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Innerhalb eines Monats zum Waisen mit 27

 
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SamTaka



Anmeldedatum: 03.11.2013
Beiträge: 3
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 03.11.2013, 16:16    Titel: Innerhalb eines Monats zum Waisen mit 27 Antworten mit Zitat

Liebe Community,

durch verzweifelte google recherchen bin ich auf dieses Forum gestossen.
Am 1.10.2013 starb meine Mutter (59) einen tragischen Tod mit multiplem Organversagen und unzähligen Baustellen. (sie hatte sich NIE helfen lassen wollen, alles verschwiegen, verheimlicht, sie wollte mich schützen und meinte sie könne das allein).
Da meine Mutter und ich eine ausgesprochen intensive und traumhafte Beziehung zueinander hatten, brach ich zusammen und verlor (gefühlt) den Verstand.

Doch viel Zeit zum trauern hatte ich nicht, denn ich musste mich um meinen Vater kümmern. (Alkoholproblematik). Er ließ sich endgültig gehen und sagte mir jeden Tag am Telefon er werde bald sterben. ich tat alles was in meiner Macht stand und versuchte für ihn da zu sein (auch wenn unsere Beziehung immer sehr sehr schlecht war)

Ich ging mal wieder auf ihn zu und sagte ihm, jetzt hätte ich nur noch ihn und er mich und wir müssten zusammenhalten. ich musste schon wieder stark sein für ihn. Mein ganzes Leben ist davon geprägt, aufgrund dem Alkoholmissbrauch in meiner Familie, dass ICH die starke, vernünftige und Erwachsene sein muss.
Auch die Organisation der Beisetzung, Banken etc musste ich erledigen, dabei habe ich doch den wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren.

ja und nun spitzte es sich zu :
01.11.2013 Auf den Hinweis der Nachbarn (ich wohne 300km entfernt) er sei am mittwoch abend weggefahren und seitdem nicht zurück gekehrt gab ich eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf.

6 std später wurde meine Horrorvorstellung war.
Die Polizei kam zu mir und teilte mit er habe sich umgebracht.
sie fanden sein Auto am Flussufer und er selbst wurde vom Helikopter leblos treibend im regionalen Fluss gefunden, es konnte nur noch der Tod festgestellt werden. er hat sich umgebracht und mich komplett allein zurück gelassen.

Und an dieser Stelle möchte ich mich an jene wenden die auch binnen kürzester Zeit beide Elternteile verloren haben :

Was mache ich jetzt?
ist das was ich fühle normal?

Ich spür mich gar nicht mehr. ich atme nur noch.
ich bekomme schlimmste flashbacks, manchmal fang ich an zu zittern und mir ist kontinuierlich übel. ich vergesse zu essen und wenn ich lachen muss, schlägt es im schlimmsten fall in weinen um.

ich habe zwar hilfsangebote von verwandten, mit denen ich jedoch seit 10 jahren nichts zu tun hatte und sie daher , gefühlt, fremde für mich sind.

ich BEGREIFE nicht ein Detail dieser Geschichte. Mein Mutter starb und mein herz hörte auf zu schlagen.
Meinen Vater bat ich, mir zuliebe bitte durchzuhalten, denn ich war und bin masslos überfordert mit dem Verlust meiner Mutter, aber DAS er sich das leben genommen hat und vor allem die ART UND WEISE, erschüttern mich endgültig in den Grundmauern meiner Seele.

Ich hoffe auf Menschen denen dasselbe oder ähnliches wiederfahren ist, zum Austausch und beratschlagen wie und was für Hilfe ich mir holen kann. Ich war mein leben lang ein einzelkämpfer, habe die sucht in der familie mitgetragen und die familie nach aussen immer aufgewertet und jetzt bei meinem persönlichen Neuanfang (2 monate vorher, neue stadt, neuer job etc) stirbt meine Mutter "an Sturheit" und mein Vater bringt sich um und ich ?....

ich stehe da mit meinen 27
und frage mich , WAS IST EIGENTLICH HIER LOS?

Ich empfinde soviel und doch nichts.
Ich würde mich sehr freuen über antworten oder persönliche nachrichten zum austausch. Ich bin nicht mehr ich und habe wirklich angst den Bezug zu mir und der Welt zu verlieren.

Ich danke euch schon mal im Vorraus,
ich muss an dieser Stelle meinen Beitrag sowieso beenden,
da ich seit dem Tod meiner Mutter, zu nichts mehr in der Lage bin , bei dem man sich länger als 5 min konzentrieren muss.
Ich kriege nichts mit.

Grüße aus Stuttgart
sam
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MmePoulain



Anmeldedatum: 17.11.2013
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17.11.2013, 02:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sam,
ich habe deinen Beitrag gelesen und mich ein wenig wiedergefunden. Ich muss ganz ehrlich sein, es ist spät und ich bin zu müde um wirklich adäquat auf auf deinen Beitrag zu antworten, zumal ich hier eigentlich immer nur ab und an lese und bisher nie geschrieben habe. Ich hatte nur das Bedürfnis jetzt zu schreiben, weil noch keiner geantwortet hat und ich möchte dass du weißt dass so surreal dir das alles erscheint und so unglaublich sowas ist, es Menschen gibt, die Ähnliches erlebt haben.
Ich beispielsweise, ich bin 23 Jahre alt, habe vor einem Jahr innerhalb von 8 Monaten meine Eltern verloren. Meinen Vater "plötzlich", wobei plötzlich nur bedeutet dass obwohl auch er sich zeit seines Lebens vernachlässigt hat und schon ewig verschiedene Krankheiten hatte und nichts dagegen getan hatte, ich von seinem Tod absolut überollt würde. Mittags war noch alles gut und abends war er tot. Parallel hatte ich kurz vorher von der Krebserkrankung meiner Mutter erfahren, welche nach 9 Monaten furchtbaren Kampf und unfassbaren Dramen gestorben ist. Hinzukommt dass auch ich immer kämpfen musste da meine Eltern sehr sehr komplizierte und teilweise psychisch kranke Menschen waren(+alkoholabhängigkeit). Die Pflege meiner Mutter habe ich zusammen mit meinem Stiefvater geleistet. Da ein halbes Jahr vorher meine Oma, welche ich mit meiner Mutter betreut habe, verstorben ist habe meine komplette Kernfamilie verloren. Verwandte existieren noch aber dort besteht keine besondere Bindung.

Nun möchte ich jetzt hier gar nicht lang und breit meine Geschichte breittreten. Ich möchte Dir nur einen Rat geben:
Suche Dir eine Trauergruppe, und zwar eine in deiner Stadt, nicht nur im virtuellen Raum. Ich selbst habe in der Pflegephase meiner Mutter kurz nach dem Tod meines Vaters eine Psychologin aufgesucht, bei der ich bis kurz nach dem Tod meiner Mutter geblieben bin. Das war sicherlich nicht schlecht aber ich habe mich nie richtig verstanden gefühlt, wusste nicht ob das was ich fühle normal ist und wie ich es fühle, wie lange ich es fühle. Ich habe gedacht ich bin ganz alleine auf der Welt mit solcherlei Gefühlen und warum passiert mir sowas?
Ich habe dann nach einiger Zeit gespürt, dass ich mit Menschen, in meinem Fall jungen Erwachsenen sprechen möchte, die auch einen Elternteil verloren haben. Eine Gruppe für Vollwaisen zu finden hat nicht geklappt aber ich habe eine wunderbare Gruppe gefunden, wo zwar keiner dabei ist, der beide Elternteile verloren hat aber trotzdem helfen mir die Treffen ungemein. Ich lege dir daher nahe dir als ersten Schritt eine solche Gruppe oder andere therapeutische Hilfe zu suchen.

Ich hoffe ich konnte dir vorerst und zu so später Stunde ein wenig helfen.
MmePoulain
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MmePoulain



Anmeldedatum: 17.11.2013
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17.11.2013, 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal nachgeschaut und das hier für Stuttgart gefunden:
http://www.hospiz-st-martin.de/trauergruppen.html#Wenn_Eltern_sterben

Wenn Du ein bisschen weitersucht findest du vielleicht noch andere Angebote
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SamTaka



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Beiträge: 3
Wohnort: Stuttgart

BeitragVerfasst am: 18.11.2013, 08:00    Titel: Danke für deine Antwort^ Antworten mit Zitat

hallo MmePoulain

vielen dank für deine Antwort. dsas was du erlebt hast, ist sehr heftig. auch noch mit der Oma.
Bei mir ist auch Alkohol und Tablettensucht im Spiel gewesen, Egoismus und Suizid.
Ich habe eine Therapeutin zu der ich heute wieder gehe, ich will es auch versuchen, aber parallel wollte ich auch in so eine Gruppe gehen.
DANKE für den Link, ihc werde mich dort mal anmelden.

am sa war die Beisetzung meines Vaters und am Abend hat es mir dann endgültig "den schalter rausgehaun" ... ich bin wie gelähmt und leer.
ganz eklig.

wie geht es dir mittlerweile?
Hast du noch etwas für dich gemacht, um da rauszukommen?
Warst du krank geschrieben oder bist du wieder arbeiten gegangen?
Ich bin jetzt seit 7 wochen krank geschrieben und kann mir auch nicht vorstellen zb noch dieses Kalenderjahr zu arbeiten. Auch grad mit weihnachten usw. mir ist sozusagen die Welt zu viel.

Danke für deine Antwort, ich würde mich freuen wieder von dir zu lesen!

LIEBE GRÜsse
Sam
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MmePoulain



Anmeldedatum: 17.11.2013
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 18.11.2013, 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sam,
ich war zu dem Zeitpunkt als mein Vater starb gerade im ersten Semester meines Studiums. Ich habe mich zwar kurz krankschreiben lassen, 10 Tage oder so aber im Studium ist dass ja was anderes.Ich konnte mich von Veranstaltung abmelden, von Klausuren die ich kurz nach dem Tod meines Vaters geschrieben hätte usw. Mir haben zwar viele geraten ein Urlaubssemester zu nehmen, weil ich ja auch noch alle Hände voll zu tun hatte mit der Orga für die Beerdigung, Nachlass und vorallem meiner Mutter aber ich war so doof und dachte ich krieg das hin. Hab ich aber nicht. Nach dem Tod meines Vaters war ich so traumatisiert, ich bin bei ihm aufgewachsen und ich war die einzige Person in seinem Leben, hatte das Gefühl ich trauere alleine um ihn (er hatte zu kaum jemanden Kontakt, meine Eltern hatten seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen) und wir hatten eine sehr sehr schwierige Geschichte hinter uns, dass ich mich natürlich noch so intensiver darum bemüht habe meine Mutter "zu retten". Ich dachte die ganze Zeit, "die schafft das, das kann ja gar nicht passieren dass die jetzt auch noch stirbt". Meine Mutter war jedoch alkoholabhänig, boarderliner und was weiß ich noch alles, hatte ihr Päckchen zu tragen und war immer sehr distanziert zu mir vorallem körperlich. Die Zeit der Chemo war ein einziger Kampf für mich. Wir durften am anfang keinem sagen was los ist und mein Stiefvater war nach einiger Zeit ziemlich überfordet. Ich jedoch habe "funktioniert" und dachte halt auch ich pack die Uni nebenbei. Meine Mutter besaß auch keine Empathie und ich machte mir daher noch mehr Druck. (Ich hatte mich einmal von einer Klausur abgemeldet weil sie an dem Tag eine lebensbedrohliche OP hatte undals ich ihr sagte dass ich die Klausur nicht mitschreibe war ihr Kommentar "biste jetzt auch noch faul geworden?")
Das mit der Uni war also doof von mir. Ich habe kaum was geschafft, habe mir deswegen noch weiter Druck gemacht, Klausuren mitgeschrieben und verhauen und stehe jetzt teilweise vor dem letzten Versuch in manchen Fächern. Ich bin jetzt im 5. Fachsemester und habe kaum was geschafft. Ich sitze teilweise in Veranstaltungen des ersten Fachsemesters und wenn jemand mitkriegt, dass ich im 5. FS bin, kommen manchmal Kommentare wie "hast wohl letztes Jahr viel gechillt". Was soll man dazu sagen? Die könnens ja nicht ahnen.
Daher kann ich Dir in dem Punkt nicht viel helfen, ich weiß ja nicht wie das bei Erziehern läuft, wie lange man sich krankschreiben lassen kann ohne das der Job gefährdet ist. Grundsätzlich bin ich jedoch dafür, dass man sich Zeit für sich nimmt, Zeit dass alles zu verarbeiten. Das ist aber eine Gradwanderung. Ich denke Letargie ist auch sehr gefährlich, wenn du dich krankschreiben lässt versuche die Zeit für dich zu nutzen. Ich habe mich bis vor kurzem kaum gespürt, mich nicht mehr um mich gekümmert. Tue Dinge die Dir guttun, bei mir war es Gartenarbeit. Lasse dich auf deine Gefühle ein, alles was du jetzt fühlst ist okay. Sei es dass du in eine Phase kommst, wo du deine eltern idealisierst oder eine Phase wo du ihnen sehr aggresiv ggü. bist. Das gehört zum Trauerprozess.
Nun zu deiner Frage wie es mit heute geht;
nicht besonders gut aber "es muss halt". Ich habe eine wundervolle Beziehung ohne die ich heute nicht mehr hier wäre. Aber es ist wirklich schwer. Was wir haben Sam, ist eine "erschwerte Trauer". Die kurz aufeinander folgenden Todesfälle und die ambilvalente und komplizierte Beziehung zu den Eltern, mit Dingen die nie geklärt werden können und Erlebnissen die schwer oder gar nicht zu verarbeiten sind. Wenn man dann auch noch von klein auf Verantwortung für die Eltern ünernehmen musste, ist der Tod dieser Menschen Traumatisierend und erleichternd zugleich. Bei mir äußert sich das in Phasen. Ich kann mich an 2012 kaum erinnern, nur an Krankenhäuser und Erlebnisse mit meinen Eltern. Ich habe oft Alpträume oder Rettungsträume, aber das mittlerweise "nur noch" phasenweise. In der ersten Zeit war das jede Nacht so. Ich frage mich jetzt noch häufiger worin der Sinn des Lebens besteht. Der größte Teil meines Lebens war Leid. Wozu die ganze Anstrengung? Ich habe mir jetzt vorgenommen mich noch mehr mit Philosophie und Psychologie zu beschäftigen um Antworten zu suchen und auch ein wenig meine Eltern zu verstehen. Auch sie waren Egoisten, meine Mutter gab das offen zu, mein Vater empfand sich als selbstlos. Was beide meiner Meinung getan haben war Suizid auf Raten. Meine Mutter hat gesoffen, kaum was gegessen, geraucht wie ein Schlot. Mein Vater hat gesoffen, viel zu viel gegessen und geraucht wie ein Schlot. Ärtze waren beiden zuwider. Das kann man ja für sich entscheiden aber wenn man ein Kind hat sollte man seinen Lebensstil etwas verändern eben damit man etwas länger bei dem Kind bleibt. Naja aber das ist eine andere laaaange Geschichte.
Ich versuche mich auf positive Sachen zu konzentrieren, auf das was mir geblieben ist. Das ist nicht immer leicht aber was soll man anderes machen? Da kommt halt diese Sinnfrage.
Nun, ein Sinn des Lebens ist es sicherlich das beste draus zu machen und glücklich zu sein. Ich frage mich oft ob ich jemals wieder uneingeschränkt glücklich sein werde. Falls ich irgendwann mal heirate, wer sitzt auf meiner Seite? Mein Kind wird niemals seine Großeltern kennen lernen. Wen interessiert es wenn ich etwas schaffe, einen Uniabschluss oder was weiß ich?Solche Fragen treiben mich um. Andererseits muss ich mir die Frage stellen, wie es mit meinen Eltern weitergegangen wäre wenn sie nicht gestorben wären. Sie wären nicht alt geworden, höchstwahrscheinlich Pflegefälle durch ihren Lebensstil. Es hätte weiterhin jahrelang riesige Dramen gegeben, ich wäre weiter vorallem für meinen Vater veranwtortlich gewesen, hätte vielleicht weiterhin jahrelange Pflegearbeit zusammen mit der psychischen Belastung aushalten müssen. Meine Eltern sind tot, dass ist furchtbar und ich glaube sowas kann man auch nicht "überwinden". Mein Vater hat auch noch geweint wenn er über den Tod seines Vaters sprach und das war 27 Jahre her. Sowas kann man nicht überwinden, man muss lernen damit zu leben. und ich glaube dass ist ein langer weg. Man muss sich jetzt um sich selber kümmern. Vielleicht das erste Mal im Leben. Das ist eine Chance.
Deine Eltern haben etwas hinterlassen auf der Welt, dass bist du. In dir leben sie weiter. Du kannst ihr positiven eigenschaften die du von ihnen geerbt oder übernommen hast nutzen und auch von ihnen profitieren und sie weitergeben, an deine eigenen kinder oder die menschen die du durch deinen job begleitest. Die negativen Eigenschaften und Erlebnisse können auch nützlich für dich sein. Sie machen dich stärker, sie bewahren dich vor Fehlern und können dir eine Lehre sein.
Das wichtigste ist wirklich dass du auf dich, deine gefühle, deinen Körper hörst. Du befindest dich in einer Extremsituation. Du wirst noch viele Phasen durchmachen. Einge schwerer als andere. Nach ein paar Monaten begann mein Umfeld wieder "normal" mit mir umzugehen und alles ging seinen gewohnten Gang. So ist das Leben. Es geht weiter. Aber ich komm da nicht mit. Ganz nach dem Lied von Glashaus "haltet die welt an". Auch damit wirst du umgehen müssen. Das kann aber auch hilfreich sein. Die Zeit heilt nicht alle Wunden. Das istr absoluter Quatsch. Aber die Zeit hilft um Dinge besser zu verstehen, besser einordnen zu können. Lass dir von niemandem vorschreiben wie du trauerst und wie lange. Achte aber darauf dass es für dich nicht gefährlich wird. Dafür ist sicherlich die Gruppe oder dein Psychologe eine gute Hilfe. Weihnachten war schon immer schwierig bei mir weil meine eltern es nie gefeiert haben. Achte auch da auf dich! Wir werden in den nächten Wochen mit Bildern von glücklichen und vorallem kompletten Familien zugeballert werden. Überlge dir wie du weihnachten am besten verbringst ohne einen absturz zu kriegen. Bei Freunden? Vielleicht irgendwo wo weihnchten gar keine rolle spielt? in einer suppenküche?
So ich hör jetzt mal auf Geschockt hab grad gesehn wie lang der text geworden ist. ich hoffe er ist nicht zu chaotisch und ich konnte dir vielleicht etwas helfen
Liebe Grüße
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Mark.a.R.



Anmeldedatum: 02.03.2013
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 20.01.2014, 22:33    Titel: normal Antworten mit Zitat

Hallo Sam!

Ich bin nur manchmal in diesem Forum. Und eigentlich auch viel zu spät darauf gestoßen. Der Tod meiner Eltern liegt schon lange zurück! Trotzdem beschäftigt er mich manchmal noch heute ... Es war aber nicht nur das Gefühl der Trauer, was mich damals und in der Zeit danach beschäftigt hat, sondern eigentlich eher genau die Dinge, die du beschrieben hast!

Das Gefühl der Leere, die Frage der Schuld, dieses Gefühl der Einsamkeit, usw.

Und diese verdammte Frage, ob das, was ich fühle, normal ist???
Und ich habe viele Jahre für die Antwort gebraucht:

JA!Es ist vollkommen normal!

Leider habe ich das erst jetzt verstanden! Aber genau deshalb schreibe ich es hier und hoffe, ihr seht es nicht als Einmischung in euren so ehrlichen und hoffentlich hilfreichen Austausch! Ich wünsche dir, dass du
diese Einsicht schneller bekommst als ich, damit du dir zumindest darüber keine Gedanken machen musst!

Das was du fühlst (und NICHT!) fühlst, das was du denkst, deine Ängste und die gesamte Bandbreite sämtlicher Emotionen sind VOLLKOMMEN normal! Damit wir uns nicht falsch verstehen: Damit meine ich nicht das, was du oder ich oder wir alle erlebt haben, aber die Reaktion darauf!

Ich drücke dir (und im übrigen auch MmePoulain) die Daumen. Es tut mir leid, dass du (und ihr) das alles durchmachen müsst. Und auch, wenn es im Moment vielleicht noch nicht so aussieht, weil die ganzen Erlebnisse noch so nah und die Wunden so frisch sind: aber ich weiß, dass du/ dass ihr es schafft!

Lieben Gruß

Mark.[/b]
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