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Auch nach vielen Jahren, der Verlust bleibt

 
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Judithabc



Anmeldedatum: 23.07.2010
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 23.07.2010, 17:33    Titel: Auch nach vielen Jahren, der Verlust bleibt Antworten mit Zitat

Ich fand es schwer eine Rubkrik zu finden, in die ich schreiben kann. Ich habe lange überlegt ob ich es nicht auch bei "Verlust von Papa" schreiben soll. Aber irgendwie passt dieses besser.

Mein Papa. Mein Wegbegleiter, mein Liebster auf Erden. Er war immer für mich da. Wenn ich krank war ist er bei mir geblieben. Wenn ich zum Arzt musste ist er mit mir dort hingefahren. Wenn es mir schlecht ging habe ich mit ihm darüber gesprochen und er hat mir versucht zu helfen. Er war immer da und war mein Wegbegleiter. Er hat mit mir verschiedene Dinge unternommen und sich oftmals gegen meine Mama durchgesetzt und einfach darauf bestanden, dass ich das machen darf. Wenn Mama alles ab und zu noch gefährlich fand hat er einfach gesagt "das packt die schon" und schon durfte ich mit ihm mit. Im Nachhinein gesehen kann ich von Glück reden, dass nie etwas passiert ist. Aber vielleicht liegt es auch gerade deshalb daran, dass ich in manchen Situationen, wo andere panisch werden, ruhig bleiben kann und kaum Angst habe. Es ist komisch. Er war mein Liebster, der mich in den Arm nahm, wenn es mir schlecht ging, der mich tröstete. Er war immer da, wenn ich ihn brauchte.

Doch von einem auf den anderen Tag änderte sich mein Leben komplett. Mein Vater verließ an einem Donnerstagnachmittag das Haus, weil er einen Termin hatte. Er wollte zum Abendbrot zurück sein. Doch er kam nicht. Meine Mutter glaubte erst noch daran, dass er sich verspätet hat, doch als es immer später wurde und er immer noch nicht da war, schaltete sie die Polizei an. Sie fuhren die Strecke ab (zu dem Termin, wo er hin wollte), aber fanden ihn nicht. Sie befragten meine Mutter, doch sie konnte keine Angaben zu seinem Auffenthaltssort geben. Meine Schwester und ich saßen da und warteten einfach. Wir wussten nicht, was wir machen sollten. Mama sagte immer wieder, dass die Polizei ihn finden wird. Doch in ihrer Stimme hörten wir die Sorge. Erst nach Mitternacht sind meine Schwester und ich ins Bett gekommen. Vorher durften wir Fernseh schauen und selbst entscheiden, was wir machen wollten. Fernseh schauen durften wir sonst nie und sonst mussten wir immer um spätestens 20 Uhr ins Bett. Morgens standen wir auf, liefen runter um unsere Eltern zu begrüßen. Doch nur Mama wartete auf uns. Kurze Zeit später kam die Polizei und teilte uns mit, dass sie nun mit einem Helikopter nach Papa suchen werden. Danach kam eine Nachbarin vorbei, einfach so, und sah gleich, das was nicht stimmte. Sie fragte meine Mutter, die ihr alles erzählte und ihre Tränen unterdrückte. Die Nachbarin nahm uns mit zu sich, bis zum Mittag und danach waren wir zu Hause und warteten ab. Meine Mutter machte den Hof, ein Nachbar kam zum Kühe melken und inzwischen wussten sehr viele, dass mein Papa vermisst gemeldet ist. Ich hoffte immer noch daran, dass er gefunden wird. Abends gleichte es dem Vortag. Meine Schwester und ich schauten Fernseh und gingen gegen Mitternacht ins Bett. Am nächsten Morgen kam Mama zu uns ins Zimmer und erzählte uns, dass Papa nicht wieder kommen wird. Er ist tot. Meine Schwester und ich konnten es anfangs nicht glauben, rannten nach unten in die Küche und schauten uns dort um. Wir wollten es nicht wahr haben. Viele Nachbarn kamen wenige Minuten später und eine Nachbarin, die vom Vortag, kümmerte sich um uns. Sie frühstückte mit uns und sorgte dafür, dass wir erstmal in den Tag fanden (Anziehen, usw.). Viele Nachbarn waren da und auch ein Bruder meiner Mutter kam vorbei, gemeinsam mit ihrer Mutter, unserer Oma. Auch der Pastor kam vorbei um sein Beileid auszusprechen. Der Tag verging, irgendwie. So viele Menschen waren da und alle wollten uns in den Arm nehmen, sagten, dass sie uns helfen werden, usw.. Aber viele haben uns nicht wirklich geholfen. Die Tage bis zur Beerdigung waren grausam, wie ich heute finde. Ich wusste nicht, was kommen wird. Ich musste verschiedene schwarze Kleidung anprobieren, weil ich sonst nur bunte Kleidung im Schrank hatte. Eine Nachbarin, nicht die oben erwähnte, machte das mit mir und meiner Schwester. Es war merkwürdig und alles ganz komisch. Zur Beerdigung kamen viele Leute und viele weinten. Ich konnte es immer noch nicht ganz verstehen. Ich weiß wohl noch, dass an diesem Tag auch die Schwester meines Vaters endlich da war. Meine Mama hat lang auf sie gewartete. Sie war, als es geschehen ist, im Urlaub in Italien. Mehrere Personen sind extra dort hingeflogen um es ihr mit zu teilen. Wenige Minuten bevor sie sie im Hotel antrafen hat ihr Sohn, mein Cousin, es ihr telefonisch mit geteilt. Sie ist sofort nach Deutschland geflogen, aber ist nicht zu uns gekommen. Ihre Eltern, meine Großeltern, sind schon vor meiner Geburt verstorben. Die Tage nach der Beerdigung waren merkwürdig. Ich funktionierte einfach und kam stundenweise von einem zur anderen Nachbarn, damit meine Mama ein wenig Zeit für sich hat. Ob wir das wirklich wollten, wurde nie gefragt. Meine Schwester und ich wurden einfach rumgereicht. Alle kümmerten sich liebevoll um uns, doch keiner sprach mit uns über Papa. Sie taten einfach so, als sei alles ok und würde normal weiter gehen. Doch nichts geht normal weiter. Wenige Wochen später musste ich wieder zur Schule (es geschah während der Sommerferien) und es schien so, als würden es alle wissen. Sie starrten mich an, als sei ich was schlimmes. Am liebsten wäre ich wieder nach Hause gegangen, doch ich bin geblieben. Das erste Jahr war furchtbar. Auch, wenn ich teilweise so tat, als sei alles ok, war nichts mehr ok. Mein Liebster fehlte. Meine Mama versuchte mir beizustehen, doch ich nahm ihre Hilfe nicht an. Ich ignorierte sie teilweise, sagte Sätze zu ihr wie z.B. "Es wäre besser gewesen, wenn du tot wärest und Papa noch da ist." Ich habe sie damit zutiefst verletzt, was ich erst jetzt, Jahre später, verstehen kann. Sie ist geblieben, hat viel geweint, auch vor uns. Aber ich wollte mich nicht in sie hinein versetzen. Keiner schien mich zu verstehen. Fast ein Jahr nach dem Tot meines Vater hatte ich meine Erstkommunion. Mama und Papa begleiten ein Kind an diesem Tag. Bei mir war es Mama und Patenonkel. Der Tag war trotzallem schön, aber ich habe zuvor oft erwähnt, dass ich Papa dabei haben wolle,usw.. Die Jahre vergingen und ich lebe irgendwie. Anfags habe ich es incht zulassen können, wenn meine Mama geht. Wenn sie (es war ca.3 Monate später) ausgehen wollte, haben meine Schwester und ich uns an sie gekrallt, geschrien und geweint. Wir wollten nicht, dass sie geht. Selbst wenn sie am Tag gegangen ist haben wir das gemacht. Wir hatten so viel Angst auch sie zu velieren, so das wir uns an sie klammerten. Manchmal ist sie trotzdem gegangen und wir haben stundenlang geweint oder aus Verzweiflung nur noch da gesessen. Ins Spiel finden, glücklich sein, das konnten wir dann nicht. Erst als Mama wieder da war konnten wir wieder spielen oder abends in den Schlaf finden. Eine damalige Freundin von Mama (jetzt nicht mehr) war unsere Babysitterin. Sie war komplett überfordert mit uns beiden Mädchen, die psychisch stark belastet waren, weil sie ihren Papa verloren haben. Sie kam auch nur 3-4 Mal und dann nicht wieder. Meine Mutter erzählte uns später, dass sie die Begründung gegeben hat, dass wir zu schwer für sie seien. Aber was hat sie denn gedacht? Das wir sie gleich als Babysitterin ins herz schließen werden? Das sie ein Papa-Ersatz für uns wird? Niemals! Wir hatten Angst davor unsere Mama zu verlieren und sie konnte sich nicht in uns hinein versetzen. Papa ist einfach weg gefahren und nicht wieder gekommen. Da war unsere Angst groß, dass Mama das auch macht. Ein paar Monate später startete meine Mama einen neuen Versuch mit Zwillingsmädchen, die wir schon länger kannten und toll fanden. Sie waren ca. 16 Jahre und nachmittags klappte die Betreuung gut, so dass wir es auch abends versuchten. Und es klappte. Wir weinten ab und zu kurz, ließen und aber schnell beruhigen, spielten auch und natürlich freuten wir uns auch, wenn Mama wieder da war. Als die bei uns anfingen war Papa ca. ein dreiviertel Jahr tot. Während der Pubertät, so mit 15 Jahren, brach ich psychisch zusammen und keiner wollte er wirklich erkennen. Ich schrie meine Mutter immer wieder an, machte ihr Vorwürfe, dass sie meinen Vater hätte retten müssen, was erkennen hätte müssen, usw.. Ich war so verzweifelt, dass ich mit Selbstmord an mir drohte und sogar darüber nachdachte. Versucht habe ich es nie! Die Zeit war schwer und meine Mama, sie schwieg einfach. Sie sagte teilweise nichts, was mich sehr verletzte und auch heute noch weh tut.
Heute sind fast 13 Jahre nach Papas Tot vergangen. Und meine Mama, sie schweigt noch immer. Wenn ich sie frage, warum Papa sich getötet hat, dann sagt sie immer wieder, dass sie es nicht weiß. Er ist mit unserem Familienauto damals weg gefahren und wurde erhängt an einem Baum vorgefunden. Wo genau das war weiß ich bis heute nicht; somit war ich auch noch nicht da. Er ist auf den Baum hoch mit einer Leiter geklettert, die er von uns zu Hause mit genommen haben soll. Hat meine Mama wirklich nicht gemerkt, dass eine Leiter fehlt? Diese Leiter ist nach seinem Tot wieder in Gebrauch bei uns zu Hause gekommen, so erzählt meine Mutter. Wie konnte sie das nur machen? SDe Leiter soll es heute noch geben. Aber zeigen will sie sie mir nicht und ich will sie auch nicht sehen. Es geht einfach nicht. Wie konnte sie diese Leiter nur wieder nehmen und nicht vernichten? Nach seinem Tot habe ich Papa nicht mehr gesehen, weil Mama es nicht wollte. Diese eine Entscheidung, die sie damals getroffen hat, werfe ich ihr bis heute vor. Ich bin der Überzeugung, dass wenn ich ihn noch mal gesehen hätte, ich besser seinen Tot verarbeiten könnte. Aber sie hat es damals einfach so über unseren Kopf hinweg entschieden. Sie hat uns nicht einmal gefragt ob wir es wollen. Sie selbst hat ihn auch nicht mehr gesehen. Sie hat damals, nachdem die Polizei es auch schon mal getan hat, unser Familienauto durchsucht und nichts gefunden. Ob das wirklich so ist zweifel ich an. Vielleicht hat sie doch einen Abschiedsbrief gefunden und verheimlicht uns diesen? Warum, das kann ich nicht sagen. Mit dem Familienauto sind wir noch mehrere Jahre wieder gefahren. Wie konnte sie das nur machen, wo mein Papa damit doch zu seinem Tot gefahren ist? Wieso nur schweigt sie so sehr? Sie hat nur einmal, nachdem ich sie mehrfach gefragt habe, nicht mehr locker ließ und anschrie, mit Tränen im Gesicht gesagt, dass mein Vater meine große Schwester angefasst hat. Plötzlich steht ein sexueller Missbrauch im Raum, der aber auch schon 7-8 Jahre vor dem Tot heraus gekommen sein soll. Meine Schwester soll ihn erst damals (7-8 Jahre später) angezeigt haben. Gewusst hat meine Mama es aber schon mind. 7 Jahre lang. Eine Schulpsychologin, der sich meiner Schwester anvetraut hatte, hatte es ihr erzählt. Unternommen wurde nichts. Ich kann das ganze nicht wirklich glauben, denn wenn es wirklich so gewesen wäre, hätte sie ihn doch, zum Schutz von uns Kindern, verlassen müssen? Man kann doch nicht mit einem Mann zusammen leben, der seine eigene Tochter anfasst. Sie fragte mich damals, ob er mich auch angefasst hat. Ich kann mich daran nicht erinnern, aber vielleicht will ich es auch nicht. Ich habe gelesen, das der Körper manchmal aus Schutz etwas verdrängt und die Erinnerung kurzzeitig ausschaltet. Aber das klingt schon fast so absurt, dass das bei mir doch nicht so sein kann. Es kann doch nicht sein, dass mein Vater mich angefasst hat und ich mich daran nicht mehr erinnern kann? Wieso nur erzählt Mama mir so etwas und fragt mich so was? Wieso nur hat sie ihn dann nicht verlassen? Auf diese Frage bekomme ich bis heute keine Antwort. Papa wird verschwiegen und wenn ich anfange über ihn zu sprechen, weicht Mama mir aus. Warum? Verschweigt sie mir doch etwas? Ich glaube, dass ich inzwischen alles verkraften könnte. Hauptsache ich wüsste warum er von uns gegangen ist? Warum nur wollte er nicht mehr leben? Vielleicht aber bin auch ich selbst Schuld. Meine Schwester und ich haben uns zu dem Zeitpunkt wo er starb viel gestritten. Kein Tag verging ohne große Schreierei und teilweise auch Klopperei zwischen uns beiden. Unsere Eltern nahm das sehr mit und sie wollten, dass wir uns endlich vertrugen. Kurz bevor mein Vater fuhr, hatten wir noch einen Streit. Ist er vielleicht gegangen, weil er nicht mehr damit klar kam uns immer streiten zu sehen? Habe ich ihn vielleicht in den Tot getrieben und somit mit auf dem Gewissen? Hat er das vielleicht im Abschiedsbrief auch so geschrieben und unsere Mutter möchte uns das nicht sagen und verheimlicht uns deshalb den Brief? Ich kann nicht glauben, dass er ohne Abschiedsbrief, ohne die Frage des Warum beantwortet zu haben, von uns gegangen ist.
Heute spreche ich kaum mit jemanden darüber. Ich kann es manchmal einfach nicht. Im Frühjahr habe ich mit den Eltern meiner Tageskinder über meinen Papa gesprochen. Sie haben mir zugehört, was davor keiner gemacht hat. Sie haben nichts gesagt, nicht nachgefragt, einfach nur zugehört. Komisch, Mama hört mir nicht zu. Heute habe ich einen Draht zu meiner Mama gefunden. Es hat lange gedauert bis ich überhaupt zugelassen habe Mama als Bezugsperson zu sehen. Sie war deshalb völlig fertig und meine Schwester, sie stand immer zwischen den Stühlen. Sie wollte mich nicht verlieren, stand deshalb auf meiner Seite, wollte zeitgleich aber auch auf Mamas Seite stehen. Sie ist daran fast zu Grunde gegangen. Zum Glück ist es nicht so weit gekommen.
Damals, da war alles gerade kompliziert. Meine große Schwester war in einem betreuten Wohnen, weil sie wenige Monate zuvor einen schweren Autounfall hatte. Somit war sie nicht da. Sie ist auch nicht nach dem Tot meines Vater gekommen und war auch nicht auf der Beerdigung. Nach Aussage meiner Mama, weil sie es nicht wollte. Eine andere Erklärung habe ich dafür nicht. Selber gefragt habe ich sie nie. Nach dem betreuten Wohnen ist sie in eine eigene Wohnugn gezogen, wo sie noch heute lebt. Mein Bruder war damals ebenfalls in einem betreuten Wohnen, weil er ein wenig auf der schiefen Bahn geraten war. Er hatte kurz zuvor ein Prozess vor Gericht gehabt und wurde zwar wegen Mangel an Beweisen frei gesprochen, ist aber trotzallem dort hingekommen. Allerdings nach Absprache nur für ein paar Monate und dann ist er zurück gekommen. Meine Schwester und ich waren somit die einzig noch zu Hause verbliebenen Kinder. Wären wir vielleicht auf Dauer auch ins Heim gekommen? Hätte meine Mama einen Prozess überhaupt durchgestanden, der vielleicht wegen dem Vorwurf des Sexuellen Missbrauchs gekommen wäre? Vielleicht wäre sie auch wegen Beihilfe dazu angezeigt worden? Hat sie vielleicht davon gewusst und geschwiegen?
Ich bin total verzweifelt und noch heute denke ich oft an meinen Papa. Den Hof, den wir damals hatten, haben wir nicht mehr. Meine Mama hat ihn aufgegeben. Sie wollte ihn nicht mehr haben. Wie kann man nur alles aufgeben? Alles was mein Papa mit seinen Eltern noch aufgebaut hat. Vieles wurde umgebaut und keiner denkt daran, was mein Papa gewollt hat, so glaube ich oft. Ich werfe ihr das manchmal vor, aber sie schaut mich dann nur an und sagt immer wieder, das er es auch so gewollt hätte. Ich kann mir das nicht vorstellen.
Meien Mama, sie ist total merkwürdig, wenn ich mit ihr über Papa sprechen möchte. Einzig hat sie einmal und auch öfter erwähnt, dass ich wie mein Papa bin und ihm so ähnlich sehe. Nur, dass ich halt weiblich bin und nicht männlich. Das freut mich immer wieder zu hören und ich bin dankbar so wie er sein zu dürfen. Auch seine Schwester hat das bereits mal erwähnt und viele Personen, die meinen Papa kennen, sagen manchmal, dass ich wie er bin. Einfach von meiner Art her. Das ehrt mich dann sehr. Meine Mama betont auch immer wieder, dass ich mich gut mit ihm verstanden hätte und auch noch heute würde. Und das glaube ich auch. Denn er war mein Wegbegleiter. Er war mein Liebster, mein Papa.
Es gibt Tage, da stehe ich morgens auf und würde mich am liebsten wieder hinlegen um nicht an Papa denken zu müssen. Doch aus beruflichen Gründen muss ich dann hoch und der Tag vergeht dann, irgendwie. Ich arbeite viel, um mich ablenken zu können. Erst als Erzieherin in einer Kita und dann noch als Tagesmutter. Ich brauche das einfach, weil ich sonst aus Trauer tageweise zerbrechen würde. Es gibt aber auch diese Tage wo ich aufstehe und alles ist ok. Diese Tage lebe ich mit Freude und voller Elan und bin dankbar dafür sie haben zu dürfen. Es gibt Momente, wo ich an meinen Papa erinnert werde. Ich lasse diese dann kaum zu, weil ich sonst weinen müsste. Ich bin teilweise verzweifelt und immer bin ich allein. Ich kann es mit keinem teilen, weil sie es nicht verstehe würden. Und Mama, sie will es nicht verstehen.
Warum nur ist alles so schrecklich und auch fast 13 Jahre später noch unbegreiflich?
Ich war damals erst 8 Jahre, meine Schwester 9 Jahre, mein Bruder 16 Jahre und meine große Schwester 19 Jahre. Meine Mama war 45 Jahre. Und Papa, er war doch erst 46 Jahre alt. Zu jung um zu sterben!
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