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Tod durch Lungenemebolie

 
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Trish



Anmeldedatum: 11.07.2006
Beiträge: 10
Wohnort: Remagen

BeitragVerfasst am: 11.07.2006, 13:29    Titel: Tod durch Lungenemebolie Antworten mit Zitat

Immer wieder frage ich mich: Warum ausgerechnet er? Wie unfair kann das Leben sein?

Zur Vorgeschichte:
Mein Papa kam am 30.04. wegen einer Hirnblutung in eine Uniklinik. Dort wurde er ins künstliche Koma versetzt, seine Überlebenschancen waren sehr gut. Nach 5 Wochen war er dann endlich wach. Reden konnte er nicht gut, weil er die ganze Zeit künstlich beatmet wurde. Auch die Bewegung war gestört. Er konnte nicht gehen (war aber nicht gelähmt) oder allein sitzen. Am 12.06. kam er dann mit besten Hoffnungen in eine Reha-Klinik. Ich war die ganze Zeit nicht ein Wochenende zu Hause, bin jedes Mal zu ihm gefahren.
Mein Papa wollte sich zum 01.06. selbstständig machen, aber wir dachten, dann halt mit etwas Verspätung.

Mir hat die Reha von Anfang an nicht gefallen. Aber ich dachte mir, die werden schon wissen, was sie machen.
Am 22.06. bekam ich einen Anruf um 11:30 Uhr. Mein Papa hätte einen Lungenembolie und läge jetzt auf einer Intensivstation. Alles lebensbedrohlich. Aber gut, dass hatten sie schon beim ersten Mal gedacht. Ich hab mir nichts dabei gedacht. Daraufhin ist die Lebensgefährtin meines Vaters zum Krankenhaus gefahren. Als sie dort an kam war er schon tot. Man hatte ihr um 12.23 Uhr auf den AB gesprochen, dass sie sich unbedingt melden solle. Um 12.58 Uhr ist er gestorben.

Er war ganz gelb, hatte den Mund geöffnet und man hat gesehen, dass er mit Schmerzen gestorben ist. Er hat wahrscheinlich sehr gekämpft. Ich habe ihn so nicht gesehen.

Um 17:42 Uhr habe ich den Anruf von seiner Lebensgefährtin bekommen. Im Büro... Ich bin schreiend und weinend zusammengesackt. Anschließend hat man mich nach Hause gebracht.

Am 26.06. habe ich ihn dann gesehen. Ich war schockiert von seinem Anblick. Er sah aus wie eine Wachsfigur. Im Gesicht ganz blass, sogar grau. Ich habe ihm noch als Letztes gesagt: „Es tut mir leid! Es tut mir so leid!“ Den Anblick werde ich nie vergessen. Aber es war gut so. Ich musste mir einfach visuell bewusst machen, dass er tot ist.

Wie alles medizinisch abgelaufen ist weiss ich nicht. Ich habe gestern Akteneinsicht beantragt.

Ich habe wirklich nie viel von meinem Papa gehabt. Ich bin jetzt 24 und meine Eltern haben sich geschieden als ich 4 war.

Warum hat man ihn mir dann jetzt genommen?
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misseslady
Gast





BeitragVerfasst am: 20.08.2006, 18:20    Titel: Tod durch Lungenemebolie Antworten mit Zitat

Hallo Trish,

ich kann deine tiefe Trauer und die Unfassbarkeit über den Tod deines Vaters sooo gut verstehen.
Als ich deinen Beitrag gelesen habe, kamen mir auch schon wieder die Tränen...
Mein Papa ist am 7.08.06 während einer OP an einem künstlichen Dramausgang ganz plötzlich verstorben. Er lag wegen einer Blutvergiftung schon ca eine Woche im Koma und wurde künstlich beatmet, hatte auch einige wenige "wache" Momente, wo ich Dinge von seinen Lieppen ablesen konnte. Diese Bilder werden mich bis an mein Lebensende verfolgen...
Ich bekam von Chefarzt den Anruf mit der Todesmitteilung und bin erstmal in einen Weinkrampf verfallen, da ich ganz allein zu Hause war. Am Abend sind bin ich mit meinen 3 Brüdern und meinen Tanten in das Krankenhaus gefahren, um uns zu verabschieden. Er war schon ganz gelb und kalt, es war schrecklich aber zugleich wichtig für mich ihn noch einmal zu sehen, und mich zu verabschieden.
Der Chefarzt kam dann auf mich, meine Geschwister und meine Tanten zu, um die Erlaubnis für eine Obduktion zu erhalten, um die Todesursache heraus zubekommen. Er erklärte weiter, dass er bei der Diagnose einen Fehler gemacht habe und deshalb Klärungsbedarf vorläge.
Was fängt man mit so einer Aussage an: "Ich habe einen Fehler gemacht"???
Abgesehen von der tiefen Trauer um meinen Vater, der niemals seine zukünftige Enkelin sehen wird (bin im 8. Monat schwanger) muss ich mich jetzt auch noch mit einen Ärtzefehler auseiander setzten, weshalb mein Papa verstorben ist??
Wie bekomme ich Akteneinsicht? Wie hast du das gemacht und welche Erfahrungen hast du damit?

Liebe Grüsse
Misseslady
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Sylvia



Anmeldedatum: 12.12.2004
Beiträge: 39

BeitragVerfasst am: 21.08.2006, 00:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Misseslady,

zunächst einmal meine aufrichtige Anteilnahme.

Um Akteneinsicht zu bekommen, musst du einen Rechtsanwalt einschalten. Dieser wird bei der zuständigen Staatsanwaltschaft - sofern denn Ermittlungen aufgenommen worden sind - die Akte anfordern können. Dir als Privatperson wird eine Akteneinsicht nicht gewährt. Leider wird der Rechtsanwalt dafür Gebühren nehmen, dass er die Akte anfordert, hier solltest du auf jeden Fall ein Pauschalhonorar vereinbaren. Wenn du magst, kannst du mich per PN kontaktieren, ich gebe dir dann weitere Informationen.

Du solltestet jedoch - da der Arzt ja schon angedeutet hat einen Fehler gemacht zu haben - Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Dann werden auf jeden Fall Ermittlungen erfolgen. Sodann wird sich auch anhand der Obduktionsbefunde herausstellen, ob tatsächlich ein Fehler vorgelegen hat. Die Anzeige kannst du selbstständig erstatten, über einen Anwalt würde das Gebühren kosten, die du zunächst einmal sparen kannst.

Allerdings solltest du dir gut überlegen, ob du dann von deinem Anwalt einen Aktenauszug haben möchtest oder es ihm überlässt, den Akteninhalt zu werten. Nicht immer sind diese Ermittlungsakten etwas für angespannte Nerven und schon gar nicht für werdende Mütter.
_________________
Jeder Tag ist ein neuer Tag
LG Sylvia
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Trish



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Beiträge: 10
Wohnort: Remagen

BeitragVerfasst am: 09.02.2007, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Misseslady,

ich weiss, ich bin spät dran. Aber ich hab mich auf andere Sachen konzentrieren müssen. Meine Gefühlswelt hat sich stark verändert. Wenn ich mir probleme von anderen Leuten anhöre, denk ich immer : Mein Gott, es gibt schlimmeres.

Zu deiner Frage:
Ich habe beim Chefarzt Akteneinsicht beantragt. man hat mir die komplette Akte zugeschickt. Und damit mein ich wiklich KOMPLETT. Alles vom Notarzt, der Bericht, dann das EKG mit der Nulllinie. Des Weiteren ein zeitliches Protkoll über die Medikamentengabe. Wirklich alles. Der Totenschein. Das war wirklich schlimm für mich.

Der Chefarzt hat mich dann auch noch angerufen. Ich habe ihn dann alles gefragt, was ich in dem Bericht nicht nachvollziehen konnte. Was bedeutet schwerer Schockzustand? Wie fühlt man sich da? Der Arzt hat mich beruhigen können mit der Aussage, dass man im schweren Schock nicht viel von der Umwelt mitbekommt. Es wurde ihm zusätzlich 2 Mal Morphium gegeben.

Zeitlich gesehen ging alles sehr schnell. Notruf kam um 11.45... um 12.58 hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Wegen der schlimmen Situation wurde auf Wiederbelebung verzichtet. Im Nachhinein find ich das gut. Nachdem ich mir ein wenig medizinisches Wissen angeeignet habe, wäre e für ihn nur noch Quälerei geworden.

Es sollte so sein.
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Und als er merkte, dass er seinen Körper nicht mehr brauchte, ließ er ihn am Wegesrand liegen und lief einfach ohne ihn weiter.
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Trish



Anmeldedatum: 11.07.2006
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Wohnort: Remagen

BeitragVerfasst am: 07.08.2008, 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Im Moment ist es wieder etwas schlimmer. Ich will mich ausheulen, aber ich kann nicht.

Ich will nicht, dass mein Freund es mitbekommt.
Ich will nicht, dass meine Mutter es mitbekommt.
Niemand soll es sehen.

Er fehlt mir immer noch so sehr. Es tut so weh.
_________________
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Cyara



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BeitragVerfasst am: 08.08.2008, 11:39    Titel: Antworten mit Zitat

trish, das gefühl kenn ich, mir gehts im moment genauso.. ich heul mich nur noch aus wenn ich alleine bin.. ich wills meiner mutter nicht noch schwerer machen als es sowieso schon für sie ist.. und vor allem meine schwester wird immer ganz traurig wenn sie mich weinen sieht.. und das will ich nicht..
mir fehlt mein papa auch sehr und ich würde alles dafür geben ihn noch ein letztes mal lebend zu sehen.. ich hab ihn so unendlich lieb gehabt.. =(
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schnuffl



Anmeldedatum: 21.05.2008
Beiträge: 147

BeitragVerfasst am: 10.08.2008, 19:41    Titel: Antworten mit Zitat

hey ihr
mein vater ist auch an einer lungenembolie gestorben, ganz plötzlich...

trish, ich weiß nicht, aber ich verkrieche mich auch meist, aber andererseits denke ich immer, meine freunde fragen so oft, und sagen mir, dass sie für mich da sind. ein stück weit denk ich auch, wofür hat man sonst freunde, wenn man sie nicht einmal in so einer schweren zeit "nimmt"?!
aber ich kann dich verstehen, mir fällt es auch schwer, mit jemandem zu reden oder mich bei jemandem auszuheulen....

mein papa ist jetzt etwas mehr als ein jahr tot und ich verstehe es immer noch nicht.... =(

liebe grüße an alle
schnuffl
_________________
PAPA du warst der Beste!
I miss you!!! WHY???? will dich zurück haben!!
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Trish



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Beiträge: 10
Wohnort: Remagen

BeitragVerfasst am: 23.10.2008, 07:07    Titel: Antworten mit Zitat

Ich aber habe das Gefühl, dass niemand mich so versteht, wie meine Schwester. Warum sollte ich darüber mit jemanden reden, der das alles nicht nachvollziehen kann?

Die Mutter meines Freundes ist krank und hat Krebs. Ich will ihn nicht damit belasten.

Meine Schwester schiebt ihr verkorkstes Leben auf den Tod unseres Vaters.
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Trish



Anmeldedatum: 11.07.2006
Beiträge: 10
Wohnort: Remagen

BeitragVerfasst am: 23.05.2012, 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Bald 6 Jahre - du fehlst!!!

Dein Enkel wird dich nie kennenlernen.

Bitte, Besuch mich in meinen Träumen, du warst schon lang nicht mehr da.

Ich hab dich lieb!
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Und als er merkte, dass er seinen Körper nicht mehr brauchte, ließ er ihn am Wegesrand liegen und lief einfach ohne ihn weiter.
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Trish



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Beiträge: 10
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BeitragVerfasst am: 20.06.2014, 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Bald 8 Jahre.

Papa, dein drittes Enkelkind macht sich auf den weg und wird im August geboren. Du hättest sicherlich unglaublich viel Spass mit ihnen.

Dem Großen hab ich schon gesagt, dass Mamas Papa im Himmel ist. Er versteht es aber noch nicht.

Ich vermisse dich sehr. Oft träume ich, ich wäre in einer Wohnung und müsste sie ausräumen. Was hat es zu bedeuten?

Komm mich wieder besuchen, im Schlaf kann ich mich am besten ab dich erinnern.
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