Rumpelwald zu Gast bei Elternlos

Rumpelwald … bloggt über Sehnsucht, Sommerregen und seine leise Sicht auf die Welt.

Ich habe Rumpel von Rumpelwald gebeten uns einige seiner Artikel verlinken zu lassen. Er beschreibt in diesen Texten sehr gefühlvoll, wie ich finde, das Sterben seiner Mutter. Rumpel schreibt uns dazu:

“Eine nette Frau von Elternlos.de fragte ob ich einen Gasteintrag schreiben könnte.
Ich brauchte ein Wochenende Zeit um abzuwägen ob ich das aushalten kann mich noch einmal auf das schlimmste das passieren konnte einzulassen.

Ende August starb meine Mutti an Lungenembolie.
Die Einzelheiten noch einmal aufzuschreiben, … dazu sehe ich mich nicht in der Lage.

Am 22. August diesen Jahres kam der schrecklichste Anruf den ein Kind nur bekommen kann. Völlig egal wie alt man ist, man bleibt immer das Kind seiner Eltern.

Mein Vater war am Telefon.

Als ich seine verweinte Stimme hörte wusste ich sofort was passiert war!
Und dann kamen seine Worte „Mama liegt im sterben!“

Ich konnte nicht weinen. Bis heute nicht.
Als ich den Hörer auflegte und hastig nach einer Gelegenheit suchte um so schnell wie möglich in diese kleine Stadt nahe Berlins zu gelangen, … da war nur noch diese Watte in meinem Kopf. Ich begriff NICHT wirklich was geschehen war.
Ich kann es ehr so beschreiben, dass man etwas aus der Entfernung wahrnimmt aber nicht wirklich BEGREIFT dass es tatsächlich um die eigene Mutti geht.
(Hinterher wurde mir erklärt, dass sich mein Gehirn schützt indem es das Begreifen noch weg hält von meinem Leben.)
Ein Überlebensmechanismus baut eine Schutzburg um mich, noch immer.
Alles was ich an Gefühl in mir hatte schrieb ich ins Internet.
Es half in dem Moment des Schreibens ein wenig.

Heute wäre ich nicht mehr in der Lage noch einmal diese Einträge zu lesen.
Ich könnte es nicht. Nicht jetzt.
Einer befreundeten Ärztin macht dass Sorge, weil es nicht „normal“ sei, dass ich mein kleines Leben SCHEINBAR weiterlebe wie bisher. Grade WEIL sie um die Bindung zu meiner Mutti wusste.
Ich habe Angst davor… Angst vor dem Tag an dem ich Begreifen WERDE.
Noch schütze ich mich indem ich versuche an alles andere zu denken nur eben nicht daran.
Ich weiß, dass jedes Begreifen SEINE Zeit hat.

Nun ist nichts mehr wie es war.
Wenn ich zuhause anrufe dann höre ich noch immer die Stimme meiner Mutter die in ihrer typischen Art ihren Namen nennt. Erst wenn sich dann mein Vater meldet wird mir klar dass SIE sich nie wieder melden wird.

Der Tag an dem ich Verstehen WERDE macht mir heute schon Angst…
Ich kann nur hoffen, dass ich dann nicht allein bin.”

Rumpelwald (Wolf) 16. Nov. 09

Los geht es hier

Chronologie der Ereignisse (1)

Chronologie der Ereignisse (2)

Chronologie der Ereignisse (3)

Abschied.

Tanja am Dezember 6th 2009 in Gastblogger

1 Kommentar zu “Rumpelwald zu Gast bei Elternlos”

  1. # Trauer/Linkempfehlung. - Rumpelwald schrieb am 06 Dez 2009 um 17:16 #

    [...] Rumpelwald zu Gast bei Elternlos.de [...]

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