Elternlos-Forum
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bin auch neu hier...

 
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wolke



Anmeldedatum: 05.10.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 09.10.2008, 17:09    Titel: bin auch neu hier... Antworten mit Zitat

hallo,
ich bin neu hier, und durch zufall auf diese seite gestoßen. Ich finde es super, dass es dieses Forum gibt, denn im "wirklichen" Leben trifft man doch selten auf Menschen, die ähnliches erlebt haben, und die die es nicht erlebt haben, verstehen eben oft nicht, das kennt ihr ja sicher auch!

mein vater is vor knapp 3 jahren an einem herzinfarkt gestorben, damals war ich 17 ... abi und alles stand vor der tür, und die worte der anderen ich müsse stark sein, für meine mutter in meinem ohr, und so hab ich weitergemacht wie davor, super noten gehabt, die familie am laufen gehalten,..mir keine Zeit gegeben zu trauern, aber mittlerweile hab ich das Gefühl all das Verdrängte holt mich ein, und vor allem und das belastet mich momentan sehr, hab ich verlernt zu fühlen, eigentlich ist mir alles egal, und wahrscheinlich war das der preis den ich zahlen musste, um weiterleben zu können. aber ich sehne mcih danach wieder Glück empfinden zu können, freude, liebe,.. Dementsprechend fällt es mir auch schwer mich auf andere einzulassen, kaum jemand kennt mich eigentlich richtig. Kennt ihr das auch? würde mich sehr gerne mit jemandem austauschen, dem es ähnlich geht, wenn jemand lust hat, mir zu schreiben, gerne auch per pn würde ich mich sehr freuen,

wünsche euch allen unbekannterweise alles gute und viel kraft!
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schnuffl



Anmeldedatum: 21.05.2008
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 10.10.2008, 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

hallo wolke
ich finde es gut, dass du hier her gefunden hast!
ja, ich kenne das gefühl, dass man meint keiner kann einen verstehen. ja verstehen ist so eine sache. ich denke, wer nicht so etwas ähnliches durchmachen musste/muss, für den ist es schwierig zu verstehen.
aber ich vertraue oft darauf, dass meine freunde trotzdem für mich da sind. das sagen sie mir auch immer wieder, ich "nutze" es aber kaum.

ich finde es erstaunlich, dass du gute noten schreiben konntest, das ist es etwas was mir selbst schwer fällt. ich habe mich in der schule verschlechtert.
ja, die trauer holt einen irgendwann ein... ich denke, wenn du versucht dem zu stellen, vielleicht kannst du es dann ein stück weit verarbeiten. natürlich ist das schwierig, dagegen möcht ich auch gar nichts sagen.
aber ich denke einfach, die trauer wird dich irgendwann einholen....

ganz viel kraft und alles gute
schnuffl
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PAPA du warst der Beste!
I miss you!!! WHY???? will dich zurück haben!!
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Elisabeth77



Anmeldedatum: 30.09.2008
Beiträge: 10
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 10.10.2008, 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wolke,

schön, dass du dir jetzt die Zeit nehmen willst und dich auf die Suche gemacht hast nach "Gleichgesinnten". Es tut so gut, sich mit Leuten auszutauschen die in gleichen Situationen stecken und einen verstehen können. Die Trauer aufzuarbeiten ist wichtig und dafür ist es nie zu spät. Verdrängen kann man die Gefühle auch nicht, bzw. es hilft nichts. Irgendwann holt die Trauer einen dann doch ein. Ich habe so das Gefühl, ein Stück weit erwachsener sein zu müssen, man muss sich vom Kind sein verabschieden. Man hat jetzt nur noch einen Elternteil und wenn der dann irgendwann auch nicht mehr da ist, wird man aus dem Kind sein rausgerissen. Ich weiß nicht wie es dir geht, aber mir setzt das ziemlich zu. Gerade die Vater-Tochter Beziehung ist - zumindest für mich - eine besondere Beziehung. Meinem Vater konnte ich immer all meine Sorgen erzählen und ich fühlte mich immer beschützt, wenn ich stress mit jemanden hatte. Wenn dieser Teil dann auf einmal nicht mehr da ist, fühlt man sich so allein. Ich hoffe, dass du in dem Forum Trost findest und mit Hilfe von den Usern ein bissel deine Trauer bewältigen kannst.

Liebe Grüße

Elisabeth 77
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wolke



Anmeldedatum: 05.10.2008
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 11.10.2008, 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

hallo ihr zwei,

vielen dank für eure antworten, hat mich wirklich gefreut.

@ schnuffl :ja das mit den freunden, die für einen da sein sollten... ich glaube, dass ist auch einer der Gründe warum es mir schwer fällt mich auf freudschaften wirklich einlassen zu können. Eigentlich war in dieser Zeit niemand so wirklich für mich da. Meine "freunde" haben natürlich shcon so dinge gesagt wie "wenn was ist, kannst jederzeit anrufen", sich dann aber selbst nie gemeldet, für sie war das abgehackt, ihr leben ging weiter, sie gingen am wochenende weg, oder lernten, statt gerade an den wochenenden , die am schlimmsten waren, weil es da auch meiner mutter sehr schlecht ging, sich zu melden... also es freut mich wirklich für dich, dass du da glück zu haben scheinst, es ist wirklich wichtig in solch einer Zeit Menschen um einen zu haben, die wirklich mit einem fühlen, und bei denen man weiß, dass sie wirklich alles stehn und liegen lassen würden um einem zu helfen.
das mit den Noten, ich konnte es selbst nicht verstehen, und so im nachhinein besehen denke ich, gerade das ich weiterhin so gute noten geschrieben habe, hätte auch den lehreren / mitschülern zu denken geben müssen. Ich glaub ich hab mich einfach an den Noten festgehalten, wollte über sie Anerkennung gewinnen, und wollte vor allem stark sein für meine mutter, so wie es alle von mir verlangt haben. Ich hab weiter funktioniert, für den Preis, dass ich jetzt nur noch existieren kann, nicht mehr leben...
setz dich wegen der noten nicht unter druck, ich hab mich an ihnen festgehalten, aber ich hätte lieber dafür sorgen sollen, dass es mir gut geht. Und ich denke, dass sollte für dich auch im Vordergrund stehen, du gehst noch zur Schule,oder? Wie sieht es bei dir mit der Rücksichtnahme der Lehrer auf dich aus? Bei mir war das damals ein ganz wunder Punkt, eigentlich wurde gar keine Rücksicht auf mich genommen, ich hatte die selbe Leistung zu bringen, wie die anderen, und durch meine Art, dadurch, dass ich nicht gezeigt habe, wie es mir geht, nahmen sie auch schnell an, dass wieder alles in Ordnung sei...
ja die trauer wird mich einholen, und ich denke im Moment, dass sie das - wenn sie nicht gleich verarbeitet wird - sehr unbewusst tut, ich merke selbst, dass in mir so viel "brodelt" seit 3 Jahren hab ich kontinuierlich alles verdrängt, die Fähigkeit zu fühlen gleich mit dazu, und jetzt rächt sich meine Psyche, es gibt oft tage, an denen würd ich am liebsten gar nicht aufstehen, und fühle eine Schwere auf meinem Herz, und hab das Gefühl nie wieder glücklich werden zu können. Außerdem fühle ich mich dadurch, dass ich mich andern nicht öffnen kann und in meinem Umfeld wirklich eigentlich niemand mich wirklich kennt, oft auch einsam..

@ Elisabeth77: meinst du wirklich, dass es nie zu spät ist? Ich hab irgendwie das Gefühl, dass je später sie verarbeitet wird, desto mehr ist in einem selbst "zerstört", und das vielleicht irreversibel.. das macht mir angst. Ja ich sollte die Trauer verarbeiten, aber wie mach ich das? Die Gefühle liegen so tief begraben, dass ich da gar nicht mehr dran komme. Ich weiß, dass sie da sind, aber ich fühle sie nicht, als ob der Kommunikationsweg gestört wäre.
Ja da hast du so recht, man wird aus dem Kindsein herausgerissen, von dem einen Moment auf den anderen. Auch bei mir war es so, dass ich mich durch meinen Vater sicher fühlte, er war sehr selbstbewusst, und wir konnten uns immer darauf verlassen, dass wenn was war, dass er es regeln würde. Und plötzlich war das anders, und ich glaube ich habe - ohne es zu wollen - versucht diese Rolle zu füllen, meine Mutter war am Anfang nicht dazu in der Lage Dinge zu regeln, und so versuchte ich mit aller Gewalt, ihr ein Ersatz zu sein, was natürlich unmöglich war und mich heillos überfordert(e). Wie war das bei dir? Hat dir die Schwäche/Trauer deiner Mutter auch manchmal das Gefühl gegeben, dass du alleine bist?

Ich wünsche euch alles liebe und einen schönen Samstag und nochmals vielen dank für eure antworten,
wolke
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schnuffl



Anmeldedatum: 21.05.2008
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 13.10.2008, 20:35    Titel: Antworten mit Zitat

hey elisabeth
ja, das ist schade. bei mir ist es eigentlich schon so, dass ich meinen freunden alles anvertrauen könnte, ich tu s nur so gut wie nie....
das ist das problem...
ja, ich gehe noch zur schule, bin jetzt in der 11. klasse des gymnasiums... und meine lehrer wissen nix. nur 2 die ich letztes jahr schon hatte, aber es wird keine rücksicht genommen....
ja, das mit der trauer verarbeiten finde ich schwierig. ich denke da wie wolke auch dass es nie zu spät ist. und ich denke, es ist immer schwer...aber vielleicht kannst du mal versuchen mit jemanden aus deinem umfeld darüber zu sprechen. immer kannst du es, denke ich, nicht verbergen...
aber das muss auch jeder selbst entscheiden...
ich wünsch dir alles gute und viel kraft!!
liebe grüße
schnuffl
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Elisabeth77



Anmeldedatum: 30.09.2008
Beiträge: 10
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 14.10.2008, 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wolke,

ich kenne auch das Gefühl stark sein zu müssen, weil meine Mutter zu schwach und hilflos war. Ich habe mich nach dem Tod meines Vaters um alles gekümmert. Beerdigung, Ämtergänge, Grabpflege ......
Ich musste die starke spielen und fühlte mich einfach nur allein. Mir hilft es mit anderen über meinen Vater zu sprechen gemeinsame Erinnerungen an ihn aufleben zu lassen, oder hier mit anderen Betroffenen sich auszutauschen. Ich fühle mich immer besser, wenn ich meinen Kummer niedergeschrieben habe oder mit anderen drüber gesprochen habe. Am Anfang war dies natürlich einfach, alles war ja noch so frisch und da findet man leichter einen Freund/Freundin der/die ein offenes Ohr hat. Nach fast einem Jahr habe ich das Gefühl die meisten meinen man müsse doch drüber weg sein, daher traut man sich schon gar nicht mehr dieses Thema anzusprechen. Es kann ja auch nicht jeder mit dem Thema Tod umgehen. Dadurch bin ich auch hier gelandet.
Was mir persönlich auch hilft ist Briefe an meinen Papa zu schreiben. Ich schreibe ihm meine Gefühle, danke ihm dass er mir so ein guter Vater gewesen ist, was mir halt gerade so in den Kopf kommt. Ich habe mir eine kleine Kiste angelegt in die ich Erinnerungsfotos..... und halt auch die Briefe hineinlege.
Es ist wahr, dass es schwieriger ist die Trauer aufzuarbeiten, wenn man so lange alles in sich reingefressen hat. Aber es ist nie zu spät die Trauer zu bearbeiten.


Liebe Grüße

Elisabeth77
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zohaa



Anmeldedatum: 19.11.2014
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 19.11.2014, 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

deine Worte kann ich so gut nachvollziehen, es geht mir genauso. Hätte ich meine Kinder nicht, ich wüsste nicht was ich getan hätte. Mein Papa ist seit fast einem Jahr tot und ich kann es noch immer nicht akzeptieren.
Es tut so weh, dass ich am liebsten die ganze Zeit über nur schreien möchte, vor allem auch damit andere bemerken, dass es mir schlecht geht und er mir so sehr fehlt.




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