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Vollwaise mit 26 - innerhalb 8 Monaten

 
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Michaela26



Anmeldedatum: 28.05.2008
Beiträge: 20
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 19.06.2008, 23:11    Titel: Vollwaise mit 26 - innerhalb 8 Monaten Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin 26 Jahre alt und seit dem 11.06.2007 Vollwaise.
Meine Mama starb am 12.10.2006 an den Folgen ihres schweren Krebsleiden.
2001 Diagnose Brust-Ca, darauf folgten Knochen- und Lebermetastasen. Anfang September 2006 habe ich sie zu mir nach Hause geholt und dort ist sie auch in meinen Armen verstorben. Die Zeit nach Mamas Tod war schlichtweg der Horror. Ich habe nur noch funktioniert, alles erledigt und meinem Papa sämtliche Aufgaben abgenommen, obwohl ich selber keine Kraft mehr hatte.

Als Mama starb war mein Sohn 3 Monate alt. Ich musste funktionieren, ob ich wollte oder nicht, denn der kleine hat mich ja auch gebraucht.

Papa ging es von Woche zu Woche schlechter. Ich glaube heut, Papa hat bis zu Mamas Tod verdrängt wie schwer krank sie wirklich war. Im März 06 kam Papa dann zur Kur, welche ihm auch wirklich gut getan hat. Das erste Mal nach Mamas Tod musste ich mir mal keine großen Sorgen um ihn machen. Als Papa am 1. Mai aus der Kur zurück kam, ging es ihm wirklich besser. Natürlicht vermisste er Mama noch genauso wie vorher, aber er hatte wieder Lust zu Leben. Ich hatte nach langer Zeit die Hoffnung, dass es nochmal etwas bergauf gehen würde.

Am 11.06.2007 passierte dann ein schrecklicher Arbeitsunfall durch den mir dann auch noch mein Papa genommen wurde.

Immer wieder frage ich mich warum? Warum auch noch mein Papa, wo er mir doch so unendlich wichtig war und ist?
Warum durften beide nur 56 Jahre alt werden?
Der Unfalltag ist gleichzeitig auch der Geburtstag meines Mannes, was die ganze Situation für mich noch schwerer macht.

Ich musste Papa im Krankenhaus identifizieren, dieser Anblick hat sich so in meine Seele gebrannt. Ich werde diese Bilder nicht los.
Immer wieder denke ich das Leben ist nicht fair, an manchen Tagen ist es so schlimm, dass ich selber keine Lust mehr habe. Dann spüre ich nur noch diese wahnsinnige Sehnsucht nach meinen über alles geliebeten Eltern. Aber wenn ich dann meinen süßen Sohn sehe, weiß ich das es sich lohnt zu leben und stark zu sein, obwohl es wahnsinnig weh tut!!!!

Würde es schön finden über dieses Forum Kontakt zu anderen Betroffenen zu finden, denen ein ähnliches Schicksal widerfahren ist.

Freue mich über eine Antwort!
lg Michaela
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Mäuschen



Anmeldedatum: 10.08.2008
Beiträge: 8
Wohnort: Schwarzwald

BeitragVerfasst am: 18.08.2008, 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Michaela!
Ich bin 27 und meine Mama hat einen Gehirntumor- inoperabel und es geht ihr zunehmend schlechter. Ich habe zwar noch einen Vater, der ist aber schon 71- und uns trennen Welten...
Beim Lesen Deiner Zeilen konnte ich mich sehr gut in dich hineinversetzen, da ich auch immer noch- jeden Tag auf`s neue- mit dem Schicksal hardere und frage mich ebenso wie du:ist das fair? Mir das Wichtigste zu nehmen? Wie konnte das alles passieren?
Ich bin sehr froh, dass ich diese Seite gefunden habe und ich nicht allein bin.
Du hast einen Sohn. Als meine Oma starb, war ich auch noch sehr klein. Meiner Mutter hat es damals geholfen, ihr Pflichtgefühl mir gegenüber war sehr stark, so dass sie auch "funktionierte".
Manchmal frage ich nach meinem Sinn nach ihrem Tod- jetzt pflege ich sie, so gut ich es kann, aber wenn diese große Aufgabe wegfällt- dann kommt eine Leere und was oder wer füllt die?
Ich würde mich freuen, wieder von dir zu lesen!
Gruß
Mäuschen
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Michaela26



Anmeldedatum: 28.05.2008
Beiträge: 20
Wohnort: Siegen

BeitragVerfasst am: 31.08.2008, 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mäuschen,

bitte entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde. Ich habe Deine Nachricht erst heute gelesen.

Das mit Deiner Mama tut mir wahnsinnig leid, ich weiss wie Du dich jetzt fühlst. Für mich war die Zeit in der meine Mama so krank war auch sehr sehr schlimm und ich denke diese Zeit hat mein Leben geprägt.

Wenn man so etwas Schlimmes miterleben muss, wie es der eigenen Mama - dem Menschen den man über alles liebt - immer schlecht geht, sieht man sein Leben mit anderen Augen. Vieles wird auf einmal ganz unwichtig. Für mich stand Mamas Pflege im Vordergrund. Ich habe versucht alles für sie zu tun und ich denke das habe ich auch geschafft. Als ich Mamas Hand gehalten habe, während sie von dieser Welt ging war es ein total ergreifendes Gefühl. Ich wusste, ich habe Mama bis zum letzten Atemzug unterstützt und war immer für sie da, egal wie schwer die Situation für mich war. Das hat mir Kraft gegeben für meine Trauer, obwohl ich immer noch sehr unter Mamas Tod leide!!! DAs wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Mit Mama ist auch ein Stück von mir gestorben.

Versuch die Zeit ,die Du mit Deiner Mama noch hast, so bewusst wie möglich zu erleben und zu gestalten.
DAs wird Dir vermutlich hinterher Kraft geben!!!

Schade, dass das Verhältnis zu Deinem Papa nicht so gut ist. Aber vielleicht wird das ja auch nochmal anders. Mein Papa war nach Mamas Tod jeden Tag bei mir. Wir haben uns gegenseitig Kraft gegeben, bis zu dem Tag an dem er mir auch noch genommen wurde.
Ich vermisse die beiden soooo sehr!!!!

ICh wünsche Dir ganz viel Kraft!!!!! Ich denk an Dich...

Liebe Grüße
_________________
Man stirbt nicht, wenn man in den Herzen der Menschen weiterlebt, die man verlässt.

Zum Gedenken an meine geliebten Eltern

Mama geb. 9.7.1950 gest. 12.10.2006

Papa geb. 2.2.1951 gest. 11.06.2007
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