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Meine Mutter wählte den Freitod

 
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Engel1978



Anmeldedatum: 16.01.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 17.01.2013, 09:55    Titel: Meine Mutter wählte den Freitod Antworten mit Zitat

Am 20.12.2012 wählte meine den Freitod durch eine Überdosis Schlaftabletten.
Es fing am 14.08.2012 an das sie sich die Schulter 4xgebrochen hatte und sie war vom Beruf Frisörin-also erstmal nichts mit arbeiten und meine Mutter war ein Arbeitstier und plötzlich sollte das für eine längere Zeit nicht mehr gehen unvorstellbar für sie Traurig jedenfalls war der Bruch im November soweit gut zusammen gewachsen das sie hätte am 13.11. wieder langsam anfangen sollte zu arbeiten,aber es sollte leider anders kommen-sie fing sich irgendwo(wahrscheinlich in der Reha)den Helikopakter Virus ein,der sie wieder in ein tiefes Loch fallen lies und sie wieder für lange Zeit krank geschrieben wurde.Und als ob das nicht alles schlimm genug ist bekam sie dann noch die fristlose Kündigung und somit fingen ihre Depressionen an sie zog sich immer mehr zurück,aß nicht mehr viel und wollte nicht wirklich mehr am Leben teilnehmen.Wir bekamen sie dann aber dazu wenigsten zu einem Therapeuten zu gehen,2 Sitzungen hatte sie dort-aber geholfen hat es nicht,sonst würde sie ja jetzt noch Leben.Am 12.12.2012 habe ich geheiratet,durch den Abschiedsbrief habe ich erfahren das sie sich eignetlich schon vorher umbringen wollte,sie mir aber die Hochzeit nicht zerstören wollte.Warum war sie bloß so verzweifelt und wir haben nichts gemerkt und selbst die Ärzte nicht und auch ich habe tiefe Schuldgefühle das ich die Krankheit meiner Mutter nicht ernster genommen habe,ich habe nicht gedacht das es alles so schlimm für sie ist,aber ich habe mich geirrt!Mein Arzt hat was von stiller Depression gesagt,was für aussenstehende nicht bemerkbar ist!Sie fehlt mir so,ich konnte mich noch nicht mal von ihr verabschieden,mein Vater hat sie dann Abends im Flur gefunden und rief mich sofort an,aber selbst der Notarzt konnte nichts mehr machen-es hieß nur sie wäre mindestens schon 7 Stunden tod!!!Ich werde es nie verstehen,weil die Probleme/Krankheiten hätte man überwinden können,aber leider hat sie das anders gesehen und uns für immer verlassen und das mit 59 Jahren!!!Sie fehlt mir so und es tut so weh,alles erinnert mich an sie und ganz ehrlich hätte ich meinen Mann und meine 2 Kinder nicht würde ich jetzt neben ihr ruhen!!!
Wer von Euch hat ähnliches Erlitten???,und wie habt ihr es verarbeitet???Würde mich über Antworten freuen!!!!
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K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 26.01.2013, 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Engel,

es tut mir sehr Leid...was bei dir passiert ist. Und es tut mir auch sehr Leid für deine Mutter, dass sie keinen anderen Ausweg sah.
Es muss sehr schlimm für sie gewesen sein, diese ganzen Rückschläge einzustecken und dann auch noch eine fristlose Kündigung zu bekommen.
Ich habe nicht ähnliches erlebt...aber ich kenne das Gefühl von dieser Welt verschwinden zu wollen weil einem alles zu viel erscheint. Und ich kenne auch Menschen mit Depressionen, eine ernste psychische Krankheit.
Ich weiß es nicht, wie man deiner Mutter hätte helfen können. Das mit dem Therapeuten war sicherlich eine gute Idee...wirklich traurig, dass er nicht helfen konnte.
Ich drücke euch ganz lieb und möchte mein Beileid ausdrücken.
Es tut mir wirklich sehr Leid, was bei euch passiert ist.
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Jenny21



Anmeldedatum: 13.04.2011
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 06.04.2013, 02:32    Titel: Hallo Engel Antworten mit Zitat

Meine mutter wollte mich schon verlassen als ich gerade mal 12 jahre alt war. Depressionen sind leider unberechenbar, leider litten meine Eltern schon darunter seid ich denken kann. Aber ich kann dir eins sagen, ich weiß das meine Mutter mich immer geliebt hat und in ihren krankhaften Gedanken geglaubt hat das sie das beste für mich macht.Und ich schätze das deine Mutter vielleicht das gleiche geglaubt hat. Ich hoffe das du schon einen Weg gefunden hast damit umzugehen, wenn nicht schreib mir einfach wir können uns gerne autauschen ich höre gerne zu. Ich weiß wie scheiße es ist sowas durch zu machen.

Liebe Grüße Jenny
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Nomazizi



Anmeldedatum: 25.06.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 25.06.2013, 21:58    Titel: Meine Mutter hat sich auch umgebracht am 22.12.2012 Antworten mit Zitat

Hallo,

meine Mutter litt seit 1994 an Depressionen. Sie erlitt zwei Psychosen, war allerdings seit 1999 sehr stabil. Vor drei Jahren hat sie sogar erneut geheiratet.
Als ich 11 Jahre alt war, ist meine Mutter das erste Mal zusammen gebrochen und war für mehr als ein Jahr in der Geschlossenen. In dieser Zeit habe ich mich um meinen jüngeren Bruder gekümmert. Unser Vater hat sich nicht für uns interessiert. Als sie aus der Klinik in die Tagesklinik überging, war es ein harter Kampf. Sie konnte ihren alten Job als Bauingenieurin nicht mehr ausführen - sie konnte gar nicht mehr arbeiten. Sie hatte damals schon Selbstmordgedanken. Allerdings habe ich mich sehr um sie gekümmert, sodass sie sich nicht umgebracht hat. Sie hatte sich soweit gerappelt, dass sie einen Aushilfsjob hatte, geheiratet hat, Sport und Bastelarbeiten. Bis sie im Sommer 2012 eine erneute Psychose erlitt und erneut in die Geschlossene eingewiesen wurde. Sie wollte den Kampf einfach nicht noch ein drittes Mal antreten. Ich überlegte wieder zu Hause einzuziehen und ihr zu helfen wie ich es 12 Jahre zuvor tat. Die Schuldgefühle, dass ich es nicht getan habe, verfolgen mich. Meine Familie macht mir auch Vorwürfe, dass ich vieles nicht getan habe.

Ich habe keinen Ehemann oder Kinder. Ich habe meinen Job gekündigt und bin zu Freunden ans andere Ende der Welt gegangen. Ich bin noch nicht sicher, wann und ob ich zurück kommen möchte.

Momentan habe ich jede Nacht Alpträume, ich weine viel - Und es ist nun ein halbes Jahr her. Meine Mutter war vielleicht krank, aber sie hat mich immer geliebt und hatte immer einen Plan für mich. Jetzt hat sie mich allein gelassen und ich weiss einfach nicht so recht weiter.

Eine Freundin von mir ist schwanger und ich habe es mit ihr zusammen ihrer Mutter gesagt. Ich hätte so gern meinen Freund dieses Jahr geheiratet und auch gern eine eigene Familie gegründet. Irgendwie weiss ich nicht einmal wie ich die Hochzeit ohne sie überstehen soll. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben machen einfach keinen Sinn mehr.

Wenn ich an Gott glauben würde, würde ich sagen, dass sie jetzt an einem besseren Ort ist und auf mich hinabschaut. Aber das tue ich nicht. Für mich ist sie einfach tot. Als sie noch da war, waren wir immer verbunden. Jetzt ist das andere Ende einfach nur still.

Ich bin ratlos und weiss nicht weiter.
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Aeglos3



Anmeldedatum: 17.10.2013
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 17.10.2013, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Engel, Liebe Nomazizi,

ich spreche euch mein Beileid aus - wenn ich nicht genau weiß wie es euch geht, aber ähnlich.

Als ich 4 Jahre alt war hat meine Mutter sich erhängt. Sie litt an Psychosen, war aber eigentlich "schon" in der Tagesklinik, nachdem sie 1 Jahr lang in der geschlossenen verbracht hatte. Ich habe keine eigene Erinnerung an sie - keine guten und keine schlechten. Bevor sie krank wurde hat sie mit Leib und Seele gearbeitet um anderen Menschen zu helfen. Dann hieß es aber auf ihrer Arbeit dass Stellen gestrichen werden müssten, und sie hatte solche Panik ihren Job zu verlieren dass sie darüber krank wurde. Auch sie hatte keine einfache Kindheit - aber ein Zuhause, einen Mann und zwei kleine Kinder.
Das ist jetzt fast 18 Jahre her und ich kann euch sagen: es wird leichter.

Natürlich lässt sich Leid nicht messen - das will ich auch gar nicht hier versuchen. Vielleicht hilft es euch, was ich schreibe, vielleicht nicht.
In jedem Fall aber: wenn ihr das Gefühl habt ihr wollt ihr am liebsten nachfolgen solltet ihr Hilfe suchen. Wenn ihr möchtet therapeutisch, es gibt auch einen bundesweiten Selbsthilfeverein für Suizidtrauernde, ARGUS, ich habe selbst keine Erfahrung damit gemacht, aber ich bin sicher dass dort jemand zuhören und verstehen kann. Ich denke an euch!

Wie ich damit umgegangen bin:
Ich hatte lange Zeit Schuldgefühle, ich sei schuld am Tod meiner Mutter, ich müsste ihr nachfolgen, ich müsste ihr Leid mittragen. Das ist eine "normale" Reaktion auf den Selbstmord eines geliebten Menschen. Was aber oft sehr unsinnig ist - letztendlich ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich und trifft seine eigenen Entscheidungen. Warum genau meine Mutter diese Entscheidung getroffen hat - das frage ich mich auch noch manchmal. Vielleicht weil sie nicht wollte dass ihre Tochter darunter leidet? Dass sie keine Belastung für andere ist? Ich weiß es nicht. Aber auch wenn ich sie nie kennen gelernt habe, weiß ich dass meine Mutter mich geliebt hat -und immer noch liebt. Und ich weiß durch diese Liebe, dass sie nicht möchte dass es mir schlecht geht.
Und weil ich sie auch liebe, tut es manchmal weh dass sie nicht mehr da ist.
Ich hatte sehr sehr lange Probleme damit, habe mich auch selbst verletzt, meine Jugend war dadurch ein ganz schönes emotionales Desaster. Ich habe mir selbst leid getan weil ich Halbwaise bin und meine Mutter sich umgebracht hat. Und weil sie sich umgebracht hat geht es mir jetzt so schlecht, das war meine Einstellung. Und ich muss da jetzt auch immer traurig sein und sie trotzdem in guter Erinnerung behalten.

In den letzten Jahren hat sich das aber verändert. Natürlich hat mich der Selbstmord meiner Mutter geprägt, er hat mich auch zu dem gemacht was ich heute bin. Aber ich will leben, und so wie ich jetzt bin bin ich eigentlich schon in Ordnung. Und ich darf auch sauer auf sie sein dass sie diesen Schritt getan hat, und traurig, und hilflos, ängstlich. Aber ich weiß dass sie krank war, und es für sie anscheinend der einzige Ausweg war. Damit muss ich leben, und ohne sie muss ich leben. Und ich möchte leben und glücklich sein. Ich weiß nicht warum sie sich umgebracht hat, aber ich weiß dass sie mich geliebt hat, und wollte dass ich glücklich bin. Es tut immer noch ab und zu weh, dann bin ich traurig, z.B. zum Todestag, dann zünde ich eine Kerze an. Wenn ich an ihrem Grab bin erzähle ich ihr einfach alles, ab und zu habe ich Briefe an sie geschrieben. Für mich ist sie nicht weg, denn sie lebt ja in meinem Herzen, in meiner Liebe für sie weiter.
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