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Das Fest der Familie

 
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Vroni



Anmeldedatum: 10.01.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 10.01.2009, 20:42    Titel: Das Fest der Familie Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin neu hier. Meine Mama ist am 04.01.08 gestorben, mein Vater bereits 2001. Es war das erste Weihnachtsfest für mich ohne meine Eltern und ich dachte Heiligabend zwischendurch, man reißt mir das Herz heraus.

Meine Mama lag letztes Jahr wegen inzwischen in der Lunge und im ganzen Körper verbreiteten Metastasen im Krankenhaus. Da meine Mutter seit fast zwölf Jahren bereits Krebs hatte und wir nie einen offenen Umgang mit diesem Thema fanden, da sie auch nicht mit uns richtig darüber reden konnte, kam es dazu, dass sie alleine im Krankenhaus war. Zu Weihnachten kam sie nach Hause und wusste bereits, dass sie kein Vierteljahr mehr zu leben hatte, hat uns aber nichts davon gesagt. Am 1. Feiertag waren wir bei ihr zu Besuch (mein Freund und ich wohnen 300 km weit weg). Es war eine schrecklich erdrückende Atmosphäre. Alles war so durcheinander. Wir erzählten ihr, dass wir uns zwei Tage zuvor verlobt hatten, sie reagierte so, als würde sie anfangen, sich auf dei bevorstehende Hochzeit einzustellen, obwohl sie doch schon genau wusste, dass sie diese nicht mehr erleben würde. Ein paar Tage später war sie wieder im Krankenhaus. Silvester verbrachte sie dort allein. Bis eine Krankenschwester meiner Schwester am Telefon (auch sie und ihr Mann wohnen nicht vor Ort) leise Andeutungen machte. Meine Schwester fuhr ins Krankenhaus und sprach mit dem Arzt und danach war es für uns Gewissheit, was meine Mama lange schon wusste. Mein Freund und ich planten einen Besuch für kommenden Samstag. Freitag erhielt ich den Anruf, dass meine Mutter in ein künstliches Koma gelegt wurde, weil auf Grund der Metastasen Wasser in ihre Lunge geschossen sei und sie einen Erstickungsanfall hatte. Ein paar Stunden später starb sie.

Mir fließen die Tränen, während ich das hier schreibe. Sie fehlt mir so unendlich. An ihrem Todestag konnte ich nicht schlafen. Am späten Abend setzte Schneefall ein. Mir kam es vor, als wollte meine Mutter mich grüßen und langsam eine Haube über allen Schmerz fallen lassen. Mein Freund lief mit mir die halbe Nacht durch die verschneiten Straßen und es war wie ein kleiner Trost. Meine Geschwister und ich haben es leider nicht geschafft, an diesen Tagen füreinander dazusein, obwohl ich Versuche startete. Es scheint mir, als fänden wir ebenfalls keinen Weg zueinander, so wie meine Mutter keinen Weg zu uns mit ihrer Krankheit fand.
Meine Schwiegereltern denken fast nur an sich und sind mir nicht sonderlich sympathisch. Sie fragten meinen Freund Neujahr am Telefon, was wir denn für Probleme hätten, uns ginge es doch gut.
Es war eine sehr zweisame Zeit für uns, obwohl wir uns eigentlich nichts sehnlicher als eine Familie wünschen.

Könnt Ihr mich verstehen?
Liebe Grüße
Vroni
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Mohnblume



Anmeldedatum: 31.12.2008
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 12.01.2009, 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vroni,
ich hab auch das 1.Weihnachten ohne die Mama und den Papa gehabt. Mhh das ist total doof. Mmhh ich hab nicht so ganz verstanden, ob dein Freund an Christnacht mit ihr rumgelaufen ist oder wo deine Mama gestorben ist. Ich finds total supi, dass er das gemacht hat. Und bei so doofen Fragen, die haben einfach keine Ahnung. Bist du dann schon 18 oder? Weil dann kannst du ja selber sagen, dass du bei deinem Freund wohnen magst. Und dann musst du auf die Eltern von deinem Freund nicht hören. Wenn nicht, dann sag denen das im Jugendamt. Also bei mir sind die total nett gewesen und ich hab gesagt, wo ich gerne hinmag und das fand ich supi. Das ist bei dir dann bestimmt auch so. Oder magst du die nicht? Mhh *drückdich* und liebe Grüße von Magdalena
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Vroni



Anmeldedatum: 10.01.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Magdalena,

danke für Deine lieben Tips. Zum Glück bin ich bereits 27 (oder leider Smilie) und stehe bereits auf eigenen Füßen, sodass ich mir darum keine Sorgen machen musste. Wie alt bist Du denn,wenn ich fragen darf, und bei wem bist Du dann weiter aufgewachsen?
Meine Mama ist im Krankenhaus auf einer Palliativstation gestorben, was ihr großes Glück war, da ihr dort lebenserhaltende Maßnahmen erspart werden konnten und sie in Würde sterben durfte.
Das mit dem Rumlaufen hat mein Freund mit mir an ihrem ersten Todestag gemacht und er hat mir damit unheimlich geholfen.

Viele Grüße sendet Dir
Vroni
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Mohnblume



Anmeldedatum: 31.12.2008
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 17.01.2009, 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Vroni,
achso, ich wusste nicht, dass du schon so alt bist. Sorry, weil du von Weihnachten und so geschrieben hast, habe ich iwie gedacht, dass du noch zu Hause wohnst. Also ich wäre gern schon erwachsen. Ich bin 13 und ich wohne bei meiner Tante. Mhh wenn du es gut gefunden hast im Krankenhaus, dann ist gut Winken. Was ist eine Palliativstation? Viele Grüße von Magdalena
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Vroni



Anmeldedatum: 10.01.2009
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 20.01.2009, 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Magdalena,

eine Palliativstation ist eine Station im Krankenhaus, auf der Menschen liegen, die nicht mehr lange zu leben haben. Es ist quasi auch wie eine Sterbebetreuung, nicht nur für den Patienten, auch für Angehörige. Hier gibt es auch spezielle Möglichkeiten für den Sterbenden festzulegen, welche ärztlichen Maßnahmen noch getroffen werden sollen und welche nicht, während auf einer anderen Station im Krankenhaus vor allem die lebensrettenden Maßnahmen im Vordergrund stehen.
Fühlst Du Dich wohl bei Deiner Tante? Ich hoffe, sie hat Dich liebevoll aufgenommen und ermöglicht Dir so ein Aufwachsen in ihrer Familie.
Ja, ich bin leider schon sooo alt Winken. Ich wollte auch immer möglichst schnell erwachsen werden, aber das Alter, in dem Du Dich gerade befindest, da erlebt man so viel. Zu der Zeit war ich das erste Mal verliebt - und wie Smilie. War trotz allem eine schöne Zeit.

Viele Grüße
Vroni
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