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Vom Umgang mit der Situation

 
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Mark.a.R.



Anmeldedatum: 02.03.2013
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 19.01.2014, 22:35    Titel: Vom Umgang mit der Situation Antworten mit Zitat

Liebe Mitglieder!

Dies ist ein Beitrag, den ich zuerst in einem anderen Forum geschrieben habe, der aber hierhin, so glaube ich, besser passt.

Er bezieht sich nicht auf meine aktuelle Trauer, sondern auf Erlebnisse, die bereits vor längerer Zeit geschehen sind. Doch erst jetzt habe ich das Gefühl zu begreifen, was da eigentlich alles passiert ist. Und das würde ich gerne zur Diskussion stellen.

Ich bitte euch auch, mir zu schreiben, wenn ihr der Meinung seid, dieses Thema gehöre nicht hier hin. Ich bin dann auch gerne bereit, diesen Beitrag zurückzunehmen. Ich hoffe auf jeden Fall, niemanden in seiner aktuellen Trauer damit zu verunsichern.

Nehmt euch das Recht - und die Zeit dazu, die Gefühle zu haben, die ihr habt!

Es ist bei mir schon über 20 Jahre her, seit meine Eltern gestorben sind. Ich war damals 15, als meine Mutter an Krebs verstarb, und 19, als mein Vater den Folgen eines Schlaganfalls erlag. Mittlerweile habe ich bereits eine eigene Familie und meine Lebenssituation hat sich seitdem -natürlich- geändert. Und doch gibt es immer wieder Momente, Gedanken, Gefühle, die ich auch heute noch mit diesen Erfahrungen in meiner Jugend in Zusammenhang bringe:
traurige Phasen, Gedanken machen, Schuld zu sein an bestimmten Dingen, Grübeleien, ... Die Liste ist sicher nicht abschließend.

Dann habe ich, durch eine Reihe von seltsamen Zufällen, vor einiger Zeit ein Buch in die Hand bekommen, in der es um ein bestimmtes Phänomen geht: der Traumatisierung. Und viele Symptome, die dort beschrieben wurden, kamen mir plötzlich so bekannt vor.

Und jetzt schreibe ich (erneut) aus zwei Gründen:

1. Ich bin felsenfest der Überzeugung, dass viele Dinge, die mich und uns über einen langen Zeitraum belasten und über die 'normale' Trauer, die schon schlimm genug, aber vielleicht auch notwendig ist, hinausgehen, genau diese Ursache hat.

Erfahrungen, Eindrücke, die einen umhauen, überfordern, während der krankheit, beim Umgang mit dem Tod unserer engsten Vertrauenspersonen (aber auch danach), die Angst, das Gefühl der Einsamkeit, wirken weit über den Zeitpunkt der tatsächlichen Erlebnisse hinaus.

Der Tod eines Vaters, einer Mutter, von Geschwistern, Freunden usw. kann traumatisieren. Und eine Traumatisierung hat, egal bei wem sie passiert, fast immer ähnliche Symptome.

Ich habe überlegt, ob es Sinn macht, hier eine Liste von Symptomen zu beschreiben. Ich möchte aber keine Anleitung zu einer Diagnose stellen, die kann nur von Fachleuten getroffen werden! Ich möchte einfach nur für diese Möglichkeit, von einer Traumatisierung betroffen zu sein, sensibilisieren.

In einem Beitrag über Traumatisierung wird als mögliche Hilfe genannt:

"Erste Hilfe kann sein, den jenigen zu ermutigen über das Ereignis zu sprechen. Geschockt Hören Sie zu, auch wenn der Betroffene sich wiederholt. Geschockt Ermutigen Sie die Person zu Aktivitäten. Geschockt "

Und hier liegt meiner Meinung eigentlich bei uns sogar die größte Gefahr:
Wer von uns geht denn mit unserer Geschichte 'hausieren'! Ist es nicht sogar eher so, dass wir uns gerne zurücknehmen, um anderen damit nicht den Tag, den Abend, die Party etc. zu versauen Verlegen ??

Dabei scheinen Traumatisierungen einen ganz eindeutigen (neurobiologischen) Hintergrund zu haben: es ist die emotionale (Dauer-) Befeuerung Sehr böse Böse Sehr böse , die es unserem Erleben in diesem Moment/ in diesen Momenten fast unmöglich macht angemessen zu reagieren! Und diese emotiale Überforderung kann noch lange Zeit nachwirken! Allerdings - und das ist das entscheidende: Wenn man das erstmal erkannt hat, und seine Probleme ernst nimmt, gibt es mittlerweile gute Möglichkeiten, dem zu begegnen.

Ich habe trotz Therapie und echt z.T. sowohl intensiver Beschäftigung mit meinen Sorgen und Problemen als auch Phasen der extensiven Ablenkung und Verdrängung erst vor relativ kurzer Zeit (letztes Jahr) davon erfahren. Und finde das enorm entlastend! Deswegen möchte ich diese Erfahrung hier auch weiter geben.

2. Der zweite Grund für meinen Beitrag ist der: hat jemand bereits selber Erfahrungen mit dem Thema Traumatisierung gemacht? Ich wäre für einen Austausch echt dankbar! Ich will niemanden mit meiner Sichtweise überennen, aber diese ganzen Erkenntnisse sind relativ neu und helfen mir sehr. Und ich bin so froh, auf diese -endlich - auch zurückgreifen zu können.

Und das möchte ich nicht unbedingt alleine machen. Auch habe ich mal wieder ein wenig Angst (da ist sie wieder) anderen, die eher "konventionell" aufgewachsen sind und damit vielleicht nicht soviel mit dem Thema Tod und Trauer zu tun haben, auf die Nerven zu gehen.

Das möchte ich allerdings hier auch nicht Winken ...

Über Beiträge von euch würde ich mich echt freuen!

Liebe Grüße

Mark.
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