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Wieso trifft es manche gleich doppelt und dreifach

 
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sunnys
Gast





BeitragVerfasst am: 28.05.2006, 21:57    Titel: Wieso trifft es manche gleich doppelt und dreifach Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hab meine Vater verloren als ich 6 Jahre als war. Er ist an Kehlkopfkrebs gestorben. Als ich zwölf Jahre alt war ist meine Mutter in eine Leitplanke gerasst. Sie war unverletzt und stieg aus dem Auto aus. Ein heranfahrender LKW übersah sie und riss sie in den Tod. Vor einen halben Jahr ist meine Freund an Leukämie gestorben.

Ich frage mich häufig wieso manche Leute schon in frühen Jahren (bin 19) so viel Leid erfahren müssen und die anderen ein sorgenfreies Leben führen können. Wo bleibt dort die Gerechtigkeit!
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Kati 80
Gast





BeitragVerfasst am: 29.05.2006, 00:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sunnys,

auf deine Frage nach Gerechtigkeit wird es keine Antwort geben. Jedenfalls gibt es diese nicht in der Form, dass alle Menschen das gleiche Schicksal erleiden müssen, um Gerechtgkeit herzustellen. Aber vielleicht muss man als Betroffener einfach seinen Blick in eine andere Richtung, bzw. auf Bereiche lenken, die den Menschen, denen das Schicksal keine lieben Menschen nahm, verwehrt bleiben. Gerade nach dem Tod von meiner Mom hat sich meine Lebenseinstellung geändert. Ich nehme die Welt und vielleicht auch die "Alltagsprobleme" anders wahr und gewichte sie nun anders. Mit dieser im Vergleich zu nicht Betroffenen anderen Lebenseinstellung habe ich zum Beispiel andere Menschen kennengelernt, wahre Freunde entdeckt, mir andere Ziele gesteckt... Ich denke, dass ich das alles ohne das Erlebnis nicht gemacht hätte. Vielleicht wäre ich dann irgendwann frustriert aufgewacht und hätte mich gefragt, warum ich die ganze Zeit vorher meine Zeit "verplempert" habe. Vielleicht sind es gerade diese wirklich schlimmen und harten Zeiten, die uns zumindest die Chance einräumen, etwas zu ändern, damit wir "unseren" Weg finden oder endlich beschreiten. Aber in jedem Fall lernst du eines aus solch schlimmen Situationen: Du entdeckst, wieviel Kraft in dir steckt (denn die brauchst man, um die Situation zu meistern) und vielleicht bekommst du auch Grenzen aufgezeigt, die du aber erweitern und überwinden lernst. Welcher Mensch, der eine solche Situation nicht durchgemacht hat, kann das von sich behaupten? Die Gerechtigkeit liegt also vielleicht nicht darin, den Menschen, den man verloren hat, wieder zu bekommen (nur weil andere den noch haben), sondern die Gerechtigkeit liegt vielleicht darin, dass Du dich entwickelst und wächst.
Das ist meine subjektive Antwort auf die Frage nach Gerechtigkeit. Vielleicht hilft dir der Gedanke ein bißchen weiter.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
Kati
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Hedwig



Anmeldedatum: 24.10.2005
Beiträge: 95

BeitragVerfasst am: 29.05.2006, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sunnys auch,
ganz verständlich und menschlich nach gleich mehreren solchen Schicksalsschlägen nach Gerechtigkeit zu fragen. Es tut mir sehr leid,
dass Du bereits jetzt diese Erfahrungen machen musstest.
Ich bin viel , viel älter als Du und in dem Alter in dem Du jetzt bist, stellte
ich mir schon auch diese Frage und eigentlich hat mich diese Frage nie
mehr verlassen. Nicht nur in Bezug auf mich, sondern eigentlich in allen
Bereichen, das führte dazu, dass ich Gerechtigkeit erstmals in der Opposition
suchte, wie Umweltschutz, Gewerkschaften usw.
Mehrere Todesfälle in den Jahren und deren Begleitung hat mich einfach
in die Grundlagen verschiedener Religionen geführt. Gerechtigkeit, wenn
man das Wort zerlegt, hat es ja eigentlich wirklich was mit "rechnen" zu
tun, also eins zu eins, wenn das, dann folgt dies. Aber wann? Gerechtigkeit
sagt nicht unbedingt sofort den Zeitfaktor aus, wann wird gegengerechnet
und wie (siehe Meinung Kati 80)? Im christlichen Glauben wird häufig
auf den Himmel verwiesen, ausserdem je schlechter, desto besser häufig
danach, vergessen wird nichts , aufgeschrieben im Buch des Lebens.
Aber auch "Gottes Mühlen mahlen langsam."
Im Buddhismus und Hinduismus kommt als Gewichtung noch ein Aspekt
dazu das "vorherige " Leben . Gerechtigkeit hat nicht nur die Spanne
der Erdenzeit , sondern anscheinend eine schier endlose Aneinanderreihung von Leben, gleicht aus. Beide Ansichten haben ihren
Trost, aber auch ihre Gefahren "hier".
Die Philosophie von Rudolf Steiner, mischt meiner Meinung nach christliche
Mythologie mit den Asiatischen Religionen.
Liebe Sunnys, ich weiss auch keine Antwort auf diese berechtigte Frage,
was ich allerdings schon praktisch erfahren haben, das der Faktor
Zeit anscheinend eine Rolle spielt, ich glaube heute. dass absolut nichts
verloren geht und manchmal kann ich jetzt schon erkennen, oder beobachten an Menschen die noch leben, dass nach
20 Jahren z.B., sich bei einem Menschen etwas ereignet, dass mit einem
bestimmten Ereignis schon vor langer Zeit zusammenhängt. Mit den
Entscheidungen eines freien Willens damals und den Konsequenzen daraus.
Liebe Sunnys aus einem weiteren Hobby, der Astrologie, befindest Du
Dich gerade im Zeitfenster des Mondknoten , ich will hier nicht über mein
Hobby schreiben, nur soviel dieser Punkt wird erst wieder in ca, 18,5-19
Jahren erreicht, d.h. vielleicht dauert manche Gerechtigkeit einfach länger als wir es uns wünschen. Es ist absolut nachzuvollziehen, dass
man "jetzt sofort" Gerechtigkeit will und manchmals muss man sie erkämpfen und manchmal zeigt sie sich vielleicht erst viel später und vielleicht auch anders als man denkt. (Aber nicht zwingend anders)
Aber ich weiss ganz ganz sicher, nichts geht verloren, auch nicht Dein
Schmerz, Deine berechtigte Trauer, Enttäuschung oder Wut und Deine Fragen.
Auch ganz viel Kraft, und Unterstützung fuer Deinen Weg.
Liebe Gruesse Hedwig
_________________
..... so war es schon immer, dass die Liebe ihre eigene Tiefe nicht kennt - bis zur Stunde des Abschieds. (Khalil Gibran)
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