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Claudiisttraurig



Anmeldedatum: 11.12.2008
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 02.01.2013, 19:44    Titel: Wie geht das? Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Lieben,

bin seit langer Zeit mal wieder hier und habe auch gleich eine Frage Verlegen

Nach 2 Psychotherapien zur Trauerverarbeitung kriege ich es immernoch nicht in meinen Kopf, daß mein Papa nicht mehr da ist. Dabei ist es nächsten Monat schon 17 Jahre her. Die Psychologin meinte, ich solle endlich loslassen!!!! Aber, wie geht das? Was heißt: loslassen??
Ich denke dann immer gleich loslassen heißt vergessen. Und das kann ich nicht!

Ich bin nach der langen Zeit immernoch endlos traurig, obwohl ich das gar nicht will. Er war ein sehr fröhlicher Mensch, hat gern gelacht! Er wäre sicherlich traurig, wenn er sieht, daß seine Tochter auch so traurig ist.

Kann mir Jemand helfen?? Das wär so toll! Sehr glücklich

Vielen Dank und liebe Grüße


Claudi
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K-K



Anmeldedatum: 15.01.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 02.01.2013, 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Claudi,

weißt du was ich mal gelesen habe? Dass man nicht zwangsweise "loslassen" muss, um mit dem Tod eines Angehörigen leben zu können. Ich habe von einer Therapeutin gelesen, die das immer wieder ihren Patienten erzählt hat...dass sie loslassen müssen. Bis sie selbst einen tragischen Todesfall in der Familie hatte - und gemerkt hat, es geht nicht, so einfach loszulassen. Daraufhin hat sie ein Buch darüber geschrieben. Leider weiß ich den Titel nicht mehr. Wenn er mir einfällt, schreib ich ihn dir!

Setz dich bitte nicht unter Druck wegen dem loslassen. Du musst ihn nicht loslassen! Du kannst MIT IHM weiterleben. FÜR IHN weiter leben. Stell dir vor, dein Papa würde gerne sehen, dass du glücklich bist. Er möchte sehen, was du noch alles erlebst hier auf der Welt!

Nutze deine Lebenszeit und lasse deinen Vater ein bisschen in dir aufleben!

Liebe Grüße an dich
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Claudiisttraurig



Anmeldedatum: 11.12.2008
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 03.01.2013, 09:01    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe K-K,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ich lebe ja schon fast 17Jahre damit, daß er imer bei mir ist, ohne daß ich ihn sehen oder berühren kann. Gerade das macht es mir so schwer, glaube ich. Und immer, wenn ich sein Foto ansehe oder vielleicht sogar ein Video mit ihm von Geburtstagen oder so, dann kommen mir sofort die Tränen Ich möchte mal an ihn denken können, ohne das ich gleich traurig bin und der Schmerz wieder da ist. Weißt Du, was ich meine?
Ich bin jetzt 39 Jahre alt, Mutter von 2 Kindern, aber in der Beziehung bin ich wie ein kleines Mädchen, was einfach nur ihren Papa vermisst.

Liebe Grüße an Dich

Claudi
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Papa



Anmeldedatum: 07.06.2012
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 03.01.2013, 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Claudi,

ob ich wirklich losgelassen habe weiß ich nicht, und ob es dafür ein Patentrezept, eine Anleitung gibt, erst recht nicht, weil ja irgendwie auch doch jeder anders ist. Dieses MIT IHM weiter leben, das ist glaube ich ein sehr guter Ansatz. FÜR IHN, weiß nicht, das finde ich für mich zumindest glaube ich nicht so gut, weil ich für mich leben möchte.
Mein Papa ist dieses Jahr auch schon 17 Jahre tot, und trotzdem vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke, und manchmal natürlich auch traurig bin. Aber alles in allem komme ich damit klar und es geht mir gut, ich bin mittlerweile wieder an einem Punkt wo ich mich ganz entspannt zurück lehnen kann und mir sagen kann "ich bin glücklich". Ohne "eigentlich", oder so.
Wobei mein "Vorteil" (das ist jetzt ein sehr unglückliches Wort, aber ich weiß nicht wie ich es anders formulieren soll...) vielleicht ist, dass ich erst 28 bin, ich kenne ein erwachsenes Leben mit Vater überhaupt nicht, es gibt also auch nicht wirklich greifbare Situationen in denen er mir fehlen könnte, das ist mehr so ein schwammiges Vermissen und manchmal neidisch sein auf andere, die eine Familie haben.
Aber irgendwie habe ich es akzeptiert, und das ist glaube ich viel wichtiger als dieses ominöse "Loslassen", von dem immer alle reden. Das kann ich mir nämlich auch gar nicht richtig vorstellen, eben weil ich auch denke, dass ich ihn ja behalten möchte in meinem Leben.
Irgendwie hadere ich natürlich schon mit diesem Schicksal, und in schlechten Momenten bedauere ich mich auch furchtbar und fühle mich wie ein kleines Kind das sagt "ich will aber, dass er wieder da ist". Und ich denke das ist auch ok, egal wie alt man ist, egal wie sehr man sonst im Leben steht, und egal, wie lange der Verlust schon zurück liegt. Irgendwie muss man es nur schaffen, diese Zeiten zu reduzieren und auch wieder zu leben.
Ich glaube der Trick ist, dass man nicht an jemanden denkt und denkt "ach, das war so schön, und das kommt nie wieder" und traurig ist, sondern dass man denkt "hach, war das ein schöner Moment, ich bin froh, dass es ihn gab". Dann ist man vielleicht mal ein bisschen wehmütig. Aber irgendwann kann man sich auch einfach freuen. Ich habe lange Zeit immer gedacht wie unfair es ist, dass ich nur 11 Jahre lang einen Papa hatte, dass er mein Lebensmittelpunkt war und mir dann einfach genommen wurde. Mittlerweile denke ich, ich kann total froh sein, dass ich 11 Jahre lang so einen tollen Papa hatte. Dass er immer da war, ich so viel von ihm gelernt habe. Dass er mich zu einem Menschen gemacht hat der es schaffen kann wieder aufzustehen.

Vielleicht sind Fotos und Videos aber auch ein schwieriger Einstieg, Videos habe ich keine von meinem Papa, aber Fotos anzuschauen finde ich auch eher schwierig, vor allem weil mir dann auffällt wie schwach meine Erinnerung mittlerweile geworden ist. Wie ist das denn mit so eher "normalen" Situationen, Du machst irgendwas, erinnerst Dich an eine Situation mit ihm, oder Du unterhältst Dich mit jemandem und eigentlich könntest Du da jetzt etwas erzählen, wo Dein Papa vorkommt, kannst Du das dann? Und wie reagiert Dein Gegenüber? Das hat mir geholfen, dass ich einfach versucht habe, wenn ich das Gefühl hatte dass es ok ist, etwas zu erzählen. Und zwar ausgesuchten Menschen von denen ich wusste, dass sie sinnvoll damit umgehen. Also weder panischer Themenwechsel noch totales Mitleid, sondern einfach "normal", zuhören, akzeptieren, weiter im Text. Und mit der Zeit hat sich das Herzklopfen gelegt und ich kann manchmal, wenn mir danach ist, einfach was erzählen. Irgendwie muss man dem ganzen den Schrecken nehmen, aber das geht zumindest bei mir nur, indem ich es versuche in meinen Alltag einzubauen und nicht wegzuschließen und zu verdrängen.

Und ganz wichtig: Sieh das Positive. Du sagst Du hast zwei Kinder, das ist doch super! Erfreue Dich an Deinen Kindern und lebe Dein Leben. Dafür haben es Dir Deine Eltern mal geschenkt. Und Du kannst Dein Glück ja schon zumindest ein Stück weit aktiv gestalten, man muss nichts "erdulden", das man ändern könnte und an den meisten Dingen kann man ja zum Glück etwas machen. Diese Tatsachen, die muss man einfach einbauen.

Mir hat mal jemand gesagt das Leben fühlt sich an, als ob ein wichtiges Puzzleteil fehlt, und das Bild wird nie mehr vollständig sein. Ich mag irgendwie dieses starre Puzzle-Bild nicht so. Ich stelle mir das eher als Mosaik vor, in dem ein Steinchen, vielleicht auch eine Farbe oder was auch immer fehlt. Und erstmal sieht auch das vollkommen zerstört aus. Aber mit der Zeit kann man auch mit weniger Teilen/mit weniger Farbe wieder ein schönes Bild zusammen setzen. Das ist unser Job. Ein bisschen vielleicht für unsere Eltern, die uns in diese Welt gesetzt haben, aber am meisten doch eigentlich einfach für uns selbst. Weil es uns gut gehen soll.

Das war jetzt vielleicht alles ein bisschen wirr, das tut mir Leid, ich hatte nur irgendwie das Bedürfnis Dir zu antworten, weil ich Deine Situation glaube ich gut nachvollziehen kann, aber ich habe nicht so richtig eine Struktur in meinen Gedanken zu dem Thema gerade.

Alles Liebe Dir!

S.
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Claudiisttraurig



Anmeldedatum: 11.12.2008
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 08.01.2013, 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo S. ,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.

Ja, über meinen Papa reden kann ich stundenlang. Aber, auch nur mit meiner Familie. Mein Mann hört mir auch ganz interessiert und gespannt zu.

Ja, ich weiß, Du hast Recht. Ich sollte mein Leben leben und glücklich sein, daß ich 22 Jahre lang einen super-tollen Papa hatte. Das kann ich auch, aber dann schlagen die Gedanken um, die Traurigkeit und Sehnsucht haben dann wieder Vorrrang. Und schon kommen mir wieder die Tränen und ich bin in meinem alten Trott.

Ich dachte immer, das wird mit der Zeit besser, aber nun sind es schon fast 17 Jahre!!!!!!!!!!! So langsam macht mir das Angst!!!!!!!!!!

Vielen Dank für´s Lesen.

Ganz liebe Grüße

Claudi
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