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Wie lange "darf" man trauern?

 
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smiley



Anmeldedatum: 25.05.2008
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 26.05.2008, 15:30    Titel: Wie lange "darf" man trauern? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe mal eine Frage: was denkt ihr, wie lange man trauern "darf"? Ich mache mir echt oft Vorwürfe, dass ich noch trauere... Weinen
Es wird immer von einem Trauerjahr gesprochen, aber meistens hat man ja schon nach einem Monat das Gefühl, dass es von Außenstehenden vergessen worden ist. Sie machen "normal" weiter oder geben so nützliche Sprüche wie: "Die Zeit heilt alle Wunden".
Ich meine, man verdrängt doch erst mal, und manchmal tut man das ziemlich lange... wenn man dann erst "aufwacht" und allem ins Auge sieht und dieses Trauerjahr schon längst vorbei ist, dann trauert man doch trotzdem?!
Wie lange darf man trauern?? Gibt es da überhaupt eine Begrenzung?
Viele sagen ja auch, dass man immer trauert, aber dass es von Jahr zu Jahr besser wird. Wann wird es denn besser?
Solche Fragen stell ich mir zur Zeit echt oft, weil mit von Außen schon seit Ewigkeiten vermittelt wird, dass es lang genug her ist, um wieder normal weiterzuleben und aufzuhören zu trauern.
Was denkt ihr?

Liebe Grüße!

Smiley
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schnuffl



Anmeldedatum: 21.05.2008
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 26.05.2008, 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

hey smiley
ich persönlich habe auch das gefühl nicht mehr trauern zu dürfen.
aber ich glaube, da gibt es keine begrenzung, wielange man trauern "darf".
denn da ist jeder mensch anders. keiner kann zu dem anderen sagen, du trauerst viel zu lang... ich denke, das muss jeder selbst herausfinden.
wenn man "nur" 1 jahr braucht, okay, aber ich denke auch wenn man z.b. 5 jahre braucht ist es okay. und ich würde sagen, niemand der so etwas nicht selbst durchgemacht hat, kann darüber urteilen.
denn so jemand kann sich nicht vorstellen, was in einem vorgeht. und dann finde ich es nicht richtig, wenn dieser mensch darüber urteilt.
und ich glaube immer noch, dass die menschen, denen man wirklich wichtig ist, das auch akzeptieren, egal wie lange es geht.
un von solchen sprüchen wie "die zeit heilt alle wunden" halte ich überhaupt nix, zumindest nicht in dem fall von trauer.
ja, das ist meine meinung...
liebe grüße
schnuffl
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smiley



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Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 26.05.2008, 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für deine Antwort!
Es ist schön, dass du das auch so siehst, dass es da wohl keine Begrenzung gibt.. ich hab auch von vielen hier gelesen, die nach über 10 Jahren noch nicht darüber hinweg sind und ich kann das absolut nachvollziehen.

Manchmal überlege ich, ob es auch damit zu tun haben kann, wie der- oder diejenige gestorben ist. Damit mein ich nicht, dass es mehr oder weniger weh tut, sondern wie lange man braucht darüber hinweg zu kommen/ sich damit "abzufinden".. Ich weiß nicht, woran dein Vater gestorben ist. Ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass ich mit dem Tod aufgrund einer Krankheit wesentlich besser umgehen kann. Es mag vielleicht auch daran liegen, dass die Menschen, die ich dadurch verloren habe, auch schon etwas älter waren... jedenfalls denke ich mir immer, dass es ihnen jetzt besser geht, dass sie von ihrem Leiden erlöst worden sind, dass sie nichts dagegen hätten tun können. Und irgendwie hilft mir das dabei, damit klarzukommen.
Aber so ist alles so schwer. Bei Suizid. Wie ich hier im Forum gelesen hab, gibt es so viele von euch, die das auch erleben mussten. Wie empfindet ihr die Trauer? Wie lange hat es bei euch gedauert, darüber hinweg zu kommen? Wie kommt ihr damit klar?

Vielen Dank für alle Antworten, schon mal im Voraus!

Smiley
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schnuffl



Anmeldedatum: 21.05.2008
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 27.05.2008, 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

hey smiley
da könntest du recht haben, ich denke auch dass es damit zu tun hat, wie jemand gestorben ist.
ja, bei mir war es zwar krankheit, aber eigentlich auch nicht. ich weiß nicht, ob dir lungenembolie was sagt... ich kannte das zuvor nicht. es ist eine krankheit, sie kann entdeckt werden oder eben nicht. und führt sehr schnell zum tod... leider
bei meinen vater wusste niemand etwas...bis er schließlich tot war...
also war es ein plötzlicher tod, auch wenn er an einer krankheit gestorben ist....
als meine großtante wenig später starb, war es für mich ganz anders, sie war mir zwar auch wichtig, aber sie war schon älter und ich denke da auch, dass es ihr jetzt besser geht.
ja, suizid kann ich mir überhaupt nicht vorstellen... das finde ich total schrecklich....
liebe grüße
schnuffl
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smiley



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BeitragVerfasst am: 27.05.2008, 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
ja, es hängt damit zusammen, ob man Zeit/die Gelegenheit hatte, sich zu verabschieden... ich denke, dass das ganz entscheidend ist. Ich werde mir immer Vorwürfe machen, dass ich mich nicht bewusst verabschiedet habe..
Jeder Tod ist schrecklich. Bei Suizid ist einfach die ganze Verarbeitung wahnsinnig schwer. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Todesarten ist, weil die Menschen, die ich dadurch verloren habe, eben schon älter waren und ich nicht richtig engen Kontakt zu ihnen hatte.. jedenfalls hab ich einfach immer Schuldgefühle und obwohl ich weiß, dass ich nichts hätte tun können, mach ich mir Vorwürfe. Ich finde es schlimm, dass man nichts bemerkt hat, dass man nicht gesehn hat, dass er nicht glücklich war, dass man nichts getan hat.
Und auch das Warum... das wird mich immer begleiten.
Mich würde es interessieren, was andere dazu sagen, die auch so was erlebt haben... beschäftigt es euch auch so lange?
Liebe Grüße!
Smiley
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desiree



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BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr beiden,
das Thema kommt ab und zu mal vor und niemand kann pauschalieren wie lange getrauert werden darf oder nicht. Nur finde ich es eine Frechheit wenn Familienangehörige nach 4-6 Monaten sagen,ob man nicht genug getrauert hat. Das ist in meiner Familie passiert es war die Frau meines Onkels die das zu meiner Ma gesagt hat und auch damals ihre beste Freundin.

Jeder Mensch geht anders mit dem Verlust eines oder meherer Menschen um und ihr könnt auch nach Jahren immer noch traurig sein. Der Schmerz wird nicht weniger,er wird nur ein Bestanteil unseres Lebens und wir lernen damit zu leben mal gut mal schlecht.

Also wenn ihr hört das jemand zu euch sagt: "nach 4 Jahren solltest du nicht mehr trauern", da merkt ihr erstmal das dieser Mensch entweder noch niemanden verloren hat oder wenn jemand gestorben ist völlig anders damit um geht.

Der Mensch ist halt auch nur ein Tier und wird von Urinstingten geleitet.

Alles Liebe wünsch ich euch
Désy
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Ich bin am 09.06.2003 Halbwaise geworden,mein Vater starb an Magenkrebs.01.10.05 ist Cleo( 3,5),24.12.05 ist César(4,5),25.12.05 ist Lady(1),13.03.08 ist Flecki ( 2,8 ),19.07.2009 ist Tammy(3,5)gestorben.Im Himmel wieder vereint.Ich liebe euch alle sechs!
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smiley



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Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 16:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Desiree,

danke für deine Antwort!
Ich habe ja einfach oft das Gefühl, dass es alle vergessen haben. Es hat mir noch nie jemand direkt ins Gesicht gesagt, dass ich nicht mehr trauern soll, aber es war einfach von Anfang an so, dass normal weitergemacht wurde. Spätestens nach einem Monat war das Thema vom Tisch, so kam es mir zumindest vor. Wahrscheinlich wissen die Leute auch nicht, wie sie damit umgehen sollen, was sie sagen sollen. Also tun sie so, als ob nichts wäre. Ich denke, ich wäre genauso hilflos, wenn ich Freunde hätten, die so was erlebt haben.
Aber jetzt, nach 4 Jahren, ist wirklich jegliche Erinnerung daran erloschen. Zumindest kommt es mir so vor. Ich weiß nicht, ob man sich so was nicht vorstellen kann, wenn man es nicht selbst durchgemacht hat. Ich bin der Meinung, dass man mit Suizid nicht einfach abschließen kann. Es beschäftigt einen... immer. Und ich weiß nicht wie lange. Ich war damals 13, als ich meinen Vater verloren habe, und war von einem auf den anderen Tag erwachsen.. oder ich musste.. wie soll man schon als Kind mit so was umgehen? Aber ich habe es verdrängt oder vielleicht auch nicht wahrhaben wollen. Aber es kommt zurück irgendwann. Es verfolgt einen und holt einen irgendwann ein. Ich glaub, Außenstehende können das nicht verstehen/nachvollziehen...

Liebe Grüße,
Smiley
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schnuffl



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Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 28.05.2008, 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

hey ihr beide
ja... ich finde trauer ist ein thema, das man nicht richtig beurteilen kann... ich glaube man kann nicht falsch trauern... zu lang oder zu intensiv.. ich glaube es ist richtig, wie man es macht... oder?
ja, als kind kann man es glaube ich noch gar nicht verstehen... ich war 15... und bin eigentlich in einer phase, in der ich genug probleme habe...naja...jetzt wird einfach zu viel von mir verlangt...
ja...man muss sich damit auseinandersetzen ob man will oder nicht...
liebe grüße
schnuffl
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smiley



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Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 29.05.2008, 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wahrscheinlich stimmt es, dass man nicht zu lange trauern kann. Aber irgendwie wird es einem immer so vermittelt, als ob es da eine Begrenzung gäbe, an die man sich zu halten hat.
Kommt mir zumindest so vor..

Smiley
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amber



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Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 27.01.2015, 07:20    Titel: Antworten mit Zitat

Wie lange darf man trauern?? Gibt es da überhaupt eine Begrenzung?
Viele sagen ja auch, dass man immer trauert, aber dass es von Jahr zu Jahr besser wird. Wann wird es denn besser?
Solche Fragen stell ich mir zur Zeit echt oft, weil mit von Außen schon seit Ewigkeiten vermittelt wird, dass es lang genug her ist, um wieder normal weiterzuleben und aufzuhören zu trauern.
Was denkt ihr?
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Zuletzt bearbeitet von amber am 11.02.2015, 07:28, insgesamt einmal bearbeitet
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Endlesssky



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Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 02.02.2015, 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amber,

ich habe meine Mutter erst vor einem halben Jahr verloren... Deshalb kann ich deine Frage wahrscheinlich nicht wirklich gut beantworten. Allerdings denke ich, dass uns keine wirkliche Zeit gegeben wird um zu trauern. Die Gesellschaft und die Einrichtungen wie Schule, Arbeit etc. geben uns keine Zeit. Wir müssen funktionieren und genau die gleiche Leistung bringen, wie all die anderen auch. Es wird wenig von vielen Rücksicht darauf genommen. Somit können wir doch gar nicht wirklich damit "abschließen", wenn man überhaupt damit abschließen kann. Eine gewisse Trauer wird wahrscheinlich das ganze Leben lang andauern. Bei mir ist es beispielsweise so, dass je länger es her ist, umso schwerer für mich wird. Momentan ist meine Kraft aufgebraucht.
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verweht



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Wohnort: germany

BeitragVerfasst am: 02.02.2015, 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Das Funktionieren ist ja das eigentlich Schlimme. Denn man fliegt quasi Überschall, vor der nacheilenden Trauerwalze her.
Die Gesellschaft ist eigentlich auch DAS Problem, was Trauer über die Zeit hinausschleppt. Die Gesellschaft ist so antiemotional, daß sie den Verlust um ein Vielfaches stärker erleben läßt.
Es ist ja nicht so, daß sich die Seele wieder füllen darf, mit Schönem, Kunst, Erlebnissen, Reisen und dergleichen. Es hat alles einen Konsumanspruch und ist im eigentliche Sinne "lieblos".
Freundschaften sind sehr oft konarzisstisch, Beziehungen auch. Der Nutzgedanken ist etwas, was alles durchseucht.
Diesen menschlichen Wert, den scheint es als "Währung" nicht zu geben.
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Cheyenne



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BeitragVerfasst am: 14.04.2016, 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe meine Mutter im August 2012 verloren und traure immer noch. Ich kann auch nicht wirklich mit jemandem darüber reden, da die Leute um mich herum das nicht verstehen können, da sie so etwas noch nicht erlebt haben. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es eine Art Limitierung zu der Zeit, in der man trauern kann/darf gibt.
Ich denke auch, dass Leute, die so etwas nicht selbst erlebt haben, kaum die richtigen sind um das zu beurteilen. Jede Person braucht sowieso untschiedlich lange und trauert auf eine andere Art und Weise. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass die Trauer in Wellen kommt und zwischen diesen Wellen unterschiedlich viel Zeit vergeht.
Ich glaube auch kaum, dass sowas wie eine Begrenzung dieser Zeit sinnvoll wäre, da man den Tod ja doch auf eine Art und Weise verarbeiten will und nicht alles in sich hineinfressen will.
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