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Plötzlich Halbwaise mit über 20
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Papa



Anmeldedatum: 07.06.2012
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 03.03.2013, 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

na ja. Also meine Mutter war schon da, aber irgendwie ist sie nicht so der "mütterliche" Typ. Ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Ich habe immer zu essen bekommen und so, aber sie hat uns jetzt nicht mal in den Arm genommen oder was Nettes gesagt oder so. Also geborgen fühle ich mich nicht bei ihr, nein. Habe ich auch noch nie.

Ich habe vor ein paar Jahren mal jemanden kennen gelernt, dessen Vater manisch-depressiv ist, ich kann mir glaube ich nicht vorstellen, was das für Dich als Kind bedeutet haben muss, aber das was er damals erzählt hat war ziemlich furchtbar. Das tut mir total leid! Konntest Du das mit elf überhaupt schon so verstehen?

Machst Du Dir Sorgen um sie, wenn sie von Selbstmord redet? Wie geht es Dir dabei?

Dass Du nicht mehr bei ihr übernachten willst ist eine gute Idee. Ich finde, das Wissen dass man gehen kann macht viele Streitsituationen viel "angenehmer". Wie klappt das denn mittlerweile? Ich habe das ja schon sehr oft gesagt und es tut mir leid, dass ich mich ständig wiederhole, aber ich denke wirklich, auch wenn sie Deine Mutter ist, das ist nur ein Stück weit Dein Problem. Und wenn sie sich nicht helfen lassen will und Dich jedes Mal runterzieht, wenn Du Kontakt mit ihr hast, dann ist das nicht ok, das macht man nicht. Kannst Du vielleicht mal mit ihrem Hausarzt oder irgendjemandem, der sich mit dem Krankheitsbild auskennt, darüber reden, wie Du Dich verhalten könntest? Was ihr helfen würde? Manchmal ist es ja auch falsch, sich immer wieder auf alle Forderungen einzulassen und immer Mitleid zu haben. Aber ich bin kein Psychologe und ich kenne mich da zu wenig aus um jetzt mit gutem Gewissen irgendwas dazu zu sagen.

Wie läuft es denn mit Deiner Hausarbeit, kommst Du voran? Und kannst Du mittlerweile schon ein bisschen besser schlafen?

Alles Liebe!

S.
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Sera



Anmeldedatum: 29.01.2013
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 09.03.2013, 14:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo S.,

danke für deine Antwort! Es tut mir wirklich leid, dass deine Mutter nicht so der mütterliche Typ war. Meine Mutter ist das ja in Ansätzen auch nicht, aber ich kann nicht sagen, dass sie mich als Kind nicht in den Arm genommen hat. Gerade nach dem Verlust deines Papas muss es ja schrecklich gewesen sein, dass sie so.... emotional distanziert ist. Lebt deine Mutter denn noch? Wie ist euer Verhältnis mittlerweile?

Ich komme mit meiner Hausarbeit einigermaßen voran. Schlafen kann ich mittlerweile auch besser. Ich bin das erste Mal seit langem dieses Wochenende nicht bei meiner Mutter. Wenn ich das nächste Mal komme, dann wird bestimmt die Urnenstele fertig sein. Mein Vater ist ja in einem Urnengemeinschaftsgrab beigesetzt wurden. Die konnten bislang jedoch nicht die Stele setzen, weil der Boden zu gefroren war. Ich glaube es wird komisch sein, seinen Namen auf einem Grabstein zu lesen...

Natürlich mache ich mir Sorgen um sie, wenn sie von Selbstmord redet. Ich weiß ja, dass sie durch ihre Krankheit stärker suizidgefährdet ist, als andere. Aber da sie bisher noch nie einen Selbstmordversuch unternommen hat, habe ich eher die Hoffnung, dass es nur "Gerede" ist.

Bei der manisch-depressiven Erkankung gibt es ja verschiedene "Schweregerade" und ich weiß nicht, welchen sie hat. Ich habe mich vor allem in den letzten Wochen über Schizophrenie erkundigt und die geschilderten Symptome passen sehr auf meine Mutter. Man weiß immer nicht, woran man bei ihr ist und ihre Stimmung kann von einer auf die nächste Sekunde umschlagen. Deshalb ist auch der Umgang mit ihr schwierig. Ich bin immer noch erstaunt, dass sie seit dem Tod von meinem Vater noch keine Episode hatte. Sie war letztens wieder bei ihrem Psychater, aber viel hatte sie mir nicht darüber erzählt. Nur, dass der Arzt vergessen hatte, das mein Vater gestorben ist. Meine Mutter hatte es ihm noch im Januar erzählt und er kannte meinen Vater gut. Das war natürlich sehr aufwühlend für sie...

Damals mit elf konnte ich das alles natürlich überhaupt nicht verstehen. Ich habe gemerkt, dass etwas nicht mit ihr stimmt und sie war in meinen Augen ein komplett anderer Mensch. Und sehr beängstigend. Ich habe direkt keinen Ansprechpartner wegen ihrer Krankheit. Mein Vater hatte bei den Einweisungen mit den Ärzten gesprochen und hatte sie auch zu ihrem Psychater begleitet. Aber ansonsten hatte er sich keine weitere Hilfe gesucht. Ich habe aber schon gesehen, dass es Beratungsstellen gibt. Vielleicht werde ich mich mit denen mal bei Gelegenheit in Verbindung setzen...

Übrigens habe ich heute meinen Halbwaisenrentenbescheid bekommen. Es ist irgendwie schrecklich sowas zu kriegen, denn es steht da Schwarz auf Weiß das er tot ist. Aber ich sollte ja eigentlich froh sein, dass ich noch ein bisschen Unterstützung kriege...

Viele Grüße und dir noch ein schönes Wochenende,
Sera
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