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Larvierte Depression III

 
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PetraHeimansberg
Trauerbegleiterin


Anmeldedatum: 18.05.2008
Beiträge: 428

BeitragVerfasst am: 02.03.2016, 20:14    Titel: Larvierte Depression III Antworten mit Zitat

Hallo bei Elternlos,

es fällt vielen Menschen nicht leicht, sich selbst und anderen einzugestehen, unter psychischen Beschwerden zu leiden. Immer noch, wenn sich da auch langsam etwas verändert, haben wir Angst davor, "nicht ganz richtig im Oberstübchen'" zu sein und gehen daher eher mit Magenschmerzen zum Internisten als mit psychischen Schmerzen zum "Seelenklempner". Das kann mit ein Grund sein, dass sich, unbewusst, immer wieder körperliche Symptome bemerkbar machen, dahinter aber eine Depression steckt. Wie kann man selbst darauf kommen, dass die Seele krank ist. So sollte man sich einmal fragen, ob man sich noch an bestimmten Dingen freuen kann, sehr banal, aber unter Umständen sehr erhellend. Jemand der Rückenbeschwerden hat (wenn nicht gerade ständig starke Schmerzen) kann sich noch auf das Essen mit Freunden freuen, der Depressive nicht.

Trotz ihrer unterschiedlichen Erscheinungsformen, wie z.B. einer larvierten, versteckten, ist eine Depression weiterhin klar definiert, wenn auch nicht immer alle Symptome auftreten oder gleich stark ausgeprägt sind. Die verschiedenen Kennzeichen der Krankheit werden zwei Bereichen zugeordnet:
Zum ersten Bereich zählen niedergedrückte Stimmung, der Verlust von Interesse und Freude sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit.

Zum zweiten Bereich zählen verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, das Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit, negative und pessimistische Zukunftsperspektiven, Suizidgedanken oder suizidale Handlungen, Schlafstörungen und Appetitminderung.

Diagnose: Eine leichte depressive Episode wird diagnostiziert, wenn aus beiden Bereichen mindestens zwei Symptome vorliegen. Als mittelgradig depressiv gilt, wer unter mindestens zwei Symptomen des ersten und drei des zweiten Bereichs leidet. Bei einer schweren Depression haben Betroffene alle Symptome des ersten Bereichs und mindestens vier aus dem zweiten. Bei besonders schweren depressiven Episoden kommen oft Wahnvorstellungen wie Versündigungs- oder Verarmungswahn dazu.


Als Therapie werden medikamentöse Behandlung (z.B. Antidepressiva begleitende Psychotherapie und unterstützende Maßnahmen wie Lichttherapie empfohlen.

Scheinbar banal aber wichtig sind gute Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf, der Austausch mit anderen Betroffenen, z.B. in einer Selbsthilfegruppe. Oft sind diese Dinge erst möglich, durch die Einnahme eines Antidepressivums, das nicht abhängig macht, aber andere Nebenwirkungen haben kann. Das sollte man wissen und mit dem Arzt seines Vertrauens besprechen.

Text zum Teil aus folgendem Buch entnommen:
Ulrich Hegerl und Svenja Niescken: "Depressionen bewältigen: Lebensfreude wiederfinden" (19,95 Euro, Trias Verlag).

Eine gute Woche wünscht Euch Eure Petra Heimansberg!
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claudd



Anmeldedatum: 18.06.2015
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 01.11.2017, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Smilie

Das ist ein sehr guter Text.
Ich kann dir da nur zustimmen. Viele Menschen sehen es nicht ein bzw haben Angst vor der Angst.. ich gehörte auch zu den Menschen die einfach sehr schnell in Panik geraten sind.
Ich habe mir dann Hilfe gesucht und auch auf eigene Faust online ( http://panikattacke-hilfe.com/ ) nach Hilfe gesucht.

Hat mir auch sehr gut geholfen. Die Sache ist aber so, dass man sich es selber eingestehen muss und dann sich Hilfe sucht.

Ich hoffe wirklich für jeden nur das beste !
_________________
Es ist fast wie im richtigen Leben... darum heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.
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PetraHeimansberg
Trauerbegleiterin


Anmeldedatum: 18.05.2008
Beiträge: 428

BeitragVerfasst am: 01.11.2017, 14:08    Titel: Larvierte Depression Antworten mit Zitat

Vielen Dank, claudd, für die positive Rückmeldung! Ich habe mich sehr darüber gefreut und wünsche Dir weiterhin alles Gute!

Herzliche Grüße!

Petra Heimansberg
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