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Mutter durch Unfall verloren und Probleme mit dem Vater

 
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Mirimori96



Anmeldedatum: 18.01.2014
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 18.01.2014, 16:25    Titel: Mutter durch Unfall verloren und Probleme mit dem Vater Antworten mit Zitat

Hallo Leute,
ich weiß nicht ob diesen Beitrag jemand liest aber es tut gut zu wissen, dass man hier schreiben kann und wenn es jemand liest, dann nur Leute die mich wirklich verstehen können!
Also in den Klammern das ist nur "meine Geschichte" für die Leute die es eben interessiert!

(Ich habe meine Mama am 19.07.13 verloren, bzw. eigentlich schon am 15.07.13 wir hatten mit Nachbarn gegrillt am Abend, alles war gut, nur 3 Tage zuvor hatte meine ältere Schwester ihr erstes Kind bekommen. Ich bin bereits gegen 22 Uhr im Bett gewesen, allerdings noch wach. Um kurz vor 23 Uhr hab ich dann gehört wie meine Mama durch das Esszimmer gegangen ist und mein Vater rief ihr noch hinterher sie solle langsam machen.
Sie hatte an dem Abend Wein getrunken, jedoch vertrug sie kaum Alkohol.
Sie wollte die Treppe hoch gehen, die direkt neben meinem Zimmer verläuft, für einen kurzen Moment dachte ich noch ob ich nicht raus gehen solle ihr noch gute Nacht sagen, doch dann hörte ich schon einen dumpfen Schlag und meinen Vater durch die Küche rennen. Er schrie verzweifelt ihren Namen. Ich sprang sofort aus dem Bett und riss die Tür auf, ich schrie ganz Laut Mama und sah sie dort liegen, die Augen drehten sich und sie gab keinen Ton von sich. Ich kniete mich neben sie und nahm ihren Kopf in meine Hände, ich weinte und schrie sie solle bei mir bleiben. Mein erster Gedanke danach war sofort 'Sie stirbt. Sie stirbt grade.'
Mein Papa fing an zu weinen und ich rannte raus um Hilfe zu holen. Die Nachbarn waren bereits gegangen, aber meine Tante und mein Onkel wohnen bei uns im selben Haus. Ich klingelte bei ihnen Sturm und rief in die Sprechanlage das meine Mama die Treppe runtergefallen war, mein Cousin der grade von der Arbeit gekommen war riss sofort die Tür auf und sprintete an mir vorbei in unsere Wohnung, mein Onkel hinterher. Meine Tante kümmerte sich um mich.
Mitten ihm Wohnzimmer riss es mir plötzlich die Füße weg. Ich konnte mich gar nicht mehr halten. Ich hab geschrien und geweint, ich hab gezittert und gleichzeitig meinen ganzen Schlafanzug durchgeschwitzt. Danach habe ich mich zu unserem Hund auf die Matratze fallen lassen und ihn vollgeheult. Die Sanitäter luden meine Mama ein aber es dauerte eine halbe Ewigkeit bis sie los fuhren. Sie war nicht transportfähig. Meine Mama wurde im Krankenhaus sofort notoperiert. Als mein Vater und ich zusammen mit meiner Tante und meinem einen Onkel dann um 6 Uhr ins Krankenhaus fuhren erklärte uns der Arzt in einem Gespräch "Den Zustand auf den ihre Frau sich momentan zubewegt, nennen wir den Tod."
Mein Vater ging zu ihr rein aber ich fühlte mich einfach nicht in der Lage dazu. Ich wollte das einfach nicht wahr haben.
Mittags fuhr meine Tante und meine Cousine zu meiner Schwester die einen Ort weiter wohnte und benachrichtigten Sie. Der Freund meiner Cousine ist Rettungssanitäter, er überredete mich bitte mit zu fahren weil er Angst hat das ich es später bereuen könnte und fuhr dann mit uns erneut ins Krankenhaus, wo ein weiterer Onkel von mir wartete, er arbeitet in diesem Krankenhaus und brachte uns dann auf die Intensivstation zu ihr. Das war das letzte mal das ich sie gesehen habe. Ich hoffe sie konnte trotz Koma hören was wir gesagt haben und spüren wenn wir ihre Hand gehalten haben.
Am 17.07.13 wurde der Druck den das Blut auf ihr Gehirn ausübte so groß, dass man nichts mehr tun konnte. Die Geräte wurden abgestellt.
Bis zum 19.07.13, ihrer Beerdigung, vergingen noch 2 Tage in denen Meine Großeltern, der Bruder meiner Mutter mit seiner Familie und weitere Geschwister meines Vaters bei uns waren und uns halfen.
Aber irgendwie wollte ich einfach nur raus aus diesem Haus. Mein Freund war am 14.07.13 für 3 Wochen in den Urlaub geflogen, ich konnte ihn zwar telefonisch erreichen aber das bringt einem in so einer Situation auch nicht viel. Generell waren sehr viele meiner Freunde nicht da, was sehr schlimm war.)

Das Verhältnis zu meinem Vater ist nicht einfach, er hat seine Eltern auch sehr früh verloren und redet nicht über seine Gefühle, er hat eine ziemlich raue Art an sich, womit ich nicht immer umgehen kann. Ich war schon immer ein Mamakind, sie hat mich immer Verstanden und mich in fast alles Sachen unterstützt und an mich geglaubt. Egal ob ich schulische oder private Probleme hatte. Von ihr habe ich auch die Liebe zu den Tieren geerbt, wo mein Vater hingegen nichts mit anfangen kann. Unseren Hund liebt er zwar aber die 3 Katzen,die findet er nur nervig. Dabei versteht er überhaupt nicht was sie mir bedeuten. Die beiden neuen haben wir erst seit kurz nach dem Unfall, ich habe sie mit meiner Mama zusammen ausgesucht gehabt,die sind immer bei mir. Wenn er seine Nachtschichten macht und ich im Haus alleine bin, sind sie da! Meine Schwester findet sie auch nervig, immer wenn sie uns besuchen kommt meckert sie rum, dass die so viel dreckig machen. Mir ist es lieber sie machen Dreck aber sind da wenn ich sie brauche als wenn sie mich alleine lassen würden, aber das versteht keiner von ihnen.

Ich habe in den ersten Wochen relativ viel über den Unfall und meine Mama geredet aber auch wenn es mich unendlich verletzt, so kann ich Tagsüber keine richtige Trauer zeigen. In der Schule lache ich und alles, mir geht es gut. Nur Abends kommt es dann meistens wieder hoch. Ich habe auch schon länger mit keinem darüber geredet, irgendwie habe ich auch das Gefühl es will keiner mit mir drüber reden, wisst ihr was ich meine? Meine Freundinnen fragen zwar immer wie es mir damit geht und wie stark ich ja bin uns so, aber keine von ihnen weiß wie es wirklich in mir aussieht..
Mein Vater interessiert sich auch so gar nicht richtig für mich, weder schulisch noch sonst wie. Er sieht es immer nur als lästig an wenn ich zu meinem Freund oder reiten will und er mich fahren muss oder so..
Manchmal wächst mir alles über den Kopf, ich hab das Gefühl ich kann es keinem Recht machen. Eigentlich ist unsere Wohnung viel zu groß für nur 2 Leute und das heißt es fällt eine Menge Arbeit an und dann gehe ich eben auch noch in die Schule. Im nächsten Monat werde ich 18 und ich hätte meine Mama so unendlich gerne dabei, das wäre mein größter Wunsch, aber den kann mir keiner erfüllen..
Auch das ich "nur" Fachabi machen möchte versteht mein Papa nicht.. Gibt es vielleicht irgendjemanden dem es ähnlich geht oder ging? Jemand der mir vielleicht auch Tipps geben kann? Wenn es jemandem ähnlich geht, wie geht ihr damit um?
Aber auch wenn nicht.. Es tat schon gut hier mal alles zu schreiben und wenn dann nur auf Verständnis zu stoßen!
Viele Grüße Miri
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Lauraela



Anmeldedatum: 04.10.2014
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 05.10.2014, 00:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Miri,
Ich weiß nicht ob ich dir jetzt noch helfen kann, weil der Beitrag schon sehr lange her ist. Aber ich schreib einfach mal drauf los.
Ich bin 15 und habe vor einem Monat auch meine Mutter (45) verloren.
Sie hatte Krebs, ist dann aber doch plötzlich gestorben. Mein Vater hatte mich an dem Tag aus der Schule früher abgeholt und wir hatten im Krankenhaus noch 1 1/2 h, um uns von ihr zu verabschieden. Ich habe ihre Hand gehalten, als sie für immer eingeschlafen ist.
Ich bin auch das totale Mamakind. Ich habe mit meiner Mutter über alles geredet und sie war auch einfach immer für mich da und hat wirklich alles für mich gemacht, ohne dabei an sich zu denken, sogar als sie krank war.
Mein Vater ist da anders. Zwar liebt er mich auch, sagt er, aber er ist zuviel mit sich selbst beschäftigt, vor allem jetzt. Er hört mir oft nicht richtig zu und kann sich wegen der Arbeit auch nicht so viel um mich kümmern. Über privates kann ich mit ihm irgendwie auch nicht richtig reden. Meine Mum hatte immer ein offenes Ohr für mich und hat mich immer verstanden und in allem unterstützt. Mein Vater sagt meistens ich solle ihn nicht so zutexten, weil er auch noch anderes im Kopf habe. Streit gibt es auch oft, meistens wegen Kleinigkeiten.

Und das Problem mit den Freunden hab ich auch. Sie fragen zwar ab und zu, und sagen ich kann immer zu ihnen kommen, aber wenn ich das dann mach heißt es auch nur "das schafft ihr schon" und sowas. In der Schule lenke ich mich meistens auch ab und lache dort auch, und ich glaube dass manche dadurch schon mehr oder weniger vergessen, was passiert ist. Wenn ich dann mal nen Tag schlecht drauf bin oder mal überreagiere wegen dem ganzen Stress heißt es direkt ich solle 'nicht so Asi' sein oder mich nicht so aufregen. Sie verstehen es einfach nicht. Dieses Problem hätte ich eigentlich mit meiner Mum besprochen, aber sie, die einzige Person der ich alles anvertrauen konnte, gibt es jetzt nicht mehr..
Es tut auf jeden Fall gut, zu sehen dass es doch jemanden gibt, der genauso fühlt wie man selbst und dass man nicht ganz alleine ist. Wenn du das noch siehst, kannst du dich ja mal melden, wenn du möchtest Smilie
_________________
24.09.1968-25.08.2014 du bist der schönste Engel im Himmel❤️
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kleinerKobold



Anmeldedatum: 09.07.2010
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 14.10.2014, 02:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr beiden,

Ich habe Miri und deine Geschichte gelesen, und kann gut mit euch fühlen. Freunde sagen immer, es wäre kein Problem, sie seien da.....was aber leider nur oberflächlich stimmt.

Das Problem mit dem Vater hatte ich nicht, da ich keinen hatte. Aber vielleicht hilft es euch, was ich euch dazu schreiben kann. Der Verlust eurer Mutter ist für euren Vater auch ein sehr großer Verlust. Dieses muss auch erstmal verarbeitet werden, und niemand kann eine Mama ersetzen. In vielen Fällen unterstützen die Kinder den Vater, weil dieser in der neuen Rolle überfordert ist.

Väter bauen sich schnell eine Schutzwand auf, und verlieren den Blick für das wesentliche.....die Kinder ....die Väter sind im Glauben, alles richtig zu machen, nur haben sie eben nicht die Fürsorge einer Mutter. Oft helfen da nur direkte Ansprachen, diese sind mit Sicherheit sehr schwer und belastend ...aber ihr solltest einen Weg gemeinsam finden. Und leider hilft da nur reden!

Der tot meiner Mutter ist jetzt über 4 Jahre her, und die Wunden sind oberflächlich verheilt, doch in mit drin .... blutet es immer noch sehr stark. Ich habe zwar einen Weg gefunden damit umzugehen, aber meinen Mama fehlt mir immer wieder.

Ich hoffe, ihr beiden bekommt es mit euren Vätern hin.......

Kleiner Kobold
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claudd



Anmeldedatum: 18.06.2015
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 29.06.2015, 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Die Situation ist wirklich sehr schwer.. Du solltest aber stark bleiben !
_________________
Es ist fast wie im richtigen Leben... darum heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.
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