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mama - wo bist du?

 
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schokolade



Anmeldedatum: 07.07.2011
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 07.07.2011, 16:18    Titel: mama - wo bist du? Antworten mit Zitat

Lieber kummerkasten! meine mutter ist vor 3 tagen gestorben, mit 56 jahren. ich weiß ehrlich gesagt nicht mal, wo ich anfangen soll. meine mama litt seit ca. 25 jahren an schizophrenie, depressionen,wahnvorstellungen und noch vielen weiteren krankheiten. körperlich war sie übergewichtig, starke raucherin, diabetikerin und zu 90% schwerbehindert. mein vater ließ sich vor 5 jahren von ihr scheiden aufgrund der vielen krankheiten. ich war damals 12 jahre alt und bin zu meinem vater gezogen. seitdem war meine mutter fast nur noch in der psychiatrie.. im januar war sie über eine woche auf der intensivstation, weil sie seit ihrem 16. lebensjahr permanent geraucht hat und ihre lungenleistung unter 30 % betrug.. sie muste künstlich beatmet werden und ich hatte sehr große angst um sie - das war mein diesjähriges "geburtstagsgeschenk"... die ärzte meinten, sie muss unbedingt mit dem rauchen aufhören, sonst wird sie es nicht überleben. sie hat es auch geschafft bis mai/juni nicht zu rauchen. vor 3 wochen war ich das letzte mal bei ihr-die wohnung hat nach rauch gestunken aber ich hab nichts gesagt, weil ich ihr vertraut habe (hab sie ja auch öfters am telefon gefragt ob sie rauche und sie hat immer nein gesagt, weil es mich traurig macht). dann in der nacht hab ich mit meinem freund geredet und ich konnte nicht schlafen. er war auch der meinung dass etwas nicht stimmt. als ich dann in der nacht zur toilette ging sah ich sie - mit einer zigarette. ich hab sie drauf angesprochen und sie hat gemeint dass das nur eine ausnahme sei.. dann meinte sie sie rauche erst seit ein paar tagen.. da ich aber immer noch sehr skeptisch war hat sie mir endlich die wahrheit gesagt - sie hat damals seit 1 monat wieder geraucht und zwar 2 schachteln am tag. ich habe versucht ihr klarzumachen dass es so nciht weitergehen kann, dass sie sich kaputt macht und sie so ihre kinder verlieren wird. ich habe ihr mehrmals versucht zu verdeutlichen, dass ich sie nicht mit 56 jahren verlieren will, dass sie locker noch 20 jahre leben kann.. aber es war ihr egal! einfach nur egal.. sie hat sich dann gleich wieder eine zigarette angezündet udn ich habe dann beschlossen früher zu fahren - irgendwie musste sie es doch spüren. ich habe mich auch geweigert ihr einen abschiedskuss zu geben und sie war sehr traurig.. wir haben dann noch telefoniert, ich habe sie oft gefragt ob sie nicht doch mit der raucherei aufhören wolle, aber die wollte nicht.. in den telefonaten wurde ich immer abweisender, weil sie nur noch an sich dachte und sich für mich überhaupt nicht mehr interessierte und war teilweise auch echt gemein zu ihr. ich wollte das nie ich wollte sie doch nur nicht verlieren. jetzt bin ich ganz alleine und habe nur noch meinen freund. meinen vater kann ich vergessen, meine stiefmutter hasse ich und den rest - akzeptiert mich nicht. ich fühl mich so alleine und ich bin sehr traurig. meine mutter wurde von allen seiten schlecht behandelt, mein vater hat sie betrogen sie terrorisiert sie verletzt, seine vorgänger waren auch nicht besser, meine mama war immer alleine hatte keine richtigen freunde und sie hatte auch keine lebensfreude mehr. sie musste immer leiden-körperlich und psychisch. wieso nur? sie war doch kein schlechter mensch! sie wollte doch nur akzeptiert werden, jemanden um sich herumhaben der sie liebt und für sie da ist. sie hat jeden so akzeptiert, wie man ist. sie hatte keine vorurteile, sie wollte immer dass ihre kinder glücklich sind... ich versteh nicht wieso sie sterben musste.. am samstag am telefon war ich so abweisend zu ihr und wollte nicht reden und am sonntag ist sie im krankenhaus eingeschlafenn und nie mehr aufgewacht.. meine schwester hat mich während der schule angerufen und ich bin fast zusammengebrochen.. sie hat mich dann abgeholt und wir sind in das 100km entfernte krankenhaus gefahren.. sie lag unten im keller auf einem blauen glassarg. ihr körper war kalt und sie war lila/blau angelaufen.. jetzt hat sie ihren schlaf gefunden (sie hatte schlafprobleme und konnte seit 2 wochen nicht mehr schlafen).. am montag (als ich bei ihr war) musste ich dann mit meinen halbgeschwistern die beerdigung planen und wie sie bestattet wird-ein beschissenes gefühl! meine mutter wird (oder wurde bereits?) verbrannt - übrig bleibt ein haufen asche, wie bei einer zigarette! ich kanns nicht verstehen ich bin total fertig und würde mir so wünschen mit ihr noch einmal zu reden und mit ihr in frieden auseinander zu gehen.. ich würde gerne wissen wie es ihr geht, ob sie noch was fühlt.. das ist alles so ungewiss.. egal was ich jetzt mache, ich fühle mich so beobachtet von ihr - ich bin ungläubig glaube auch ncith dass es einen gott gibt aber irgendwie spüre ich, dass von oben etwas auf mich herabblickt. ich bin ein sehr lebensfroher mensch, auch wenn ichs selbst nicht einfach habe, aber ich kann nicht mehr lachen - ich habe angst dass meine mutter böse auf mich ist wenn ich lache statt um sie zu trauern.. und jetzt kommt auch noch das ganze mit dem erbe-da wirds einen riesen streit geben, nur weil die liebe verwandtschaft auf das geld aus ist. ich verstehs nicht, wie die anderen nur so kalt sein können.. ich verstehs nicht! es tut sehr weh! ich weiß nicht mehr was ich machen soll.. nicht mal mein freund tröstet mich richtig, stattdessen hat er am montag mich (als er schon von dem tod meiner mutter wusste) mich immer fertig gemacht weil ich so schlechte noten in englisch habe.. im moment sind mir meine noten in englisch echt egal! und er meint ich soll an mich denken.. gestern wollte ich das tun und dann hat er sich drüber aufgeregt.. ich bin langsam am ende meiner kräfte! mein vater macht mir die ganze zeit (unberechtigte) vorwürfe und meine stiefmutter hat einfach alle fotos von meiner mutter weggeschmissen und davor noch zerrissen.. habe seit samstag nichts mehr gegessen und meine stiefmutter würde mir auch nie was zu essen machen.. vor dem jugendamt haben sie natürlich immer auf heile familie gemacht.. ich ahbe so angst vor der beerdigung nächste woche, wahrscheinlich kommt niemand und wenn jemand kommt dann nur zum essen.. ich hab mir immer das beste für sie gewünscht sie ist meine mutter und ich liebe sie von ganzem herzen, ich habe ihr vertraut und sie war mir wichtig.. mir gehen so viele sachen durch den kopf (deshalb schreibe ich so wirr) und sehe überall meine mama.. bitte hilf mir ich weiß nicht mehr was ich machen soll, wie mein leben weitergehen soll?
danke fürs zuhören!

ps:habe diese nachricht gerade an den kummerkasten geschickt, doch dann habe ich dieses forum hier gefunden. hoffentlich finde ich bei euch trost!

Mama ich liebe dich!
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anna-lena



Anmeldedatum: 09.07.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 09.07.2011, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hey ey tut mir wirklich unglaublich leid!

Das alles ist gerade erst passiert und noch ziemlich überwältigend. Ich weis nicht ob die Beerdigung schon war, aber überleg dir doch vielleicht, ob es etwas gibt, was du deiner mama mit ins grab geben willst. Etwas das mehr bedeutet als einfach nur die Urne. Ansonsten vielleicht kannst du ihr etwas ans Grab stellen, das dir den Bezug zu ihr vereinfacht.

Meine Mutter ist an Krebs gestorben und ich hatte Zeit ihr die Dinge zu sagen, die ich wollte. Auch wenn dir diese Zeit gefehlt hat, denk immer dran, dass hätte sie gewusst, dass ihr euch zum letzten Mal seht, dann wärd ihr nicht im Streit auseinander gegangen. Ich bin mir sicher, dass ihr beide die Chance gnutzt hättet dem Anderen zu sagen, wie wichtig er ist. Nur weil ihr keine Zeit hattet, heißt das nicht, dass ihr es nicht getan hättet.

Auch ich zweifel immer wieder daran, wodran ich eigntlich glaube, aber dennoch fühl ich, dass sie irgendwie nicht vollständig fort sit. Das irgendetwas bleibt und mich mit ihr verbindet. Denk nicht immer zu rational nach, wenn du das Gefühl hast, etwas bestimmtes verbindet euch und du freust dich, dann nimm es einfach an. Wenn es dir hilft, dann glaub einfach dran ohne alles immer zu hinterfragen.

Und als letztes noch, auch wenn es sich blöd anhört lachen ist wichtig! Du kannst dir nicht das Lachen verbieten, nur weil du etwas schlimmes durchmachst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Mama böse wäre, wenn du lachst. Du sagst sie hat die Menschen so genommen wie sie sind. Ich finde das hört sich schön an, wieso sollte sie es dann nicht freuen, wenn es dir besser geht und wenn auch nur für ein paar Minuten.
Nur weil es eine Beerdigung ist heißt es nicht, dass niemand lachen darf. Auf der Beerdigung meiner Mutter hat der Trauerredner, der sonst unglaublich toll war, ein Lied gespielt, das einfach furchtbar war. Unglaublich kitschig! Und ich hab meine Mutter genau gesehen, wie sie die Augen rollte und lacht, weil es so scheußlich ist. ALso stand ich mitten auf dem Fiedhof und musste einfach grinsen, in dem Moment hat der Gedanke an sie mich zum Lachen gebracht. Meinen Bruder und meinen Vater übrigens auch. Es st nicht schlimm, wenn du dich in den nächsten Tagen auch mal glücklich fühlst und lachst. Lachen kann auch helfen, das Geschehene zu verstehen und verarbeieten oder aber es verbindet einfach mit Anderen!

Versuch dich mit deinem Vater auszutauschen. Vielleicht nicht sofort in dem ganzen Chaos, aber versuch ihm zu erzählen wie es dir geht. Wenn du nicht reden kannst, dann schreib ihm einen Brief. Aber lass andere Menschen wissen wie es dir geht.

Ich wünsch dir so viel Kraft für die nächsten Wochen und Monate! Fühl dich gedrückt!
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