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Ein paar Fragen und Gedanken

 
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Elli.
Gast





BeitragVerfasst am: 13.10.2006, 01:48    Titel: Ein paar Fragen und Gedanken Antworten mit Zitat

Wisst ihr was mich immer so ärgert:
Wenn so kluge Leute, die von nichts eine Ahnung haben, einfach blöd an einen hinreden, wenn sie meinen, man trauere nicht genug.
Aber das ist doch jedem selbst übelassen - nicht wahr?
Ich wundere mich bis heute, nach ca. 5 Jahren warum ich nicht so sehr trauere bzw. getrauert habe um meine Eltern.
Meine Meinung war von Anfang an ganz realistisch: Weg ist weg, man kann eh nichts mehr machen. Natürlich war ich am Anfang traurig und habe geweint, aber dann gemerkt, dass es mir nichts bringt.
Ich habe dann gemerkt, wie sehr mir das Leben Spaß macht. Wie sehr es mir Spaß macht, allein zu sein, nicht in Zwängen gefangen, machen zu dürfen was man will... (Ich war beim Tod meiner Mutter schon 18 und brauchte somit keinen Vormund oder so, jetzt bin ich 21)
Ich finde es schön, frei zu sein und von den Eltern nicht mehr abhängig. Ich genieße mein Leben.
Der springende Punkt: Viele Leute reden oft von "Verdrängen" und ähnlichem. Leute, die keine Ahnung haben. Die nicht sehen, dass ich der Situation auch etwas positives abgewinnen kann.
Wenn ich nachts nicht schlafe, so wie heute, denken viele, es liege daran. An dieser Elternlosigkeit, an unterdrückter Trauer, etc...
Warum wird man oft nur 'danach' beurteilt. Alles was man tut, wer man ist, immer wird man vor dem Hintergrund gesehen "DAS ARME KIND HAT BEIDE ELTERN VERLOREN" und so weiter....
vielleicht mag mir jemand eine Antwort schreiben. Ich würde mich sehr freuen.
Danke fürs Lesen und viele Grüße,
Elli
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Hedwig



Anmeldedatum: 24.10.2005
Beiträge: 95

BeitragVerfasst am: 13.10.2006, 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elli,
Du hast um Meinungen gebeten, deshalb will ich Dir meine "subjektive"
sagen.
Erstmals hast Du recht, dass Trauer etwas sehr Individuelles ist und dazugehörend auch die Zeitdauer. Wenn ich auch persönlich glaube, dass
Rituale wie " Trauerjahr" auch im Hinblick auf den Verstorbenen Reflexion
und Respekt ausdrücken. Wie gesagt, ich persönlich!!!
Aus einem Hobby, gibt es fuer mich mindestens 12 verschiedene Arten
Trauer zu leben. Deine Art "Trauer" zu leben ist mir persönlich "fremd",
aber eine von diesen wählbaren Möglichkeiten. Es gibt im Leben doch
viele Menschen, die "schneller" etwas weiterleben, als andere, sei es
Berufswechsel, Wohnungswechsel, Liebeskummer usw. usw.
Was mir auffällt und merkwürdig ist, dass gerade Menschen die sich schneller mit Neuem auseinandersetzen können, auf Menschen treffen, die Verlangsamung einfordern und Menschen die sich langsamer mit Realitäten auseinandersetzen - auf Menschen, die sie antreiben.
Ob Verdrängung bei Dir eine Rolle spielt, weiss ich nicht, dass wird sich selber zeigen, das sage ich nicht um "Angst" zu machen, sondern weil
ich auch jetzt schon in meinem "Alter" die Realitätserfahrung gemacht
habe , alles "Unerledigte" holt einen irgendwann ein. Vielleicht ist jetzt einfach eine andere Zeit fuer Dich dran. In meinem Alter war man sowieso nicht mehr von den Eltern abhängig, das Abgrenzen habe ich
nicht durch eine Todeserfahrung lernen müssen (dürfen?). Ich vermisse
meinen Vater auf eine Art völlig anders, als ich ihn sicher früher vermisst hätte.
Wichtig ist, denke ich, Respekt vor den Gefühlen anderen Menschen zu lernen und vielleicht lernt mit diesen unterschiedlichen Gefühlen nebeneinander zu leben.
Viele Gruesse Hedwig
_________________
..... so war es schon immer, dass die Liebe ihre eigene Tiefe nicht kennt - bis zur Stunde des Abschieds. (Khalil Gibran)


Zuletzt bearbeitet von Hedwig am 13.10.2006, 14:01, insgesamt einmal bearbeitet
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SONNE



Anmeldedatum: 16.08.2005
Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 13.10.2006, 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

hi elli, also deine trauerform hört sich schon krass an, aber gut, das kann ja jeder so handhaben wie er möchte.
mir ist schon auch klar, das mein daddy weg ist und er wird auch nie mehr wieder kommen, aber trotzdem bekomme ich noch heulanfälle und denk mir scheiße...
lass dich von den anderen nicht beirren, wenn es deine art ist, mit dem verlust umzugehen, ist e sdoch okay. du musst damit umgehen können, sonst niemand.
_________________
es ist schon arg, du fandst dein leben nicht mehr lebenswert, es gab so viele menschen die dir helfen wollten und dich lieb hatten
ich werde dich nie vergessen
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Sunnycin



Anmeldedatum: 10.08.2006
Beiträge: 26
Wohnort: Wassenberg

BeitragVerfasst am: 18.10.2006, 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Elli,

Du wirst sicher auch wieder Menschen treffen, die Dich nicht "nur" nach dem Verlust Deiner Eltern beurteilen. Es ist für andere oft nicht nachvollziehbar, was wirklich in uns vorgeht, wenn wir einen solchen Verlust verarbeiten müssen.
Ich denke, Du solltest Dir selbst gegenüber ehrlich sein, und wenn es Dir ehrlich nicht so schwer fällt, damit zu leben, dann ist das doch gut so.

LG Cindy
_________________
Der lauteste Schrei unter dem Himmel ist ein leises "Good - bye" zu jemandem, den man liebt.
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