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Sprung aus 16 Metern Höhe (Mama)

 
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Silly1205



Anmeldedatum: 05.09.2016
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 05.09.2016, 23:02    Titel: Sprung aus 16 Metern Höhe (Mama) Antworten mit Zitat

Hallo, ich weiß gar nicht wie ich hier anfangen soll über diesen schrecklichen Albtraum zu schreiben. Die Situation ist die meine Mutter ist am 15.09.16 aus 16 Meter Höhe gesprungen. Seitdem ich denken kann ist sie immer wieder Krank geworden, weil sie ihre Tabletten weg gelassen oder reduziert hat. Ich habe mich dann immer darum gekümmert das sie in eine Nervenklinik kommt. Sie hatte Persönlichkeitsstörungen und war Manisch depressiv. Natürlich konnte ich sie nie gegen ihren Willen dort hin bringen. Ich musste immer lange mit ihr reden, sie ins Auto locken oder sonst etwas tun. Ich hatte es all die Jahre geschafft. Nur dieses Mal nicht. Ich fühle mich so schlecht deswegen. Ich bin hoch Schwanger und hatte mich teilweise zurück gezogen, nachdem der Versuch sie zu einer Tagesklinik zu motivieren gescheitert ist. Zuletzt hatte ich sie am 13.09.16 also zwei Tage vor ihrem Tod gesehen. Sie hat morgens vor unserer Haustüre geschrien das mein Kind sterben muss, und mein Mann der Teufel ist. Ich hatte so Angst vor ihr, und sie sah so schrecklich aus. Gar nicht mehr wie meine Mutter. Ich habe dann die Tür wieder zu gemacht und sie gebeten zu gehen. Sie ging nicht, sondern hat laut gebetet. Ich habe die Polizei gerufen und geweint. Vor dem Polizist musste ich mich erst mal rechtfertigen das ich da überhaupt Anrufe und warum ich mich nicht selbst um sie kümmere. Nach endlosen Warten am Fenster begleitet von den schreien meiner Mutter im Hintergrund. Ist dann endlich die Polizei eingetroffen. Ich dachte ,,Jetzt wird endlich alles gut, und sie bekommt Hilfe in der Klinik." Aber die Polizei hat mich nicht ernst genommen. Sie hätte ja nichts getan. Sie haben sie in dem Zustand ziehen lassen. Und ich habe sie nie mehr gesehen. Sonntag habe ich dann eine Vermisstenanzeige gemacht. Dort auf der Wache hat mich der nächste Polizist angeschrien, das es ja schließlich meine Mutter ist und ich die Verantwortung trage. Naja...Montag erschienen dann drei Polizisten in Zivil bei mir zuhause. Sie hätten eine Frauenleiche gefunden die auf meine Mutter zutreffen könnte. Ich habe dann ihren Schmuck auf einem Bild erkannt. Mein Mann musste sie auf einem Bild identifizieren. Ich hörte wie er sagt ,, Ja, das ist sie." Es wirkt für mich alles wie in einem Traum. Erst habe ich Tagelang geweint und nun denke ich immer das sie nur einkaufen ist, dann fällt mir plötzlich wieder ein das sie nie wieder kommt. Und alles nur weil ich einmal in meinem Leben nach mir geschaut habe. Ich hatte gerade im Juni geheiratet, bin Schwanger, habe einen Sohn (4 Jahre alt). Ich weiß nicht mehr wie ich je wieder glücklich sein kann. Es tut aber mal gut hier darüber zu schreiben.
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❤️Du bist nicht mehr da wo Du warst, aber Du bist überall wo Wir sind ❤️
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Sternenbild



Anmeldedatum: 05.10.2016
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 05.10.2016, 10:01    Titel: es braucht Zeit Antworten mit Zitat

Liebe Silly1205,
zunächst einmal, ich habe deine Worte und Zeilen gelesen. Ich finde es schade das Dir bisher niemand geantwortet hat. Ich finde dieses Forum sollte moderiert sein. Bei solch schweren Themen.
Ich habe selbst einen Sohn der fast 4 ist und ich kümmere mich ganz alleine um ihn. Ich habe keine Familie die mir halt gibt.

Ich konnte nicht umhin dir zu antworten, da auch meine Mutter damals psychisch krank war. Ich habe sie mit grade mal 5 Jahren durch suizid in einer Klinik verloren.

Es ist sicher grade sehr schwer dein eigenes Glück geniessen zu können. Doch lass dir sagen das es Dein Glück und deine eigene kleine Familie ist. Du kannst nichts für deine Mama bzw. für ihre psychische Erkrankung. Es ist einfach schlimm so etwas gesagt zu bekommen. Es war ein unqualifizierter Polizist. Gib nichts darauf was dieser sagte. Er hat einfach keine Ahnung. Wichtig ist das du dich selbst nicht verlierst. Das du auf Dich achtest und deine Familie.
Mir hilft es immer sehr wenn ich mir klar mache, dass jeder für sein eigenes Leben die Verantwortung hat und die freie Möglichkeit hat es sich so zu gestalten wie er es für richtig hält. Deine Mama war auch wie meine Mama eine erwachsene Frau. Und heute sind wir erwachsen und können und dürfen uns für ein besseres Leben entscheiden.

Es dauert seine Zeit bis man damit fertig wird bis man für sich einen Weg gefunden hat damit zu leben.

Mir war wichtig das ich dir sage, dass du nicht aufgeben darfst. Und dein persönliches Glück dennoch finden darfst.

ICh wünsche dir weiterhin viel Kraft und Liebe, auch von deiner Familie!

Liebe Grüße Sternenbild!
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