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Wohnung leer räumen?

 
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Amnesiana



Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 23.09.2006, 11:42    Titel: Wohnung leer räumen? Antworten mit Zitat

Hallo ihr lieben,
ich weiß nicht, was ich machen soll? Die Wohnung meiner Eltern, in der ich bis vor einem Jahr ja auch noch gewohnt habe, ist immer noch nicht ausgeräumt. Das alles geht nur, weil meinem Onkel die Wohnung gehört. Der hat gesagt, ich kann mir Zeit lassen. Allerdings würde ich die Wohnung für immer so lassen, wenn es gehen würde. Ich kann immer noch hin gehen und dann fühle ich mich meinen Eltern irgendwie wieder so nah. Viele Dinge sind immer noch so, wie sie sie vor einem halben Jahr vor ihrem Selbstmord verlassen haben. Ich will nicht, das die Sachen weggeschmissen werden oder verkauft. Das tut mir in der Seele weh und irgendwie bekomme ich totale Panik, wenn ich daran denke. Mir fallen noch 10000 Sachen ein, die ich behalten will. Ich kann aber soviel nicht mitnehemen, weil ich in meiner neuen Wohnung keinen Platz habe. Ich habe Angst, zu vergessen wie es in der Wohnung meiner Eltern aussah.. ich hab solche Angst davor irgendwas zu vergessen und nicht genug Sachen als Andenken zu haben. Ich habe Angst im Nachhinein noch gerne Sachen zu haben, die schon weggeschmissen worden sind und ich nur zu kraftlos war, diese auch noch mitzunehmen.... der Gedanke, dass ich irgendwann nie wieder in die Wohnung kann, in der ich 25 Jahre mit meinen Eltern gelebt hab.... was immer alles unsers war.... der macht mir solche Angst. Ich zittere bei dem Gedanken, dass Fremde in der Wohnung wohnen .... ich habe in dieser Wohnung so viel durchgemacht... da ist so eine tiefe Verbindung... wenn ich in der Wohnung stehe, sehe ich vor meinem geistigen Auge, wie meine Eltern und ich in der Küche sitzen und lachen und alles ist gut und.... ach .. ich merke gerade, dass ich über sowas besser nicht nachdenken sollte, weil mir schon wieder die Tränen übers Gesicht laufen.
Wie ging es euch in einer solchen Situation? Was soll ich blos machen?
Ganz liebe grüße an euch alle
Amnesiana
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Gast






BeitragVerfasst am: 23.09.2006, 13:05    Titel: Wohnung leer räumen Antworten mit Zitat

Liebe Amnesiana
als meine Mutter durch einen Autounfall verstarb Traurig lebte Sie mit meinem Mann meiner Tochter und mir in einem Gemietetem Haus in einer kleinen Einlieger Wohnung wir bewohnten den rest des Hauses Sehr glücklich
ich konnte über ein Jahr nicht die sachen sortieren geschweige denn sie weckschmeißen
aber wir mußten aus dem Haus ausziehen 1 1/2 jahre danach .ich habe alles aleine sortiert und in Kisten verpackt und in den NEUEN Keller gestellt. Weinen Einen teil der Kleidung hab ich aufgehoben den anderen verschenkt aber das war sehr schwer nur alles konnte auch ich nicht mittnehmen nun nach fast 4 Jahren ist das auch gut so ich habe oft gedacht was hatte meine Mum behalten !?
vieles aber nicht alles! So mußt Du auch Denken es ist schwer ich weiß aber nimm dir zeit alles zu sortieren und dann kannst du immernoch entscheiden .
Ich wünsche DIR viel kraft und alles LIEBE in dieser schweren Zeit
sei gedrückt lieben gruß Susy Smilie
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Susy



Anmeldedatum: 18.09.2006
Beiträge: 7
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 23.09.2006, 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

ups war nicht eingelockt
_________________
Mama Ich vermisse Dich
26.12.1947
06.11.2002
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iser



Anmeldedatum: 03.03.2005
Beiträge: 312

BeitragVerfasst am: 23.09.2006, 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amnesiana,

wir mussten das Erbe ablehnen...da meine Eltern hoch verschuldet waren...die Polizei versiegeltet damals die Tür und wir durften eigentlich nicht mehr in das Haus...doch ich war damals auf Drogen und es war mir alles egal...ich hatte noch einen Schlüssel, bin hinein...aber nur auf der Suche nach einem Brief...den hab ich nicht gefunden...habe alles kurz und klein geschlagen.....

heut hab ich noch ein paar Fotos...von meinem Vater seine Kette und von meiner Mutter eine Puderdose...alles ander habe ich damals verkauft für Drogen...damit lebe ich (bin seit 1992 clean)....nimm Dir jemanden mit und nimm dies mit was Dir wichtig ist....das Haus kann es leider nicht sein...ich habe soviel verloren...doch die wenigen Sachen die ich habe reichen mir...sie sind in meinem Herzen......alles liebe iser
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Amnesiana



Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 25.09.2006, 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr, hallo iser,

puh, heute ruft mich mein Onkel an, wegen der Räumung der Wohnung. Davor graut es mir jetzt doch schon ein wenig. Ich war am Wochenende mit meinem Freund da und hab mir noch ein paar Sachen geholt. Werde vor der Räumung aber noch einige Sachen rausholen. Wie gesagt, am liebsten alles mitnehmen und ein Mama und Papa Museum bauen, wo man immer hingehen kann und die Sachen anfassen kann und sich dabei den Eltern nochmal sehr nah fühlen. Aber ich sehe ein, das das nicht geht. Die Erinnerung kann mir niemand nehmen. Ich habe nur Angst, das ich trotzdem was vergesse und dann vielleicht nicht genug aufbewahrt habe um mich zu erinnern.. hört sich ganz schön bescheuert an, aber irgendwie sehe ich das so.

Iser, was du mir geschrieben hast, hört sich wirklich nach sehr harten Zeiten an. Ich bewundere dich dafür, dass du so stark warst und dein Leben in die richtigen Bahnen gelenkt hast. Leider weiß ich auch, das es nicht selbstverständlich ist, das man so stark ist. Kostet sehr, sehr viel Kraft und manchmal kann man auch einfach nicht mehr stark sein. Über mich sagen sie auch alle, das ich stark sei und ich würde alles so gut auf die Reihe kriegen... nach außen hin ist das auch so. Oft fühle ich mich aber gar nicht stark, sondern eigentlich nur wie ein Häufchen Elend, auf das einer aufpassen muss. Ich hoffe, das du weiterhin so stark bist und dein Leben meisterst.

Susy, vielen Dank für deinen Lieben Rat. Ich werde mir auf jeden Fall nochmal viel Zeit nehmen und die Sachen durchsehen. Bei dem ganzen Kram in unserer Riesenwohnung wird das allerdings ein Akt werden. naja, aber da muss ich wohl durch. Bei mir ist es auch ähnlich wie bei iser. Meine Eltern waren hoch verschuldet... und würde die Wohnung nicht meinem Onkel gehören... hätte ich wohl noch ein paar Probleme mehr. Erbe musste ich auch ausschlagen..

Vielen dank nochmal für eure lieben Antworten.
Ganz, ganz liebe grüße
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SONNE



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Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 25.09.2006, 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

hi, ein mama/papamuseum ist eigentlich eine tolle idee! ich habe auf dem wohnzimmerschrank einen platz wo ich einige sachen von meinem daddy stehen habe, sowie ein album, dort habe ich bilder eingeklebt, erinnerungen aufgeschrieben, von geburt bis zum tod (mit anzeige und so, trauerrede).
ich habe sehr viel über meinen daddy vergessen, leider.
aber heute hatte ich abschlussprüfung undi ch glaube mein daddy war bei mir und hat aufgepasst, ich lerne Jugend- und Heimerzieherin, mein daddy war dipl. sozpäd...und da wäre er jetzt glaub ich tierisch stolz auf mich!!!
_________________
es ist schon arg, du fandst dein leben nicht mehr lebenswert, es gab so viele menschen die dir helfen wollten und dich lieb hatten
ich werde dich nie vergessen
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Amnesiana



Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 26.09.2006, 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe Sonne,

also ich weiß ja nicht, ob du schon Ergebnisse der Prüfung hattest, aber wenn du schreibst, dein Vater wäre bestimmt stolz. Sage ich einfach mal Gratulation! Was das Mama/Papa Museum angeht... ach ja... hab ich noch länger drüber nachgedacht. Ich habe noch Videoaufnahmen von Urlauben zu Hause. Die trau ich mich aber allerdings icht anzusehen. Zumindest im Moment nicht. Was mir auch aufgefallen ist, wenn ich über meine Eltern nachdenke.... ich weiß manche Sachen gar nicht von ihnen... manche Sachen fehlen einfach in meinem Kopf... was hat mein Papa von 16 bis 25 Jahren gemacht?? All so ein Kram... das erschreckt mich dann immer sehr. Ich habe von der Trauerfeier / Beerdigung allerdings nichts aufbewahrt oder behalten. Ich fands nur schrecklich. Zeitungsanzeige gab es nicht. KOnnte ihc nicht. hat sich eh schon jeder das Maul zerrissen in unserem beschissenen Kaff. Die Blicke der Leute bohren sich heute noch manchmal wie Messer in meinen Kopf.... schrecklich. Mein Vater hat einen Abschiedsbrief geschrieben. In dem steht, das ich mich immer an die schönen Zeiten mit meinen Eltern erinnern soll. Das versuche ich auch.... das blöde dabei ist, das es dann noch mehr weh tut. Es gab auch genug schlechte Sachen, an die ich mich von Zeit zu Zeit erinnere... das Mama getrunken hat und immer Probleme da waren...der ganze finanzielle Druck. Das wollten sie mir schon immer ersparen.... und sie würden wollen, das es mir jetzt besser geht als damals und deswegen versuche ich manchmal,wenn ich so traurig bin, zu denken... das vielleicht auch viel Last von meinen Schultern gefallen ist.... und das manche Dinge jetzt einfacher sind. Leider ist das kein Trost. Das hätte ich alles gerne weiter ertragen, wenn sie dafür noch da sein könnten. Ach, jetzt habe ich mich schon wieder in so einen Wahn hinein geschrieben. Entschuldige... neige dazu, mich immer wieder schnell in die Sache reinzusteigern. Danke, das du mir schreibst und mir zuhörst. Bin froh hier Menschen wie dich zu treffen.
Liebe grüße
Amnesiana
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SONNE



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Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 26.09.2006, 16:11    Titel: Antworten mit Zitat

hallo amnesiana, ja, wie gesagt, ich habe auch viele erinnerungslücken, leider. ich ahbe deshalb auch schon voll die heulanfälle bekommen,immoment geht e smir echt gut, deshlab schreib ich auch hier, ansonsten steigere ich mich auch zu stark in die sache rein, weil es ist halt einfach schrecklich, wenn man die wichtigsten menschen in seinem menschen verliert und die erinnerungen schinden langsam.
kurz nach dem suizid hatte meine mum das handy von meinem dad und ich ahbe angerufen und leider ging die mailbox dran, ich habe mich sooo erschreckt..., heute wäre ich froh, wenn es die aufzeichnung noch geben würde, nur einmal seine stimme wieder hören! deshalb hebe die videos auf, pack sie als schatz weg, irgendwohin da wo du sie wiederfindest, wenn esdir immoment noch zu viel ist.
oder ich hätte auch gerne bilder von meinem toten daddy und von der beerdigung, dasw ar alles so schlimm, dsa ich es verdrängt habe....
_________________
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Brit



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Beiträge: 93
Wohnort: 29328 Fassberg

BeitragVerfasst am: 27.09.2006, 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

auch ich mußte die Wohnung von meinen Papa auflösen. Ich habe Anfangs viele Sachen behalten. Mein Keller war sozusagen voll, außerdem standen dort auch noch Sachen von der verstorbenen Großmutter meines Mannes. Irgendwann haben wir einen Container bestellt, und ich habe mich dann mit schweren Herzen wieder von Sachen getrennt. Ich habe nur sehr wenige Andenken meines Papas, seine Uhr, seine Brille, Fotos und viele viele Erinnerungen in meinem Herzen.

Und ich finde das ist das wichtigste, die Erinnerungen, denn die bleiben für immer.
Möbel und andere Gegenstände halten nicht ein leben lang, ich muß ganz ehrlich sagen, das ich damals mit einer ganz speziellen Neugier die ganzen Sachen durchgeforstet habe.

Es ist eine traurige Arbeit die man zu tun hat, aber ich finde das hat was von Trauerbewältigung.

Ich wünsche Dir viel Kraft.

Alles liebe Brit.
_________________
Das Leben ist viel zu kurz, um sich um den Sinn des Lebens gedanken zu machen. Lebe einfach, jeden Tag intensiver als den vorigen.
Ich war 35 Jahre als mein Papa mit 57 Jahren freiwillig ging.
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Amnesiana



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Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Brit,
danke für deine Antwort. Ich hoffe ich überstehe diese Leerräumung einigermaßen. Noch ist es ja nicht so weit und wenn es nach meinme Onkel geht, dauert das wohl auch noch einige Zeit. Mir soll es recht sein! Heute habe ich von meiner Tante gehört, das meine Urgroßtante im sterben liegt. Ich kenne sie überhaupt nicht, hab sie nur zweimal gesehen. Das ist echt nicht war. Erst meine Eltern, dann meine Oma und jetzt auch noch sie. Alles in einem halben Jahr. Da fange ich echt langsam an zu denken, das man froh sein kann, wenn man nicht mit mir verwand ist.. naja, ich werde wohl nicht zu der beerdigung gehen, weil ich das nicht schon wieder verkrafte. Erstmal muss ich irgendwann mit diesem Selbstmord klar kommen. Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich es nie schaffen werde.. aber mal soll ja immer positiv denken.
Liebe Grüße
Amnesiana
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SONNE



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Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 15:11    Titel: Antworten mit Zitat

hey, das schaffst du schon, irgendwann geht das schon, wobei die trauer, bei mir zumindest, warcsheinlich für immer bleibt.
ist es dir peinlich, das deine eltern suizid begangen haben?
_________________
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Amnesiana



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Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Sonne,
Ja, es ist mir peinlich. Ich hab es fast niemandem gesagt. Nur meinen besten Freunden und natürlich die Verwandten. Ich fand es und finde es auch immer noch schrecklich die Blicke der Menschen zu ertragen, die wissen ,was wirklich passiert ist. Weil leider ist es so, das es in unsererm Kuhkaff hier doch jeder Wind von der Sache bekommen hat und meine Eltern auch viele Leute kannten. Ich denke dann immer, dass diese Menschen sich sonst was ausmalen, was bei mir zu Hause abging... die reden hinter meinem Rücken und ich hab schon so viel gehört was getratscht worden ist. Zum Teil waren es echt gemeine Sachen. Im Tennisclub wurde zum Beispiel gesagt, dass meine Papa meine Mama doch auf jeden Fall umgebracht hat... sie wäre doch so Lebensfroh gewesen,..... und hätte sowas nie gemacht. Ts! Ich hasse diese Menschen.. weißt du, das tut soo weh. Mein Vater, war der beste auf der Welt für mich und ich kann sowas nicht ertragen. Tja und wenn sie sowas sagen, das es meiner Mama so gut ging und sie so lebensfroh war, dann hätten die sie mal 2 Wochen betrunken am Stück im Bett liegen sehen sollen.... Das ist zum kotzen. Alle die bescheid wissen, denken nur noch: Ach, das ist doch die, deren Eltern sich umgebracht haben! Achtung!!! Hm, was mag da blos geschehen sein.. schrecklich, schrecklich. Wie soll ich selber lernen damit umzugehen, wenn andere so herzlos sind. Ich habe so lange ich denken kann immer versucht so dunkele Seiten in meiner Familie zu vertuschen. Mama hat getrunken... das wusste echt fast keiner... 25 Jahre haben mein Papa und ich das geheim gehalten... weil es war einem so peinlich, wenn es einer mitbekommen hat.... wie sie betrunken in der Stadt rumtorkelt etc... ich wollte immer das alle denken, bei uns ist alles normal. Ich wollte nur ganz normal sein, wie all meine Freundinnen. Naja und wenn sich die Eltern umgebracht haben, dann wird man wohl nie normal sein... es ist mir peinlich... ich habe das Gefühl, alle zeigen mit dem Finger auf mich! Wenn ich so drüber nachdenke, dann muss es mir nicht peinlich sein. Ich kann nichts dafür, aber es ist einfach so. Kann ich nicht abstellen!
Ist es dir peinlich? Wie gehst du mit den Mensch um, die schlecht reden oder hinter deinem Rücken sprechen?
Liebe Grüße
Amnesiana
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SONNE



Anmeldedatum: 16.08.2005
Beiträge: 188

BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

nein, mir ist es nicht peinlich, wobei ich es auch nicht menschen auf die nase binde die mich nicht kennen, aber wenn ich jemanden besser kenne dann erzähle ich es der person, eben darum, weil ich auch denke, das viele leute denken, wenn sie wissen das sich jemand umgebracht hat, oh gott was waren das für verhältnisse, aber im gegenteil wir waren eine tolle familie....
mmhhmm, ich habe immer freunde gefragt, ob über unsere familie getratscht wurde/wird, aber sie verneinen immer, wobei ich mir schon denke, das man mich manchmal vielleicht darüber identifiziert, so nachd em motto; das ist dochdie tochter von dem herr xy, der sich erhängt hat.
wenn ich wirkliche tratscherei mitbekommen würde, würde ich tierisch ausflippen Böse , aber richtig, das soll sich niemand wagen!!!
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Amnesiana



Anmeldedatum: 07.09.2006
Beiträge: 44
Wohnort: OWL

BeitragVerfasst am: 30.09.2006, 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Sonne,
das seh ich auch so. Boah, wenn ich einen erwischen würde, er schlecht über meine Eltern oder unser Leben spricht.. dann setzt es was. Böse
Meist sind das auch die Leute, die von ihrem eigenen schäbigen Leben ablenken wollen.. so nach dem Motto: Juhu, da ist jemand schlechter dran als wir... ach, da lästern wir doch erstmal...
Eigentlich sind solche Leute auch nur bemitleidenswert.. aber ich will mir von solchen nicht weh tun lassen. Naja, aber solche wird es wohl immer geben und ich werde mich immer mit sowas rumärgern müssen, aber irgendwann stehe ich wahrscheinlich drüber....
Liebe grüße Amnesiana
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Sylvia



Anmeldedatum: 12.12.2004
Beiträge: 39

BeitragVerfasst am: 01.10.2006, 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Amnesiana,

so eine Wohnung leer räumen ist nicht einfach. Als meine Mutter ein Jahr vor ihrem Tod in ein Seniorenzentrum umziehen musste, stand ich auch vor der Situation. Meine Mutter wollte überhaupt nichts aus der Wohnung haben, irgendwie war ihr das alles egal. Nur lieb gewonnene Bilder und ihre Puppen habe ich ihr mitgenommen. Und natürlich ihre Kleidung, die sie noch tragen wollte. Leider hatte ich keinen großzügigen Onkel, der mir so viel Zeit gegeben hat.

Schweren Herzens haben mein Mann und ich uns dann daran gegeben, alles auszuräumen. Erst einmal habe ich alles, was ich gerne behalten wollte, sortiert. Anschließend noch mal sortiert und dann das, was ich mitnehmen wollte und konnte eingepackt. Dann haben wir im Freundeskreis nachgefragt, ob jemand etwas aus der Wohnung haben wollte. Danach hat ein Bekannter, der sich um Obdachlose kümmert, jede Menge Kleidung, Bettwäsche, Haushaltsgeräte, Hausrat etc. bekommen. Alles andere haben wir dann - so schwer es uns auch fiel - auf den Sperrmüll gestellt. Es war schon ein beklemmendes Gefühl, die Sachen da auf der Straße stehen zu sehen. Denn eigentlich stand ja auch mein ganzes Leben auf der Straße. Aber es ging doch nicht anders, weil die Wohnung leer geräumt werden musste.

Als meine Mutter dann anderthalb Jahre später starb, musste ich ihr Zimmer im Seniorenheim leer räumen. Die Bilder und Fotos habe ich für mich behalten und den Rest - das hört sich jetzt brutal an - in Müllsäcke geschmissen und sofort meinen Sohn damit zum nächsten Container geschickt. Einige kleine Figürchen und Weihnachts- sowie Osterdeko habe ich dem Heim übergeben und eine nette Zimmernachbarin meiner Mutter hat sich auch noch einige Dinge ausgesucht.

Innerhalb relativ kurzer Zeit musste ich also zwei Mal einen Hausstand auflösen.

Mein Tipp an dich:
Mache von allen Dingen die dir wichtig sind, die du aber nicht behalten kannst, Fotos. Auch von den einzelnen Zimmern so wie sie jetzt sind. Vergrößere die Fotos und hänge sie bei dir zu Hause auf. So kannst du vielleicht doch noch dein "Eltern-Museum" auf eine andere Art schaffen.

Und noch etwas:
Lass die Leute reden... Du weisst, dass dieser Weg für deine Eltern der richtige war, auch wenn es sehr weh tut. Sie wollten es so und hatten ihre Gründe dafür. Du hast es akzeptiert und das ist wichtig. Was die anderen darüber denken, solltest du versuchen an die abprallen zu lassen, auch wenn es noch so schwer ist. Irgendwann hört das Gerede auf.

Ich wünsche dir noch ganz viel Kraft und Kopf hoch, du schaffst das.
_________________
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LG Sylvia
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