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Vollwaise mit 26 - Eltern innerhalb 8 Monaten verloren
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Michaela26



Anmeldedatum: 28.05.2008
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Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 20.06.2008, 08:35    Titel: Vollwaise mit 26 - Eltern innerhalb 8 Monaten verloren Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin 26 Jahre alt und seit dem 11.06.2007 Vollwaise.
Meine Mama starb am 12.10.2006 an den Folgen ihres schweren Krebsleiden.
2001 Diagnose Brust-Ca, darauf folgten Knochen- und Lebermetastasen. Anfang September 2006 habe ich sie zu mir nach Hause geholt und dort ist sie auch in meinen Armen verstorben. Die Zeit nach Mamas Tod war schlichtweg der Horror. Ich habe nur noch funktioniert, alles erledigt und meinem Papa sämtliche Aufgaben abgenommen, obwohl ich selber keine Kraft mehr hatte.

Als Mama starb war mein Sohn 3 Monate alt. Ich musste funktionieren, ob ich wollte oder nicht, denn der kleine hat mich ja auch gebraucht.

Papa ging es von Woche zu Woche schlechter. Ich glaube heut, Papa hat bis zu Mamas Tod verdrängt wie schwer krank sie wirklich war. Im März 06 kam Papa dann zur Kur, welche ihm auch wirklich gut getan hat. Das erste Mal nach Mamas Tod musste ich mir mal keine großen Sorgen um ihn machen. Als Papa am 1. Mai aus der Kur zurück kam, ging es ihm wirklich besser. Natürlicht vermisste er Mama noch genauso wie vorher, aber er hatte wieder Lust zu Leben. Ich hatte nach langer Zeit die Hoffnung, dass es nochmal etwas bergauf gehen würde.

Am 11.06.2007 passierte dann ein schrecklicher Arbeitsunfall durch den mir dann auch noch mein Papa genommen wurde.

Immer wieder frage ich mich warum? Warum auch noch mein Papa, wo er mir doch so unendlich wichtig war und ist?
Warum durften beide nur 56 Jahre alt werden?
Der Unfalltag ist gleichzeitig auch der Geburtstag meines Mannes, was die ganze Situation für mich noch schwerer macht.

Ich musste Papa im Krankenhaus identifizieren, dieser Anblick hat sich so in meine Seele gebrannt. Ich werde diese Bilder nicht los.
Immer wieder denke ich das Leben ist nicht fair, an manchen Tagen ist es so schlimm, dass ich selber keine Lust mehr habe. Dann spüre ich nur noch diese wahnsinnige Sehnsucht nach meinen über alles geliebeten Eltern. Aber wenn ich dann meinen süßen Sohn sehe, weiß ich das es sich lohnt zu leben und stark zu sein, obwohl es wahnsinnig weh tut!!!!

Würde es schön finden über dieses Forum Kontakt zu anderen Betroffenen zu finden, denen ein ähnliches Schicksal widerfahren ist.

Freue mich über eine Antwort!
lg Michaela

PS: Habe meinen Eintrag auch bei "Verlust durch Unfall" gespeichert,
irgendwie passen ja beide Rubriken. Traurig
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Isis



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Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 11.07.2008, 08:58    Titel: Hallo Michaela26 Antworten mit Zitat

Habe gerade Deine Geschichte gelesen. Es ist wirklich schlimm, was
Dir passiert ist und kenne Deine Gefühle, ich habe mich auch immer wieder
gefragt, wo denn die Gerechtigkeit bleibt.
Und im Frühling dieses Jahres war es besonders schlimm, zum ersten mal sah ich keinen Sinn mehr in meinem Leben.
Aber ich habs irgendwie geschafft, meine Kollegen und Freunde waren da und haben mir sehr geholfen.
Ich lebe wieder gerne, dafür gibt es doch viel schönes im Leben, auch wenn es nicht immer einfach ist, es zu sehen.
Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute!

Glg

Isis
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schnuffl



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Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 11.07.2008, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

hey michaela
habe mir auch gerade deine geschichte durch gelesen. ich kann nur ein stück weit nachvollziehen wie es dir geht. denn ich bin "nur" halbwaise...
aber kann mir auch nicht vorstellen, wie das wohl ist...
naja... der unfalltag deines vaters ist auch der geburtstag meines vaters...damals hat er noch gelebt....
naja... heute sehe ich an diesem datum nicht mehr viel gutes....

das glaube ich dir,dass dein sohn dir sozusagen viel kraft schenkt.
ich selbst bin ja noch ein "kind"...

ich wünsch dir ganz viel kraft!!

liebe grüße
schnuffl
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PAPA du warst der Beste!
I miss you!!! WHY???? will dich zurück haben!!
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Michaela26



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Beiträge: 20
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 17.07.2008, 14:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Schnuffl,

erst einmal vielen Dank für Deine lieben Worte!
Z. zt. stürzen wieder alle Gefühle auf mich ein. Zusätzlich zu
der Trauer kommen Probleme innerhalb mit der Familie meines Mannes.
Es ist wirklich zum heulen. An manchen Tagen denke ich, warum kann das nicht alles aufhören. Seit Mamas und Papas Tod ist alles so schwer. Situationen und Momente, die mir vorher nichts hätten anhaben können, werfen mich heute total aus der Bahn.

Aber zum Glück gibt es auch langsam wieder Ereignisse, die mich glücklich machen. Seit 2 Wochen weiß ich, dass ich wieder schwanger bin. Einerseits macht mich das total glücklich und auf der anderen Seite ist die Wehmut, dass Mama und Papa dieses Kind nicht kennenlernen dürfen.
Das tut unbeschreiblich weh.!!

Du schreibst, Du seist selber noch ein Kind! Darf ich fragen, wie alt Du bist!? Woran ist Dein PApa gestorben?
Ich bin mit meinen 26 Jahren ja eigentlich erwachsen, aber trotzdem ist es so, wenn man seine Eltern verliert merkt man erst, wie viel Kind noch in einem steckt. Traurig
Man bleibt immer ein Stück weit Kind ....

Ich wünsche Dir auch ganz ganz viel Kraft ...

lg Michaela
_________________
Man stirbt nicht, wenn man in den Herzen der Menschen weiterlebt, die man verlässt.

Zum Gedenken an meine geliebten Eltern

Mama geb. 9.7.1950 gest. 12.10.2006

Papa geb. 2.2.1951 gest. 11.06.2007
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schnuffl



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Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 17.07.2008, 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

hey michaela
ja, das glaube ich dir, dass es irgendwie auch komisch ist, dass du jetzt ein kind bekommst un dass deine eltern es nicht kennenlernen dürfen. aber ich wünsch dir ganz fest, dass die ganzen probleme zur zeit sich schnell lösen...dass du wieder glücklicher sein kannst...

klar darfst du fragen. ich bin jetzt 16, ich war 15 als mein vater starb...
mein vater ist ganz plötzlich an einer lungenembolie gestorben(ist bald 1 Jahr her..)...
das glaube ich dir, dass man immer ein stück kind bleibt. meine älteste schwester ist jetzt auch 26 und daher seh ich auch selbst, dass sie ja auch noch ein stück kind ist....
naja
noch mal ganz viel kraft!!!
liebe grüße
schnuffl
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Michaela26



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BeitragVerfasst am: 17.07.2008, 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schnuffel,

ich bin erstaunt darüber wie tapfer Du bist. Das ist echt toll!
Du bist noch so jung und trotzdem macht es den Anschein das Du total stark bist. Du kannst stolz auf dich sein...

Das tut mir wahnsinnig leid, dass Du deinen Papa schon so früh verloren hast. Ih hoffe Du findest viel Kraft und Untersützung in Deiner restlichen Familie. Wie geht Deine Ma damit um?

Als meine Mama gestorben ist, ist mein Papa in ein ganz ganz tiefes Loch gefallen. Es war wahnsinnig schwer ihn dazu zu bewegen wieder aktiv an seinem Leben teilzunehmen. Ar war kein Mensch mehr und hat wirklich gelitten wie ein Tier. Es tat mir so weh ihn so zu sehen!!!

Deshalb versuche ich mich auch jetzt damit zu trsöten, dass die beiden jetzt nun vereint sind. Zumindest glaube ich fest daran.

So ich mach dann mal Schluss für heute - bin total müde!
Schlaf gut... Smilie
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schnuffl



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BeitragVerfasst am: 18.07.2008, 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

hey
naja, ob ich stark bin weiß ich nicht. bei mir leidet vor allem die schule darunter, war dieses schuljahr sehr schlecht...habs grad so geschafft....naja

ja, meine familie und auch meine freunde(zumindest die meisten) sind klasse!
ja, meine ma leidet sehr..das spürt man... un da meine geschwister auch nur noch selten zu hause sind, bekomm ich das natürlich mehr mit.... sie tut mir so leid!!!

ja, das ist schön, wenn du so denken kannst. aber klar, jetzt sind sie wieder zusammen! aber bestimmt auch traurig, von dir getrennt zu sein....

meine lehrerin hat heute zu mir gesagt(als ich nach meiner mündlichen note gefragt habe), dass es ihr leid tut, aber dass sie mir keine gute note geben kann, da ich sehr ruhig war, aber sie ja weiß warum. und dass sie auch denkt, dass das mein vater nicht gewollt hätte... das hat mich irgendwie sehr berührt...hab sogar fast geweint....

naja
liebe grüße
schnuffl
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Michaela26



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BeitragVerfasst am: 28.07.2008, 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Schnuffl,

heute ist wieder ein total besch... Tag!!!
Bin heute morgen wach geworden und hatte Blutungen. Mein erster Gedanke war, dass ich jetzt mein Baby verliere. Habe sofort einen Termin bei derÄrztin bekommen und damit auch die Gewissheit. Fehlgeburt!!! Traurig

Ich hatte mich so auf das Baby gefreut. Auch wenn die Schwangerschaft noch nicht weit fortgeschritten war, es ist trotzdem schlimm!

Bin mir sicher, dass der Auslöser dafür der Stress mit meinem Schwager war. Böse

Na ja, da meint man gerade es wird alles nochmal ein wenig besser, da kommt der nächste Rückschlag. Ich bin es so leid!!!! Traurig

Wie geht es Dir? Wie klappt es jetzt mit der Schule?

Lg und einen schönen Abend... Michaela
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petra1977



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BeitragVerfasst am: 14.08.2008, 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela,
danke für deine netten und einfühlsamen Worte.

Das muss ganz schlimm für dich gewesen sein, innerhalb so kurzer Zeit, deine geliebten Eltern zu verlieren! Ich kann das ganz genau nachempfinden. Da hat man den Tod seiner Mama noch gar ncht verarbeitet und aufeinmal steht man alleine da! Und vor allen Dingen fragt man immer nach dem WARUM?

Ich bin im Moment in einer ganz schlimmen Phase, ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren, kann nicht schlafen und nicht essen, erwische mich dann aber wieder in Situationen in denen ich alles wahllos in mich reinstopfe!
Ich kann nich stillsitzen und dann wiederum nichts tun, weil mir die Kraft fehlt!
Ging es dir damals auch so? Ich fühl mich so einsam und verloren im Moment, so als ob nichts und niemand mir helfen kann!

Ich habe jetzt Unterlagen zu Hause für eine Mutter-Kind-Kur extra für die Trauerbegleitung. Damit ich irgendwie wieder zurück ins Leben finden kann. Es gibt hier in meinem Ort, auch eine Selbsthilfegruppe für Trauerfälle in der Familie, irgendwann, wenn ich in der Lage bin, werde ich da auch hingehen! Als meine Mama gestorben ist vor 6 Jahren, hab ich die Verarbeitung immer nach hinten geschoben. Ich habe eine Woche, nachdem meine Mama verstorben ist, erfahren dass ich schwanger bin. Und habe mich dann auf das ungeborene Kind konzentriert, verarbeitet habe ich ihren Tod bis heute auch noch nicht!

Ich wollte eigentlich nie eine Mutter-Kind-Kur machen, da mir bisher ja nichts fehlte!! Aber jetzt fehlt mir ein großer Teil meines Lebens!!

Meine Welt war bis vor 3 Wochen noch in Ordnung, aber jetzt ist alles nur noch ein Scherbenhaufen (zumindest im Moment), es ist so ein schreckliches Gefühl keine Eltern mehr zu haben. Es fehlt einfach dieses besondere Gefühl von Geborgenheit, und Liebe, die man nur als Kind von seinen Eltern bekommt. Mein Mann versucht mich immer zu trösten, nur dieses Gefühl kann er mir leider nicht geben, es ist halt eine andere Liebe! Mir tut es nur so leid um ihn, da er im Moment auch nichts für mich tun kann! War es bei dir auch so? Dass alle dir helfen wollen, aber nichts hilft wirklich?

Ich weiß ja, dass mit der Zeit, das Leben wieder einen Sinn bekommt, und das auch der Spass am Leben wiederkommt. Ich hab das ja alles vor 6 Jahren schon mal mitgemacht. Aber damals war es so, dass ich immer gedacht habe, Papa ist noch da. Wenn du was hast, kannst du ja bei Papa anrufen, und den um Rat fragen. Nur jetzt ist niemand mehr da.
Ich habe zum Glück drei Geschwister, wir trösten uns alle gegenseitig.
Aber trotzdem ist da einfach dieses Gefühl der Einsamkeit.

Ich erwische mich auch immer bei den Gedanken, warum leben die anderen einfach so weiter? Die trauern gar nicht mehr, die machen alles wieder so wie vorher, als wäre nichts geschehen. Und ich stecke hier fest, in meiner Trauer!! Hattest du das auch so, dieses Gefühl, dass du die einzige bist, die trauert?

So, ich würde mich über eine Antwort von dir echt freuen, da ich mit meinen Freunden und Bekannten im Moment nicht so reden kann, ich habe immer das Gefühl, die denken so langsam müsste es mir aber besser gehen, immerhin ist das ja schon 3 Wochen her.
Aber es ist genau das Gegenteil, mir geht es immer schlechter!

Liebe Grüsse
Petra
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petra1977



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Beiträge: 22
Wohnort: Dörpen

BeitragVerfasst am: 15.08.2008, 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela,
ich bin erschrocken und erschüttert zugleich, dass auch anderen Menschen das gleiche Leid zugefügt worden ist wie mir. Ich fühlte mich, als ob ich der einzige Mensch auf der Welt bin, ohne Eltern. Aber jetzt weiß, das es auch anderen Menschen schlecht geht und mit denen ich mein Leid teilen kann. Danke dafür, es tut gut, mir den Schmerz von der Seele zu schreiben, und es hilft ein wenig!
In meinem Freundes- bzw. Bekanntenkreis haben alle ihre Eltern bzw. noch einen Elternteil. Die können nicht so richtig nachvollziehen, wie es ist komplett ohne Eltern leben zu müssen.
Ich kann das gerade auch ganz schlecht ertragen, Omas oder Opas mit ihren Enkeln zu sehen, weil ich immer denke, meine beiden durften ihre Oma schon nicht kennen lernen, und jetzt ist Opa Alois auch nur noch eine Erinnerung, zumindest für meine große (die wird im Oktober 6)! Mein kleiner (3 jahre) wird sich nie an Opa erinnern, er wird ihn auch nur von Fotos kennen. Und das tut so weh, da mein Papa meinen kleinen über alles geliebt hat. Er war so stolz auf ihn, und auf meine große natürlich auch! Da es auch die einzigen Enkelkinder waren.
Ich denke, auf der einen Seite, es ist toll, dass er Opa sein durfte, aber auf der anderen Seite denke ich, ist es auch schlimm, da meine Kinder ihn auch ganz doll vermissen. Und nicht verstehen, warum Opa auf einmal nicht mehr da ist!! Sie haben ja noch eine Oma und einen Opa, aber für mich ist das was anderes, weil ich weiß, dass meine Mama eine super Oma für die Kinder gewesen wäre, und mein Papa ein super Opa war. Es tut so weh!!! Weinen Weinen
Mein Mann würde auch am liebsten alles tun, damit es mir besser geht. Aber leider hilft es im Moment nicht wirklich. Ich bin schon ganz lange mit ihm zusammen, er war meine erste große Liebe. Er kennt mich in und auswendig, deswegen weiß er auch, wann er auf mich zukommen muss, und wann er sich zurückziehen muss. Aber trotzdem gibt es Momente in denen seine Nähe zuviel für mich ist, und ich ganz alleine sein will, und das tut ihm weh. Es ist einfach schrecklich, dieses Gefühl, dass ich mit meiner Trauer geliebten Menschen weh tue, aber ich kann gerade nicht anders, und er versteht es auch. Er trauert ja auch, um meinen Papa. Er war wie ein Freund für ihn. Mein Mann hat meinen Papa immer "Chef" genannt, das war immer ganz witzig. Mein Papa fehlt einfach: als Papa, als Opa, als Schwiegervater, als Freund, als Ratgeber und und und .....
Er war soviel für mich. Er war so ein ruhiger, besonnener Mensch. Meine Mama war immer schnell gereizt und aufgeregt, mein Papa war immer ganz ruhig und gelassen. Er hat nie mit uns geschimpft!! Wir wussten immer wann wir aufzuhören haben. Wie wir dann älter waren, und Mama nicht mehr da war, konnten wir jederzeit zu ihm kommen und ihn um Rat fragen. Was auch erst nicht einfach für ihn war, da Mama eigentlich immer diejenige war, die unsere Probleme versucht hat zu lösen. Aber aufeinmal stehen da drei Mädchen, die jetzt von ihm einen guten Rat brauchen und Hilfe, das war für ihn auch keine einfache Situation. Gerade auch, weil er mitten in der tiefen Trauer um seine Frau steckte.
Aber er hat das alles hingekriegt im Laufe der Jahre.
Und jetzt ist er weg, jetzt muss ich mir selber helfen, er ist nicht mehr da, und kann mir über den Kopf streicheln, und sagen: Kopf hoch, Petra, das wir schon wieder!!! Es ist so verdammt traurig, das Menschen, die man liebt, gehen müssen!
Ich kann es nicht verstehen, das man als junger Mensch schon so viel mitmachen muss, ich versteh einfach nicht WARUM????
Immer wenn ich denke, jetzt ist es gut, dann passiert etwas schlimmes.

Ich weiß nicht, bist du katholisch? Ich bin es, aber im Moment verbindet mich gar nichts mehr mit der Kirche, da ich nicht verstehen kann, wie Gott so etwas zulassen kann!!! Meine Schwiegermutter ist leider streng katholisch, die hat zu mir gesagt, ich müsste mehr in die Kirche gehen.
Da hab ich nur zu ihr gesagt, dadurch kommt Papa auch nicht wieder.
Ich kann das gerade gar nicht, da meiner Meinung nach, Gott mir meine Eltern genommen hat, und mir dadurch ganz viel Leid und Trauer gebracht hat. Ich sehe darin keinen Grund, in die Kirche zu gehen, soll ich dafür auch noch dankbar sein? Traurig Traurig

So ich will mal versuchen, hier noch einigermaßen klar Schiff zu machen, im Moment fällt mir so schwer, den Haushalt zu machen, Essen zu kochen, die einfachen Dinge krieg ich grad einfach nicht hin! Ging es dir auch so? Mir kommt es so vor, als ob es ganz viel Kraft kostet, ein paar Teller abzuwaschen!!! Vorher hatte ich alles im Griff und meinen genauen Plan was ich wann mache, und jetzt? Wenn mein Mann nach der Arbeit nicht noch einiges tun würde, würde es hier aussehen wie bei Flodders!!!
Aber ein bißchen werde ich jetzt noch machen, ich will ihn ja auch nicht alles machen lassen!!

Danke nochmal für deine netten Worte, und deine Kraft die du mir dadurch gibst! Ich drück dich zurück!!!
Viele Liebe Grüße
und ein schönes Wochenende
Petra

P.S. Freu mich schon auf deine Antwort!!! Smilie
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petra1977



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Wohnort: Dörpen

BeitragVerfasst am: 18.08.2008, 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela,
hab mich über deine Antwort voll gefreut. Es tut gut sich mit einer auszutauschen die genauso fühlt wie ich!! Mir geht es jetzt ein wenig besser, aber ich schlafe immer noch schlecht! Da ich sehr viel im Traum verarbeite. Träumst du auch von deinen Eltern? Ich ständig, ich hab bevor mein Papa gestorben ist, hab ich ständig von Mama geträumt, dass sie vorbeikommt um zu gucken, wie es uns geht, und wie es den Kindern geht. Und dann hat sich verabschiedet und ist gegangen. Und jetzt träume ich immer so wirres Zeug, mal ist Papa weg, dann wieder Mama, dann sind beide weg, und wieder da. Ganz schlimm, aber vielleicht ist das auch so, weil ich so durcheinander bin.

Ich bin ganz geschockt und gleichzeitig traurig: wir haben (leider) wieder eine Gemeinsamkeit: ich hatte auch schon eine Fehlgeburt! Weinen
Die ist allerdings schon 7 Jahre her, da lebte meine Mama noch. Ich war damals in der 10. Woche schwanger, als das kleine Herzchen einfach nicht mehr schlug. Meine Mama hatte sich so gefreut Oma zu werden, doch es sollte einfach nicht sein. Wir hatten schon eingige Zeit "geübt", aber es wollte einfach nicht klappen. Dann war ich endlich schwanger, und dann hab ich es verloren! Meine Mama hat mich so getröstet, und drei Monate später war sie tot, und eine Woche später habe ich erfahren, dass ich wieder schwanger bin. Ich war damals gar nicht in der Lage mich zu freuen, aber das kam dann im Laufe der Monate. Obwohl mich immer wieder diese Traurigkeit überkam, dass das Baby nur eine Oma haben wird!!

Das Leben ist schon Scheiße, oder? Tschuldigung für den Ausdruck, aber ist doch so. Was haben wir beide eigentlich wohl verbrochen, in unserem Leben, dass wir so bestraft werden. Und unser Schicksal ist ja wirklich erschreckend gleich!!! Ich weiß es nicht. Das Leben stellt einem Prüfungen, an denen man echt verzweifeln kann, ich weiß nicht warum ein einzelner Mensch soviel Leid ertragen muss. Ich weiß auch, dass mit der Zeit der Schmerz weniger wird, und das Leben wieder einen Sinn hat, ja auch Spass kann man wieder haben, aber trotzdem ist alles anders.
Weinen Traurig Weinen Traurig Weinen Traurig Weinen Traurig Weinen Traurig Weinen Traurig Weinen Traurig Weinen

Weißt du was, solche Menschen wie deine Schwägerin und dein Schwager die sind es nicht wert, denen nachzutrauern. Die können einfach nicht nachvollziehen, wie es dir geht. Ich finde, das kann man auch nur, wenn man so einen Schicksalschlag schonmal miterlebt hat. Diesen Schmerz und die Trauer die trifft einen so hart. Und wenn die nicht in der Lage sind, Rücksicht auf dich und deine Gefühle zu nehmen, lass sie gehen.
Ich finde, es gibt Menschen, auch wenn es Familienmitglieder sind, die sind es nicht wert, Zeit und Kraft für sie zu verschwenden. Verbring die Zeit lieber mit Menschen die dich verstehen und dich mögen, so wie du bist. Das gibt Kraft und Energie, die nächsten Tage und Wochen zu überstehen. Ich weiß es tut weh, und man denkt, aber es ist doch Familie.
Aber lass es sein, denk nur an dich und deine kleine Familie.
Mein Opa (Papa von meiner Mama) war Alkoholiker, und meine Mama hat ihn immer wieder besucht und sich um ihn gekümmert. Aber irgendwann ging es nicht mehr, sie war emotional total fertig, da hat sie sich von ihm losgesagt. Und danach ging es ihr besser. Es war schwer für sie, aber es ging einfach nicht mehr. Da es auch eine Belastung für die ganze Familie war.
Wie ist es denn mit deinem Mann, sieht er das ganze auch so? Ich hoffe, er steht zu dir und unterstützt dich!

Weißt du was? Mir tut es unheimlich gut, mich mit dir auszutauschen. Wir verstehen einander, obwohl wir eigentlich gar nicht kenen. Aber wir haben die gleichen Ängste, Sorgen und Gedanken. Ich stehe jeden Morgen auf, und hoffe dass du mir eine Anwort geschrieben hast. Mir gibt dass soviel Kraft. Weil, wie du sagst, gibt es leider Menschen, die einen nicht verstehen und einen als verrückt abstempeln. Aber glaube mir, das sind wir nicht. Wir sind Menschen die geliebt haben, und immer noch lieben. Und das lassen wir uns nicht nehmen, von niemanden, auch nicht von verrückten Schwägerinnen!! Das ist so und so eine blöde Erfindung, das mit den Schwägerinnen, ich hab nur eine, aber die reicht auch!!
Es ist zwar nicht so schlimm wie bei dir, aber aufregen muss ich mich ständig über die!! Na ja, so wirds auch nie langweilig und man ist ein bißchen abgelenkt.

So ich hoffe, wenn du meine Zeilen gelesen hast, geht es dir ein bißchen besser! Ich wünsche dir und deinen Lieben auch eine gute erholsame Nacht! Smilie
In Vorfreude auf deine Anwort schicke ich dir
Liebe Grüße und natürlich eine dicke Umarmung
Petra
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petra1977



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Beiträge: 22
Wohnort: Dörpen

BeitragVerfasst am: 20.08.2008, 10:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela,
mal wieder danke für deine Antwort. Sie kommt immer dann, wenn es mit gerade nicht so gut geht. Und wenn ich dann lese, und antworte, geht es mit ein bißchen besser.
Tja, mir geht es im Moment nicht so gut. Ich schlafe nachts nicht, und irgendwann meldet sich der Körper. Ich hatte am Montag ganz schlimm Herzrasen, und ich hatte das Gefühl als wenn mir irgendwas die Luft nimmt. Es war ganz schrecklich, ich dachte jetzt kipp ich gleich um, und bin tot. Ich hab dann Baldrian genommen, und danach wurde es ein bißchen besser. Mein Artz hat mir jetzt Johanniskraut-Tabletten gegeben, die beruhigen. Allerdings hat er mir auch Schlaftabletten gegeben, ich habe Montag eine genommen, und hab auch nachts geschlafen, aber gestern hatte ich das Gefühl, als wenn ich Drogen genommen hätte. Es war alles so vernebelt, so ganz komisch. Ich war den ganzen Tag so müde, und hab fast nur geschlafen, nichts geschafft!! Die nehm ich nicht mehr, da schlaf ich lieber nicht!!!

Heute nacht hab ich das Buch vom kleinen Prinzen gelesen, kennst du das? Es ist eins von meinen Lieblingsbüchern! Irgendwann so um vier, bin ich dann eingeschlafen. Allerdings war um halb sieben auch schon wieder Tag, mein Kleiner ist ein Frühaufsteher!! Der hat heute seinen ersten Tag im Kindergarten, jetzt bin ich ganz allein zu Hause, merkwürdig. Aber so habe ich wenigstens Zeit dir zu schreiben!!!
Eine Gruppe hab ich noch nicht besucht, ich bin ja dabei eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen, und die Mitarbeiterin von der Caritas hat mir erzählt. dass die einen psychologischen Dienst haben, wo ich dann schon vor der Kur hingehen kann. Meine Schwester war jetzt einmal da, und ist hat es gut gefallen und auch gutgetan! Mal gucken!

Ja, ich hatte bei der Fehlgeburt eine Ausschabung unter Vollnarkose. Da wacht man auf, und das Baby ist weg!! Einfach schrecklich. Wir hatten uns so auf dieses Baby gefreut, meine Mama auch. Sie sagte, für sie wäre das ein Zeichen, dass es wieder bergauf geht mit uns allen!! Leider war es ja nicht so,da ein paar Wochen später meine Mama wieder krank wurde udn dann gestorben ist, und eine Woche später war ich schon wieder schwanger. Ich hab die ganz Zeit nur gedacht, lass mich dieses Kind bitte nicht auch noch verlieren. Wäre das eingetreten, dann wäre ich reif für die Klappsmühle gewesen. Das hätte ich nicht überstanden. Ich hab dann in der Zeit der Schwangerschaft auch so ziemlich meine Trauer unterdrückt, aus Angst das Kind zu verlieren. Was mich dann aber nach der Geburt ganz schnell wieder eingeholt hat. Aber im Laufe der Jahre habe ich gelernt mit der Trauer zu leben.

Aber jetzt, jetzt ist die Trauer doppelt so schlimm, so als ob Mama nochmal gestorben ist!! Es ist nicht nur Papa gestorben, sondern meine Eltern!!! Ich bin im Moment so verzeifelt, so unendlich traurig, da jetzt so langsam die Realität mich einholt. Unser Leben geht weiter, nur ich bleib stehen. Ich komme nicht voran, für mich ist Papa noch nicht tot, ich will und kann nicht begreifen, dass er nie wieder kommt!! Es ist so schwer loszulassen. Ich hab mich in den letzten Monaten immer aufgeregt, dass er so wenig Zeit für mich hat, aber auf der anderen Seite war ich auch froh, dass ich mir keine Sorgen mehr um ihn machen brauchte. Selbst das Aufregen fehlt jetzt!!!!


So, ich muss noch ein bißchen Wäsche waschen und aufräumen, solange die Kiddies im Kindergarten sind.
Freu mich immer total auf deine Antworten, die sind wie Balsam für meine Seele! Es tut echt gut, meine Sorgen und Ängste mit dir auszutauschen.
Sei gedrückt und gegrüßt
in Vorfreude
Petra
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petra1977



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Wohnort: Dörpen

BeitragVerfasst am: 22.08.2008, 09:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela,
das freut mich, dass du einen guten Tag hattest! Herzlichen Glückwunsch Sehr glücklich zum neuen Job. Glaub mir, rauskommen hilft! War bei mir auch so, als mein kleiner ein Jahr alt war, hab in ´nen Job in einer Tankstelle im Nebenort angenommen, das hat mir richtig gut getan. Endlich raus, nicht mehr zu Hause sitzen und grübeln. Inzwischen bin ich in einer anderen Tankstelle, weil es Stress gab mit meiner Chefin. Die ist nur 1 Jahr älter gewesen, und hat sich aufgeführt, das kannst du dir nicht vorstellen. Ich hab da so gerne gearbeitet, aber das ging gar nicht mehr. Sie war immer perfekt, und wir Angestellte waren die blöden, wir haben nur Fehler gemacht, und sie nie. Ich war insgesamt 2,5 Jahre da, und dann hatte ich die Schnauze voll, ich hab mir einfach ne neue Stelle gesucht.
Ich muss dazusagen, ich bin eher von Natur aus ein ruhiger Typ. Aber da hab ich einfach meinen ganzen Mut zusammengenommen und nachgefragt. Gott sei dank, denn jetzt habe ich die Super-Stelle überhaupt. Und es gibt mir sehr viel Kraft, mal für ein paar Stunden abgelenkt zu sein. Was machst du denn beruflich? Ich hab damals eine Lehre zur Verwaltungsfachangestellten gemacht und auch ein paar Jahre gearbeitet. Tja, wo ich dann schwanger war, hab ich aufgehört, und jetzt komme ich so schlecht in den Beruf wieder rein, die wollen mich nur Vollzeit wieder einstellen, und das kann und will ich nicht. So macht es mir Spass, ich verdiene ein bißchen dazu und das ist gut.

Gestern abend ging es mir mal wieder gar nicht gut, Weinen ich bin angefangen Tagebuch zu schreiben, um das alles irgendwie verarbeiten zu können. Ich hab dann nachher nur noch geweint, weil dass alles wieder so nah war. Als ich meinen Papa das erste mal tot gesehen hab, das war so schrecklich. Er lag im Sarg mit seinem T-Shirt an, und hatte so ein verzerrtes Gesicht, als wenn er sagen wollte, ich will nicht. Und er hatte so eine komische Hautfarbe, haben Leichen ja nunmal aber dieses Bild werde ich nie vergessen, einfach nur schrecklich. Und meine Gedanken und Gefühle zu dem Zeitpunkt aufzuschreiben, wühlt das alles wieder auf, als wenn es gestern gewesen wäre. Dementsprechend hab ich heute nacht mal wieder nicht geschlafen!! Aber ich muss am Montag wieder zum Arzt, da lass ich mir was anderes verschreiben.

Mein Kleiner ist total gut zufrieden im Kindergarten.
Smilie Er sagt immer zu mir, Mama, du kannst jetzt nach Hause fahren, Tschüss!!! Süß, oder?
Der hat sich in den letzten zwei Tagen total verändert, der wird so selbständig. Wahnsinn, was zwei Tage ausmachen können. Ich muss mich erst noch daran gewöhnen, dass ich jetzt vormittags alleine bin. Eigentlich könnte ich ja jetzt viel mehr schaffen, aber ich schieb nur alles vor mir her. Ich hab überhaupt keinen Bock was zu machen!! Geht es dir auch so, dass du Tage hast, da nimmt man sich so viel vor, und am Ende hat man nichts geschafft!!

Ich bin gerade dabei, Dankeskarten für meine engsten Freunde zu schreiben, die mir in dieser schweren Zeit beistehen. Wir machen zwar eine Anzeige in der Zeitung, aber ich finde, den engsten Freunden sollte man ruhig nochmal extra Danke sagen. Dazu hab ich eine Art Gedicht geschrieben:

Danke...
sage ich leise
Danke ...
möchte ich sagen auf meine Weise
Danke ...
dass ihr diesen Weg
mit mir gegangen seid
Danke ...
denn dazu war ich alleine nicht bereit
Danke ...
für eure Spenden
ob Wort, ob Tat
Danke ...
für eure Begleitung
die mir so geholfen hat
Danke ...
für eure Hilfe
ob Tag, ob Nacht
Danke ...
denn das ist
was wahre Freundschaft ausmacht

Wie findest du das? Kann man das so schreiben?
Ich wollte irgendetwas besonderes in die Karte schreiben, und mir fällt so schwer, da ein paar Sätze reinzuschreiben. Und so ist doch alles gesagt, oder.
Besonders meiner besten Freundin möchte ich Danke sagen. Wir kennen uns schon seit dem Kindergarten. Und sie hat in den letzten Jahren auch schon so viel mitmachen müssen. Zwar kein Todesfall aber psychisch ist sie auch ganz schön angegriffen. Ich hab sie auch am selben Abend noch angerufen, weil ich einfach ihre Stimme hören wollte. Das hat mir gut getan für den Moment! Hast du auch so eine Freundin?

So jetzt lege ich mich erstmal ins Bett, Schlaf nachholen. Ich bin so müde!
Freu mich schon auf deine Antwort, wie immer. Bin schon immer traurig wenn ich gucke, und es ist keine Antwort da! Es tut mir so gut!!Danke auch an dich, denn du hilfst mir auch, dadurch das wir uns so offen austauschen! DANKE! Smilie
Liebe Grüße
Petra
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Michaela26



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Beiträge: 20
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BeitragVerfasst am: 22.08.2008, 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe Smilie Petra,
ich hab mich wieder einmal voll über Deine Nachricht gefreut. Deine lieben Worte zu lesen tut einfach wahnsinnig gut, ist wirklich wie Balsam für die Seele.
Ich war echt beeindruckt von Deinem Gedicht, bin erstaunt darüber, wie viel Mühe Du dir gibst um Deinen Freunden zu danken. Das finde ich echt klasse!!! Ich wünschte ich hätte auch so gute Freunde! Nach Mamas Tod haben sich schon viele von uns zurück gezogen und als dann Papas Unfall dazu kam und es mir noch viel schlechter ging, haben sich manche ganz verabschiedet. Vielleicht hatten sie einfach keine Lust mehr mich immer traurig zu sehen. Besonders bei Menschen die einem sehr nahe standen und wichtig waren, fällt einem das natürlich total schwer, irgendwie wie ein weiterer Verlust. Selbst meine Trauzeugin hat den Kontakt ganz abgebrochen. Sie hat sich ne neue Freundin gesucht - eine die keine Probleme hat. Aber darüber bin ich mittlerweile hinweg. Ein paar sind mir ja noch geblieben Smilie - und da weiß ich, dass das auch wirkliche Freunde sind!!! Tja es ist schlimm, aber in der Not erkennt man wirklich wer zu den wahren Freunden zählt.

Mir geht es jetzt auch noch so, Papas Anblick hat sich so in meine Seele gebrannt. Die Bilder habe ich immer noch -aber in längeren Abständen- sehr real vor Augen. Papa lag in diesem Zimmer im Krankenhaus. Der Pastor führte uns (meinen Mann und mich) zu ihm. Er lag da, mit einem weissen Tuch abgedeckt - wie in einem schlechten Krimi. Bis dahin habe ich immer noch gehofft, bitte bitte lass es nicht Papa sein.
Als der Pastor das Tuch über Papas Gesicht wegnahm, war es als würde meine Welt stehen bleiben. Es war Papa- ich weiss genau, was Du mit der Gesichtsfarbe meintest. Papa sah auch so aus. Der Mund stand weit auf, als wollte er schreien (ich weiss, dass es durch die Beatmungsversuche kam), aber es sah so schrecklich aus. Er hatte einen langen Schnitt am Hals, worüber die Rettungskräfte auch versucht hatten zu beatmen. Alles half nichts, sämtliche Organe praktisch der ganze Oberkörper war abgequetscht und verschoben, durch die LAst die ihn eingeklemmt hatte. Ich habe ihm über die Haare gestrichen, sein Gesicht in meine Hände genommen. Er fühlte sich so kalt an. Immer und immer wieder habe ich geschrien: Nein nicht auch noch Papa! Papa, du darfst nicht gehen, ich brauch dich doch so sehr!
Samstag war er noch bei mir, sah gut aus, wie immer braun gebrannt, echt fit und Montags werde ich ins Krankenhaus gerufen und da liegt mein Papa -TOT. ES tut einfach wahnsinnig weh!!! Weinen Weinen Weinen Weinen
Schreiben wühlt die Gefühle sehr stark auf. HAbe auch eine Zeit lang Tagebuch geführt, habe das aber dann doch wieder gelassen, weil ich gemerkt habe, dass mich das immer weiter runter zieht. Manchmal ist es aber auch hilfreich, so wie jetzt zwischen uns. Man macht sich Mut, fühlt sich verstanden, etc. Das ist wirklich schön!!! Smilie

Ich habe Arzthelferin gelernt und 8 Jahre (inkl. Ausbildung) in meiner Ausbildungspraxis gearbeitet. Es war mit meinem Chef so abgesprochen, dass ich im März diesen Jahres wieder für 2 halbe Tage kommen sollte, da meine andere Kollegin ihr 2. Kind bekommen hat. Im Februar hat mir dann mein Chef mitgeteilt, dass er die Stelle nun doch nicht mehr besetzen möchte, da er nicht mehr so viele Patienten hat.
Habe mich immer wieder umgehört, aber nichts passendes gefunden. Bis ich dann am Samstag diese Anzeige in der Zeitung las. Sogar dieselbe Fachrichtung -Hautarzt-, ideal für mich! Wie gesagt, war dann gestern da zum Vorstellungsgespräch und habe direkt die Zusage bekommen. 1 ganzen und einen 1/2 Tag in der Woche. Bin total gespannt, habe weder die anderen Helferinnen noch die Praxis bislang gesehen.
Das blöde ist nur, dass wir uns ja eigentlich in naher Zukunft schon noch ein weiteres Kind wünschen und jetzt wo man was neues anfängt ist es ja auch blöd nach kurzer Zeit wieder aufzuhören. Aber ich denke ich schaue einfach mal, wichtig ist das ich mal hier raus komme und nochmal was für mich mache.Und dann kann man immer noch gucken wann man nochmal will oder wann es klappt. Smilie
Denke das ist auch für meinen Kleinen gut, der ist schon ziemlich auf mich fixiert! Der arme Kerl hat schon viel mitbekommen in seinem jungen Leben. Denke schon, dass das für ein Kind auch schlimm ist, wenn es seine Mama oft weinen sieht. Der ist wirklich zu süss, wenn er sieht, das ich weine holt er das Bild von meinen Eltern und gibt mir ein Küßchen. Smilie

Wie gehen denn Deine Kinder jetzt mit der ganzen Situation um , merken sie viel?

Es ist ja wirklich super, dass sich Dein Kleiner im Kindergarten so wohl fühlt. Dann musst Du dir da schon keine Sorgen machen, versuch doch die Zeit ganz bewusst für Dich zu nutzen. Tu Dinge die Dir gut tuen. Zumindest jetzt wo alles noch so frisch ist!!!

Ich freue mich auf Deine Antwort Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich Sehr glücklich
ganz viele liebe Grüsse und eine dicke Umarmung!!!
Michaela
_________________
Man stirbt nicht, wenn man in den Herzen der Menschen weiterlebt, die man verlässt.

Zum Gedenken an meine geliebten Eltern

Mama geb. 9.7.1950 gest. 12.10.2006

Papa geb. 2.2.1951 gest. 11.06.2007
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petra1977



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Beiträge: 22
Wohnort: Dörpen

BeitragVerfasst am: 24.08.2008, 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela,
Hilfe ist das ein stressiges Wochenende! Gestern hatte mein Neffe Einschulung, und meine "liebe" Schwägerin (hab leider nur die eine) meinte sie müssten dieses Ereignis mit allen Geschwistern, Omas und Opas feiern. Mein Neffe hat zur Einschulung von seinen Eltern einen Nintendo DS geschenkt bekommen, ist das nicht übertrieben? Der kostet 160 Euro, ich glaub die spinnen. Erstens ist das Kind noch man 6 Jahre alt, und zweitens weiß der den Wert von diesem Ding doch gar nicht einzuschätzen. Aber die sind so, hauptsache angeben!!!

Gestern nachmittag musste ich dann wieder zur Kirche, Messe Nr. 4! Bei den Katholiken ist das ja leider so, dass man 6 Wochen lang nach dem Tod des Angehörigen sich heilig in die Kirche setzen muss!! Und wir leben hier ja auf dem Land, da wäre es eine Schande wenn ich nicht gehen würde! Aber es sind ja nur noch zweimal.

Heute muss ich noch arbeiten, mein Mann ist zum Fussball, und heute abend muss er noch auf einen Geburtstag. Ich geh da nicht hin, erstens bin ich noch nicht so weit, und zweitens bin ich nach dem arbeiten hundemüde.

Hab mich gestern noch lange nach der Kirche mit meinem Onkel (Papas Bruder) und seiner Frau unterhalten. Es ist als ob ich mit Papa spreche. Er hat soviel Ähnlichkeit mit ihm. Es hat so gut getan. Wir Kinder hatten schon immer einen guten Draht zu denen.

So, ich wollte mich nur mal kurz melden. Denk trotz Stress immer wieder an dich und drück dich. Smilie

Liebe Grüße
Petra

P.S. Meld mich in den nächsten Tagen wieder, wenn der Stress vorbei ist!!
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