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Dad kam nie aus dem Urlaub zurück...
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Kathrinschae



Anmeldedatum: 04.02.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 04.02.2013, 21:34    Titel: Dad kam nie aus dem Urlaub zurück... Antworten mit Zitat

Hallo, auf der Suche nach etwas Hilfe und Beistand von Menschen mit dem gleichen Schicksal bin ich auf dieses Forum gestoßen. Ich hoffe hier jemanden zu finden, dem es ähnlich geht wie mir. Ich bin 27 Jahre alt.
Am 1.12. brachte ich meine Eltern zum Flughafen um in ihren wohlverdienten Thailand Urlaub zu starten. Sie haben das letztes Jahr schonmal gemacht, und waren so begeistert, dass sie das auf jeden Fall wiederholen wollten. Der zweite wohlverdiente Urlaub als Rentner... Wir skypeten regelmäßig und schickten uns immer Emails hin und her, bis ich am 23.12. plötzlich eine Email bekam, in der mein Dad schrieb, dass er im Krankenhaus sei, es aber nichts schlimmes sei und er bald wieder raus wäre. Einen Tag später schrieb er, es wäre demky Fieber. Als ich bei google nichts fand, machte ich mir nicht weiter Gedanken darüber, da er sagte, es ginge ihm gut und er muss nur zur Beobachtung da bleiben. Am 25.12. dann die letzte Email, in der er mir den Arztbericht schickte, der aber in meinen Augen einigermaßen okay aussah. Am 26. hörte ich nichts mehr, aber er sagte auch, ich solle mir die Feiertage nicht verderben lassen und er würde sich melden,sobald er genaueres wüsste. Am 27. dann weckte mich mein Onkel, der heulend auf meiner Bettakante saß und nur sagte: wach auf, wach auf, der Papa ist tot!
Ich konnte es lange überhaupt nicht begreifen, Odenwaldes es nicht. Ich dachte das ist nur ein schlechter Traum, wir haben doch dauernd geschrieben und telefoniert.... Als ich endlich dafür gesorgt hatte dass meine mum nen Rückflug bekam und mir hier zu Hause die ganze Geschichte erzählte, begann ich es erst ein wenig zu realisieren. Doch ganz Glauben konnte ich es erst, als ich dann 3 Wochen später, als er endlich da war, den Sarg öffnete... Und immernoch fällt es mir schwer, zu begreifen, dass eine Mücke meinen Vater getötet hat. Es ging alles ganz schnell. Innerhalb von 6 Stunden ist er gestorben.
Es ist nun 5 Wochen her, am Freitag habe ich ihn zu Grabe getragen. Ich stehe total neben mir und vermisse ihn so schrecklich. Er hat immer alles für mich getan, ich war sein ganzer stolz... Nun fühle ich mich einfach nur noch leer, habe keine Lust mehr raus zu gehen, auf andere Menschen, geschweige denn auf meine Arbeit. Kennt das jemand genau so? Was habt ihr getan, um mit der Situation fertig zu werden?
Es ist einfach furchtbar, beide in Urlaub zum schicken, und nur noch einen abzuholen.... Und Schuld daran ist eine kleine, unscheinbare Mücke.... Ich kann es immernoch nicht Glauben.....
Freue mich auf Antworten,
Kathrin
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Sera



Anmeldedatum: 29.01.2013
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 05.02.2013, 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

es tut mir aufrichtig leid, was dir und deiner Familie passiert ist. Ich hoffe, ich kann dir mit der Schilderung meiner Erlebnisse ein bisschen helfen. Ich (26) habe meinen Vater auch plötzlich und unerwartet verloren. Das war am 12.12. letzten Jahres. Ich hatte mit ihm sogar einen Tag vorher telefoniert und er war selbst am Tag seines Todes bester Laune und Gesundheit. Laut Notarzt war er an einem plötzlichen Herztod gestorben... und das nur kurz nach Arbeitsbeginn.

Es ist krass, wie schnell jemand aus seinem Leben gerissen werden kann. Es ist wirklich wie ein schlechter Traum und man wartet irgendwie, dass man wieder davon aufwacht und er wieder da ist. Man wünscht sich das so sehr, ihn wieder in die Arme schließen zu können. Ich habe meinen Vater vor zwei Wochen beerdigt - es war meine erste Beisetzung. Erst danach konnte ich mit der sogenannten Trauerarbeit anfangen. Schon von Anfang an war ich vollkommen orientierungslos. Was mir geholfen hat, war das Buch "Trauer bewältigen. Tod und Trauer verstehen." von Annerose Sieck und Foren wie diese. Auch mit meinem Vater "zu reden" hilft mir. Da kommt man sich zwar anfangs blöd vor, aber irgendwie fühle ich mich jedes Mal besser. Das Gefühl der Leere kenne ich nur zu gut. Man hat das Gefühl auch, nie wieder glücklich sein zu können. Bei jedem sind die Emotionen trotzdem unterschiedlich, habe ich festgestellt. Um meinem Freund und Freundinnen zu erklären, was man empfindet habe ich folgendes Bild beschrieben:

Man läuft am Strand lang und plötzlich kommt ein Tsunami, der einen die Beine wegreisst. Man wird dann rauf aufs Meer gezogen und kann sich nicht dagegen wehren. Dann versucht man, das Ufer zu erreichen. Weiß aber nicht, in welche Richtung man schwimmen soll. Und wird immer wieder nach unten gezogen...

Auch bei mir schwankt die Gemütslage Tag für Tag. Irgendwann letzte Woche konnte ich zum ersten Mal die Realität akzeptieren, dass er wirklich tot ist. Trotzdem gibt es immer wieder Momente, wo ich das nicht kann. Wo mir alles und vor allem sein Tod so sinnlos erscheint. Wie hält sich deine Mutter? Meine Mutter zwar nach der Todesnachricht zusammengebrochen und ich musste alles größtenteils alleine regeln.. Mein Vater und ich standen uns auch sehr sehr nahe, zu mal ich Einzelkind bin und zu meiner Mutter ein kaputtes Verhältnis habe..
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Kathrinschae



Anmeldedatum: 04.02.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 05.02.2013, 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sera,
Erst mal vielen dank für deine Antwort. Deine Geschichte klingt auch echt hart und ich bewundere dich, wie gut und offen du scheinbar damit umgehst. Danke für die Buchempfehlung, das werde ich mir auf jeden fall holen. Ich habe bisher das Buch von Frau kübler-Ross gelesen, was mir aber nicht so wirklich weiter geholfen hat. Ich denke, dass für mich einfach das Reden hilft, so wie hier. Deshalb nochmal danke für die Antwort.
Ich rede genau wie du jeden Tag mit meinem Dad. Neben meinem Bett steht ein Foto von ihm, und jede Nacht bevor ich ins Bett gehe sehe ich es mir an und rede mit ihm, und beginne automatisch zu weinen. Leider kommt mir automatisch immer das Bild vor Augen, wie ich ihn tot im Sarg liegen sah, und das habe ich dann die halbe Nacht vor Augen, bis ich endlich einschlafen kann, oder auch nicht. Ich weiß bis heute nicht ob es richtig war ihn nochmal anzuschauen, das Bild sitzt tief in meinem Gedächtnis und schmerzt. Aber es hat mir gezeigt, dass es wirklich wahr ist. Ansonsten könnte ich es wahrscheinlich immernoch nicht Glauben...
Deine Analogie mit dem Strand kommt mir bekannt vor. Da mein Dad sehr mit dem Wasser verbunden war habe ich auf seiner Beerdigung eine Trauerrede gehalten, dies ich auf dieser Analogie aufgebaut habe: zum Zeitpunkt seiner Geburt wird jeder von uns in ein Körbchen auf einen Fluss gelegt und treibt mit Ebbe und Flut auf dem Strom des Todes dahin (wenn du Lust hast Hör dir mal bright eyes von Art Garfunkel an, bzw lies den sengtest. Das war das Lieblingslied meines Vaters). Und irgendwann wir man von der Flut, gegen die man nicht mehr kämpfen kann, ans Ufer gespült. Sobald man einen Fuß an dieses Ufer setzt, kommt man nie mehr zurück. Dennoch sollten wir wissen, dass alle, die uns dorthin voraus gegangen sind, nun dort am Ufer sitzen und uns, die wir noch immer in unseren Körbchen dahintreiben, beobachten und beschützen....
Ich bin auch Einzelkind. Und totales Papa Kind. Er hat alles für mich gemacht. Dinge von denen ich keine Ahnung habe. Alles was mit Versicherungen und Geld zu tun hat. Meine mam is Hausfrau, sie hat aufgehört zu arbeiten seit ich auf der Welt bin. Sie ist sehr stark und sagt sich, dass das leben weitergehen muss. Ich bin nun schon seit 6 Wochen zu Hause bei ihr, da meine Arbeit ca 500km entrnt ist. Nä haste Woche kommt sie mit mir in meine Wohnung, da sie momentan nicht alleine sein kann. Geregelt habe ich auch alles alleine, da sie nicht mit Computern etc umgehen kann und generell noch weniger Ahnung hat als ich.... Bisher war immer was zu tun, wir waren beschäftigt. Doch mittlerweile reißt das langsam ab, und ich ISS genau, dass sie furchtbare Angst davor hat, alleine zu sein. Ich selbst war auch seit 6 Wochen nicht mehr außer Haus, außer zum einkaufen oder so.... Auch ich habe Angst vor dem, was kommen wird. Man weiß es einfach nicht. Ich kann meiner Arbeit nicht mehr ruhigen Gewissens nachgehen weil ich weiß, dass sie allein zu Hause sitzt, 500km entfernt...
mit jedem Brief der kommt fehlt er mir mehr, weil ich ihn öffne und nicht weiß was das soll, was da drin steht. Er wusste das alles....
Ich weiß einfach nicht,was ich Tun soll....wie das alles weitergehen soll. Arbeitest du schon wieder? Wie geht es denn deiner mam wenn ihr euch nicht besonders nahe steht?
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Sera



Anmeldedatum: 29.01.2013
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 05.02.2013, 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

ich arbeite noch nicht wieder, habe aber vor, nächste Woche wieder ins Büro zu kommen. Derzeit versuche ich mich an einer Hausarbeit, die ich im März abgeben muss. Es ist echt schwer, da man nicht mehr so intensiv wie gewohnt aber kann und nur mühsam voran kommt. Die Konzentrationsfähigkeit ist nicht mehr so wie vorher. Aber ich hoffe, dass sich das mit der Zeit gibt.

Meiner Mutter geht es den Umständen entsprechend. Ich besuche sie alle zwei Wochen, rufe sie jeden Tag an (weil sie keine Flatrate hat) und sonst schreiben wir uns auch Mails. Es kostet mich zwar immer irgendwie Überwindung, aber sie freut sich jedes Mal. Da sich meine Mutter mit meiner väterlichen Familienseite seit seinem Tod komplett verkracht hat und sie kaum Freunde hat, ist sie natürlich sehr einsam. Aber sie war schon immer ein sozial sehr zurückgezogener Mensch. Es fällt mir nicht leicht den Kontakt zu ihr zu halten, da sie sehr schwierig ist und bestimmte Sachen kann ich ihr nicht verzeihen. Beispielsweise durften mein Freund und meine Cousins nicht an seiner Beisetzung teilnehmen, weil sie es nicht wollte. Für meine Cousins war mein Vater wie eine Art Ersatzvater, da sie zum Teil keinen Kontakt zu ihrem mehr haben. Geradeso durften neben mir auch meine Oma und Tante teilnehmen. Das ist nur ein Beispiel von vielen, wo sie ihren Dickkopf auf Teufel komm raus und ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt hat.

Deine Analogie hat mich sehr berührt. Da ist echt was dran. Und es ähnelt dem Songtext von dem du geschrieben hattest. Hörst du dir eigentlich die Musik an, die er mochte? Mein Vater war ein großer Musikliebhaber und hatte mich schon im Kindesalter damit angesteckt. Bestimmte Künstler, wie die Rolling Stones oder Eric Clapton, höre ich wie er sogar auch gerne. Nur das ich jetzt dabei natürlich traurig werde..

Als du geschrieben hast, dass du ihn nach seinem Tod noch einmal im Sarg liegend gesehen hast, habe ich echt eine Gänsehaut bekommen. Mir wurde zwar von der Notärztin und seinem Chef detailliert erzählt, was passiert war. Und ich habe mir die Stelle auf seiner Arbeit zeigen lassen, wo er gestorben war. Aber trotzdem bin ich irgendwo froh, dass ich nicht seinen Leichnam sehen musste. Schon die Urne war schlimm genug. Trotzdem war es so unwirklich und schwer zu begreifen, dass darin seine Überreste sind. Ich kann mich vorstellen, dass dich das Bild verfolgt. Das muss wirklich schrecklich sein. Wie klappt es denn bei dir trotzalldem mit dem schlafen und essen?

Hatte dein Papa noch eine Mutter oder Vater, die heute noch leben? Mein Vater war nur knapp zwei Jahre älter als ich heute, als er seinen Vater verloren hatte. Mein Opa war fast im selben Alter wie mein Vater, nur nicht am plötzlichen Herztod, sondern zweiten Herzinfarkt gestorben. Das war vor meiner Geburt und muss wohl auch unerwartet gewesen sein. Neben diesen Verlust mussten mein Vater, seine ältere Schwester und Mutter auch noch den Tod von seiner kleinen Schwester verkraften. Diese war fast so alt, wie ich heute, als sie an Krebs gestorben war. Als ich vor fast zwei Monaten die Nachricht von seinem Tod erhielt, musste ich deshalb auch gleich an meine Oma (seine Mutter) denken. Ihr Schmerz muss unvorstellbar sein. Trotzdem hält sie sich nach außen hin besser, als meine Mutter...
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Kathrinschae



Anmeldedatum: 04.02.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 05.02.2013, 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Sera,
Ich danke die wirklich für deine Antworten. Es tut mir gut endlich mit jemandem reden zu können....
Das mit der Konzentration kann ich total nachfühlen. Ich habe mich heute auch das erste mal wieder von zu Hause aus an Arbeit gewagt. Ich promoviere im Moment, und da interessiert meine Lage leider niemanden, sodass ich am 15.2. ne Deadline für ein wichtiges Manuskript habe..... Ich saß heute den ganzen Tag dran und komme mir vor, als hätte ich nichts, aber auch gar nichts, geschafft. Ich hoffe auch, dass das bald besser wird....
Die Sache mit deiner mam kann ich verstehen. Aber ich finde es Super, dass du dich trotzdem um sie kümmerst, auch wenn sie Entscheidungen getroffen hat, die für dich nicht okay waren. Bei uns lief das alles Super. Meine ganze Familie ( naja so viele sind es gar nicht, eigentlich nur meine mam, Onkel, Tante und 2 Cousins sowie Oma und Opa; ja, die Eltern meines Vaters.) waren alle total am Ende und konnten keinerlei Entscheidungen treffen, weshalb ich das alles in die Hand genommen habe. Ich habe die Trauerfeier sowie die Beisetzung geplant, hab mich dann aber mit allen zusammen gesetzt und alles besprochen. Widerrede kam zum Glück keine. Die Beisetzung haben wir auch im engsten Familienkreis gemacht, aber mein Freund und seine Eltern waren auch dabei. Meine mam wollte das so und ich fand es sehr schön. Er hilft mir eh ungemein, aber er hat wohl das Gefühl, mich retten zu müssen. Er versucht immer, mich zum lachen zu bringen, und auch wenn ich manchmal ein schlechtes gewissen habe zu lachen, so schafft er es doch manchmal... Jedenfalls wäre dein Vater stolz wenn er sehen würde, bzw wenn er jetzt sieht, wie du dich um deine Mutter kümmerst, trotz allem, was sie vielleicht falsch gemacht hat. Mach weiter damit!
Als ich mir mit meiner mam Gedanken über Lieder gemacht habe für die Trauerfeier, sind wir beide auf bright eyes gekommen. Der Text könnte passender nicht sein, was ich aber auch erst jetzt nach genauem hinhören festgestellt habe. Außerdem ist es der Titelsong des Lieblingsfilmes meines dads.... Im laufe der ein sind uns so viele Lieder eingefallen die er gern hörte oder die uns an ihn erinnern. Mittlerweile gibt es 3 CDs, die wir uns oft anhören und zusammen weinen....
Die Sache mit der leiche klingt hart, war es auch, aber im Nachhinein bin ich irgendwie doch froh es gemacht zu haben. Als meine mam aus Thailand anrief und mir sagte er sei tot und was sie jetzt machen sollte, ob verbrennen oder nicht, habe ich intuitiv auch gesagt sie soll ihn direkt verbrennen lassen, ich will ihn nicht mehr sehen.... Sie hat sich intuitiv dagegen entschieden. Als der Sarg dann 3 Wochen später endlich da war, führen wir abends zur Leichenhalle. Meine mam, meine Tante, mein Freund und ich. Und ich sah den Sarg und zweifelte. Ist er das wirklich? Ist das wirklich wahr? Ich ging raus und war total verwirrt. Die bestatteten fragte, ob sie den Sarg öffnen sollte, und ich wusste es einfach nicht. Egal was ich mache, es ist falsch dachte ich. Schau ich ihn nicht an werde ich ewig in Ungewissheit leben weil ich es einfach nicht begreifen kann, Au.erdem ist es die letzte Chance, ihn noch einmal zu sehen. Meine mam sagte dann sie will ihn sehen, ich konnte nicht mit rein. Ich stand vor der Tür und wusste nicht, was ich machen soll. Die bestatteten merkte das und versuchte zu helfen. Sie öffnete mir ein Fenster, sodass ich langsam hingehen und von weiterem reinschauen konnte, wenn ich wollte. Und dann Tat ich es, nachdem ich 10 min gebraucht habe um an das Fenster zu laufen. Und da lag er. Und als ich ihn sah wurde mir eines klar. Dieser Mensch der da liegt, das ist nicht mein Vater. Das ist nur eine Hülle. Und ich wusste mit dem ersten Blick, dass sin Geist diese Hülle schon lange verlassen hatte. Diese Erkenntnis bleibt mir, trotz des furchtbaren Anblickes.... Mit dem einschlafen habe ich Probleme, und ich schlafe nur sehr leicht. Aber es geht. Die ersten Tage nach dem Anruf meiner Mutter konnte ich gar nichts essen ich war krank vor Sorge um sie, da sie ja immernoch in Thailand war und sich auch selbst um nichts kümmern konnte. Ich hab ihr dann einen Rückflug besorgt und habe sie 2 Tage später am Flughafen abgeholt. Seit sie dann da war ging es besser. Mittlerweile esse ich wieder normal, auch ihr zuliebe. Appetit habe ich eigentlich keinen.
Meine Großeltern sind natürlich auch am Ende. Mein Dad hat sich immer um sie gekümmert. Nun Sitz ich da und muss das mit meinem Onkel machen, der auch keine Ahnung von dem ganzen Zeug hat. Meine Oma hat Null Lebensmut mehr, sie isst kaum, und sitzt den ganzen Tag im dunklen Zimmer, ohne Fernseher und alles. Kurz nach der Nachricht vom Tod meines Vaters kam mein Opa ins Krankenhaus mit inneren Blutungen. Kurz danach auch meine Oma weil sie gestürzt war. Mittlerweile sind beide wieder zu Hause, aber das ist natürlich zusätzlich belastend.
Hst du denn noch Freunde, die dir weiterhelfen? Gehst du weg? Ich habe mich bisher nicht raus getraut. Enerdeits habe ich keine Lust, will meine mam nich alleine lassen, und habe richtig Angst davor jemanden zu treffen der mich darauf anspricht...und das obwohl ich eigentlich immer ein sehr ausgehfreudiger Mensch war...
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Sera



Anmeldedatum: 29.01.2013
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 06.02.2013, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

brauchst dich nicht für meine Antworten bedanken. Ich weiß, wie gut es tut sich auszutauschen. Vor allem mit jemanden, der etwas ähnliches erlebt hat. Gibt es für dich wirklich keine Möglichkeit, die Deadline für dein Manuskript zu verlängern? Gibt es nicht so etwas wie ein Härtefall? Gestern war ich auch wieder am lesen für meine Hausarbeit, aber ich habe mich richtig durchgequält. Das ist wirklich ätzend, zu mal man sich nicht richtig darauf konzentrieren und immer an etwas anderes denken muss. Ich kann mir vorstellen, dass es besser wird, wenn man mit seinem Verlust besser klar kommt. So ging es mir zumindest. Gerade in der Anfangszeit ging ja gar nichts. Jetzt sind fast zwei Monate rum und ich kann mich wenigstens schon wieder etwas besser konzentrieren.

Ich freue mich für dich, dass deine Familie in dieser schlimmen Zeit zusammenhält. Es ist wirklich schrecklich, wenn das zerbricht und man zwischen den Stühlen sitzt. Zumal alle irgendwo drunter leiden.. Du kannst echt froh sein, dass deine Mama sogar deinen Freund und seine Eltern dabei haben wollte. Das hat mir echt gefehlt, neben meinen Cousins. Seine Familie und er waren wenigstens bei der Trauerfeier dabei (die Beisetzung war zwei Wochen später) und ich weiß nicht, wie ich das sonst durchgestanden hätte. Zusammen weinen kann ich mit meiner Mutter nicht. Dazu müsste ich ihr ja vertrauen und das kann ich nicht so richtig.

Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, wie schwierig ist es für dich sein musste, als du bei der Leichenhalle warst. Dieses hin-und-her-gerissen-sein kenne ich aber auch. Als mich sein Chef gefragt hatte, ob ich die Stelle sehen möchte, wo er gestorben war. Das erste Mal, als ich da war wollte ich das auf gar keinen Fall. Es war schon schwierig genug dort zu sein und seine Sachen mitzunehmen. Beim zweiten Mal waren ein paar Tage vergangen und mein Schock war irgendwie stärker. Ich stand richtig neben mir, für Wochen. Da ich mich stärker fühlte habe ich mir die Stelle zeigen lassen. Es war aber alles irgendwie... surreal. Als ob es um jemand anderen ging, und nicht um meinen Vater. So kam mir das vor. Vielleicht war es auch nur ein instinktiver Schutz meiner selbst.

Hattet ihr mit eurem Bestatter "gute Erfahrungen" gemacht? Damals hatte die Kriminalpolizei einen anderen Bestatter eingesetzt. Und der war richtig daneben. Ich hatte beispielsweise einen Tag nach der Freigabe seines Leichnams einen Anruf von denen bekommen und wurde gefragt, ob ich mich schon für einen Bestatter entschieden hätte. Ich hatte das verneint und gefragt, wieso sie das wissen wollen. Daraufhin meinten sie, sie bräuchten die Trage wieder. ??? Ich hatte zuerst gar nicht verstanden, was die meinten. Letztendlich ging es um die Trage, mit dem sie ihn von seinem Sterbeort weg transportiert hatten. Und die wollten die "wieder haben". Aber ich verstehe bis heute nicht, wieso die mich deshalb angerufen hatten. Die waren auch total emotionslos und einfach nur komisch. Es scheint viele schwarze Schafe auch bei den Bestattern zu geben. Die Bestatter, die ich letztendlich ausgewählt hatte, waren Gott sei Dank wesentlich besser. Einfach kompetent, einfühlsam und seriös. Ich wusste zuerst gar nicht, wen ich nehmen sollte. In meiner Heimatstadt gibt es Duzende. Letztendlich habe ich von den Freunden von den Eltern meines Freundes einen Tipp bekommen. Und diesen Bestatter hatte ich letztendlich genommen.

Hast du mit dem schlafen immer noch Probleme? Ich hatte mir damals aus der Drogerie diese Baldrian-Hopfen-Tabletten gekauft und ein bisschen hatten die geholfen (zumindest bilde ich es mir ein). Vielleicht versuchst du es auch mit etwas ähnlichem? Zum essen musste ich gerade in der Anfangszeit auch zwingen. Es war auch nur noch ein automatisierter Vorgang sozusagen. Ich habe nicht mal richtig was geschmeckt.

Tut mir leid, dass es deinen Großeltern so schlecht geht. Bei meiner Oma habe ich auch festgestellt, dass ihr durch den Tod von meinem Vater soetwas wie Lebensmut geraubt wurde. Das einzige, was ihr ein bisschen Freude bereitet, ist ihr Urenkelchen. Geht es deiner Oma und einem Opa mittlerweile wieder etwas besser?

Ja, ich habe noch Freunde. Und ich weiß auch, dass ich mich auf meine Freundinnen 100% verlassen kann. Die eine hat sich zwar seitdem nicht mehr gemeldet, aber ich sehe sie auch nicht mehr als Freundin an. Ich bin seit seinem Tod nicht mehr ausgegangen (ich bin auch nicht der Disko-Typ). Nicht mal ins Kino oder so. Das einzige war ein Essen mit meinem Freund zu unserem Jahrestag Ende Januar. Ansonsten gehe ich seit seinem Tod nur mit einer Freundin regelmäßig einen Kaffee trinken. Das ist für mich derzeit das höchste der Gefühle. Ist mir irgendwie momentan noch zu viel, vor allem wenn mehrere Personen dabei sind. Aber das wird mit der Zeit schon wieder, hoffe ich. Meine Freundinnen und meine Chefin wissen vom Tod meines Vaters. Ich habe auch Angst davor, z.B. von meinen Kollegen nächste Woche darauf angesprochen zu werden. Aber dieser Angst muss ich mich stellen und was soll im Grunde schon schlimmsten Fall passieren? Bisher waren die meisten sehr mitfühlend.
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Kathrinschae



Anmeldedatum: 04.02.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 06.02.2013, 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit dem Manuskript geht leider nicht. Härtefälle interessieren da keinen.... Aber ich hab jetzt beschlossen, mir keinen Stress zu machen und es einfach mal gut sein zu lassen. Und sobald ich wieder kann setz ich mit dran und reiche es dann eben wo anders ein. Dann war zwar etwas Arbeit umsonst, aber das is immernoch die beste Alternative. Es ist jetzt 6 Wochen her, und diese Woche ist die erste, dass ich wenigstens mal versuche, was zu arbeiten. Davor fehlte mir einfach die kraft dazu...
Ich bin auch eht froh, dass meine (kleine) Familie so zusammenhält. Und auch die Unterstützung durch die Familie meines fixes tut gut. Seine Eltern Laden uns regelmäßig zum essen ein, und seine mam hat nun sogar meinen Onkel und meine Tante mit eingeladen. Das tut echt gut. Aber zusammen weinen kann ich auch mit niemandem.... Heute Mittag zB war ich mit meinem Freund alleine, als die Unterlagen vom Nachlassverwalter kamen. Als ich das alles gelesen habe hat mich das wieder ziemlich aus der Bahn geworfen und die Tränen sind nur so gelaufen, aber so richtig "raus lassen" kann ich es irgendwie nicht. Vielleicht mal, wenn ich alleine bin. Ds war ich bisher noch nie, es war immer jemand bei mir od um mich herum...
Das was du beschreibst kenne ich. Da stehst du, vor der stelle, an der dein Vater starb, bzw vor dem Sarg, in dem er liegt. Und allesamt erscheint so surreal. Als ob es nicht um dich oder deinen Vater ginge. Ds war auch der Grund, warum ich ihn sehen musste. Sell dir vor, er wäre noch dort gelegen, als du gekommen bist, wärest du nicht auch rein gegangen und hättest es sehen wollen? So fehlt dir ein Stück Realität, und du kannst nicht wirklich begreifen, dass das so tatsächlich passiert sein soll, oder?
Die Sache mit dieser trage is ja wohl ne Frechheit. So ähnlich ging es meiner mam, als sie noch in Thailand war, mit dem versicherungsmenschen. Mein Dad sollte schon 4 Tage vor seinem Tod in eine Spezialeinheit verlegt werden, Doc die Versicherung hat es immer weiter rausgeschoben. Kurz nachdem er tot war riefen sie meine Mutter an, dass die Verlegung jetzt stattfinden könnte. Daraufhin fragte sie, ob die Versicherung denn noch nicht das Neueste wüsste, worauf der Mensch dann antwortete: doch wir wissen Bescheid. Ihr Mann ist ja schon tot. Das war's. Kein Beileid, nichts. Und das obwohl es vielleicht die Schuld dieses Menschen ist, dass er nicht mehr lebt. Wäre er gleich verlegt worden, hätte man ihm vielleicht noch helfen können.... Mit dem bestattet hingehen hätten wir Glück. Vielleicht auch, weil die Inhaberin eine Klassenkameradin der Mutter meines Freundes ist. Die kennen sich gut, und daher lief das alles Super. Ene Super nette Frau, der ich wie gesagt mein leben lang dankbar sein werde, dass sie mir ermöglicht hat, den schrecklichsten Moment meines Lebens zu erleben (in der Leichenhalle).
Die Sache mit dem schlafen geht es Einigermßen. Ich starre zwar lange an die Decke auch wenn der Fernseher läuft, aber irgendwann schlafe ich dann ein. Ich bin einfach nur froh, dass ich nicht alleine schlafen muss.... Und schon kommen die Schuldgefühle. Meine arme Mutter.... Wie kann ich nur sowas denken während sie Nacht für Nacht alleine im Ehebett liegen muss...?! Aber vielleicht Versuch ich das mit dem Baldrian auch mal. Ich hab vom Arzt auch Schlaftabletten bekommen, aber ich nehm nicht so gern Medikamente, nur wenn's überhaupt nicht anders geht. Und so schlimm ist es dann doch nicht...
Oma und Opa geht es soweit ganz gut. Naja. Relativ. Man kann schon zusehen, wie es rapide bergab geht. Opa bekommt nun nur noch Brei seit er aus dem Krankenhaus raus is, und Oma is auch noch etwas mitgenommen vom letzten Sturz.... Man kann beiden anmerken, dass sie nicht mehr so richtig Lust haben, zu leben..... Ich versuche nun, so schlimm es sich anhört, darauf vorzubereiten, dass ihnen irgendwas passiert und sie ihrem Sohn hinterhergehen.
Mit meinen Freunden ist es so, dass mich gerade meine eigentlich erste Freundinnen sehr enttäuscht. Wobei das schon eine Weile so ist, seit sie ihren neuen Freund hat. Sie meldet sich überhaupt nicht, bzw hat nur Anfang Januar mal in ner whatsapp Gruppe geschrieben dass ja heut Abend das und das is und ob ich nich mitkomme... Hab das mal dezent ignoriert, da ja wohl klar sein dürfte, dass ich kurz nach dem to meines Vaters keine Lust auf Party habe. Seitdem hat sie sich überhaupt nicht mehr gemeldet, und ich weiß genau dass sie hier bei ihrem Freund ist im Moment (die beiden haben auch eine Fernbeziehung). Naja..... In solch schweren Momenten merkt man eben, wer sich wirklich m einen Schwert und wer nicht... Und wenigstens ne kleine Nachricht is doch nicht zu viel verlangt, oder? Mehr als Kaffe Krieg ich aber auch nicht hin und mir Grat es auch schon davor, nächste Woche wieder ins Büro zu gehen. Ich will auch möglichst von niemandem darauf angesprochen werden, aber ich kann ja vorher kein Rundschreiben verteilen... D muss ich wohl durch. Und du auch Smilie
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Sera



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Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 07.02.2013, 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

ist ja krass, dass deine Uni so streng ist. Aber gut, dass du noch diese Alternative hast. Die klingt wirklich gut. Sich damit zu quälen bringt wirklich nichts. Ich habe meine Hausarbeit gestern komplett ruhen lassen und mich heute wieder rangesetzt. Das erste Mal seit dem Tod von meinem Vater konnte ich mich gut konzentrieren und habe auch etwas geschafft. Ist zwar nicht mit meiner Leistungsfähigkeit von früher vergleichbar, aber immerhin! Ich drücke dir für dein Manuskript ganz fest die Daumen und wünsche dir viel Kraft!

Freut mich sehr, dass sich deine Familie mit der von deinen Eltern gut versteht. Das ist wirklich nicht selbstverständlich, wie ich schon beim Großteil meiner Freundinnen erleben musste. Du warst bisher noch nicht einmal alleine? Ich lebe mit meinem Freund zusammen und da arbeiten geht war ich bisher viele Stunden alleine. Am Anfang war das zwar echt hart, aber ich habe gemerkt, dass mir das gut tut. Das ist auch die Zeit, in der ich mit meinem Vater reden kann. Und ohne Rücksicht zu nehmen weinen kann. Ich kann mir vorstellen, dass du die Tränen vielleicht sogar deshalb nicht richtig raus lassen kannst.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich meinen Vater noch mal sehen wollte. Ich wusste instinktiv, dass ich das Bild von seinem toten Körper nicht mehr vergessen würde. Und davor hatte ich Angst. Zumal ich ihn wahrscheinlich gar nicht so richtig wieder erkannt hätte, wenn du weißt was ich meine. Mittlerweile konnte ich auch realisieren, dass er wirklich tot ist. Das ging irgendwie "automatisch", von einem Tag auf den anderen. Trotzdem geht es mir immer noch so, dass ich beim Betrachten von Fotos von ihm denke "wie kann es sein, dass er tot ist". Es ist halt so plötzlich und unerwartet gekommen. Und bei ihm stand die Todesursache auch nicht zu 100% fest. Eine Autopsie wurde nämlich nicht gemacht. Aber das Telefonat mit der Notärztin, die bei ihm war, hat sehr geholfen. Die war sehr mitfühlend und hat sich lange Zeit genommen um mir das alles zu erklären.

Es ist schon krass, wie makaber, pietätlos, unsensibel manche Leute sein können. Was ich nicht verstehe ist, dass sie deinen Vater trotz seines Todes auf eine Spezialeinheit verlegen wollten. Das macht doch gar keinen Sinn?! Ich hatte mir schnell abgewöhnt, Beileidsbekundungen von anderen zu erwarten. Selbst von den Bearbeitern im Nachlassgericht kam kein Beileid. Ich kann mir vorstellen, dass viele abgestumpft sind oder es einfach nicht verstehen können, weil sie selber noch nicht so etwas erlebt haben. Trotzdem sollte es eigentlich selbstverständlich sein, jemanden sein Beileid auszudrücken. Das ist echt schlimm, die Ungewissheit, ob ihm jemand hätte retten können. Ich glaube mir würde es in deiner Situation genauso gehen. Schließlich sucht man ja sozusagen auch nach einem Schuldigen.

Solche Gewissensbisse meiner Mutter gegenüber habe ich auch. Nur machte sie diese vor allem durch ihr Verhalten größtenteils wieder zunichte gemacht. Sie hat mir schon mein ganzes Leben gezeigt, dass ich bei ihr erst weit nach ihr selbst und meinem Vater komme (von Liebe her). Und vor kurzem hat sie mir das sogar gesagt. Weil sie davon erzählt hatte, dass ich bei meinem Vater zuerst gekommen war und dann sie. Und er soll gehofft haben, dass bei ihr die Reihenfolge genauso ist. Das ist aber nicht. Ich glaube, dass hat sie schon immer geärgert. Das er mich mindestens genauso geliebt hatte, wie sie. Deshalb hatte sie sich bis zuletzt auch gegenüber mir eher wie eine eifersüchtige Schwester verhalten.

Ich kenne das mit dem vorbereiten aufs schlimmste, was die Großeltern betrifft. Das mache ich bei meiner Oma irgendwie auch, zu mal ich sehe, wie sehr sie unter dem Verlust leidet. Aber ich glaube, auf den Tod eines geliebten Menschen kann man sich nicht vorbereiten. Stattdessen versuche ich, soviel Zeit mit ihr wie möglich zu verbringen und sie wissen zu lassen, wie viel sie mir bedeutet. Das fällt mir nicht leicht, da ich mich mit soetwas irgendwie schwer tue.

Tut mir leid, dass auch du schlechte Erfahrungen mit einer Freundin durchleben musst. Bei meiner ist ja auch wieder irgendwas mit ihrem Freund.. Aber das ist für mich keine Entschuldigung, sich seit fast einem Monat nicht mehr bei mir zu melden und mich einfach aufzugeben. Vielleicht hilft es ja, wenn du ihr direkt schreibst, was du dir von ihr wünscht. Bei einer anderen Freundin hatte das geholfen. Die war nämlich mit mir auch total überfordert und wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Es kostet aber Überwindung, da man ja will, das sie sich meldet.

Ich habe übrigens meiner Chefin heute Bescheid gegeben, dass ich nächste Woche komme. Jetzt gibt es also kein zurück mehr sozusagen. Aber ich will die erste Woche noch nicht voll arbeiten und mich erst mal wieder orientieren. Ich fühle mich auf jeden Fall mittlerweile wieder stark genug, anderen "zu begegnen", wenn du weiß was ich meine. Ich drücke dir für deine kommende Arbeitswoche ganz fest die Daumen! Manchmal malt man es sich auch schlimmer aus, als es in Wirklichkeit wird.

Viele Grüße
Sera
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Sera



Anmeldedatum: 29.01.2013
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 12.02.2013, 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

wie kommst du zurecht? Wie war dein erster Arbeitstag? Meine ersten Arbeitstage waren in Ordnung. Ich wurde Gott sei Dank von niemanden darauf angesprochen, warum ich solange nicht da war. Jeder hat mich wie immer behandelt. Meine Chefin hat mir heute sogar einen Pfannkuchen geschenkt, weil Fasching ist.

Viele Grüße
Sera
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Kathrinschae



Anmeldedatum: 04.02.2013
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 13.02.2013, 09:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Sera,
heute ist nun schon mein dritter Tag bei der Arbeit... Es ging eigentlich ganz gut, alle haben sich gefreut, dass ich wieder da bin... Und ich hab viel zu tun, das is auch ganz gut so. Hier kann ich ein bisschen abschalten jetzt. Als ich meiner Mam gesagt hab dass ich wieder her muss zum arbeiten, hat sie spontan beschlossen, mitzukommen. Das zeigt, dass sie noch nicht bereit ist, alleine zu bleiben, aber das is auch okay so. Während ich nun im Büro sitze is sie zu Hause und strickt, oder macht sonst irgendwas. Gestern hab ich sie raus geschickt, ihr gesagt, sie soll doch mal in die Stadt gehen oder irgendwas, aber als ich heim kam, war sie immernoch da. Sie meinte, sie dachte sie wartet lieber auf mich. Sie war halt in ihrem Leben noch nie alleine. Immer war mein Vater dabei. Oder jetzt eben ich... Wir müssen mal sehen, wie das in Zukunft so wird. Ich glaube sie klammert sich sehr an mich, aber das kann ja auch nicht ewig so bleiben. Ich versuche ihr zu helfen, wann und wie ich nur kann, aber ich merke nun dass ich auch aufpassen muss, dass das nicht zur Gewohnheit wird...
Gestern habe ich auch kurz mit meinem Chef unter 4 Augen gesprochen. Das war nicht sooo toll, da er hautpsächlich von sich selbst erzählt hat, und dass ihm nun klar geworden ist, dass das auch ihm passieren könnte, und er sehr viel darüber nachdenkt. Naja, Nicht unbedingt die Worte, die mir im Moment helfen, aber wie Professoren eben so sind: leicht autistisch, ohne Gefühl für Emotionen Anderer. Ich weiß ja, dass er es nicht böse meint, aber wirklich hilfreich war das Gespräch nicht...
Gestern war ich zum Testen für meine Diss in einem Kindergarten. Ich dachtze eigentlich, etwas Action und Ablenkung täten mir gut, aber der Schuss ist leider auch etwas nach hinten los gegangen. Ich merke, wie ich mich selbst verändert habe. Ich habe keine wirkliche Geduld mehr mit den Kindern, werde schnell launisch und kann sie nicht mehr so gut bei Laune halten wir früher. Vielleicht auch, weil mir nicht wirklich nach Spaß und Lachen zumute ist. Immernoch nicht....
Wie du siehst, es ist jetzt 6 Wochen her, und ich war immernoch keinen einzigen Tag alleine.... Am Wochenende habe ich mich mit einer alten Freundin getroffen. Wir waren früher super befreundet, aber der Kontakt ging leider ziemlich verloren als wir studieren gegangen sind. Doch bei ihr hatte ich das Gefühl, dass es sie wirklich interessiert wie es mir geht, und dass sie mitfühlen kann, ohne die ganze Zeit darüber nachzudenken, dass es auch sie hätte treffen können. Das tat echt gut.... Von meiner "besten" Freundin hab ich immernoch nicht wirklich was gehört, seitdem meni Dad tot ist. Ich habe einer anderen Freundin gesagt, wie enttäuscht ich von ihr bin, daraufhin kam eine Nachricht ob wir nicht die Woche mal zusammen essen wollen. Naja nun bin ich bei der Arbeit und nicht da, ich bin gespannt ob und wann sie sich nochmal meldet... Jedenfalls hat sich meine Auffassung von "Freundschaft" auch drastisch verändert....
Was du sagtest mit dem "vom einen auf den anderen Tag hast du es verstanden" verstehe ich nun auch. Irgendwie war es bei mir auch so, schleichend, aber doch. Gestern Abend habe ich es zum ersten Mal gemerkt als ich sein Foto ansah und wusste, ich würde ihn nie wieder sehen. Ich komme mittlerweile besser damit zurecht, aber ich hatte nun auch (zum Glück) echt viel Zeit....Ich weiß jetzt es ist so, ind ich versuche, mehr nach vorne zu denken und mir Gedanken darüber zu machen, wie es in Zukunft weitergehen soll. Was ich machen mit meiner Arbeit, wie ich schnellstmöglich fertig werde, wo ich mich bewerben kann, und für mich ist auch klar, dass ich wieder in die Nähe meiner Mam ziehen werde, so dass ich da bin, wenn irgendwas ist. Wie das bei ihr weitergeht weiß ich allerdings nicht. Sie traut sich ja nicht alleine aus dem Haus... Diese Ungewissheit ist einfach furchtbar. Auch hängt mir das Bild von seinem toten Körper nichtmehr so sehr nach. Ich rufe es mir manchmal immernoch in Erinnerung, aber es ist nichtmehr so schlimm. An dem Satz "Die Zeit heilt alle Wunden" scheint irgendwie doch etwas dran zu sein. Auch wenn man jetzt noch nicht von "Zeit" sprechen kann, aber ich merke doch, dass ich besser klar komme. Letztes Wochenende, eine Woche nach seiner Beisetzung, waren wir das erste mal wieder an seinem Grab. Naja, Grab ist der falsche Ausdruck, er wurde ja in einem Friedwald beigesetzt, aber dennoch ist die Stelle gekennzeichnet, und wir haben eine Tafel an den Baum gehängt. Und dort stand ich, starrte auf die Stelle, und hatte es irgendwie verstanden. Ich musste auch nichtmehr weinen, sondern ich hatte es irgendwie akzeptiert. Warst du seitdem schon wieder bei ihm?
So, genug Roman geschrieben, jetzt versuch ich mal, was zu arbeiten Smilie
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Sera



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BeitragVerfasst am: 14.02.2013, 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

freut mich, dass auch bei dir die Arbeitswoche bislang gut gelaufen ist. Dieses klammern, was du bei deiner Mutter beschreibst, kenne ich von meiner Mutter. Meine Mutter ist auch den ganzen Tag zu Hause und geht kaum vor die Tür. Diese Woche hatte sie mich allenernstes sogar gefragt, ob ich nicht wieder zu ihr zurück ziehen könnte. Abgesehen davon, dass ich hier mein Studium, meine Arbeit, Freunde habe und mit meinem Freund seit Jahren zusammen wohne, würde ich das gar nicht wollen. Mir haben 18 Jahre lang zusammen mit ihr unter einem Dach voll und ganz gereicht. Bei meinen Eltern war es auch so, dass mein Vater immer dabei war. Sie meint, er wäre ihr Lebensinhalt gewesen... Aber sie will auch keinen sozialen Kontakt mit anderen. Ich habe sie bei einem Witwenforum angemeldet und sie hat zwar ihre Geschichte dort geschrieben, aber bisher nie wieder reingeschaut. Warum auch immer, sie will nicht. Sie will lieber, das ich jeden anrufe, damit sie über sich reden kann. Das schlimme ist, dass man in so einer Situation eigentlich auch Beistand von seiner Mutter braucht. Den kann und will sie mir aber nicht geben.

Ich kann dich verstehen, wenn du schreibst, dass du nicht willst, dass es zur Gewohnheit wird mit deiner Mutter. Es ist sehr schwierig, die Hilfe wieder langsam zurückzufahren. Aber sobald man merkt, dass man selber darunter leidet, sollte man das auch tun. Diese Ungewissheit, von der du sprichst kenne ich auch. Bei meiner Mutter gibt es auch viele Fragezeichen. Sie ist ja derzeit auf Jobsuche und muss mittelfristig die Wohnung aufgeben. Ich schätze, man muss solche Sachen auf sich zukommen lassen und das Beste hoffen.

Die Zeit heilt zwar nicht alle Wunden, aber sie hilft wirklich. Jedoch kommt immer wieder die Trauer zurück. Aber mit jedem Monat, den man schafft, scheint es besser zu werden. Bei mir sind es jetzt schon zwei Monate. Und es ist echt krass, was in dieser Zeit alles passiert ist. Aber man ist froh, das "schlimmste" hinter sich zu haben. Ich war bisher einmal an seinem Grab. Jedoch war die "Urnenstele" noch nicht da und deshalb habe ich den exakten Platz nicht mehr wieder gefunden. Mein Freund und ich fahren dieses Wochenende ja wieder zu meiner Mutter. Vorher werden wir wahrscheinlich noch mal zum Friedhof fahren, denn das Grab sollte dann "fertig" sein. Ich habe irgendwie Angst davor, da es dann das erste Mal sein wird, dass ich seinen Namen auf einem Grabstein sehen werde..

Kinderlärm könnte ich derzeit auch nicht verkraften. Aber meiner Oma tut beispielsweise ihre einjährige Urenkelin sehr gut. Das scheint sie abzulenken. Ich kann mir vorstellen, dass das Gespräch mit deinem Chef sehr ernüchtern war. Typisch Prof, das stimmt! Eine Freundin von mir hatte ähnlich argumentiert und mir dann erzählt, was für ein tolles Weihnachtsfest sie mit ihren Eltern hatte. Ich habe aber versucht, ihr das nicht übel zu nehmen, weil sie es nicht böse meint.

Freut mich, dass das Treffen mit deiner alten Freundin so gut lief. Manche können wirklich damit umgehen und andere gar nicht. Das musste ich leider wieder bei der einen Freundin feststellen, die mich vor mehr als vier Wochen fallen gelassen hatte. Die hatte sich letzten Sonntag per SMS gemeldet und gefragt, ob ich noch Kontakt will und ihr eine Chance gebe. Die habe ich ihr auch gegeben und sie gebeten, mich bis Mittwoch anzurufen. Von Tag zu Tag wurde ich aber vertröstet. Dasselbe Muster, wie auch schon die letzten Monate. Ich war stinksauer und hatte ihr geschrieben, dass sie sich auch nicht mehr melden braucht. Nach langem hin und her (sie hatte versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen, ich hatte daraufhin ihr geschrieben sie soll sich mal in meine Lage versetzen) bekam ich dann gestern eine Abschiedsmail von ihr. Darin stand im Endeffekt, warum sie sich so verhalten hatte. Sie hatte Angst mit mir zu telefonieren, weil sie nicht wusste wie sie mir entgegentreten sollte. Ich bin mehr als fassungslos und verstehe auch nicht, warum sie es nicht wenigstens versucht hatte. Sie hatte mich seit seinem Tod nicht einmal angerufen und nur SMSen geschrieben. Wie dem auch sei, man kann das Verhalten anderer kaum beeinflussen. Und das manchmal Freundschaften in so einer Situation zerbrechen, muss man leider auch irgendwie akzeptieren. Auch, wenn es bedeutet, einen weiteren Verlust zu erleben...
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Kathrinschae



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BeitragVerfasst am: 15.02.2013, 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
Die erste Arbeitswoche ist vorüber und ich bin wieder zu Hause. Bzw meine mam is zu Hause, und ich bin bei ihr. Verrückt eigentlich, dass ich immernoch keine Minute alleine verbracht hab, außer vielleicht mal im Auto. Aber das kommt nächste Woche. Da werde ich wieder zur Uni fahren, und meine mam bleibt definitiv hier, da sie zwei arzttermine hat nächste Woche.... Aber auch ich habe mich gut mit Terminen eingedeckt, sodass ich quasi "nur" zum schlafen allein in meiner Wohnung sein werde. Aber ich denke, das Bräuche ich Jetztzeit auch mal....
Mit meiner mam scheint das aber schon deutlich einfacher zu sein als bei dir. Ich bin zwar auch schon seit 8 Jahren daheim ausgezogen, allerdings kommt mein Fond hier aus der Gegend, so dass ich trotzdem immer oft daheim war und auch gerne bei meinen Eltern war. Dennoch war ich immer ein Papa Kind, was das ganze irgendwie noch schwieriger macht. Trotzt ist und war unser Kontakt immer gut, das macht die Situation auch mit ihr jetzt einfacher als sie bei dir ist... Sie ist sehr umgänglich. Letzte Woche habe ich mal versucht ein bisschen "Therapie" mit ihr zu machen, weil ich überhaupt nicht weiß, wie es ihrem Moment geht. Sie erzählt zwar anderen Leuten die ganze ausführliche Geschichte ohne mit der Wimper zu zucken, aber mir gegenüber redet sie nicht wirklich darüber. Manchmal sagt sie Dinge da könnte man denken, er sei schon ewig tot. S Sachen wie "da hätte er jetzt das uns das gesagt". Ich weiß einfach nicht, wie ich sie einschätzen soll. Ich hab sie dann einfach direkt drauf angesprochen, wie es ihr geht, und dass ich eben nicht weiß, weich mit ihr umgehen soll, was ihr hilft oder eben nicht, und da hat sie endlich mal angefangen zu weinen und meinte nur, sie wüsste es doch auch nicht... Aber wir haben uns lange unterhalten nd ich habe ihr gesag, dass sie mit mir reden muss, wenn was is. Dass es nicht schlimm is, wenn sie eine Therapie machen will, oder dass sie sich überlegen soll, ob ich so eine Art selbsthilfegruppe helfen würde. Jetzt warte ich einfach mal die nächste Woche ab. Ich deke das is jetzt auch nochmal ein großer Schritt für sie, wirklich alleine zu sein, und dann vielleicht auch zu akzeptieren, dass das jetzt immer so sein wird. Ich hab ihr außerdem versucht klar zu machen, dass sie das alles als Neuanfang sehen muss, sich darüber klar werden soll, was sie selbst will, und endlich Dinge tut, die ihr Spaß machen. Sonst hat sie imme nur alles mit meinem Aster gemacht. Seine Leidenschaft fürs Segeln und Motorboot führen hat sie nie wirklich geteilt, doch war sie immer dabei, ihm zu liebe. Und das hat sie auch eingesehen und gesagt das will sie machen. Und dass sie nicht vor hat, sich zu Hause zu verkriechen. Ich hoffe, sie hält ihr Versprechen.
Da sie seit meiner Geburt nichtmehr gearbeitet hat, fällt das mit er jobsuche flach. Aber ein Hobby muss her, auf jeden fall.. Wir müssen auch mal sehen wie das weitergeht. Sie will unbedingt in dem Haus wohnen bleiben, doch ob das geht, steht auch noch in den Sternen....
We meinst du das, du hast den Platz nicht mehr gefunden? Wo habt ihr deinen Vater denn beigesetzt? Ich war bisher auch nur einmal dort, aber ich habe den Platz wieder gefunden. Wir haben ihn ja in einem Friedwald beigesetzt, aber die Frau die das gemacht hat war echt toll. Als wir gegangen sind habe ich beobachtet, wie sie vor dem Grab niedergekniet ist und ein Gebet gesprochen hat, bevor sie es zugeschaufelt hat. Und als wir wieder kamen lag ein Tannenreis mit einigen Blüten auf der stelle, und durch den leichten Erdhaufen konnte man auch gut sehen, wo es war. Aber irgendwie war es auch, als stünde ich neben mir, als ich dann davor stand. Es war ganz komisch....
Ds stimmt, dass alle Menschen unterschiedlich reagieren und damit umgehen. Wobei ich leider auch sagen muss, dass ich von den meisten Menschen in meiner Umgebung ziemlich enttäuscht bin.... Mein Prof., okay, typisch Prof hält. Aber ich weiß dass es ihm nahe geht, und das is okay. Er hat sich auch immer mal wieder gemeldet und das rechne ich ihm hoch an. Selbst mein Arbeitskollege. Aber meine Freunde....naja. Die eine wie gesagt gar nich, die anderen sehr selten.... Das macht ,ich ziemlich traurig, denn für was hat man Freunde, wenn sie in solch einer Situation nicht für einen da sind?! Ich hoffe das mit deiner Freundin renkt sich wieder ein. Immerhin hat sie SMS geschrieben, nichtmal das haben meine hinbekommen, auch jetzt noch nicht.... Aber sich komplett abzuwenden bringt auch nichts, sonst sind wir am Ende die, die alleine da sitzen..... Ich habe beschlossen, es einfach hinzunehmen wie es ist, und es, sollte das jemand anderem passieren, einfach besser zu machen.
Das mit dienere mam is ja wohl de Ober Hammer. Dass du wieder daheim einziehen sollst das würde meine mam nie von mir verlangen weil sie weiß dass es schlecht für mich wäre. Aber deine mam scheint das ja wenig zu interssieren. Klingt für mich auch so, als ob einfach irgendwer bei dir sein soll, und das is echt schlimm, dass sie dir so das Gefühl gibt, nicht als Mensch wichtig zu sein, sondern nur als Zeitvertreib. Vielleicht solltest du ihr das mal so sagen. Es klingt, als ob sie mit Tunnelblick durchs leben läuft, und gar nicht merkt, was um sie herum so passiert... Daran muss sie arbeiten, und das wird sie nur einsehen, enn du es ihr sagt's. Ds ist schwierig, aber ich denke, das solltest du tun....
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Sera



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BeitragVerfasst am: 18.02.2013, 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Kathrin,

gut, dass du bald auch mal Zeit für dich haben wirst. Ich glaube auch, dass du das mal brauchst. Schließlich muss man dann auf niemanden Rücksicht nehmen und kann seine Gedanken wieder etwas ordnen. Freut mich, dass du und deine Mutter so einen guten Kontakt habt. Ich finde gerade bei so einem Schicksalsschlag braucht man eigentlich seine Mutter (und wahrscheinlich auch umgekehrt)... Ich kann mir vorstellen, dass deine Mutter dich nicht so sehr mit ihrer Trauer belasten will und deshalb von sich aus nichts gesagt hat. Ich persönlich hätte mich gefreut, wenn meine Mutter mal Rücksicht auf mich genommen hätte. Aber ich kann verstehen, dass das komisch ist weil man sie nicht so einschätzen kann. Gut, dass ihr miteinander über euren Verlust gesprochen habt. Ich kann mir vorstellen, dass sie ähnlich behandelt werden will, wie du selbst. Normal, aber doch mit Verständnis, wenn du weißt was ich meine. Für meine Mutter ist es immer noch eine große Umstellung alleine zu sein. Aber sie schlägt sich besser, als ich erwartet bzw. befürchtet hatte. Deine Mam wird das auch schaffen! Sie weiß ja, dass sie dich noch hat und das du ihr mit Rat und Tat zur Seite stehst. Vielleicht wäre es ja nicht schlecht, wenn sie auch so ein Buch über Trauerarbeit liest. Im meinem von Annerose Sieck gab es ein ganz langes Kapitel nur für Witwen. Hat denn deine Mam Freunde oder Bekannte, die in der Nähe sind?

Das mit dem Grab von meinem Vater meinte ich so: Er wurde in einem Urnengemeinschaftsgrab auf dem Hauptfriedhof beigesetzt. Seine Urne wurde also unterirdisch beigesetzt. In so einem Grab sind 12 Urnen drin und wenn es fertig ist wird eine Stele (eher ein Grabstein) gesetzt mit den Lebens- und Sterbedaten sowie Namen der Personen. Die Stele wurde aber bis heute nicht gesetzt und da dort so viele andere Kränze etc. sind, konnte ich nicht genau ausmachen wo er liegt. Ich habe nur eine Vermutung. Es gibt halt eine Abgrenzung oder Beschilderung. Alles was ich zur Orientierung habe ist die Nummer des Grabfeldes, was aber sehr groß ist. Ich muss also warten, bis die Stele gesetzt wird. Letztes Wochenende war sie immer noch nicht da. Meine Mutter war inzwischen auch schon dort und hat in Erfahrung gebracht, dass das erst in den nächsten Wochen passieren wird, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Über die Beisetzung in einem Friedwald hatte ich auch schon mal gelesen. Ich finde diese Bestattungsart eigentlich sehr schön, nur meine Mutter hatte sowas gleich abgelehnt.

Verhalten sich deine Freunde eigentlich immer noch so? Ich hatte mich am Wochenende noch auf einen Kaffee mit einer Freundin getroffen, die ich seit Oktober nicht mehr gesehen hatte. Ich hatte gemerkt, dass sie anfangs sehr unsicher im Umgang mit mir war. Aber das legte sich, als ich von mir aus offen über die ganze Situation gesprochen hatte. Hast du eigentlich mal versucht deinen Freunden zu erklären, was du dir von ihnen wünscht (Umgang mit dir etc.). Ich habe das bei meinen engsten Freunden gemacht und es hat sehr geholfen. Einfach nichts sagen und das hinnehmen würde ich an deine Stelle eigentlich nicht tun. Ich hätte Angst, dass es nur noch schlimmer wird.

Mit dem letzten Absatz von dir zu meiner Mutter muss ich dir Recht geben. Ich sehe das leider ähnlich. Ich hatte dir ja schon in der PN geschrieben, wie sie sich das letzte Wochenende verhalten hatte. Und das bei mir jetzt definitiv eine Grenze überschritten ist, was Konsequenzen mit sich bringt. Ob sie nun will oder nicht. Das schlimme ist, dass man nicht mit ihr über ihr Verhalten reden kann. Sie kann mit Kritik in jeglicher Form nicht umgehen und ihr fehlt oftmals die Einsicht. Leider.
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Kathrinschae



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BeitragVerfasst am: 21.02.2013, 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

So, meine erste Woche ist bald geschafft. Und es war okay... Alleine zu sein war schon schwierig, aber ich hab mich so gut es geht beschäftigt...
Hast du viele Bücher über Trauer gelesen? Ich hatte nur eines, das ich geschenkt bekommen habe, von Elisabeth Kübler-Ross. Wobei es hier mehr um den Tod geht, und welche Erfahrungen Menschen machen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben... Es hat nicht so wirklich geholfen, aber ich konnte mich schon ein bisschn damit identifizieren. In der Nacht als er gestorben ist, war ich auf einem Konzert. Als das gegen 12 Uhr zu Ende war wurde mich plötzlich furchtbar schlecht und ich musste mich setzen, um nicht umzukippen... So ging das grad weiter, und am Ende kam raus, dass das genau die Uhrzeit war, wo es meinem Dad schlechter ging, er dann sediert und intubiert wurde und auf die Intensivstation verlegt wurde. Irgendwie war es so, als wäre er aus seinem Körper entwichen und zu mir gekommen, um noch einmal bei mir zu sein und Abschied zu nehmen. Klingt verrückt, aber so war es.
Für uns kam so ein Gemeinschaftgrab nicht in Frage. Beerdigt werden mit lauter unbekannten Personen irgendwo.... Nein. Schade dass deine Mam nicht offen war für die Friedwald Sache, das wäre sicher auch für euch schön gewesen, und sie hätte die Sicherheit gehabt, dass sie irgendwann einmal wieder an seiner Seite liegen kann...
Das mit meinen Freunden ist immernoch leicht komisch.... Am Wochenende habe ich mich mit der einen getroffen, das war okay. Am Montag hat die andere, die sich nun die ganze zeit nicht gemeldet hat, in der Whatsapp gruppe geschrieben, sie möchte sich mit uns treffen und feiern. Ihren zweiten Geburtstag. Sie hatte am WE einen Unfall, aber es is ihr nichts passiert. ich wusste lange nicht, was ich antworten sollte. Abends hat sie mir dann privat geschrieben ich solle doch bitte zurück schreiben. Daraufhin hab ich ihr geschrieben, dass ich nich wusste was ich schreiben soll, dass ich froh bin dass es ihr gut geht, ich aber momentan weder lust auf feiern noch auf zweite geburtstage habe.... Sie sagte dann sie will mich trotzdem mal wieder sehen, und wir schrieben ein bisschen hin und her. Sie hat sich entschuldigt sich nicht gemeldet zu haben und meinte, sie wollte mir einfach Zeit geben... Ich werde mich am Samstag mal mit ihr treffen und aussprechen. Aber unser Verhältnis wird nie wieder werden wie früher.... Dennoch will ich ihr eine Chance geben. Mal sehen was aus dem Gespräch wird...
Wie läufts bei dir so? Neues von deiner Mam? Wie läuft die Arbeit? Wurde die Stele mittlerweile gesetzt?
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Sera



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BeitragVerfasst am: 21.02.2013, 16:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,

ich habe nur das eine gelesen von der Annerose Sieck, was ich auch meiner Oma und Tante ausgeliehen hatte. Die Autorin schreibt im Endeffekt zum Großteil aus eigener Erfahrung und ihr Buch hatte mir eine erste Orientierung gegeben. Ich kann es nur empfehlen, weil es auch die Unterschiedlichkeit von Trauer (je nach Verlust, ob es sich um die Eltern oder das Kind handelt etc.) behandelt. Es geht überhaupt nicht um Nahtoderfahrungen, sondern womit sich Hinterbliebene auseinandersetzen müssen. Es gab auch ein Kapitel, wie man mit Hinterbliebenen umgehen sollte, was ich meinem Freund zum lesen gegeben hatte.

Als mein Vater starb war ich gerade auf dem Weg von der Arbeit zur Uni, wo ich mich mit meinem Prof wegen meiner Masterarbeit treffen sollte. Ich hatte mich nicht anders oder komisch gefühlt. Das lag aber vielleicht daran, dass ich aus allen Wolken gefallen war, da mein Prof mir mitteilte, dass er meine Arbeit doch nicht betreuen kann, obwohl ich es mit ihm schon vor Monaten abgesprochen hatte. Letztendlich hätte ich mich eine Woche vorher in einer Liste eintragen müssen, jedoch wurde ich darüber nie informiert. Ich war sehr verärgert darüber und als ich endlich zu Hause war, bekam ich ein paar Stunden später den Anruf... Der Gedanke, dass er sozusagen noch einmal bei dir war um Abschied zu nehmen, muss sehr tröstlich für dich sein. Ich habe leider keine solche Erfahrungen gemacht. Für mich ist es, als ob wir uns zwar bei ihm verabschieden konnten, aber nicht umgekehrt...

Das mit dem Urnengemeinschaftsgrab war sein Wunsch gewesen. Er wollte entweder das oder eine Seebestattung. Auf demselben Friedhof ist ja auch sein Vater, seine Schwester und seine Oma beerdigt. Er hatte mit uns immer das Familiengrab gepflegt und oft über seine eigenen Vorstellungen diesbezüglich gesprochen. Die Stele wird erst gesetzt, wenn der Boden nicht mehr gefroren ist. Frühstens also im März.

Ich finde es gut, dass du der einen Freundin eine Chance geben willst. Ich hoffe, dass es bei dir besser läuft als bei mir und das ihr euch aussprechen könnt. Das klingt ja ziemlich krass, was sie erlebt hat. Meine Mutter hatte vor Jahren auch einen schweren Autounfall, mit Totalschaden. Sie hatte ganz viel Glück gehabt, denn der Beifahrer (sie war alleine im Auto) wäre auf der Stelle tot gewesen. Ich kann mir vorstellen, dass es für deine Freundin schon ein lebensveränderndes Erlebnis war.

Ich war diese Woche ganz schön fertig, weil ich mich auch zu sehr mit allem unter Druck gesetzt habe. Ich lasse es jetzt mit meiner Hausarbeit ruhiger angehen und telefoniere auch nicht mehr jeden Tag mit meiner Mutter. Wenn wir nicht miteinander reden, schreiben wir uns Mails. Die kommenden zwei Wochenende bin ich wieder bei ihr, auch, weil der Vater und die Oma von meinem Freund Geburtstag feiern. Meine Mutter ist derzeit beschäftigt, weil sie für zwei Wochen ein Praktikum macht. Eventuell wird sie dann übernommen, was echt eine Erleichterung für uns beide wäre. Bei mir läufts auf Arbeit besser. Ich schaffe während meiner Arbeitszeit mittlerweile fast genauso viel, wie früher. Aber die Balance zwischen Studium und Arbeit zu halten, fällt mir derzeit extrem schwer. Aber das wird bestimmt mit der Zeit alles.

Wie geht's deiner Mutter? Deine Pläne wegen Hund und Urlaub klingen gut, das wird ihr bestimmt gut tun. Eigentlich wäre eine Katze oder so auch sehr gut für meine Mutter, weil sie ihr Gesellschaft leisten kann. Aber meine Mutter ist nicht so der Haustiertyp, leider.

Ich wünsche dir noch eine gute Restwoche und ein erholsames Wochenende!
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