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Was bedeutet es, den Tod zu "verarbeiten" ?!
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alpaca



Anmeldedatum: 24.02.2013
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 24.02.2013, 23:18    Titel: Was bedeutet es, den Tod zu "verarbeiten" ?! Antworten mit Zitat

Hallo,

nach einiger Zeit des Mitlesens habe ich mich nun doch dazu entschlossen, mich hier anzumelden - mit einiger Überwindung... gar nicht so leicht, sich fremden Menschen so zu offenbaren!
Grund ist, dass ich eine Frage habe, von der ich glaube, dass sie einfach nur Gleichgesinnte beantworten können.

Kurz zu meiner Geschichte: Ich bin weiblich, 20 und habe meinen Vater total plötzlich, ohne Vorwarnung vor ca 3 Monaten verloren. Die ersten Wochen waren schlimm, ich habe viel geweint - aber ich hab nie gedacht, dass ich es nicht schaffen kann. Mit dem Tod meines Vaters ist zwar eigentlich fast das Schlimmste passiert, was ich mir je hätte erträumen können, und trotzdem hab ich relativ rasch gemerkt, dass die Welt nicht einfach aufhört, sich zu drehen. Und irgendwie akzeptiert, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als mich damit abzufinden.

Nun langsam zu meiner Frage.
Alle reden immer davon, dass es lange dauert, um den Tod eines geliebten Menschen zu "verarbeiten". Ich habe irgendwie ein Problem damit, zu begreifen, was das genau bedeuten soll - was genau soll hier verarbeitet werden? Ich meine hier nicht verarbeiten im Sinne von eine Therapie machen, sondern generell das Verarbeiten eines Verlustes.

Ich habe nämlich irgendwie Angst, dass ich dem Tod zu wenig "Aufmerksamkeit" schenke.. ich bin sofort nach dem Begräbnis wieder in den Alltag eingestiegen (bewusst und freiwillig! ich wollte das so). Untertags denke ich fast gar nicht daran, dass mein Vater jetzt nicht mehr lebt. Abends daheim komme ich dann manchmal ins Grübeln, schaue mir Fotos an, selten weine ich dann auch, aber wenn dann nur kurz. Und in letzter Zeit träume ich viel von meinem Vater.. was leider immer sehr unangenehm ist.
Ich versuche manchmal, wenn ich wieder in einer beschäftigten Phase in der es mir eigentlich ganz gut geht, mich bewusst ein bisschen auf den Boden zurückzuholen und mir wieder in Erinnerung zu rufen was passiert ist, aus lauter Sorge, dass ich unbewusst irgendwas verdränge und vor mir wegschiebe.

Also was heißt für euch, den Tod eurer Elternteile zu verarbeiten und wie erkennt man dieses "verarbeitet haben"? Ich weiß es klingt blöd, aber ich bin einfach so von mir selber überrascht, dass ich zeitweise so gut mit der Situation umgehen kann. Da frag ich mich dann manchmal, ob das auch wirklich "gut" und "normal" ist.
Ich hoffe, mein Schreiben ist nachvollziehbar..

Ich freue mich auf Antworten,
liebe Grüße
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verweht



Anmeldedatum: 27.01.2012
Beiträge: 121
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BeitragVerfasst am: 01.03.2013, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

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alpaca



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Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 02.03.2013, 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

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Papa



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BeitragVerfasst am: 03.03.2013, 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Alpaca,

ich weiß nicht, ob es in der Trauer überhaupt etwas gibt, das "normal" ist. Und nur, weil viele andere irgendwie einen Weg gehen (und der damit als der "normale" Weg erscheint), muss es ja noch lange nicht für Dich der richtige sein. Wenn es Dir also momentan gut geht, dann finde ich das total ok. Wie verweht schon schreibt, kann es passieren, dass Dich das Ganze irgendwann einholt, dass es Dir plötzlich schlecht geht (und Du das dann vielleicht auch wirklich erstmal nicht richtig zuordnen kannst, weil es scheinbar gar nichts mit dem Verlust Deines Vaters zu tun hat), aber es hilft Dir ja auch nichts, jetzt in angstvoller Erwartung dazusitzen und darauf zu warten dass die große Keule kommt. Möglicherweise hast Du es wirklich noch nicht richtig "begriffen", weil Dein Unterbewusstsein Dich irgendwie schützen will, weil es momentan zu viel wäre für Dich, aber wie Du schon sagst, Du kannst das nicht angehen wie eine Arbeit für die Uni. Deshalb wäre mein "Rat", oder wie auch immer Du das nennen magst, Dich zu entspannen. Schau einfach, was auf Dich zukommt. Versuche, Deine Trauer anzunehmen, wenn sie kommt, und denke Dir dann nicht (und noch viel wichtiger, lass es Dir nicht von anderen sagen), dass es ja schon so lange her ist und Du jetzt kein Recht mehr hast traurig zu sein. Es kann dauern, bis man es realisiert, aber auch dann muss man diese Trauer leben, wenn man wieder heil aus der Situation rauskommen will. Und bis dahin: Lass Dir von niemandem einreden, dass irgendwas nicht richtig ist und Du Dich jetzt doch "so und so" zu verhalten hättest. Wenn Du 20 bist hast Du vermutlich gerade mit dem Studium angefangen, oder? Bist Du von zu Hause weggezogen? Dann ist so vieles neu und anders und lenkt Dich auch ein Stück weit ab, dass Dir noch gar nicht so richtig "auffällt", was dieses "nie wieder" bedeutet.

Woran man merkt, dass man es "verarbeitet" hat, kann ich Dir auch nicht richtig sagen. Bei mir war es so, dass ich viele Jahre gebraucht habe, bis ich es wirklich richtig verstanden habe, was dieses Wörtchen "tot" bedeutet. Dann ging es mir furchtbar schlecht. Es war gar nicht mal so sehr so, dass ich ihn vermisst hätte oder aktiv traurig war, mein Leben war mir einfach so gar nichts wert und ich habe ziemlich viel Blödsinn gemacht (bei mir lief aber glaube ich auch in meinem Umfeld vieles nicht so, wie es sein sollte). Irgendwann so mit 18/19 habe ich beschlossen, dass es so nicht weiter geht und mich angefangen wirklich aktiv damit auseinander zu setzen. Ich war traurig (und das wirklich geplant und mit Absicht, also ich habe mich wirklich zu Hause hingesetzt und Dinge gemacht von denen ich wusste, dass sie mir wehtun), ich habe angefangen, über ihn zu reden und mir einzugestehen, dass er mir fehlt, dass das furchtbar ist, dass er tot ist und angefangen, mich ernst zu nehmen und nicht mehr ganz so hart zu mir zu sein. Und dann wurde es irgendwie besser. Jetzt (ich bin jetzt 2Cool vergeht immernoch kaum ein Tag, an dem ich nicht an ihn denke, aber es tut nicht mehr so weh. Manchmal erinnert mich etwas an früher und dann fühle ich mich ganz komisch und werde schon traurig, aber ich habe das im Griff und ich denke, mein Leben funktioniert wieder ganz normal, ich bin glücklich, und auch wenn ich es immernoch schrecklich finde, dass ich mein ganzes Leben noch vor mir habe und er einfach nichts davon mitbekommt, empfinde ich das nicht mehr als so unlebbar. Das heißt für mich irgendwie, dass ich es "verarbeitet" habe. Aber ich denke das ist etwas, was jeder für sich rausfinden muss, wann es "gut" ist und wann er das Gefühl hat, dass das Leben wieder funktioniert, wenn auch anders als vorher.

Mach Dir nicht zu viele Gedanken, Du kannst so richtig ja sowieso nichts ändern, und letzten Endes muss man irgendwie manchmal darauf vertrauen, dass man schon das (für sich selbst) Richtige macht!

S.
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verweht



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BeitragVerfasst am: 03.03.2013, 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

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alpaca



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BeitragVerfasst am: 03.03.2013, 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

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verweht



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BeitragVerfasst am: 04.03.2013, 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

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alpaca



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BeitragVerfasst am: 04.03.2013, 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

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Zuletzt bearbeitet von alpaca am 21.02.2016, 22:28, insgesamt einmal bearbeitet
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verweht



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BeitragVerfasst am: 05.03.2013, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

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K-K



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BeitragVerfasst am: 07.03.2013, 00:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hey alpaca,

mach dir keinen Kopf. Das ist völlig "normal". Ich kann das nur aus eigener Erfahrung sagen, nach nicht nur einem Verlust in der engsten Familie.
Es gibt wirklich keine vorgegebene Route beim Trauern. Jeder ist auch in seinem Charakter anders. Du musst nicht krampfhaft trauern...
Ich kann das total nachvollziehen, dass du erstmal über dich selbst verwundert bist. Das war ich genauso. Und es hat auch nichts damit zu tun wie deine Bindung zu ihm war.
Vielleicht hilft es dir auf den Friedhof zu gehen? Ihm nahe zu sein?

Verarbeiten ist meiner Meinung nach der individuelle Umgang mit dem Schicksal. Verarbeiten heißt auch manchmal an Punkte im "Trauerzyklus" zurückzukehren oder zu überspringen, je nach dem wie es dein Körper vorgibt.

Und es ist auch gar nicht so unüblich, dass viele nach dem Verlust eines Verstorbenen wieder in den Alltag zurückkehren. Die einen brauchen eine Auszeit, die anderen möchten bewusst keine. Jeder wie er es möchte.

Es ist erst drei Monate bei dir her. Ich bin mir sicher, du wirst noch viel über den Tod von ihm nachdenken und du brauchst dir da auch keinen Zeitdruck zu machen!

Alles Liebe
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verweht



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BeitragVerfasst am: 08.03.2013, 00:41    Titel: Antworten mit Zitat

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K-K



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BeitragVerfasst am: 16.03.2013, 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

@verweht: du gehst gerne auf Menschen los, kann das sein?
Ich kann dich beruhigen, ich hatte ein super Verhältnis zu meiner verstorbenen Mutter. Da brauche ich auch nichts zu verdrängen.

Ich würde dir raten nicht immer alle zu kritisieren, vor allem wenn du sie auch gar nicht kennst.
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verweht



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BeitragVerfasst am: 17.03.2013, 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

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Zuletzt bearbeitet von verweht am 19.09.2013, 00:14, insgesamt einmal bearbeitet
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K-K



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BeitragVerfasst am: 17.03.2013, 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich beziehe das nicht nur auf mich, sondern sehe auch die Reaktionen der anderen. Vor allem wenn ich lesen muss, dass man sich aus diesem Forum distanzieren möchte wegen deinen aggressiven Unterstellungen. Möchtest du das? Ist dir eigentlich klar, dass es auf der Hand liegt, dass sich Leute von dir distanzieren, wenn du sie mit unsensiblen Behauptungen angreifst, nur weil sie deiner Theorie (nicht) entsprechen?
Ein bisschen mehr Respekt und Toleranz anderen gegenüber wären sehr nett. Aber wie ich aus deinen Nachrichten hier im Forum lesen kann, schreibst du selbst, dass du "keine Lust" hast "sozial zu sein" und dass dir die Militärpsychologie hilft. Wir sind hier aber nicht beim Militär und soziales Verhalten ist Voraussetzung in einem Forum!

Und was Verallgemeinerungen angeht: da scheinst du dich ja gut auszukennen. Die benutzt du ja zur Genüge!

Ich frage mich ob denn das Eltern-Kind-Verhältnis bei dir so optimal war, wenn du jetzt so verbittert bist - um dir mal deine eigenen Thoerien vorzuhalten.
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verweht



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BeitragVerfasst am: 17.03.2013, 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

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Zuletzt bearbeitet von verweht am 19.09.2013, 00:14, insgesamt einmal bearbeitet
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