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Mutter mit 15 an Krebs verloren

 
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Lauraela



Anmeldedatum: 04.10.2014
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 05.10.2014, 00:16    Titel: Mutter mit 15 an Krebs verloren Antworten mit Zitat

Hi liebe Community,
Ich bin neu hier, ich hoffe ich mache das alles richtig und irgendwer liest das auch
Vor ca. einem Monat habe ich (15) meine Mutter (45) wegen Lungenkrebs verloren. Von der Diagnose bis zum Tod ist nur ein halbes Jahr vergangen, und die ersten 3-4 Monate hat man ihr auch gar nicht angemerkt, dass sie krank war. Dann ging es ziemlich schnell bergab. Der Tod kam trotzdem sehr plötzlich; ich wurde von meinem Vater aus der Schule abgeholt (bin Einzelkind), weil er einen Anruf vom Krankenhaus bekommen hatte, dass wir schnellmöglich kommen sollten wenn wir meine Mutter noch verabschieden wollten. Wir kamen rechtzeitig, es hat noch 1 1/2 Stunden gedauert, dann ist sie für immer eingeschlafen. Wir konnten uns noch von ihr verabschieden und waren die ganze Zeit bei ihr.

Die ersten Tage danach haben wir beide nur gedacht, dass es so besser ist und die nicht mehr leiden muss. Mein Vater hat sich krank schreiben lassen und ich bin direkt am nächsten Tag wieder zur Schule, weil ich mich ablenken wollte.
Ich hab die Trauer irgendwie bis heute nicht richtig an mich herangelassen. Meine Mutter war alles für mich, wir hatten ein sehr sehr gutes Verhältnis, auch weil sie vor 7 Jahren schon einmal Krebs hatte wir sie schonmal fast verloren hätten. Klar hab ich um sie geweint, aber irgendwie geht halt doch alles so weiter wie sonst und ich habe gar keine Zeit, wirklich zu trauern.
Mein Vater ist jedoch total verzweifelt, weil er mit ihr schon seit über 30 Jahren zusammen war und es nicht mehr anders kennt. Wir streiten uns auch öfters mal, was mich auch fertig macht.
Mir wird das alles zu viel, dieses ständige Herunterschlucken der Trauer, der Druck in der Schule und dann diese Streitereien. Die einzige Person, mit der ich wirklich über alles reden konnte war meine Mutter, aber genau jetzt, wo ich die meisten Probleme habe, ist sie nicht mehr da. Ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll, und habe auch schon überlegt, ob es nicht am besten wäre den Schritt zu machen und..naja auf ihre Seite zu wechseln. Aber das hätte sie nicht gewollt und ich hab auch so viele Pläne für die Zukunft, dienlich nicht einfach aufgeben kann.
Ich weiß gar nicht genau was ich mir hiervon erwarte, ich möchte einfach wissen wie und ob es weitergehen kann. Hat jemand eine ähnliche Situation durchgemacht? Was hat in dieser Zeit geholfen?
Falls sich jemand tatsächlich die Zeit genommen hat, diesen Roman zu lesen, danke ich dafür und hoffe auf gut gemeinte Antworten, egal ob privat oder öffentlich..
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Marichen



Anmeldedatum: 20.10.2014
Beiträge: 1
Wohnort: Göttingen

BeitragVerfasst am: 20.10.2014, 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
ich habe fast das selbe durch gemacht wie du.
Obwohl meine Geschichte um einiges Komplizierter ist . Zuerst muss man wissen das meine Eltern sich 2009 getrennt haben und mein Bruder und ich bei meine Mutter wohnen geblieben sind. Wir hatten zwar Kontakt mit unserem Vater aber jedesmal wenn ich bei ihm war habe ich mich mit ihm gestritten und so weiter. Dann hat meine Mama 2011 Krebs bekommen ''Multiples Myelom''. Ich war am Boden, habe mich mit vielen von meinen damaligen Freunden zerstritten, weil sie Null Verständnis hatten und bin so irgendwie um die Runden gekommen. Es kamen viele Chemos und meine Mama war Arbeitsunfähig. Ich habe den kompletten Haushalt übernommen, weil es ihr Peinlich war Hilfe von außen anzunehmen und habe mich so gut es ging um sie gekümmert . Dann ging es wieder Berg auf , sie konnte wieder mehr Sachen im Haushalt machen und ich habe mich wieder öfters mit Freunden getroffen. Es war soweit das sie im Oktober eigentlich wieder anfangen sollte zu arbeiten was sie damals richtig gefreut hat , den sie hasste es zu Hause zu sitzen. Doch dann kamen die Rückenschmerzen wieder und es fing auch mit anderen Knochen an. Falls du es nicht weißt das Multiple Myelom greift die Knochen an..
Diesmal wurde nicht mit Chemo behandelt , sondern es wurde Bestrahlt. Ja und diesmal habe ich es versucht zu verdrängen .. Und selbst Weihnachten habe ich noch nicht eingesehen das es das letzte Weihnachten mit ihr war..
Im Januar kam sie dann wieder ins Krankenhaus. Wir haben sie samstags noch besucht und ich weiß noch das das letzte war das ich zu ihr gesagt habe war : Ärger die Krankenschwestern nicht!
Noch nicht mal da war mir bewusst das ich sie das letzte mal sehen werde..
Kennst du das? wenn man sagt der Körper spürt schon vorher, wenn was schlimmes passiert? So war es dann bei mir zweimal.. Am Samstag Abend nach dem wir bei ihr waren habe ich mich noch mit ein paar Freunden getroffen und wir haben ein bisschen was getrunken. Bis meine beste Freundin anfing zu weinen ( ihre Mutter ist gestorben als sie 6 war ) wegen ihrer Mutter und in dem Moment wurde mir komisch ich fing auch an zu weinen weil ich einfach so angst hatte. Am nächsten Morgen kam dann die Nachricht : '' Deine Mama liegt im Koma''
Ich ging trotzdem weiter zur Schule , schließlich konnte ich mir im Abschlusszeugnis nicht viele Fehltage erlauben. Dort sprach ich mit meiner Lehrerin gemeinsam mit meiner Besten Freundin.
Montag, Dienstag , Mittwoch und dann kam die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in der ich Albträume hatte . Ich weiß nicht mehr was ich geträumt habe,aber ich bin Nachts schweiß gebadet aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Als ich dann Donnerstag bei den Hausaufgaben saß kam der Anruf der mein komplettes Leben verändert hat.
Mein Vater ist uns in die Wohnung gezogen, weil seine zu klein war und mittlerweile wohnt auch seine Freundin bei uns.
Mit ihr komme ich super klar aber mit meinem Vater bin ich nur am Zoffen.
Wir haben nach dem Tod unserer Mutter eine Familienhilfe bekommen. Das hat sehr geholfen, weil man eine neutrale Person hat mit der man über alles reden kann und ich gehe alle 4 Wochen zu einer Psychologin. Ich weiß nicht ob dir das auch helfen sollte aber ein Versuch ist es Wert ..
Das alles und meine Freunde und Verwandet haben mir in diesem halben Jahr so geholfen so das ich jetzt sogar meinen Erweiterten Realschul-Abschluss doch noch geschafft haben und gerade dabei bin meine Fachhochschulreife zu machen.
Und mein Bruder und ich kriegen jetzt jeder jemanden Einzelnen vom Jugendamt der sich ein bisschen um uns kümmert..

Ich habe auch nie wirklich mit meinem Vater über das Thema gesprochen, aber versuch mit jemandem neutrales zu reden und wenn es die Beratungslehrerin oder der Beratungslehrer an eurer Schule ist Winken Wenn ihr sowas habt!

Ich wünsche dir ganz viel Glück wenn du bis hier hin gelesen hast!!
Und denk dran trauern ist nichts schlimmes und so wie ich es immer bei meiner besten Freundin sehe wird das auch nie weg gehen und das soll es ja auch nicht.

p.s tut mir leid, kurz fassen fällt mir nicht so leicht
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mislaura7



Anmeldedatum: 03.02.2015
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 03.02.2015, 09:16    Titel: Antworten mit Zitat

ch hab das Leben aufgegeben. Stehe an ihrem anonymen Grab, bei dem ich nicht genau weiß, wo es ist.“ Meine Psychotherapeutin von damals schreibt, dass sie nicht weiß, was sie sagen soll. Dass wohl niemand verstehen wird, wie eng die Bindung zwischen mir und meiner Mutter war.
Und den Satz, den ich beginne zu hassen: „Ihre Mutter wird immer bei Ihnen sein.“




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Zuletzt bearbeitet von mislaura7 am 14.02.2015, 13:02, insgesamt einmal bearbeitet
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verweht



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Beiträge: 121
Wohnort: germany

BeitragVerfasst am: 06.02.2015, 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

Therapeuten sind dazu da, den vermeintlich kaputten Menschen wieder systemkompatibel, leistungsfähig zu machen. Sie sind nicht mehr als eine Autowerkstatt, die dafür sorgen soll, daß man wieder auf der Autobahn des Lebens fahren kann.

Für die Seele hat diese Gattung wenig zu bieten. Es ist das Miss - Verstehen ihr Beruf, nicht das Verstehen eine menschliche Eigenschaft. Für die braucht man keine Ausbildung.
Das hilflose Geruder ist vorprogrammiert.
Mach Dir nicht all zu viel draus. Menschen, die die Lücke mit Dir in gemeinsamen Erlebnissen überschreiben sind leider dünn gesät. Ein Loch im Zahn ist immer eine Flickstelle, wenn es ausgefüllt. Aber ob Dir einer Watte rein macht, oder Keramik, das ist ein Unterschied.
Das Schicksal wird dann unerträglich und langwierig, wenn es keine empathischen Menschen folgen läßt, also schlicht Leute, die eine Bindung aus der eigenen Person aufbauen können und so bei sich selber sind, daß sie Raum für den anderen haben.
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