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2 mal am Boden.Aufstehen müssen.

 
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Annanas



Anmeldedatum: 16.08.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Oberbayern

BeitragVerfasst am: 16.08.2006, 22:50    Titel: 2 mal am Boden.Aufstehen müssen. Antworten mit Zitat

bin auch erst neu hier, durch zufall auf das Forum gestoßen.. und sehr erleichtert, Gleichgesinnte zu treffen..

Ich bin jetz 17 und hab vor 7 Jahren meinen Vater durch Suizid verloren.
Wir waren so etwas wie 'die perfekte Familie', vier Kinder, mein Vater sehr erfolgreicher Geschäftsmann, zwar viel unterwegs, aber nach außen waren wir richtig 'vorzeigbar'..Kinder gut in der Schule, genügend Geld, Urlaub etc.
dementsprechend überraschend kam wohl für viele der Schicksalsschlag, von uns Kindern und meiner Mutter ganz zu schweigen.

Ich hab diesen einen schrecklichen Abend als Älteste ziemlich bewusst miterlebt, aber kaum getrauert danach. der Schock saß wahrscheinlich einfach zu tief, außerdem kam noch ein großes Verantwortungsgefühl gegenüber meiner Geschwister hinzu.(stark sein etc)

Er hat sich vermutlich das Leben genommen, weil er einfach überfordert war..er wollte beruflich immer weiter kommen, perfektionistisch , hatte oft streit mit meiner Mutter, die dann mit uns 4en (ein Säugling) viel alleine war, verständlicherweise auch überfordert, doch für meinen Dad sollte alles funktionieren, Vorzeigefamilie halt.
An diesem Abend wusste er wohl einfahc nich mehr weiter.

Wir sind danach umgezogen, neues Umfeld tat eigtl. gut,mir ging es eh recht schnell besser, vieles hab ich einfach verdrängt, auch wenn das nicht immer das beste sein mag..
Die ganze Familie hatte sich recht gut erholt..und dann, es ist jetz bald 4 Jahre her, passiert das zweite einschneidende, schreckliche, für mich viel schlimmere.
Ich war allein mit meinem Bruder zuhause (er damals 9) und find ihn erhängt in seinem Zimmer. man weiß es nich, viele redeten von einem Spielunfall, was auch möglich wäre.. aber einen Zusammenhang wird es wohl geben..
wollte er vielleicht einfach nachempfinden, wie es meinem Vater erging? suchte er Kontakt zu ihm, so komisch das jetz klingen mag?
es war einfach nur schrecklich für mich..eine nachbarin und sehr gute freundin half mir, ich erinner mich nur noch an Bruchstücke, wie ich den Notarzt rief, wie ich meine Mutter anrief..es war einfach unfassbar alles..
vielleciht könnt ihr ja nachempfinden, wie es ist, 2 der wichtigstn Menschen zu verliern..?

ich bin seitdem in psychologischer Behandlung, und es geht mir schon um einiges besser...

tut gut sich hier einfach mal alles 'von der seele zu schreiben'..vielleicht mag ja jemand drauf eingehen, würde mich freuen.
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iser



Anmeldedatum: 03.03.2005
Beiträge: 312

BeitragVerfasst am: 17.08.2006, 19:25    Titel: Willkommen hier bei Elternlos Antworten mit Zitat

Hallo....ich bin schon älter wie Du...doch ich habe auch zwei Menschen durch Suizid verloren...meine Eltern, sie haben zusammen Suizid begangen...mein Vater war ähnlich wie Deiner in einer guter Stellung und nach außen hin waren wir die Familie.....doch auch er war überfordert....

mit Deinem Bruder...dies finde ich traurig und ich denke auch er hat eine Verbindung gesucht...dies klingt nicht komisch...Du hast aber keine Schuld daran...denn Du warst selber noch ein Kind....ich wünsche Dir viel Kraft und schreibe Dir hier alles von der Seele...alles liebe iser
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claudia ku.
Gast





BeitragVerfasst am: 18.08.2006, 20:25    Titel: liebe Annanas Antworten mit Zitat

ich bin etwas traurig darüber wie viel deine "Kinderseele" schon ertragen musste.
Wie viel anders dein Leben verlaufen wäre wenn alles anders gewesen wäre.
Du hörst dich wahnsinnig erwachsen an, aber ich glaube das wird mann
automatisch wenn in dem Alter in dem du warst ein Elternteil stirbt und dann auch noch ein Bruder .
Wer solche Verluste nicht erlebt hat kann das nicht nachvollziehen,
aber ich glaube hier in diesem Forum bist du gut aufgehoben.
Es gibt viele liebe Menschen die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Ich bin schon einige viele Jahre älter als du, aber mein Papa ist im letzten Jahr gestorben und irgendwie tut es unheimlich gut wenn mann merkt das
mann mit allem nicht alleine ist.
Ich wünsche dir das dein Leben einen schönen Weg nimmt und alles Geschehene gut verarbeitet.
Eine Therapie ist da sicherlich auch ein guter Weg.
Alles Glück der Welt, dass dein Leben von jetzt an glücklicher läuft.

Claudia
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Annanas



Anmeldedatum: 16.08.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Oberbayern

BeitragVerfasst am: 19.08.2006, 15:29    Titel: Re: liebe Annanas Antworten mit Zitat

danke an euch beide. Es tut gut, zu hören, dass Leute gibt, die ähnliches erlebt haben und mit denen man sich autauschen kann.

Was ich 'vergessen' habe zu schreiben, ist, dass mit dem Tod meines Bruders riesige Schuldgefühle bei mir entstanden sind, schliesslich war ich mit ihm alleine zu hause und hätte es ja verhindern können.

Dass dies so nicht angebracht ist, wurde mir schon oft klar gemacht (u.a. psychologin) aber es lässt einen trotzdem nicht los, wenn man weiß, man war im Nebenzimmer und hätte nur 5 Min. fürher rübergehn müssen, und schon hätte man ggf. verhindern können was geschah, bzw die Überlebenschancen steigern.
Das belastet ganz schön!

geht es jemandem ähnlich? lg Anna
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SONNE



Anmeldedatum: 16.08.2005
Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 19.08.2006, 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

hi du,

wir waren auch so eine perfekte vorzeigefamilie..., da wo man nicht denkt, das sich jemand umbringt, weil es ist ja anscheinend alles perfekt, tzja, doof gelaufen...
ich habe meinen daddy erhängt gefunden.
ich könnte mir schon vorstellen, das dein bruder wissen wollte, wie es eurem daddy so erging und jetzt geht, das ist echt heavy.
hat dein vater sich auch erhängt?
sonne
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es ist schon arg, du fandst dein leben nicht mehr lebenswert, es gab so viele menschen die dir helfen wollten und dich lieb hatten
ich werde dich nie vergessen
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Annanas



Anmeldedatum: 16.08.2006
Beiträge: 3
Wohnort: Oberbayern

BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

hi sonne,
ja hat er. ich hab ihn zwar nicht gefunden, aber ansonsten alles drumrum total miterlebt, Krankenwagen etc.echt heftig.das gleiche (samt auffinden) dann noch bei meinem Bruder Traurig

wie alt warst du als es passiert ist? hast du psych. Hilfe in Anspruch genommen?
glg und alles Liebe!
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SONNE



Anmeldedatum: 16.08.2005
Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

hi annanas,
ich war 14 jahre alt, bin jetzt 20. ich war 3 jahre in therapie, dieses jahr war ich auch nochmal zu ein paar stunden bei meiner therapeutin.
mir hat die therapie sehr gut getan, ich glaube sonst wäre ich ganz wo anders gelandet.
hat dein vater sich auch im haus erhängt?
meiner hat sich im schlafzimmer umgebracht, ich habe heute noch in meinem elternhaus teilweise angst und immer ein komisches gefühl (wohne nicht mehr bei meiner mum).
lg sonne
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