Elternlos-Forum
Eine Lichtung, auf der man verweilen, sich finden und austauschen kann.
 
 FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen   RegistrierenRegistrieren 
 ProfilProfil   Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   LoginLogin 

Die Angst lebt in mir - ständig

 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elternlos-Forum Foren-Übersicht -> Elternlos durch Suizid
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
ILoveMyDaddy



Anmeldedatum: 22.02.2010
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 22.02.2010, 22:20    Titel: Die Angst lebt in mir - ständig Antworten mit Zitat

Hallo!
Ich bin neu hier aber habe das Bedürfnis hier reinzuschreiben.

Ich habe zwar meine Eltern noch aber ich denke das meine Angst hier verstanden wird.

Es geht um meinen Pappi.
Ich hatte eine wunderbare Kindheit und liebe meine Eltern. Meinen Papa einfach noch viel mehr als meine Mutter, da ich ein totales Papa-Kind bin.

Im Jahr 2000 ist meine Oma( Mutter meines Vaters) plötzlich an einer Lungenembolie gestorben- seit dem hatte mein Dad einen Knacks weg.

Beim Ausräumen der Wohnung wollte er sich mit einer Fleischsäge das Leben nehmen, was ich in einem Brief gelesen hatte, den ich beim späteren Auszug fand.

Durch den Kummer fing er an zu trinken, was meine Mum sehr störte.
Die Beziehung litt sehr darunter und sie stritten sich regelmäßig.

Mein Bruder zog aus, da es ihm alles zu viel wurde und ich war allein im Hause des Streites.
Ich erkannte meinen Vater einfach nicht mehr wieder; er trank fast täglich bis zum Umfallen.
Eines Tages erwischte ich ihn in meinem Zimmer am Pc, wir hatten damals nur den einen. Neben dem Pc stand ne Flasche harter Alkohol.
Ich schmiss ihn plus die Flasche raus und schloss die Tür ab.
Er war so sauer und hat sie eingeschlagen, dabei hat er sich den Arm aufgeschlitzt. Mir tat das so sehr weh!
Mir weh getan hat er jedoch nie!!!!

Das war der Tag an dem ich nicht mehr mit ihm zusammen leben wollte.
Ich zog mit meiner Mutter in eine neue Wohnung.

zum 01.01.2007 wurde der neue Mietvertrag unterschrieben, mein Vater hatte sich auch schon um eine neue Wohnung gekümmert.

Am 04.12.2007 gingen meine Mum und ich zu meinem Bruder, wo sie uns mitteilte, dass unser Papa mit einer offenen Tuberkulose in Krankenhaus kam.
Für mich war das der absolute Shock, ich konnte mit der Krankheit nichts anfangen.
Hinzu kam, dass ich noch keinen Führerschein hatte um ihn zu besuchen und Mama, die Papa inzwischen abgrundtief hasste, sich zwingen musste ins Krankenhaus zu fahren.

Weihnachten war besonders schlimm, da Papa es sowieso nicht mag, er hat keine Familie mehr ( opa starb kurz vor meiner Geburt) und wurde von Mamas Familie nicht so akzeptiert.
Von der Schwester erfuhren wir, dass er sich nach unserem Besuch versucht hat mit gesammelten Schlaftabletten sich das Leben zu nehmen.

Nach langem Aufenthalt im Krankenhaus lebte er in seiner eigenen Wohnung und ich begann eine gewisse Angst aufzubauen , dass er stirbt.
Sei es durch den Alkohol oder einen Sprung vom 5ten Stock, da er psychisch sehr labil ist- er hängt noch so an meiner Mutter.

Irgendwann ging er in eine Entzugsklinik und ich erkannte meinen Paps endlich wieder. Er hielt es aber nicht lange durch Traurig

Trinkt aber weniger, bzw dann wenn Probleme kommen oder er welche sucht.


Seit einem halben Jahr hat er nun eine neue Freundin, mit der ich mich auch gut verstehe und er lebt so langsam wieder auf.
Doch in einer ruhigen Minute erzählte sie mir, dass es ihm an weihnachten wieder ganz schlecht ging und sie wegen Atemproblemen fast den Notarzt rufen wollte.

Ich kann seitdem kaum schlafen, wache wegen Alpträumen auf; fange einfach an zu weinen; kann nicht ans Telefon gehen weil ich denke, dass mir gesagt wird das Papi verstorben ist...

Ganz schlimm war es als eine freundin aus meinem Verein erzählte, dass ihr Papa am morgen aus dem Fenster gesprungen ist.
Ich stelle mir jetzt immer wieder vor , es hätte mein Papa sein können.



Ich habe ständig Angst vor dem Tod, weiß jedoch nicht ob es ratsam wäre zum Psychater zu gehen oder ob eine andere Hilfe vielleicht angebracht wäre?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
missu



Anmeldedatum: 28.11.2009
Beiträge: 6
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 23.02.2010, 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

mensch hallo!!!

es ist sehr traurig, was du gerade durchmachen musst! zusehen, wie das einst sichere nest kaputt geht, tut immer weh. dein papa hat probleme, aber du kannst sie nicht lösen und du kannst auch nicht immer bei ihm sein um ihn zu überwachen. du kannst ihm nur deine hilfe anbieten. pass auf, dass ihr nicht die rollen tauscht! du bist nicht für das leben deines papas verantwortlich. wenn er sich helfen lassen will, dann um so besser. vielleicht hilft dir ja auch eine therapie, um wieder klarer zu sehen.
seit dem tod meiner mama trinkt mein papa auch. ich wohne auch nicht mehr zu hause, finde aber die leere alkoholbehältnisse, wenn ich ihn besuche. man sieht es ihm auch an. betrunken habe ich ihn aber noch nie erwischt. es hat mich auch ziemlich fertig gemacht und ich habe ihn direkt auf sein problem mit dem alkohol angepsrochen. er sieht das anders und braucht seiner meinung nach keine hilfe. ich habe das leidige thema mehrmals zur sprache gebracht und auch angefangen ihn zu kontrollieren. das hat wiederum unser verhältnis und meine nerven sehr strapaziert. ich versuche nun die lage mit abstand zu betrachten: wenn er trinken will, wird er das tun, egal ob ich damit glücklich bin oder nicht. wenn ich ihn wieder kontrolliere wird er irgendwann tricksen und den kram besser verstecken, mehr lügen usw.! ein teufelskreis! unterm strich haben wir dadurch kein besseres verhältnis. er weiß jedoch, dass ich sofort da bin, wenn er hilfe möchte! und ganz ehrlich: ich kann ihn verstehen. seine geliebte ehefrau ist gestorben! es ist schwer wenn nicht gar unmöglich nach 40 gemeinsamen jahren diesen verlust zu begreifen und zu akzeptieren. wenn es ihm mit alkohol leichter fällt, diesen schmerz zu ertragen, dann kann ich das ein stück weit nachvollziehen. in seinen augen hat das leben ohne meine mama keinen sinn mehr. aber wie gesagt, professionelle hilfe lehnt er ab und ich kann ihm nur begrenzt helfen. ich habe ja den gleichen verlust erlitten...(und könnte einen papa, der mich tröstet wahrhaftig gebrauchen)

ganz liebe grüße und viel kraft!
_________________
MAMA!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Elternlos-Forum Foren-Übersicht -> Elternlos durch Suizid Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht teilnehmen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de