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Ich grüble zu viel oder zu wenig

 
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verweht



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BeitragVerfasst am: 02.11.2014, 00:33    Titel: Ich grüble zu viel oder zu wenig Antworten mit Zitat

Ich hänge gerade wieder in irgend einer Erinnerung fest, wie ich mit dem Zug in die Ferien und damals in den Sonnenuntergang gefahren bin, mit diesen liebevoll gepackten Sachen und dieser so liebevoll gepackten Fressalientasche.
Oder ich ersauf in der Erinnerung von Weihnachtseinkäufen von vor 16 Jahren. Diese Stimmung, die nie wieder kommen wird. Ich weiß nicht, wie man da drüber weg kommen soll. Das ist in acht Jahren nicht besser geworden, das ist jedes Jahr auf Weihnachten das gleiche und mit der Zeit wird das irgendwie schlimmer, je weiter das Ganze "Vergangenheit" wird.

Und diesen saublöden Satz: "Du mußt lernen damit um zu gehen", den kann ich nicht mehr hören. Der bringt mir die Stimmung von damals auch nicht zurück. Wir hatten nie viel Geld und doch die schönsten Weihnachten, mit Kerzen, Gestecken und so, selbst gemacht, kein Stress und wenn was schief lief, haben wir es mit viel Humor genommen.
Daß Menschen sterben, das kann passieren, aber daß damit alles ausgelöscht wird, was mal war und nichts mehr übrig bleibt außer Erinnerungen. Warum muß ich immer erklären, daß ich kein emotionaler Eisklotz und schlicht über den Verlust dieses ganzen Lebensgefühls nie hinweg gekommen bin ? Nein, es ist nicht nur der Verlust einer Person, es ist der Verlust einer ganzen Gefühlslandschaft.
Und dann kommt der Satz: "Erinnerungen haben doch ihren Wert". Super, doch, was ist denn der Umkehrschluß: Die Gegenwart hat keinen Wert ?
Ich weiß ja nicht, ob der Rest nur über perfide und verreckte Familienstrukturen verfügt, wenn ich dann ins Erzählen kommen, wie es früher war, ernte ich selten dämliche Blicke und jedes Mal bekomme ich Blumensträuße von dummen Bemerkungen über, so a la: "Freu Dich doch" oder "Das sind doch schöne Erinnerungen".
Diese ewig nichtssagenden Sätze und Phrasen, die nur auf eines rauslaufen: "Interessiert mich nicht, ich will es nicht hören". Diese Plattbügelsätze.
Und wenn der Satz so verdächtig schnell kommt, daß schon kein Gedanke dran verschwendet worden sein kann:"Ich versteh, was Du mir sagen willst", dann könnte ich jedes Mal verzweifelt aus der Haut fahren.
Es gibt hunderte dieser Hiebe, die kaum Zweifel lassen, daß das Gegenüber keine Lust auf "sentimentales Zeug" hat.
Diese gefühlsmäßige Tragweite hat mit "trauern" überhaupt nichts zu tun. "Trauer" ist doch auch nur eine Schublade.

Das Fragezeichen ist jedenfalls ein sehr treuer Begleiter geworden.
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