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Auswirkungen wenn man ohne Vater aufwächst

 
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Chemlut



Anmeldedatum: 13.04.2016
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 15.04.2016, 05:41    Titel: Auswirkungen wenn man ohne Vater aufwächst Antworten mit Zitat

Hey zusammen
Mich würde ehrlich gesagt Wunder nehmen, ob es hier andere Menschen gibt, die sich fragen wie sie der Tod ihres Vaters geprägt hat. Ich kann für mich selbst sagen warscheinlich ziemlich stark. Vielleicht wird das ja auch wieder nur ein Jammerthread, aber ich suche halt Menschen mit ähnlichen Erfahrungen.

Ich bin 24 Jahre alt und mein Papa ist vor 20 Jahren an Lungenkrebs gestorben, meine Mutter hatte danach wechselnde Beziehungen, die meist in Streit resultierten und irgendwann in die Brüche gingen. Dadurch sind wir bis ich sieben Jahre alt war immer wieder umgezogen, in 3 Jahren vier Mal. Da ist nix mit Kindergartenfreunde. Eine Beziehung hielt 7 Jahre und ich hatte ihn glaube ich schon fast als "Ersatzpapa" akzeptiert. Er hat meine Mutter betrogen. Ich habe noch einen Paten aber der meldete sich irgendwann nicht mehr weil er noch ein Kind bekam. Und da war ich dann nicht mehr wichtig. Ich muss aber auch zugeben, dass ich selber immer sehr kontaktscheu war. Das wars so mit meinen männlichen Rollenbildern. Ich habe noch die Lehre bei einem alten Freund von meinem Papa gemacht, und ich glaube er war mir auch noch so was wie ein Vorbild.

Das erste Problem war natürlich der abwesende Vater, ich suchte mir darauf meine Vorbilder in Kollegen. Mein ehemals bester Freund lebt auch heute noch mehr oder weniger vor dem PC. Ich habe mich zu fest ihm angepasst. Und ich hatte glaube ich auch allgemein Mühe eigene Interessen zu finden.
ich habe ausserdem den Verdacht dass ich zwischen 18 und 20 mir irgendwann mal zu viele Pornos angeguckt habe. Und in mir hat sich dann der Gedanke fest gesetzt: "Echter Mann vögelt viele Frauen"
Dieser Gedanke hat mich warscheinlich meine erste Beziehung gekostet, plus die Tatsache dass ich immer Angst habe aufs ganze zu gehen.
Ein Vater ist wichtig, warscheinlich vorallem für einen Sohn damit er sich auch von der Mutter lösen kann.

Meine Mutter ist sicher der andere Faktor. Sie ist sehr extrovertiert und laut. Ich war das genaue Gegenteil. Da entstanden zum Teil schon fast groteske Situationen wo mich meine Mutter schüttelte und mich anschrieh wehr dich. Wie konnte ich mich denn wehren, ich war doch eh programmiert darauf alles zu tun was die Mama sagt. Ich habe noch eine kleine Schwester. Ich bin also meist allein unter Frauen aufgewachsen. Eine Situation die glaube ich nicht sehr förderlich ist. Dass wäre ja dann der Sinn eines Paten glaube ich. Ich bin zum Beispiel auch dafür das homosexuelle Paare ein Kind kriegen/adoptieren dürfen. Bei Heteros schert sich auch niemand einen Dreck, wenn plötzlich der Vater fehlt. Naja auf jeden Fall habe ich mich nie richtig abgekapselt von ihr. Es kam zu Streitereien ja, aber die hielten sich im Rahmen. Ich hatte auch den Fehler gemacht ein paar mal zu oft auf sie gehört, als es um wichtige Entscheide ging.

Nun was soll ich sagen, beide Elternteile haben mich enorm geprägt. Der eine Teil durch zu viel Anwesenheit und der andere durchs nicht existieren. Ich möchte in diesem Thema jetzt auch nicht zu viel über meine jetzigen Probleme reden. Ich kann nur sagen, dass ich mir nie Hilfe holte wenn ich sie gebraucht hätte, mich vor Entscheidungen gedrückt habe, und allgemein ein niedriges Selbstvertrauen habe. Heute bereue ich enorm viele Dinge die mit Entscheidungen, meinem Selbstbild und meinem Verständnis von Sexualität zu tun haben. Ich habe zu viele Chancen verspielt, manchmal wünsche ich mir wie mein Vater mit 29 zu sterben, einfach um die Sache hinter sich zu bringen

Lg Chemlut
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