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Nicht fassbar

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elternlos-Forum Foren-Übersicht -> Wie helfe ich jemandem, der seine Eltern verloren hat?
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Malik



Anmeldedatum: 28.01.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 28.01.2007, 19:24    Titel: Nicht fassbar Antworten mit Zitat

Wie kann ich meinem Freund helfen, der vor gut 2,5 Jahren seinen Vater ganz unerwartet und nun seine Mutter ebenfalls ganz unerwartet verloren hat? Er hat nun noch einen Geschwisterteil. Ich weiß nicht, ob ich ihm in der Zeit, kurz nach diesem schrecklichen Ereignis nicht im Weg stehe. Es sind so viele Dinge zu erledigen. Einige sagen, man sollte hin fahren, einige sagen, dass man jetzt nichts tun kann, weil so viel zu organisieren ist. Ich war bisher noch nicht in so einer Situation, aber ich trauere selber sehr und kann nur wenig schlafen. Ich telefoniere mit ihm, aber reicht das? Am Telefon versuche ich ihm Kraft zu geben. Ich weiß aber nicht, wie man sich verhalten soll. Ich hoffe, dass mir jemand helfen kann. Die Zeit nach der Beerdigung- sollte man dann bei ihm bleiben? Wir führen eine Fernbeziehung, das macht diese ganze Geschichte noch schwieriger. Aber ich möchte für ihn da sein, egal wie, wann und wo. Ich möchte nur nicht zusätzlich im Wege sein, in einer solchen Situation. Es ist einfach nicht fassbar. Den Tod des Vaters habe ich selber nicht miterlebt, aber ich weiss, wie gross die Trauer noch ist.
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Lolina



Anmeldedatum: 22.01.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 29.01.2007, 03:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Malik,
es ist schon spät, darum nur kurz: Was sagt er denn? Fragst du ihn, was er will? Es ist wirklich ziemlich davon abhängig, was er grade braucht&das geht am Anfang vielleicht schnell von dringend-jemanden-bei-sich-haben-wollen zu nur-alleine-sien-wollen. Hauptsache, er weiß, dass du immer für ihn da bist. Zeigst du ihm das? Wie ist der denn mit der Trauer um seinen Vater umgegangen? Habt ihr darüber geredet?
Gute Nacht!


Zuletzt bearbeitet von Lolina am 01.06.2014, 18:57, insgesamt einmal bearbeitet
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Malik



Anmeldedatum: 28.01.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 30.01.2007, 23:37    Titel: Danke für Deine Antwort Antworten mit Zitat

Es ist so schwierig.
Ich denke schon, dass ich ihm zeige, das ich für ihn da bin, wenn er mich braucht. Ich habe ihm gesagt, dass ich sofort kommen werde, wenn er mich bei sich haben möchte. Ich schreibe ihm täglich eine sms und rufe an. Wir haben verabredet, das, wenn er nicht dran geht, einfach nicht sprechen kann ooder nicht sprechen will. Und das auch okay ist.
Ich habe ihn vor einigen Tagen gefragt, was er davon hält, wenn ich diese Woche kommen würde. Er meinte ganz vorsichtig, dass er viele Dinge zu tun hätte und so viele Wege noch zu gehen wären und er vielleicht überhaupt nicht so richtig "anwesend" wäre. Ich bin mir dessen bewusst, allerdings macht mir mein weibliches Gefühl immer wieder einen Strich durch die Rechnung, indem ich denke, dass er mich vielleicht doch bräuchte. Aber es ist so schwierig und ich denke ich handele richtig, wenn ich (außer er möchte vorher das ich komme) erst zur Beerdigung komme und auch dann wieder ihn und seine Familie für sich lasse. Ich handele doch richtig, oder? Er sagte, dass er wohl ,ähnlich wie beim Tode seines Vaters, kaum etwas von der Beerdigung wahr nehmen wird. Über Deine/Eure Meinung wäre ich wirklich dankbar. Man kommt sich so untätig vor. Ich kann nichts tun. Und dann weiß ich noch nicht einmal, ob ich das "Nichtstun" richtig mache...
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Hedwig



Anmeldedatum: 24.10.2005
Beiträge: 95

BeitragVerfasst am: 01.02.2007, 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Malik,
es ist schoen, dass Du Dir soviele Gedanken machst, wie Du Dich "richtig"verhalten sollst.
Also ich merke sehr Deine Anteilnahme, allein durch Deine Gedanken. Nur, die Trauer abnehmen geht sowieso nicht, die Trauer mitbegleiten, mehr geht nicht. Das ist natürlich ein "allgemein" Satz und gleich kommt die Frage, wie schaut denn das aus? Das hängt eben von dem Trauernden ab und zeigt unendlich viele Möglichkeiten.
Und die kannst Du nicht wissen.
Zeige einfach, sag Deinem Freund Deine Unsicherheit, "ich weiss nicht was ich sagen/tun kann", was Du brauchst, ich will da sein, aber auch weg sein. Wir können darüber reden oder auch nicht reden". Ich bin unsicher, aber ich bin da.
Trauer hat aber auch dunkle Seiten, wie Ungerechtigkeit, Aggression, Lethargie usw. In der Anfangszeit und im bestimmten Rahmen, wenn möglich, stell auf Durchzug, sie gehen wieder weg. Ich empfand die ersten
zwölf Monate als die schlimmsten. Damit ist der Schmerz nicht weg, aber
er geht ins zweite Jahr .
Aber Du bemerkst das ja schon, Du sprichst von seinem Vater.
Ja, und dann gibt es Zeiten, da ist man glücklich eben mit der Trauer.
Das geht und ist auch gut so.
Und wie gesagt, für mich klingst Du sehr nach aufrichtiger Anteilnahme,
ich denke schon dass er es schon spürt, und er momentan einfach nichts
zurückgeben kann, "anwesend sein". Zeig ihm einfach das reicht Dir.
Alles Gute für euch Zwei.
Herzlichst Hedwig.
_________________
..... so war es schon immer, dass die Liebe ihre eigene Tiefe nicht kennt - bis zur Stunde des Abschieds. (Khalil Gibran)


Zuletzt bearbeitet von Hedwig am 13.02.2007, 09:27, insgesamt einmal bearbeitet
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Malik



Anmeldedatum: 28.01.2007
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 12.02.2007, 21:45    Titel: Danke Antworten mit Zitat

Danke für Deine/ Eure Hilfe. Die Worte haben gut getan, aber ihr wisst sicher selber wie schwer diese Zeit ist.
Die Beerdigung ist vorbei. Noch immer nicht begreifbar.
Nun fängt die Zeit des Akzeptierens an. Eine harte Zeit. Ich hoffe nur, dass ich für ihn da sein kann - trotz der Fernbeziehung.
Und wenn er es zulässt.
Euch danke ich aus tiefstem Herzen!
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Lolina



Anmeldedatum: 22.01.2007
Beiträge: 26

BeitragVerfasst am: 13.02.2007, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wünsche euch alles Gute für die nächste schwere Zeit!
Auch wenn ein Tief kommt, lasst euch nicht entmutigen.
Das wird für einige Zeit wharscheinlich häufiger vorkommen... Aber es wird auch schöne Tage miteinander ganz bestimmt (wieder) geben!
Liebe Grüße
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