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Sehnsucht nach einer Mutter

 
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mickey



Anmeldedatum: 15.06.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 15.06.2008, 23:54    Titel: Sehnsucht nach einer Mutter Antworten mit Zitat

Hallo Leidensgenossen,

eigentlich weiß ich überhaupt nicht wie ich anfangen soll und was ich eigentlich erzählen will. Wenn ich eure geschichten lese find ich meine plötzlich gar ninmer so schlimm und hab schon ein schlechtes gewissen, das ich euch überhaupt damit belästige.

Ich habe zwar auch keine eltern mehr, aber ich habe sie nie kennen gelernt. d.h. sie sind unmittelbar nach meiner Geburt gestorben. Zu Beginn war ich bei meiner Oma, doch sie war nicht mehr die jüngste, damals ende der 60. so kam es, dass ich bei tagesmüttern usw. und später im internat war. mir hat es dort eigentlich auch sehr gefallen und ich hab mich dort wohlgefühlt. Dort waren sehr gute Erzieher und Lehrer, die wir auch alle sehr mochten. Nach dem abi hab ich logischerweise das internat verlassen. wenige wochen später ist dann auch mein großmutter gestorben. Ich hab zu diesem zeitpunkt nicht mehr bei ihr gewohnt, da ich mir eine wohnung in meinem jetzigen studienort gesucht habe und auch nicht mehr zu ihr wollte. (das mag sich jetzt gemein anhören, aber im alter ist sie kränklicher geworden und ich hab mich einfach nicht mehr so ganz bei ihr wohlgefühlt. hautsächlich war es sicher selbsschutz, da ich ängst hatt ihren abbau nicht zu verkraften).

Mittlerweile sind 2 jahre vergangen und ich merke immer mehr, dass mir igendetwas fehlt. Ich hab meine eltern immer schon vermisst, doch ich habe immer irgendwie "ersatz" (?) von betreuern gefunden. Doch jetzt sitzt ich hier allein. sicher hab ich freunde, sogar sehr gute. doch mit den beziehungen klappt es nicht so wirklich. Doch das ist nur ein problem oder besser gesagt eine schwierigkeit, die sicher mit meinem eigentlich problem zusammenhängt. "ICH HABE SEHNSUCHT NACH ELTERN". ich wünsch sie mir so sehr.... ich vermisse die geborgenheit und die liebe und eigenltich alles. plötzlich (seid dem internat) ist niemand mehr da der mir hilft mein leben zu meistern. ich weiß nicht wie ich in diese krise geraten konnte, aber ich finde auch keine lösung wie ich da wieder raus kommen soll. Eigentlich gibt es nur eine frage zu klären, gibt es ein möglichkeit diese lücke zu füllen? durch ein feste beziehung???? ist das die lösung? familienersatz? wer kennt diese situation?


entschuldigt die vielen tippfehler
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smiley



Anmeldedatum: 25.05.2008
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 19:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo mickey,

also erstmal: du solltest kein schlechtes Gewissen haben, weil du hier reinschreibst. Ich finde deiner Geschichte nicht weniger schlimm, wie die von anderen oder mir. Man kann Schicksalsschläge generell nicht einfach weniger schlimm und schlimmer einteilen... es kommt immer darauf an, wie der-/diejenige damit umgeht. Meiner Meinung nach..
Also ich finds toll, dass du hierher gefunden hast und ich hoffe, wir können dir helfen.

Ich kann dich absolut verstehen. Es ist doch klar, dass man sich irgendwann nach den Eltern sehnt. Ich finde es wirklich schlimm, dass du deine Eltern nie kennenlernen durftest. Ich weiß gar nicht, wie ich das ausgehalten hätte.. du weißt ja gar nicht, was es heißt, Eltern zu haben, jemanden zum Anlehnen, jemanden, der einen tröstet, jemanden, bei dem man sich geborgen fühlt. Jetzt, wo du auch noch deine einzige Bezugsperson, deine Oma, verloren hast, muss eine unglaublich große Leere in dir sein.
Also ich glaub nicht, dass man diese Lücke irgendwie füllen kann. Du kannst vielleicht über Beziehungen die Geborgenheit bekommen, nach der du dich so sehnst, aber deine Eltern wird ein Freund/Mann nie ersetzen können. Das ist etwas ganz besonderes und dafür gibt es keinen Ersatz.
Hast du denn schon mal so richtig darüber geredet? Mit Freunden? Deiner Oma? In deiner Therapie? Konntest du es überhaupt jemals verarbeiten?

Liebe Grüße,

Smiley
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Urteile nie über einen Menschen, wenn du seine Seele nicht kennst...
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mickey



Anmeldedatum: 15.06.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 17.06.2008, 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Smiley (und natürlich auch alle anderen leser),

danke für deine schnelle Antwort.
Eigentlich hast du Recht damit, dass wir eigentlich alle mehr oder weniger im selben boot sitzten. Der einzige wesentliche Unterschied zu mir ist jedoch, dass ihr eure Eltern kanntet, d.h. ihr habt einen Verlust erlebt, der bei mir ja niemals gegeben war. Ich war ja nie was anderes gewöhnt und eigentlich kann ich auch nicht behaupten, dass mir mein leben lang stark darunter gelitten hab. Ich kannte es nicht anders und war es so auch gewohnt. Das Internat, meine Freunde und Klassenkameraden, ja und eigentlich auch unsere Erzieher waren meine fam.. Trotzdem hat natülrich jeder seine eigene Familie, was mir auch immer schon bewusst war... nur jetzt wo der kontakt immer weniger wird und jeder sein eigenes leben lebt, fällt mir das erst auf, dass mir irgendetwas fehlt. Klar hab ich Freunde an der uni aber die freundschaften sind im vergleich zu den früherern freundschaften oberflächlicher und in den ferien fahren viele auch nach Hause zu ihren Eltern, sodass man doch wieder oft allein ist... und das ist echt sowas von komisch. ich wollte absichtlich nicht in eine wg ziehn, da ich die letzten jahre immer mit andern mein zimmer teilen musste und man kaum zeit und Möglichkeit hat, mal wo allein zu sein. Aber ich glaube, wie du auch geschrieben hast, dass weder freund noch freunde, das erfüllen was mir fehlt.... was glaubt ihr? Geht diese phase irgendwann vorbei?
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smiley



Anmeldedatum: 25.05.2008
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 18.06.2008, 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,

vielleicht hast du es all die Jahre nicht gespürt, aber irgendwann kommt das Gefühl, das einem etwas fehlt. Und wenn man dann diejenigen, nach denen man sich so sehnt, nie kennenlernen durfte, muss das unglaublich intensiv und schwer sein.
Welche Phase meinst du? Die der Sehnsucht? Dass man jemanden als Ersatz unbedingt zu brauchen schein? Also ich weiß es nicht. Bei mir ist es vier Jahre her und die Sehnsucht wird von Tag zu Tag stärker.
Ersatz wird man ja - wie gesagt - eh nie finden, aber vielleicht stärken einen Beziehungen und Freunde. So dass man jemanden zum Anlehnen hat.

Ich wünsch dir alles Gute!

Smiley
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Kleeener



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BeitragVerfasst am: 25.06.2008, 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mickey,

ich finde es ganz normal, dass Du jetzt, wo Du zum ersten Mal ganz alleine bist, merkst, dass eben doch etwas fehlt.

Ich verusche mal ein paar praktische Vorschläge zu machen, denn einfach warten bis es wieder weg geht, wenn es das überhaupt tut oder ignorieren, wie es Dir geht halte ich für den falschen Weg.

Kannst Du Dir vorstellen vielleicht doch in eine WG zu ziehen vielleicht mit Freunden? Dann ist immer jemand da, wenn man nach Hause kommt. Einene eigenen Raum und die Möglichkeit die Tür zu zumachen besteht je trotzdem. Oder ein Wohnheim, also quasi WG über den Flur? Oder gibt es bei Dir in der Stadt auch dieses Jung&Alt bzw. Studentne&Senioren Wohnprojekt? Die Berichte, die ich darüber gesehen habe fand ich immer sehr schön. Man wohnt bei einem rüstigen älteren Menschen kostenfrei und hilft dafür im Haushalt und Garten. Daraus kann auch ein kleiner Familienersatz werden, so richtig mit komplettem Anhang, wenn "Dein" Rentner selbst Familie hat.

Eine Partner kann da sicher auch einiges an Bedürfnissen stillen, aber mit dieser Intension in eine Partnerschaft zu gehen scheint mir keine gute Basis. Das kann ganz schön belasten und sollte lieber so nebenbei entstehen.
Können Dich gute Freunde nicht mal mit zu sich nach Hause nehmen. Das finde ich auch immer ganz toll, wenn ich mit Freunden zusammen mal ein Wochenende bei ihren Eltern verbringe. Auch wenn es natürlich dran erinnert, was man nicht mehr hat. Aber bei Dir könnte das vielleicht anders sein....

Du siehst ich bin auch etwas ratlos, aber ich an Deiner Stelle würde diese Bedürfnisse und Gedanken auf jeden Fall ernst nehmen und nicht übergehen.

Viele Grüße,
Der Kleeene
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mickey



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Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 30.06.2008, 00:15    Titel: kurze Antwort Antworten mit Zitat

Hi,

erst mal entschuldiung dafür, dass ich mich solange nicht gemeldet hab bzw. antwortete - schließlich geht es ja um mich und ich bin auch echt froh, dass ihr beide mir geantwortet habt.

als nächstes dann mal ein Weinen dafür, dass deutschland vor wenigen minuten das finale verloren hat ( das gehört zwar nicht so ganz hier her), aber trotzdem.

also nächstes muss ich mich auch gleich wieder verabschieden, da ich momentan im urlaub bin und im moment überhaupt keine zeit habe. Werde mich aber melden, sobald ich zurück bin
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mickey



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Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 12.07.2008, 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hi ihr Lieben,

mittlerweile bin ich wieder zurück und sehr froh darüber.
Doch erst mal Danke für eure Tips.die Idee mit dem Studentenwohnheim ist gar nicht so schlecht. Auch von der Sache mit der Jung-Alt-WG hab ich schon gehört. Ich werd mir das auf jeden Fall mal überlegen, denn nach wie vor geht es mir noch nicht wirklich besser. Ich kann mich nicht erinnern irgendwann in meinem Leben in solch ein Loch gefallen zu sein. In einer Woche beginnen die Semesterprüfungen und ich hab noch überhaupt nichts gelernt, denn gerade dann ist es am schlimmsten, wenn es ruhig ist und ich mich auf irgendetwas konzentrieren soll. Ich hab große Angst, dass ich sie nicht bestehen werde. Während meiner Urlaubstage hab ich immer wieder versucht mich abzulenken, aber es ging nicht - irgendwann war es sogar so schlimm, dass ich einfach losgeheult habe. Ich war mit meinen 3 besten Freunden aus dem Internat dort, glücklicherweise. Ich hab ihnen dann so ziemlich alles erzählt. Das hat wirklich gut getan. Sie sind wirklich tolle Freunde. Sie schlugen dann auch vor, dass es vielleicht helfen könnte, wenn ich eine Art Ersatzfamilie finden würde, die auch bei mir in der Nähe wohnt, doch wie ich die finden soll, konnten sie mir auch nicht sagen. Was haltet ihr davon? Glaubt ihr, dass das hilft? Ehrlich könnte ich es mir schon vorstellen, aber ich glaube nicht, dass sowas geht.
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Kleeener



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Beiträge: 22
Wohnort: Rhein-Main

BeitragVerfasst am: 15.07.2008, 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mickey,

ich denke Du bist auf dem richtigen Weg. Du überlegst, was Dir gut tun könnte und was ich auch wichtig finde, Du hast mit Deinen Freunden darüber gesprochen. Mit ein bißchen Geduld wird sich sicher eine Lösung finden, die Dir hilft Dich wieder besser zu fühlen.
Gibt es an Deiner Uni ein Psychosozialeberatungsstelle? Manchmal haben die auch ganz gute Tips und wissen, was es vor Ort so an Möglichkeiten gibt.
Eine Ersatzfamilie finden kann man wohl nicht so richtig planen. Das entsteht mit etwas Glück eher zufällig, aber man kann natürlich darauf hinarbeiten, indem man sich nicht verkriecht sondern rausgeht und neue Leute kennen lernt. So kann sich dann über einige Ecken oder auch direkt ein Kontakt ergeben, der zu einer Ersatzfamilie werden kann. Ich finde die Idee sehr gut, aber es gibt wohl leider keinen direkten Weg dorthin.
Wenn man einen Sprachkurs im Ausland macht oder ein Auslandssemester oder Stipendium oder so, dann gibt es ja auch manchmal die Option da bei einer Familie zu wohnen. Habe schon von einigen Leuten mitbekommen, dass daraus ein lebenslanger Kontakt geworden ist. Wäre dann zwar nicht in der selben Stadt, aber immerhin ein Rückhalt an einem Ort für Urlaub oder so.
Viel Glück für Deine Prüfungen. Vielleicht kannst Du draußen besser lernen, wenn es nicht so ganz still und einsam ist. Oder Du lädst Dich bei einem Freund ein und lernst dort. Ein guter Freund von mir, lernt und arbeitet öfter bei mir. Er kann es nicht haben alleine zu sein, wenn es ihm nicht gut geht er aber etwas schaffen muss. Allein, dass dann noch jemand da ist hilft im anscheinend.

Viele Grüße,
Der Kleeene
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mickey



Anmeldedatum: 15.06.2008
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 06.05.2011, 20:02    Titel: 3 Jahre später und mein Problem ist immer noch da! Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

mir geht es gerade wieder richtig be****, daher wollte ich mich einfach mal wieder melden!

Vielleicht zuerst mal ein paar Worte zu meiner jetzigen Situation. Mein Studium habe ich mittlerweile abgeschlossen *freu*...es ist ein schönes Gefühlt, aber trotzdem herrscht wieder diese unendliche Leere in mir. Ich habe mich so lange darauf gefreut und jetzt steh ich da und bin erst mal planlos. Ich weiß einfach nicht was ich mit meinem Leben anfangen soll. Schon wieder hat sich alles um mich herum aufgelöst...alle sind weggezogen, da sie ihr Studium beendet haben. Der Kontakt zu meine Freunden aus dem Internat ist weniger geworden. Das ist jedoch nichts außergewöhnliches. Jeder hat sein eigenes vollkommen voneinander verschiedenes Leben. Ich hab es immer noch nicht geschafft eine "wirkliche" Beziehung aufzubauen. Das Problem ist, dass ich mich niemanden öffnen kann, so kommt es dass nach wenigen Wochen meist alles vorbei ist und das Komische ist, dass ich gar nicht wirklich traurig bin, obwohl ich das allein sein hasse...aber eine Beziehung ist mir zu eng. Momentan wohne ich also in einer WG - aber als Familienersatz kann man das nicht betrachten. Wir machen oft was gemeinsam, kochen gemeinsam, aber am Ende hat doch wieder jeder sein eigenes "Familien"leben. Irgenwie nervt mich das Ganze einfach nur noch - ich weiß nicht wofür ich lebe, für wen und warum. Meine noch verbleibenden festen Freunde sind sozusagen alle in einer Beziehung oder leben an anderen Orten...ich fühl mich so schrecklich allein, obwohl ich eigentlich fast nie mehrere Stunden am Stück alleine bin, aber es ist nichts festes. Versteht ihr was ich meine?

Ein anderes, aber eigentlich doch irgenwie schönes Problem ist, dass ich durch meine derzeitige Stelle zwei sehr nette Kolleginnen kennengelernt habe. Ich bin dort leider nur befristet angestellt, denn es sollte ja eigentlich nur als Überbrückung für meinen derzeitigen Bewerbungsprozess nach dem Studium dienen. Es sind zwei ältere Frauen so um die 55 Jahre alt. Sie sind unheimlich nett zu mir und sofort habe ich in ihnen meinen so lange gesuchten Mutterersatz gefunden. Selbstverständlich wissen sie davon nichts, denn ich denke mit dieser Situation würde ich sie unheimlich überfordern, aber es tut sowas von gut! Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit - einfach nur weil ich sie dann sehen kann, aber gleichzeitig ist sowas von traurig, denn ich weiß genau, dass in 2 Monaten alles vorbei ist, denn mein Vertrag läuft aus und die Wahrheit werde ich ihnen niemals sagen können. Andererseits habe ich keine Ahnung wie ich diesen Verlust verkraften soll. Endlich gibt es jemanden der nicht nicht "gleichauf" mit mir ist - so wie das Verhältnis zu meinen Freunden ist. Jemand bei dem ich Schwäche zeigen kann und der mich dann mütterlich in den Arm nimmt - einfach nur um zu trösten, wenn es einem schlecht geht und damit ausdrücken- ich bin für dich da-ich mache alles für dich- und ich stehe hinter dir- bedingungslos!!!. Es gibt eine Situation, die ich so positiv in Erinnerung habe. Vor 2 Wochen ging es mir gar nicht gut "Magen-Darm-Grippe". Trotzdem bin ich zur Arbeit gegangen, da ich unbedingt noch etwas fertig machen musste. Plötzlich ging es mir so schlecht, dass ich zu weinen angefangen habe (vollkommen untypisch für mich, aber die Schmerzen waren plötzlich sehr stark).Sie haben mich dann in den Arm genommen und ganz fest gedrückt und das hat alles noch viel schlimmer gemacht; vor allem weil ich gespürt habe, dass sie es mit dem Mitleid echt ernst meinten-ich hätte die Zeit in dieser Situation am liebsten angehalten. Gerade auch weil ich wirklich nicht mehr wusste wie ich nach Hause kommen sollte (mir ging es sterbenselend). Am Abend haben sie mich noch beide angerufen und sich nach mir erkundigt...sie hätten sich solche Sorgen um mich gemacht...so etwas kenne ich nicht...Seit vergangener Woche bin ich wieder fit, wenn auch noch schlapp, aber trotzdem sind sie immer noch sehr lieb zu mir. Fragen regelmäßig wie es mir geht, fassen mich an beim Vorbeigehen. Wie soll ich diese Trennung nur wieder schaffen und mein Leben ohne sie weiter leben. Vielleicht noch als Anmerkung: privat treffen kann ich mir nicht vorstellen, da beide eigene Familien haben und Arbeit bis über beide Ohren. Das bedeutet, dass es auf jeden Fall auf eine Trennung hinauslaufen wird. Vor allem, weil ich wohl für keinen von beiden eine wichtige Rolle spiele. Sie mögen mich einfach...vielleicht, weil ich ihnen oft fachlich geholfen habe, vielleicht weil ich sie an ihre eigenen Kinder erinnere... ich weiß es nicht...aber sicher ist, dass sie sicher andere Verpflichtungen haben - als sich meiner Person anzunehmen. Ich hab ihnen auch noch nichts von meiner Situation erzählt.

Beim Schreiben habe ich mir überlegt, ob es vielleicht der Abschied sein könnte, den ich von meine Eltern nie nehmen könnte...ein Art Aufarbeitung sozusagen- einmal richtig trauern....ein Art Chance, nach der Trauerphase ein normales Leben zu führen... Einen Kanal um mit dieser Traurigkeit fertig zu werden habe ich bereits gefunden. Vielleicht hilft es auch auch weiter. Ich habe begonnen mich in der Jugendarbeit zu engagieren...ich mache das sehr gerne, weil von den Kinder und Jugendlichen ganz viel zurückkommt..viele sagen, dass ich mich ausnützen lasse, weil immer "rund um die Uhr" für die Kinder erreichbar bin- was auch angenommen wird, aber es tut unheimlich gut das zu geben was man selbst nie bekommen hat...ich glaub ich habe die Muttergefühle, die mir nie entgegengebracht wurde...ich mag die Kinder sehr, aber sie können selbstverständlich nicht das ersetzten was mir fehlt...es ist andere Zuneigung und Liebe. So jetzt ist mein Innerer Monolog beendet und steht frei für Interpretationen Sehr glücklich
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