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Ich bin wieder hier..

 
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soulmusic



Anmeldedatum: 21.03.2006
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 09.02.2007, 23:50    Titel: Ich bin wieder hier.. Antworten mit Zitat

Nach knapp 3 Monaten möchte ich mich wieder bei euch zurück melden, hab einfach etwas Abstand gebraucht.
Zur Zeit geht es mir leider noch immer nicht besser, habe das Gefühl, als würde ich 1 Schritt vor und gleich darauf wieder 2 zurück machen...
Ich habe jetzt zum Halbjahr wieder aus der Klassenstufe 12 in die 11 zurück gewechselt - es war eine gute Entscheidung.
Heute kam wieder alles Schlag auf Schlag. In der letzten Zeit hab ich ab und an dieses Ausraster, in denen ich mein Zimmer verwüste und jeden, der mir über den Weg läuft am liebsten verprügeln würde, ich glaube manchmal verrückt zu werden. Jetzt hab ich wieder hier her gefunden, weil ich mich hier einfach verstanden fühle. Meine Ma fehlt mir, Sebastian fehlt.. es steht alles still.. ich kann nicht schlafen, hab Angst vor dem nächsten Tag und der kommt schneller, wenn man schläft, als wenn man wach bleibt.. Ich wollte einen guten Start ins "neue alte" Schuljahr hinlegen..es hat soweit ganz gut funktioniert nur bin ich jetzt wieder an dem Punkt wo ich denke, ich schaff das nicht.. nicht, weil ich zu blöd bin, sondern weil da so viel in meinem Kopf ist, was raus muss, was ich aber auf die Schnelle nicht hinbekomme.. bin noch immer in Therapie, Therapeut meint es geht sehr sehr langsam, aber es geht voran! Ein kleiner Lichtblick? Ich fühle mich einfach nicht gut.. in 5 Monaten werd ich 18, der 11. Geburtstag ohne meine Ma, volljährig und meine Mama ist nicht dabei. Es macht mich alles total fertig, dabei ging es mir die letzten Tage halbwegs gut.. Egal, ich wollte mich doch eigentlich nur zurück melden. Ja, hier bin ich wieder, weil es die meisten nicht verstehen, weil ihr versteht und weil ich einfach schreiben kann, was mir gerade auf der Seele brennt..danke für diesen Ort, wo man immer mal hinkommen kann, wenn man es gerade braucht - immer ist jemand da! Und ich bin wieder da.. Alles Liebe für euch! Ich wünsche euch einen Stern, der für euch leuchtet.. eure Julia, sehr sehr traurig und mit großer Sehnsucht nach ihren Engeln
_________________
Mama, erzähl mir wie sieht ein Regenbogen aus? Wie sieht im Himmel das Leben oben aus?
Mama *1951 †1996
Sebastian *1988 †2005
I miss you!!!
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hannah



Anmeldedatum: 21.02.2005
Beiträge: 128
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 11.02.2007, 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Julia,
willkommen zurück hier im Forum! Winken
Das mit dem Abstand kann ich gut verstehen, manchmal hat man das Gefühl, dass die ständige Konfrontation mit der Trauer hier einen noch mehr runterzieht...
Und schade, dass es Dir nicht besser geht. So recht weiß ich keinen Rat - außer, dass Du Dir professionelle Hilfe suchst. Aber Du bist ja bereits in Therapie, von daher hast Du diesen Schritt ja schon getan. Hast Du denn selbst auch den Eindruck, dass es durch die Therapie vorangeht? Oder sagt das der Therapeut? Siehst Du irgendwo Licht am Ende des Tunnels?

Ein völlig unbeschwertes Leben werden wir alle hier nie haben können. Es wird immer Tage geben, da werden die Verluste besonders schmerzen. Und das sind natürlich vor allem die bedeutsamen Ereignisse - Geburtstage, Abi, erste Wohnung, Hochzeit... Aber man lernt irgendwann damit zu leben. Vielleicht wird sich einiges in Dir verändern, wenn Du irgendwann auf eigenen Füßen stehst und eine eigene Familie hast. Manchmal braucht man solche Umbrüche um mit 'neuem Mut' sein Leben anzugehen. Versuch einfach mal in die Zukunft zu schauen und überlege, was dort auf Dich warten könnte, wie es aussehen könnte... Schließ mal die Augen und überlege Dir, wie Dein Leben in 5 Jahren sein könnte. Wünsche und Träume können einen manchmal sehr beflügeln. Und auch Halt geben. Wenn ich nicht feste Ziele für mich gehabt hätte, dann wäre ich wahrscheinlich nach dem Tod meines Dads völlig eingebrochen und hätte mein Studium geschmissen....
Vielleicht lässt Du uns ja mal teilhaben an Deinen Plänen und Träumen - denn ich bin mir ziemlich sicher, dass die auch in Dir schlummern.

Alles Liebe
Hannah
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soulmusic



Anmeldedatum: 21.03.2006
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 11.02.2007, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hannah ,
ich danke dir von Herzen für die Antwort. Hat gut getan. Ich gehe jetzt knapp 1 Jahr zur Therapie. Es geht sehr, sehr langsam voran, das merke ich selber und mein Therapeut hat es mir auch so gesagt. Es hat sich leider noch nicht sehr viel verändert, aber wenigstens so viel, dass diese "Einbrüche" nicht mehr ganz so oft kommen, ich schlafe besser ein (autogenes Training) und bin nicht mehr so oft traurig, kann wieder lachen - aus dem Herzen heraus. Es gab aber auch Therapie-Stunden, da hat er mir Sätze gegen den Kopf geknallt, wo ich gar nicht mehr wusste, ob ich da nochmal hingehen möchte.. von wegen 1 Jahr trauern würde ja reichen um wieder normal weiterleben zu können und solche Sachen..
Naja, also wie gesagt möchte ich jetzt auf jeden Fall 2009 mein Abi machen, bzw. mindestens noch die 12 zu Ende machen und mit Fachabi abschließen. Danach eventuell zur Polizei oder ins Ausland, vielleicht auch studieren, mal sehen. Und wenn ich irgendwann auf eigenen Füßen stehe, erst dann werd ich mir die nächsten Ziele setzen. Im August heiratet dann noch meine zweite Schwester, da freu ich mich auch schon drauf.
Werde gleich mal schlafen gehen , kam erst heute Morgen um halb 5 nach Hause und zusätzlich holt mich da noch irgend ein böser Virus ein .......
Finde es schade, dass hier nicht mehr so viel los ist, andererseits vielleicht auch gut, dass nicht so viele hier her finden müssen.....
Für dich nur gute Gedanken und alles Liebe!!!!!
Julia
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Amnesiana



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Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 16.02.2007, 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Du,

ich war auch sehr lange nicht mehr hier.. aber ab und zu verschlägt es mich immer wieder auf diese Seite. Sie gibt auch mir oft wieder Kraft und ich fühle mich nicht mehr so alleine und aussetzig. Dieses Wochenende werde ich die Wohnung meiner Eltern leer räumen. Sie sind beide gestorben. Haben sich das Leben genommen. Es ist jetzt fast ein Jahr her.. und es kommt mir vor wie gestern. Was Du beschreibst kenn ich gut.. ich bin zwar etwas älter.. 25.. aber ich hab auch oft dieses Gefühl mein kopf platzt, weil so viel drin umherschwirrt.. ich könnte bei der kleinsten Kleinigkeit auf die Palme gehen... wenn mir was runterfällt, oder ich mich irgendwo stoße... manchmal fahre ich im Auto und schreie einfach ein paar mal.. vor Wut, Angst und Trauer... das hilft.. die anderen auf der Straße denken zwar, das ich sie nicht mehr alle habe.... aber.. egal.. mir hilft es. Ich glaube den Verlust der Eltern kann man nie richtig verdauen... sie werden einem immer fehlen... man wird immer wieder weinen... es hat so viele Situationen gegeben, in denen ich sie gern dabei gehabt hätte.... aber auch wenn du meinst, es geht nicht weiter und du kannst nicht mehr... jeden Tag, den du schaffst... den hast du geschafft und kannst stolz sein.. ich wünsche dir alles, alles gute und das du nie aufgibst und stark bleibst.
Liebe grüße kathrin
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soulmusic



Anmeldedatum: 21.03.2006
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 20.02.2007, 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kathrin,
einfach nur danke und nur liebe Gedanken und Grüße!
Julia
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hannah



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BeitragVerfasst am: 20.02.2007, 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Julia,
nur ganz kurz:
Ich find es super, dass Du den Mut aufgebracht hast, eine Therapie zu beginnen. Ein Jahr ist noch keine lange Zeit, wenn Du z.B. eine tiefenpsychologische Therapie machst, was ich fast vermute. Wichtig ist nur, dass Du Dich bei Deinem Therapeuten gut aufgehoben fühlst und die Wellenlänge zwischen Euch stimmt. Ich denke aber auch, dass sich kein Mensch dieser Welt das Recht herausnehmen sollte, zu beurteilen, wie lange man denn bitteschön trauern darf. Letztlich werden wir alle hier unser ganzes Leben lang trauern, mehr oder weniger. Die Kunst ist doch, sein Leben trotzdem zu genießen und glücklich zu sein. Wenn Dir Dein Therapeut solche Dinge an den Kopf knallt, dann würde ich ihm unbedingt sagen, dass das verletzt usw.
Und es gibt einfach chaotische Phasen, wo nichts läuft, wo man einfach nur unzufrieden ist und sich am liebsten nur verkriechen und heulen könnte. Oder die ganze Welt zusammenschlagen, weil man so viel Wut im Bauch hat. Ich versuch an solchen Tagen möglichst viel unterwegs zu sein, um nicht in die Verlegenheit zu kommen, stundenlang zu Hause im Selbstmitleid zu baden. Dazu neige ich leider manchmal Verlegen Aber ich glaub, jeder findet im Laufe der Zeit Strategien mit der Trauer und all den angrenzenden Gefühlen wie Wut und Verzweiflung und Ungerechtigkeit umzugehen. Es dauert nur halt... Das wichtigste bleibt in meinen Augen, sich selbst diese Gefühle und Trauer zuzugestehen. Denn es ist okay und richtig, dass wir so fühlen - egal, was andere sagen.

Liebe Grüße
Hannah

PS: Hast ne PN!
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soulmusic



Anmeldedatum: 21.03.2006
Beiträge: 144

BeitragVerfasst am: 20.02.2007, 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Hannah!
Naja, ich hab lediglich den Schritt getan und da angerufen, um einen Termin zu machen. Den Anstoß, die Nummer etc. hat mir die Mutter von meinem 2005 verunglückten besten Freund gegeben. O.k., es hat mich eigentlich schon enorm viel Überwindung gekostet, dort anzurufen Winken
Und sonst kann ich dir nur sagen, dass du mir aus der Seele sprichst / schreibst. Ich war seit Donnerstag ununterbrochen unterwegs, bin jetzt körperlich total platt, hab mich aber von den traurigen Gedanken weitgehend abgelenkt (in den Nächten kann ich einfach nichts dagegen tun, da hilft auch das autogene Training nicht immer..eher selten..).
Danke für die PN, melde mich bald per Mail wieder bei dir! Umarme dich.
Julia
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