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Die hoffentlich nicht ewigen Folgen

 
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verweht



Anmeldedatum: 27.01.2012
Beiträge: 121
Wohnort: germany

BeitragVerfasst am: 30.04.2012, 08:12    Titel: Die hoffentlich nicht ewigen Folgen Antworten mit Zitat

gelöscht

Zuletzt bearbeitet von verweht am 07.01.2014, 01:29, insgesamt einmal bearbeitet
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Tanja
Administrator


Anmeldedatum: 21.11.2003
Beiträge: 249
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 09.05.2012, 11:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Verweht,

jemanden zu Pflegen braucht Stärke. Ich habe größte Hochachtung vor Menschen, die sich selbst, ihre Bedürfnisse und Gefühle, ihre Karriere zurück stellen können, um für einen anderen Menschen da zu sein. Es braucht noch mehr Stärke jemanden bis an die Schwelle des Todes zu begleiten und dann allein zurück zu bleiben. Du hast eine ungeheure mentale Leistung vollbracht, die die meisten Menschen nicht mal erahnen können. Was sollte dich beruflich noch umhauen? Vielleicht ist es eine Frage der Richtigen Argumentation.

Bei meiner Mutter lagen zwischen dem Satz "Sie sind austherapiert" und ihrem Tod nur fünf Wochen. Ich habe es nicht so schnell geschafft mein Leben für sie um zu organisieren. Ich wollte aber auch so gern nur noch bei ihr sein. Für meine Mutter war wichtig, dass ich meinen Job behalte. Für mich war nur noch meine Mutter wichtig. Ich bekam nach langem hin und her in der Firma schliesslich zwei Wochen unbezahlten Urlaub. In der ersten Woche ist meine Mutter gestorben und in der zweiten war die Beerdigung. Es war zu spät. Danach fiel ich in ein dunkles Loch voller Trauer und Schuldgefühle. Ich habe mich zwei oder drei Wochen lang zur Arbeit geschleppt und saß dann beim Hausarzt, weil ich nicht mehr konnte. Er hat mich eine Woche krank geschrieben. In der Woche bekam ich die Kündigung. Beidem gerecht zu werden war am Ende zu viel für mich.

Das Pflegezeitgesetz gab es damals noch nicht. Ich finde es sehr wichtig, dass Menschen ihren Job unterbrechen können um Angehörige zu pflegen und wie bei einer Schwangerschaft ihren Job nicht gefährden. Das muss nur noch in die Köpfe der Menschen.

Du hast alles richtig gemacht. Ich würde jedem empfehlen sich auf eine Sache zu konzentrieren. Beides geht einfach nicht.

Lieben Gruß,

Tanja
_________________
Du fehlst.
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K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 12.05.2012, 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo verweht,

ich kenn das...mit den Folgen der Folgen. Kettenreaktionen, die einem manchmal erst später bewusst werden.
Ich denk mir auch oft: "Wenn sie nicht gestorben wäre, dann wäre vieles jetzt anders".
Ich finde nicht, dass man seine Karriere in den Müll wirft, weil man für einen Angehörigen da ist. Ich finde, man muss manchmal im Leben Prioritäten setzen. Und wenn dann in dem Moment der Angehörige Priorität Nummer 1 ist, dann zeugt das doch von einem guten Charakter. Es ist aber natürlich auch nachvollziehbar, wenn das nicht immer geht oder man es psychisch nicht schafft.

Ich finde es wichtig, dass man für diejenigen da ist, die Hilfe brauchen. Sie sind es einem dankbar. Und andersrum würde man sicherlich auch so behandelt werden wollen...

Tanja, bei meiner Mutter war es auch so, dass sie immer wollte, dass ich meine Arbeit (Studium) nicht vernachlässige und sie wollte auch, dass ich in meinem Privatleben nicht zurückstecke. All das war mir aber nicht wichtig. Nur sie war mir wichtig. Ich denke, ich hatte den "Vorteil", dass ich "nur" ein Studium gemacht habe. Ich glaube auch, dass es sehr viel schwieriger gewesen wäre, wenn ich eine richtige Arbeitsstelle gehabt hätte. Denn wie erklärt man das dem Chef und den Mitarbeitern? Will man denen sein ganzes Privatleben erzählen? Und hat man Anspruch darauf, sich von der Arbeit freistellen zu lassen?

Ich finde es sehr schlimm, wenn man versucht immer weiter und weiter zu machen und niemand erkennt, dass es einfach nicht mehr geht. Man muss auch mal eine Pause machen, um wieder Kraft zu schöpfen.

Ich sehe es genauso, dass es sehr wichtig ist, dass man seinen Job u.ä. unterbrechen können sollte für genau solche Momente. Fast jeder erlebt ja leider mal solch einen Moment...

Ich versuche immer ein Mittelmaß zu finden. Und je nach Situation verteile ich dann die Prioritäten. Ich habe es mir aber bisher nicht nehmen lassen, in schlimmen Situationen Abstand von meinem Studium zu nehmen. Ich finde man brauch das als Mensch. Sonst bekommt man ja einen Kollaps...

Viele Grüße
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