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Meine Geschichte - Halbwaise mit 15

 
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Usesomebody



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BeitragVerfasst am: 10.04.2012, 00:49    Titel: Meine Geschichte - Halbwaise mit 15 Antworten mit Zitat

Ich möchte euch hier einfach mal meine Geschichte von der Seele schreiben.

Ich habe meine Mutter als ich 15 Jahre war veloren, vor kurzem wurde ich 17. Um meine Geschichte zu verstehen bedarf es aber auch einiges an Vorwissen.

Ein Jahr nach meiner Geburt wurde meine Mutter stark depressiv. Soweit ich mich an meine Kindheit erinnern kann, erinnere ich mich an Mama die geweint hat und Bauchschmerzen. Meine Eltern wollten sich oft trennen, so oft dass ich ihnen gar nicht mehr geglaubt haben. Ich wuchs praktisch als Einzelkind auf, da mein Brueder 11 Jahre älter, und schon bald aus dem Haus war. Meine Mutter hatte 2001 Krebs, davon bekam ich jedoch nichts mit. Als ich 7 war versuchte meine Mutter eine neue Therapieform, ABL. Durch dies wurde sie wieder gesund. Von diesem Zeitraum an hatte ich die beste Mutter der Welt. Ich kenne niemand der so ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter hat, wie ich es hatte. Wir erzählten uns alles, liebten uns von ganzem Herzen. Meine Mutter war sehr überzeugt von dieser Therapie und der schulischen Medizin überhaupt nicht zugetan. Ich hatte die selbe Meinung. Ich hatte immer die selbe Meinung, sie war mein grösstes Vorbild und alles was sie machte erschien so unglaublich richtig. Meine grösste Angst war es immer, sie zu verlieren. Mit 13 sagte ich einst zu meiner Freundin, dass ich Angst habe dass meine Mutter irgendeinmal Krebs bekommt, denn dass würde sie ins Grab bringen. (denn sie würde nicht zu Arzt gehen)

2010. Ich war im Schullager, kam zurück. Ich wusste etwas stimmt nicht. Mama hatte starke Rückenschmerzen die letzten Monate, weigerte sich aber zum Arzt zu gehen. Als ich zurück kam war sie schon im Spital. Bauchspeicheldrüsentumor. Was folgten waren 4 Monate der Verzweiflung. Niemand traute mir die Wahrheit zu sagen, ich wurde aus allem ausgeschlossen. Es kam mir vor als ob man immer mehr und mehr Tumore fand und meine Hoffnung wurde immer kleiner und kleiner. Ich durfte nicht darüber reden, das Mama sterben könnte, da meine Mutter glaubte, dass sie sonst nicht gesund werden könnten.(Alternativer Glaube der Medizin) Unzählige Bilder, Mama wird onmächtig, Mama im Rollstuhl, Nachts verwachen weil Mama kotzt. Bilder über die ich bis jetzt noch nie gesprochen habe. Bilder die ich teilweise verdrängt, vergessen habe. Und trotz dieser Bilder war ich anscheinend die letzte Person deren es bewusst wurde, dass meine Mutter stirbt. Meine Freundinnen glauben meine Mutter sei "schön" gestorben. Was sie nicht wissen, ist dass sie mich die letzten Tage nicht mehr erkannte, nicht mehr sprechen konnte. Und an dem Tag als sie starb, sagte ich ihre nicht mehr Hallo. Manchmal habe ich das Gefühl sie ist darum gegangen. Weil sie es nicht mehr etragen konnte.

Auf jeden Fall verlor ich dann meine Mutter mit 15. Sie lag in meinen Armen als sie starb. 1 Monat später ertrank einer meiner Kollegen. Das Verhältnis zu meinem Vater ist schlecht. Ich fühle mich permanent unwohl zu hause. Später fand ich durch Briefe meiner Mutter heraus, dass er sie betrog. Meine restliche Familie kümmert sich nicht um mich. Dafür habe ich die besten Freunde der Welt. Und alle bewundern mich wie stark ich bin. Ich kann es nicht mehr hören. Stark? Ich war bei 4 Psychologen, niemand konnte mir wirklich sinnvoll helfen. Oft geht es mir gut aber an manchen Tagen bin ich traurig "ohne Grund" und alles ist grau. Dabei weiss ich, dass der Grund ist, dass ich mich immer abgelenkt habe. Das ist gut. Aber ich habe nie über die Bilder gesprochen, als Mama krank war. (über alles andere schon) Ich bin nicht mehr die Selbe. Ich bin nicht mehr der Vollzeitoptimist. Und auch wenn es so scheint, ich habe nicht alles im Griff. Ich war mal ein Mensch der mit jeder Situation im Leben glücklich und ihre gewachsen war. Jetzt (nach 1.5 Jahren) bin ich immer noch so schnell überforderet.

Wann hört es auf? Wann bin ich wirklich wieder die, die ich nach aussen scheine? Wie kann ich trauern, wenn ich nicht mit meinem Vater darüber sprechen will und ich mich so unwohl fühle zu hause? Habt ihr irgendwelche Tipps`?

Es gibt so viele Momente die ich mit ihr teilen möchte. Schulabschluss, Konzerte, Meinen Freund, Meinen Geburtstag, Frauenarztbesuch, Probleme besprechen. Alles muss ich jetzt ganz alleine machen, ich habe niemanden sonst. Und in so vielen Momenten weiss ich, niemand wir mich jemals so lieben oder so stolz auf mich sein wie sie.



(ich glaub das erscheint jetzt alles sehr wirr, habe gerade ein riesen Durcheinander in meinem Kopf)
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