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papa...

 
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Lieschen



Anmeldedatum: 24.02.2010
Beiträge: 17
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 03.03.2010, 21:53    Titel: papa... Antworten mit Zitat

Hallo alle miteinander,
ich heiße lisa, bin 20 jahre alt und seit fast einem jahr muss ich ohne meinen papa leben.
ich hatte eine enge bindung zu ihm und war schon von klein auf ein absolutes papa-kind. warum kann ich mir nicht erklären, da ich eine liebe mama habe und meine eltern auch nicht getrennt waren. auf jeden fall war es halt so....
letztes jahr, am 31. märz ist er beim arbeiten einfach umefallen und war sofort tot.
ich weiß nicht warum...
ich kann es immer noch nicht fassen.
an manchen tagen wache ich morgens auf und wunder mich, warum es denn im bad noch so leise ist und kein wasser läuft. abends frag ich mich bei jedem geräusch, ob er denn endlich kommt...
an anderen tagen ist alles okay. wie immer. ich bin dann fasr glücklich und zufrieden, habe pläne und freu mich am leben...
kennt ihr dieses gefühl und ist das normal?
ich habe so viele fragen. und obwohl meine restliche familie da ist, wird dieses thema iregndiwe immer verdrängt...
vielleicht meldet sich jemand, dem es ähnlich geht.
seid lieb gegrüßt.
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Claudiisttraurig



Anmeldedatum: 11.12.2008
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, liebe Lisa,

es tut mir sehr leid,daß auch Du Deinen Papa leider nicht mehr hast!
Ich bin Claudia, zwar schon 36 Jahre alt,aber ich habe meinen Papa mit 22 Jahren verloren!
Mein Papa war lange sehr krank, er hatte Blutkrebs! Er wurde krank,da war ich 12,und ich war/bin auch ein richtiges Papa-Kind!
Auch wenn er so krank war, wir wollten es nicht wahrhaben!Sein Tod hat mich getroffen wie ein Hammerschlag!Ich hab den Fehler gemacht und alles verdrängt! Es tat einfach zu weh,ich kam mir immer allein vor!
Nach 10 Jahren bin ich dann endlich zu einer Psychologin gegangen,damit sie mir hilft, mit der Trauer umzugehen! Denn es war teilweise so schlimm,daß ich mir kein Foto von ihm ansehen konnte, ohne in Tränen auszubrechen! Und das hat er nicht verdient, weil er immer fröhlich und lustig war und gern lachte!

Somit ist Dein Verhalten völlig normal, es gehört zur Trauerverarbeitung! Diese Gefühlsschwankungen werden vielleicht noch öfter auftreten! Wenn ich Dir einen Rat geben darf, wenn Dir nach weinen ist,dann weine! Wenn Dir nach reden ist,dann rede! Wenn Dir nach lachen ist, dann lache! Das wird Deinen Papa freuen!
Bitte verdränge Deine Gefühle und Trauer nicht, nicht, daß es Dir so geht wie mir!

Ich wünsche Dir viel Kraft und von Deinem Umfeld viel Verständnis!
Liebe Grüße
Claudia
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Lieschen



Anmeldedatum: 24.02.2010
Beiträge: 17
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 16.03.2010, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Claudi,
vielen Dank, dass du dich gemeldet hast.
Es ist tröstlich von Leuten zu hören, die mich verstehen und die Gefühle nachvollziehen können.
Trotzdem habe ich das Gefühl, bei Freunden als stark zu gelten. aber im prinzip muss ich stark sein, weil niemand mehr wirklich wissen will, wie es mir denn eigentlich damit geht. für außenstehende ist fast ein jahr eine lange zeit, doch eigentlich ist dieses knappe jahr so schnell verstrichen und ich frag mich echt, wo die zeit hin ist.
ich glaube fast, dass ich auch zu den verdrängungskünstlern gehöre, denn ich versuche mich immer irgendwie abzulenken um nicht darüber nachzudenken.
egal, wo es was zu erledigen gibt, ich mach das, denn mit dem (zeit)druck und dem stress komme ich besser klar, wie mit den momenten, in denen ich zeit hätte darüber nachzudenken.
hört sich irgendwie absurd an...
wie geht es dir jetzt claudi?
liebe grüße.
lisa
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Claudiisttraurig



Anmeldedatum: 11.12.2008
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 17.03.2010, 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lisa,
ja, auch das ist normal,daß Du erstmal nicht darüber nachdenken willst! Jeder muß seinen Weg finden,sich mit dieser Situation abzufinden, so schwer es auch ist!
Ich sag immer, niemand, der so einen Tiefschlag miterleben mußte,kann einen wirklich verstehen!
Ich weiß noch genau, als meine Freundin mir erzählt hat, daß ihr Papa verstorben ist (wir waren damals auch 20), mein Gedanke war: Gott sei Dank hab ich meinen Papi! Es tat mir sehr leid,aber ich wollte mich nicht weiter rein denken,ich hatte Angst nur bei dem Gedanken schon! Erst als mein Papa verstorben ist (ich war 22), erst dann konnte ich ihren Schmerz verstehen!
Das darfst Du aber Deinen Freunden nicht übel nehmen,sie können das einfach nicht nachempfinden!
Ich hab dann am Anfang viel geweint, war auch teils wütend, erst recht, wenn Jemand von Gott geredet hat! Ich sagte dann immer: Wenn es einen Gott gäbe, dann hätte er mir nicht meinen Papa genommen!!!
Mein Papa hätte so gern noch leben wollen, aber die Krankheit war zu schlimm! Das hat ewig gedauert,bis ich das erkannt habe!

Jetzt geht es mir soweit gut! Ich mußte auch zur Psychologin,allein hätte ich das nicht geschafft! Die Trauer war zu groß! Außerdem war da noch ein Arzt,der mir die Schuld gab,daß mein Papa sterben mußte! Das hab ich auch 5 Jahre mit mir rumgetragen!

Aber, ich kann es immernoch nicht verstehen,das werd ich wohl nie! Allerdings muß ich damit leben!

Ich kann Dich so gut verstehen,ich mußte auch immer stark sein! Ich bin auch noch Krankenschwester und hab damals auf einer Krebsstation gearbeitet!
Alle waren dann irgendwie sauer auf mich,weil ich ja hätte wissen müssen, wie schlecht es ihm ging! Aber, ich war in dem Moment doch Tochter und wollte es einfach nicht sehen, daß es ihm schlecht ging!

Wie geht es Dir? Was denkst Du, wenn Du an Deinen Papa denkst?

Ich hoffe, ich hab Dir jetzt keine Angst gemacht,daß es bei mir nach 14 Jahren immernoch so schlimm ist!

Ich wünsche Dir von Herzen,daß Du viel Unterstützung kriegst!

Liebe Grüße
Claudi
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Lieschen



Anmeldedatum: 24.02.2010
Beiträge: 17
Wohnort: Süddeutschland

BeitragVerfasst am: 25.03.2010, 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe claudi,

es tut mir sehr leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde.
es war einfach viel los in letzter zeit...

ich nehme es niemand für übel, der das nicht versteht, ich denke auch, dass man erst mal in so einer situation sein muss, um zu verstehen. was mich dann immer ärgert sind dann situationen, in denen freunde so böse über ihre eltern reden, zum beispiel waren wir neulich abends grillen, dann ging es darum, wie blöd doch der vater von der einen ist und auch so sätze wie "ich könnte meinen vater umbringen" gehen mir sehr nah, wenn die wüssten, wie das ist ohne jemand...

kann das stark sein gut nachvollziehen: mach gerade eine ausbildung zur erzieherin (3.jahr) und neulich hatten wir in reli das thema "tod und sterben" fand ich furchtbar...

du hast mich gefragt, was ich denke, wenn ich an meinen papa denke.
das ist so vielfältig:
auf der einen seite bin ich sehr dankbar, einen so wundervollen papa gehabt zu haben, er hat mich sehr geprägt und ich habe viele dinge von ihm gelernt.
andererseits bin ich sauer, weil er einfach so gegangen ist, ohne abschied, einach weg, so plötzlich ohne vorankündigung.
dann vermisse ich ihn einfach so, ich hatte diese woche geburtstag und alles in allem war es ein schönes fest, aber ich habe einfach immer darauf gewartet, dass mein papa noch kommt. an dem tag hat er mir so ahnsinnig gefehlt.
irgendwie bin ich auch echt hilflos, weil es so viele situationen gibt, in denen ich seien rat gut gebrauchen könnte und seine meinung hören wollte...
manchmal geht es mir gut und ich kann das leben genießen und dann kommen immer wieder so phasen, in denen ich das gefühl hab, man reißt mir das herz raus oder das gefühl von absoluter leere...
manchmal komm ich mir vor, als schwebe ich in einer blase über meinem leben und beobachte alles was geschieht nur...
naja, irgendwie muss es gehen..
übrigens hast du mir keine angst gemacht.... ist klar, das dieser verlust einen ein leben lang begleitet, es gibt da so viele situationen: angefangen an weihnachten jedes jahr und solchen festen, bei der hochzeit, wenn man mal kinder hat...
danke fürs zuhören und so schnell antworten.
lisa
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