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ich bin so hilflos!

 
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Kathy



Anmeldedatum: 19.10.2005
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 19.10.2005, 18:02    Titel: ich bin so hilflos! Antworten mit Zitat

hallo,

ich muss einfach schreiben, weil ich absolut nicht mehr weiter weiss. meine freundin hat durch einen schlimmen autounfall anfang märz ihre mom verloren. sie gibt sich daran die schuld, weil sie gefahren ist und ihre mom nicht angeschnallt war. "ich hätte nicht losfahren dürfen"! dieser satz und viele ähnliche kommen immer wieder. am anfang sah es so aus, als ob sie ganz gut damit zurechtkommt, sie hat sich ins normale leben eingegliedert, ist wieder zur uni gegangen, hat sich wieder mit freunden getroffen. keiner hat bemerkt wie schlecht es ihr eigentlich ging, nicht einmal ich. sie konnte ihre plötzlichen angstanfälle vor allen gut verbergen, bis zu dem einem abend als wir in erinnerung schwelgten - plötzlich war alles anders, weinkrämpfe, panikattake, angstanfall - notarzt, krankenhaus! posttraumatisches stresssyndrom war die diagnose. durch viele therapiestunden, lange gespräche mit dem psychater, besuch am unfallort und am grab, gab es bald ein streif am horizont. vor einem monat dann die letzte stunde bei seelen-doc und das leben konnte "weiter" gehen. seit gestern ist alles anders, ihr dad ist an einem herzinfark auf dem weg ins krankenhaus verstorben. sie realisiert nicht was da passiert ist, sie verdrängt es und hat bisher keine träne vergossen. mir macht das furchtbare angst, sie redet mit mir als wäre alles ok! was soll ich nur tun, ich bin für jeden rat dankbar.

kathy
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hannah



Anmeldedatum: 21.02.2005
Beiträge: 128
Wohnort: Leipzig

BeitragVerfasst am: 19.10.2005, 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

hallo kathy,
erstmal find ich es super, dass du so zu deiner freundin hältst und ihr zur seite stehen möchtest. und das ist gar nicht so selbstverständlich, wie du glauben magst, dazu ist der tod viel zu sehr tabu-thema.
ich kann dir nur einen rat geben: versuch nicht, ihr begreiflich zu machen, was da gerade passiert ist. dräng sie zu nichts - nicht zum weinen, zum realisieren etc. es mag für dich erschreckend scheinen, dass sie so tut als wäre alles normal. ich glaube aber, dass diese art der reaktion gar nicht mal so selten ist. das verdrängen ist eine art selbstschutz, der sie davor bewahrt, völlig zusammenzubrechen. momentan ist das vielleicht ihr einziger weg, mit diesem weiteren verlust leben zu können - mehr kann sie gerade nicht ertragen. irgendwann kommt der zeitpunkt, wo sie es realisieren wird, wo sie weinen wird - und vielleicht auch zusammenbrechen wird. dann ist es ganz wichtig, dass du da bist für sie, ihr zuhörst, sie reden lässt ohne dass sie den eindruck hat, es ist dir unangenehm. und dass du sie ermutigst, wieder ein paar stunden bei dem psychiater zu nehmen.

ihr leben hat sich nach dem tod ihrer mum verändert. wenn nun auch noch ihr dad gestorben ist, ist das eigentlich mehr, als ein mensch ertragen kann. und wenn man begreift, dass man elternlos ist, keine tochter mehr ist, wenn man versteht, was alles nie wieder sein wird - dann ist das eine zeit, wo man glaubt, die welt geht unter. sie versucht sich und ihre welt vor genau diesem begreifen zu schützen. mit anderen worten, sie steht unter schock. das kann sich aber ganz schnell ändern, das etwas passiert, was sie aus diesem zustand herausholt - das kann auch nur ein lied im radio, ein foto etc. sein. dann ist es ganz wichtig, dass du dich um sie kümmerst, damit sie sieht, dass sie nicht allein ist. auch wenn sie elternlos ist.

ich drück dir die daumen, dass du ihr beistehen und helfen kannst, damit sie trotzdem irgendwann wieder lachen kann.

alles liebe,
hannah
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Gast






BeitragVerfasst am: 06.12.2005, 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hi
mag sie tiere? hat sie tiere?
Mit haben sie geholfen, sie haben mir mehrfach das leben gerettet, das hätte kein mensch geschafft.
dränge sie nicht dazu, darüber zu reden, vielleicht kanst du dem nächst einen ausflug mit ihr machen? (wenn sie möchte natürlich).
Ich hätte gern jemanden gehabt der gewusst hätte wie er mit mir umgehen kann. Ich weiß nicht wie es bei ihr ist, du músst deinem gefühl vertrauen.
zeig ihr auch, dass du da bist, und das es dir eventuell auch mal schlecht geht und du in den arm genommen werden willst oder so Winken
das könnte ihr helfen.

viel glück
Imeon
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