenheit geschrieben. Und wenn Du Deinen Vater fragst, ob er Deine Mutter sieht, bin ich sicher, würd er am liebsten sagen "Mein Kind, mach Dir keine Sorgen, wir sind GEMEINSAM immer bei Dir".
@eorie:
Danke für Deine lieben Worte. Es stimmt schon, dass Du mehr Zeit mit Deiner Mama hattest als ich, aber es ist nie genug. Das sehe ich an meinem Papa.

Geht es euch manchmal auch so, dass ihr von euern Eltern träumt? Mein intensivster Traum nach dem Tod meines Vaters war der: Die ganze Familie und Bekannte waren bei uns zuhause, auch Großeltern, die schon lange tot sind. Das bizarre war, wir wussten, dass mein Papa stirbt und haben Abschied gefeiert. Ich habe ihm immer Essen gebracht (er konnte super perfekt kochen-auch das fehlt mir!)(zudem durfte er durch seine Diabetes nicht soviel essen, was er nicht beachtet hat) vielleicht war das ein letzter "Gefallen" von mir; während des ganzen Traumes hab ich furchtbar geweint und war total hilflos irgendwie. Ich hatte das Gefühl, den Verstand zu verlieren. Da sagte mein Vater plötzlich zu mir "Wein doch nicht, ich werde versuchen, dich morgens mal zu besuchen.." Und ich sagte "Das wäre schön". Dann bin ich aufgewacht. Der Traum hat mich ganzschön mitgenommen - einerseits getröstet, weil es mir wirklich so vorkam, als hätte er mich besucht, aber andererseits hat er mich wieder sehr runter gezogen. Da weiss man garnicht, ob man sowas überhaupt träumen will, aber irgendwie schon, denn dann sind sie so lebendig, oder?

In der Nacht, als mein Vater gestorben ist, hab ich übrigens geträumt, dass meine beste Freundin gestorben wäre. Ich bin schweiß-nass aufgewacht und habe sie sogar sofort angerufen. Das können wir bis heute noch nicht fassen.
Eine ehemalige Schulfreundin von mir fiel vom Pferd als ihr Vater starb. Was haltet ihr von so übersinnlichen Geschichten?

Danke nochmal an euch. Es tut gut hier zu schreiben. Jedem von euch wünsche ich, dass die guten Tage die schlechten erleichtern.
Bis bald hoffentlich, "Kleines"
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iser



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BeitragVerfasst am: 06.06.2005, 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liebes, erst mal Danke für Deine Worte... Sie haben mir sehr geholfen.....

Es wäre für mich schrecklich geworden hätte jemand bei diesem Freitod überlebt, dass mag sich schlimm anhören doch meine Eltern hatten ihre Liebe in ihrem Lebem und wir Kinder gehörten nich so ganz dazu....

Mit dem Gefühl verarscht zu sein, dass kann ich gut nachempfinden.... Habe meine Eltern die ersten Jahre für mich in einer Höhle eingesperrt...

Dies konnte ich auch erst durch einer Therapie lösen... Sie fehlen mir nach wie vor... Auch ich bin die ersten Jahren in Selbstmitleid verfallen und habe gedacht ich Arme mit diesem Schicksal, doch es ist mein Leben.

Habe gemerkt der Hass bringt mich nicht weiter, ich muß den Frieden finden. Den habe ich auch, doch die Trauer bleibt, meine Eltern waren nicht in der Lage sich Hilfe zu holen, warum auch immer.... Ich wünsche Dir alles Liebe Iser
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Kleines
Gast





BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 01:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo iser,
kann man schon verstehen, dass Du in gewisser Weise erleichtert bist, dass sie "zusammen" gegangen sind, wenn es schon überhaupt sein musste.
Wie meinst Du das mit der Höhle und wie hat man Dir in der Therapie geholfen? Ich glaube, ich würde auch gerne eine machen, einfach um zu reden.. Hatte vor ca 10Jahren eine Therapie, weil ich nach dem Tod meiner Oma eine negative Veränderung hatte, aber kann mich nicht mehr an alles erinnern; ausserdem werden Kinder ja anders therapiert.
Gute Nacht, Kleines
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iser



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BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kleines,

ich habe damals ungefähr 7 Jahre nach dem Tod meiner Eltern gemerkt, dass ich etwas ändern muss. Dann habe ich mit einer Therapie angefangen. Es hat einige Zeit gedauert bis ich Vertrauen hatte. Es war eine Gestalttherapie....

Ich konnte selber entscheiden ob ich an meinere Vergangenheit arbeiten wollte oder ob ich aktuelle Themen aus meinem Leben loswerden wollte. Die Frau hat sehr auf meine Grenzen geachtet. Ich mußte mir erst mal klar werden welche Rolle ich in meiner Familie hatte. Das war gar nicht so einfach. Am schlimmsten war mein Hass, meine Wut und meine Verzweiflung.

Da meine Eltern keinen Abschiedsbrief hinterlassen haben war die Höhle für mich meine Rache. In meiner Vorstellung waren sie in einer dunklen Höhle und mussten für ihre Tat bereuen. "Hört sich irgendwie krank an, aber es hat mir damals geholfen."

Durch die vielen Rollenspiele in der Therapie konnte ich meinen Wut und meinen Hass aussprechen. Es war manchmal heftig und ich habe in dieser Zeit viel geweint. Doch diesen Kampf mußte ich machen sonst wäre ich innerlich zerbrochen. Das verrückte daran war, dass ich eines Tages so erleichtert war meine Eltern wieder ins Licht zu führen... Es war wie eine Befreiung........

Seit dem habe ich meinen Frieden gefunden, ich konnte meine Eltern den von ihnen gewünschten Tod geben und mußte sie nicht mehr hassen. Wie Du siehst habe ich lange für diesen Weg gebraucht. Alles Liebe Iser
_________________
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Liebes



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BeitragVerfasst am: 07.06.2005, 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo iser,
erstmal sorry : Kleines = Liebes! Hast Du aber schon gemerkt..
Ich finde nicht, dass es sich krank anhört, im Gegenteil, es ist super, dass es Dir geholfen hat. Bei mir ist ja nicht direkt Hass da.. ist ja auch was völlig anderes als bei Dir. Deshalb sieht wohl jede Therapie anders aus.
Aber, dass Du erst 7 Jahre nach dem Tod Deiner Eltern damit angefangen hast, zeigt mir, dass es wohl bei Dir genauso war wie bei mir im Moment. Irgendwie meint man, es kann einem sowieso keiner helfen und wenn doch, dann möchte man vielleicht auch garnicht, dass einem jemand die Trauer nimmt. Hört sich das komisch an?
Im Moment sieht meine Trauerbewältigung so aus, dass ich viel verdränge. Wenn dann mal alles hoch kommt (was oft passiert, wenn ich auf dieser Seite lese oder schreibe), dann steiger ich mich da richtig rein und heule stundenlang. Es ist so ein Karussel aus tausend verschiedenen Gedanken: Das Alleinsein bzw.-fühlen, das Verdrängen, dann wieder, dass ich mir selbst verbiete, Spaß zu haben..
Mein Leben wird wirklich nie wieder wie es mal war. Und dann sagen die Leute "Alles wird gut" oder "Das Leben geht weiter".. Zum kotzen sind solche Sprüche. Mein ganzes Leben war mein Vater bei mir, immer für mich da, hat mir immer alles verziehen und war einfach so lieb.. wie soll man jemals damit klar kommen, dass nun alles anders ist? Alle 10 Jahre passiert so etwas bei uns in der Familie: Als ich 1 war starb meine Mama, mit 10 meine Großeltern, die wie meine Eltern waren und jetzt mein Papa, der wichtigste von allen. Jetzt habe ich nur noch meine Schwester. Das hört sich so scheisse an, wie ich das hier schreibe und versteh das nicht falsch, ich will kein Mitleid, aber mich selbst bemitleiden kann ich leider gut. Ich versteh es einfach nicht. Warum müssen die einen Menschen alles verlieren und die anderen kennen mit 50 noch nicht mal das Gefühl überhaupt mal jemanden oder etwas verloren zu haben. Sehr ungerecht diese Welt. Glaubst Du eigentlich an Gott? Also ETWAS muss es ja geben, aber ob es ein "lieber Gott" ist, bezweifel ich. Ich habe mal ein Buch gelesen "Leben nach dem Tod" von ..Moody; seitdem glaube ich zumindest daran, sonst würd mich wahrscheinlich garnichts trösten.
Sorry, dass ich heut so negativ bin..
Liebe Grüße, Liebes
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iser



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BeitragVerfasst am: 08.06.2005, 07:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liebes-Kleines (hab ich schon bemerkt),

ja Deine Therapie würde anders aussehen..... Ich glaube trotzdem sie würde Dir helfen. Die Trauer kann Dir eh keiner nehmen...... Es ist nur ein Ort wo Du mit Deiner Trauer ein bißchen bleiben kannst.

Für mich war es manchmal wie eine Art Müllkippe, habe dort auch gelernt warum die Anderen meine Gefühle nicht so nachempfinden können. Finde die Welt auch sehr ungerecht. Ich schaue mir die Natur an und denke nur der Stärkste kann überleben..... Ganz schön verrückt.....

Ich glaube nicht direkt an Gott....oder doch....Seit dem Tod meiner Eltern hadere ich damit, bin aber immer noch Mitglied. Sie wurden in nicht geweihter Erde beigesetzt. (Bei den Katholiken, ist Selbstmord die schlimmste Sünde) Ich denke irgendwie hat alles seinen Sinn auch wenn ich ihn nicht immer erkenne..........

Habe mir einige Glaubensgemeinschaften angeschaut, konnte mich nie richtig einlassen. Es waren mir zu viele Zwänge und Riten die ich anzweifele..... Ich glaube an das Leben und das jeder das Beste daraus machen sollte. Wünsch Dir alles Liebe Iser Winken
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Liese1982



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BeitragVerfasst am: 18.06.2005, 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Liebes,

ich möchte nur mal eben meine Gedanken loswerden. Das was du geschrieben hast, hat mich sehr berührt.

"Es ist feige, mich so aus der Affäre zu ziehen. Ich hätte gegen seinen Willen etwas unternehmen müssen."

Weißt du, wenn es danach ginge... müsste ich mich auch schuldig fühlen. Ich hätte auch mehr tun müssen, meinen Vater vom Alkohol abhalten müssen... aber ich hab genau zwei Probleme damit: zum einen war ich erst 16 als er starb und zum anderen: niemand lässt sich helfen wenn er nicht will. Du hättest gegen seinen Willen vermutlich gar nichts erreichen können. Traurig, aber wahr.

Wenn ich auch mal noch etwas zu der Glaubensfrage beisteuern dürfte: Ich glaube an Gott, bin aber nicht religiös. Ich bin schon vor über 5 Jahren aus der Kirche ausgetreten (war evangelisch), weil ich einfach meine Probleme mit dieser Institution an sich habe. Ich habe irgendwie so ein bisschen meinen eigenen Glauben. Aber ich glaube an ein Leben nach dem Tod und ich glaube, wie gesagt, auch an Gott. Ich weiß nicht genau warum so viele schreckliche Dinge auf der Welt passieren. Aber vermutlich weil Gott die Menschen einfach machen lässt und sich nicht einmischt. Wenn ich an die Bibel glauben würde, würde ich denken es hätte mit dem SÜndenfall zu tun. Weißt du, so eine Art Strafe für den Ungehorsam. Die Menschen WOLLTEN nicht auf ihn hören, sondern wollten ihr eigenes Leben bestimmen...

Ich glaube nicht unbedingt an dieses "himmel-hölle"-bild... es gibt kaum menschen, die durch und durch böse sind... für die meisten gibt es vergebung und läuterung... es ist auch gar nicht so wichtig wie der platz aussieht, an dem die verstorbenen sind. mich tröstet, dass es dort schön sein muss und man keine angst haben muss. sicher geht es meinem papa dort besser. leider könnte ich nicht zustimmen was die theorie der "ersten ehe = wahre liebe" betrifft. meine eltern waren geschieden... trotzdem bin ich sicher, dass "dort" kein platz für negative gefühle ist. das verständnis und bewusstsein einer seele, die nicht mehr an einen körper gebunden ist, stelle ich mir höher vor...

na, ich weiß nicht, ob du irgendwas damit anfangen kannst...

ich hoffe einfach, dass es dir gelingt die trauer zu verarbeiten, dass du nicht aufgibst und dir nicht an etwas die schuld gibst, für das du nicht verantwortlich bist.

einen sonnigen tag!

liebe grüße,
sabrina
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Mein Daddy starb am 27. Mai 1998 im Alter von 41 Jahren - ich war 16, mein Bruder 14.

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Liebes



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BeitragVerfasst am: 20.06.2005, 00:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabrina,
ja, dass es dort, wo sie jetzt sind besser ist, steht für mich auch außer Frage, aber ich mache mir doch viele Gedanken, wie das alles genau sein wird. Irgendwann werden wir es alle wissen..
Zu der "Himmel/Hölle-Sache": Ich glaube eigentlich auch, dass alle irgendwann wieder gleich sind, aber ist doch manchmal auch schwer, wenn man sieht, wozu manche Menschen auf dieser Welt fähig sind, oder? Naja, niemand ist durchweg schlecht, aber wohl auch niemand durchweg gut, deshalb wird schon alles richtig sein, was er da oben -oder was auch immer diese höhere Macht ist- will.
Mit dieser Sache, erste Ehe usw. hab ich mich vielleicht falsch ausgedrückt oder zumindest unvollständig. Ich denke, jeder der einen Menschen in inniger Liebe durch den Tod verliert, wird danach nicht noch einmal so lieben können-anders vielleicht, aber nicht so und deshalb wäre das für mich dann die wahre Liebe. Das hat dann nicht mit der ersten Ehe zu tun oder Scheidung. Es kann auch sein, dass jemand geschieden ist und die zweite Ehe die wahre Liebe ist.. oder man immer trotz allem an der ersten Liebe festhält.. Ich hoffe, Du verstehst mein Gedanken-Wirr-Warr?!
Habe mich sehr über Deine Antwort gefreut-Dankeschön!!
Wünsche Dir alles Liebe!
Bis bald, Caro
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antje2004
Gast





BeitragVerfasst am: 01.07.2005, 23:48    Titel: Trauerarbeit Antworten mit Zitat

Als meine Mutter starb war ich gerade 20 geworden. Ich hatte meine wichtigste Bezugsperson in meinem bisherigen Leben verloren. Ich war zum Zeitpunkt ihres Todes tausende Kilometer weit weg (Au Pair) und ich mache mir heute deswegen noch Vorwürfe. Aus Schuldgefühlen schmiß ich mein ganzes Leben hin und war die darauffolgenden drei Jahre nur noch für meinen Vater da. Ich zog wieder zu Hause ein, ich übernahm nahtlos die Rolle meiner Mutter, weil ich nicht wollte, daß mein Daddy daran zerbrach. Ich habe ihn wie ein Baby zu Bett gebracht, wenn er sich in seiner Trauer sinnlos betrunken hatte, ich habe alles gemacht, damit er sich wohl fühlte. Ich habe ihn in den drei Jahren so kennengelernt, wie ich es nie für möglich gehalten habe. Während meiner Kindheit war er zwar immer da, aber ich hatte keine große Bindung zu ihm. Jedenfalls lebten wir drei Jahre zusammen, dann lernte ich meinen Mann kennen, bekam sehr schnell ein Baby und zog dann mit meinem Mann 500 km weg von ihm. Es zerriß mir bald das Herz. Doch ich gewöhnte mich daran. Dann trennte ich mich von meinem Mann, lernte meinen jetztigen Freund kennen und wollte ihn letzten Sommer meinem Vater vorstellen. Ich hatte so die Vorstellung im Kopf, daß ich mich erst richtig in diese neue Beziehung einlassen konnte, wenn ich Daddys Segen hatte. Wir telefonierten am Donnerstag abend sehr lange und machten Pläne für unseren Urlaub bei ihm Ende des Monats. Und ich sagte zum Abschied, daß ich mich Dienstag wieder bei ihm melden würde. Ich bin dann am Dienstag hinter seinem Sarg her gelaufen. Er ist am Freitag abend gestorben. Einfach so. Ohne überhaupt ein Anzeichen. Ich war so wütend auf ihn. Ich bin es manchmal immer noch. Zum Beispiel, als mein Sohn Fahrrad fahren lernte. Mein Vater hatte es mir beigebracht und nun radelte mein Sohn einfach so drauflos und ich kann nicht mal sagen: Guck mal, Papa, macht er das nicht toll? Nächstes Jahr kommt mein Sohn zur Schule. Ich bin wütend auf ihn, weil er das nicht mehr miterleben wollte. Er wollte so sehr zu meiner Mutter, das es ihm egal war, ob er uns hier alleine hinterläßt. Ich bin jetzt neunundzwanzig und habe innerhalb von acht Jahren meine liebsten Menschen verloren und ich denke manchmal, daß ich es vielleicht verdient habe. Vielleicht habe ich etwas falsch gemacht, daß ich so bestraft werde. Vielleicht habe ich es einfach nicht verdient, richtig glücklich zu sein. Ich bin glücklich in meiner Beziehung, ich bin natürlich glücklich über meinen Sohn, aber es liegt immer ein Schatten auf meinem Leben. Ich habe letztens mit meinem Freund einen Streit gehabt, in dem er mir vorgeworfen hatte, ich würde mich zu Hause einigeln. Ich würde keine sozialen Kontakte suchen. Ich weiß. daß er recht hat, aber ich habe einfach Angst, wieder irgendjemanden zu verlieren, der mir etwas bedeutet. Ich habe schon Angst, das ich zwei so wichtige Menschen in meinem Leben habe, die ich jederzeit verlieren könnte. Ich würde manchmal am liebsten meinen Sohn in Watte packen, damit ihm ja nichts passiert. Ich rufe panisch meinen Freund an, wenn er sich mal zwanzig Minuten verspätet, weil ich Angst habe, daß er einen Unfall hatte oder so. Ich kann es einfach nicht kontrollieren und vor allen Dingen kann ich es nicht abschalten. Ich bin psychisch total angeknackst durch die Ereignisse im letzten August. Ich werde krank bei dem Gedanken, daß irgendjemand, der mir etwas bedeutet, sterben könnte. Ich bin aber auch so geworden, daß ich mir wünsche, vor allen anderen zu sterben, damit ich diesen Verlustschmerz nicht noch einmal erleben muß. Ich glaube, ich würde daran zerbrechen.
Ich weiß nicht, ob es für andere komisch klingt, was ich schreibe, aber ich weiß einfach nicht, wie ich meine Gefühle in Worte fassen soll. Ich tu mich immer noch so schwer, meine Trauer zuzulassen. Ich will niemanden nerven, ich denke immer, daß mein Freund zum Beispiel irgendwann mal zu mir sagt, daß ich jetzt aufhören soll zu trauern, jetzt ist es schon bald ein Jahr her. Meine Mutter ist im nächsten Jahr 10 Jahre tot und selbst das habe ich noch nicht verarbeitet. Weil einfach niemand da ist, der mir zuhören könnte. Oder dem ich es zutrauen würde, meine Gefühle zu verstehen. Ist das nicht krank? Ich habe den liebsten Menschen auf der Welt neben mir und ich schreibe hier so ein böses Zeug über ihn. Oh Gott, ich glaube, ich sollte jetzt doch mal aufhören.
Danke fürs Lesen und vielleicht versteht mich ja jemand.
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Liese1982



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BeitragVerfasst am: 02.07.2005, 02:02    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Antje,

oh ja, und wie gut ich Dich verstehe... Ich kenne diese "Panikanfälle", diese Verlustängste. Ich kann nachvollziehen, was Du meinst, wenn Du sagst, dass niemand da ist der zuhören könnte.
Das schlimme - und vor allem paranoide - bei mir, ist, dass sich diese Verlustängste nicht nur auf den Tod an sich beziehen, sondern überhaupt. NAch dem Tod meines Vaters, hätte ich meine Mutter am liebsten gar nicht mehr rausgelassen... ich hatte solche Angst sie zu verlieren und eigentlich hat mich diese Angst auch nicht verlassen. Ich lasse sie nur nicht mehr mein Leben kontrollieren.

ALs mein Ex-Freund sich vor anderthalb Jahren von mir getrennt hat, ging das wieder los. Und seitdem bin ich nicht mehr beziehungsfähig. Ich denke schon wenn ich jemanden kennenlerne daran, was ist, wenn ich denjenigen wieder verliere... das nenne ich krank! Geschockt
Jedenfalls fühle ich mich nicht in der Lage das wieder durchzumachen... ich hab schon so viele Menschen verloren... ob nun durch Tod oder weil es eben andere Umstände gab... ich kann das nicht mehr...

Manchmal gehts mir so schlecht, dass ich in letzter Zeit das Gefühl habe, doch richtiggehend depressiv zu sein. Aber ich rede auch mit praktisch niemandem darüber... höchstens halt hier oder mit meinen Brieffreundinnen... aber das ist nochmal ein bisschen was anderes. Ich hab auch wirklich schon schlechte Erfahrungen damit gemacht, dass ich Leute tatsächlich genervt habe... natürlich waren das keine richtigen Freunde, das weiß ich heute auch, aber damals war das echt schlimm für mich. Und deshalb vermeide ich einfach wo immer es geht über mich und meine Gefühle zu sprechen... einfach weil sie auch oft so enorm bitter und hoffnungslos sind...

Und da... ich tu es schon wieder... manchmal könnte ich mich selbst dafür ohrfeigen, dass ich so viel negatives und kaum positives um mich herum wahrnehme... Verrückt

Ich wünsche Dir alles Liebe... ich werde jetzt doch mal versuchen zu schlafen...
Liebe Grüße,
Sabrina
_________________
Mein Daddy starb am 27. Mai 1998 im Alter von 41 Jahren - ich war 16, mein Bruder 14.

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BeitragVerfasst am: 05.07.2005, 01:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Antje, liebe Sabrina,
diese Verlustängste kenne ich auch! Durch sie lässt man sich aber oft zu viel gefallen, sei es vom Partner oder von Freunden. Kennt ihr das auch? ZB wenn man vom Gefühl her denkt, das kann ich mir nicht mehr gefallen lassen, sagt man nichts aus Angst, jemanden zu verlieren. Versteht das nicht falsch, ich liebe meinen Freund, aber manchmal hätte ich nach einem Streit anders reagiert, wenn ich nicht so eine Angst hätte, allein zu sein!
@Antje: Ich weiss, es ist schwer, aber ich glaube, wenn Du nur Deinen Mann und Deinen Sohn in Dein Leben lässt, entgeht Dir einiges. Hast Du denn auch keine Beziehung zu seinen Eltern? Ich habe mittlerweile eine sehr gute Beziehung zu den Eltern und den Großeltern von meinem Freund und bin auch sehr froh darüber. Es sind auch Menschen, die ich nicht verlieren will, aber erstmal sind sie da und machen mein Leben etwas lebenswerter!
Mach Dir bitte nicht so viele Vorwürfe!!! Ich sage das so leicht, obwohl ich es selber kenne dieses Gefühl, aber im Grunde, ist jeder Mensch für sein eigenes Leben verantwortlich. Mir sagen immer alle, ich soll es meinem Papa gönnen, bei meiner Mama zu sein. Das kann ich Dir nur auch sagen. Sie musste lange genug ohne ihn auskommen und jetzt sind sie wieder zusammen-und irgendwann haben sie auch Dich wieder..
Und noch was, das ist nicht krank, sich zu wünschen, vor allen anderen zu sterben; das geht bestimmt vielen so-mir eingeschlossen..
Ich wünsche Dir alles Liebe und an Sabrina: Hoffentlich kannst Du Dich bald wieder jemandem beziehungsmäßig öffnen-ich wünsch es Dir!!!
Eure Caro
_________________
Meine Mama ist an Krebs gestorben als ich 1 1/2 war, mein Paps als ich 21 war... da habe ich mich hier angemeldet und ein Jahr Trost gefunden... und nun bin ich nach 6 Jahren wieder hier...
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